Hunger im Schatten des Kapitols

Sonntag, 29. November 2009
Berichtet von Adimin

Cigdem-Büyüktokatli, Pixelio

Cigdem-Büyüktokatli, Pixelio

Armut in Washington

Wenige Meter von den Parlamentsgebäuden Washingtons entfernt liegen die ärmsten Viertel der US-amerikanischen Hauptstadt. Viele Kinder dort sind sich selbst überlassen. VON ANTJE PASSENHEIM

Washington taz     Schüsse fürchtet Diamante nicht so wie Hunger. “Ich höre sie oft nachts, wenn ich im Bett liege”, sagt der Elfjährige. “Die Gangs wollen uns bloß Angst machen, aber Hunger, der tut weh.” Diamante weiß wovon er spricht, denn der Afro-Amerikaner gehört zu den ärmsten Kindern der Hauptstadt des reichsten Landes der Welt. Im Südosten von Washington wartet er mit einer tobenden Horde auf einen orangenen Schulbus. Keine Schule schickt ihn, sondern das Projekt “Horton’s Kids”. Eine von vielen Privatinitiativen, die sich um die Kinder im Schatten des Kapitols kümmern: Jedes dritte bis vierte von ihnen lebt offiziell in Armut.

In Bezirk 8 von Anacostia ist es besonders schlimm. So heißt Diamantes Heimat, die zu 90 Prozent von Schwarzen bewohnt wird und in Reiseführern allenfalls als No-Go-Area für Weiße erwähnt wird. Jugendgangs treiben die Mordrate in die Höhe. Vernagelte Fenster zeugen von Gewalt. Nur jeder zweite hat einen Job, ein Drittel ist ohne Schulabschluss…

Quelle

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