Entschädigungsklagen über Benachteiligung Behinderter bei Bewerbungen — kobinet

Samstag, 7. November 2009
Berichtet von Adimin

Frankfurt a.M. (kobinet) rolligrafik513Nach jüngst veröffentlichten Entscheidungen des Hessischen Landesarbeitsgerichts (LAG Hessen) kann ein schwerbehinderter
Bewerber um einen ausgeschriebenen Arbeitsplatz eine Entschädigung verlangen, wenn der Arbeitgeber ihn wegen seiner Behinderung benachteiligt hat.

Dabei ist eine verzögerte Unterrichtung der Schwerbehindertenvertretung über den Eingang einer Bewerbung eines schwerbehinderten Menschen allein nicht geeignet, die Vermutung der Benachteiligung wegen einer Behinderung zu begründen, wenn die Schwerbehindertenvertretung noch so rechtzeitig unterrichtet werde, dass sie bei der Vorauswahl die Belange der schwerbehinderten Bewerber vertreten könne, entschied das LAG Hessen (Aktenzeichen 19/3 Sa 340/08).

In dem weiteren Verfahren (Aktenzeichen 19/3 Sa 1636/09) sprach das Berufungsgericht dem Kläger hingegen eine Entschädigung in Höhe eines Monatsgehaltes zu, da der öffentliche Arbeitgeber ihn nicht zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen hatte. Der Arbeitgeber könne sich in diesem Fall nicht darauf berufen, dass der Bewerber für die zu besetzende Stelle offensichtlich nicht geeignet sei, da die nach dem Anforderungsprofil in der Stellenausschreibung geforderten Voraussetzungen in seiner Person vorlagen. Insoweit müsse der öffentliche Arbeitgeber sich an dem Wortlaut seiner Stellenausschreibung festhalten lassen. hjr

Die ganze Entscheidung kann man hier lesen als pdf.

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