Mieten in Berlin steigen deutlich

Montag, 23. November 2009
Berichtet von eAlex79

Die Mieten in Berlin sind im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent gestiegen und damit schneller als die Verbraucherpreise. Besonders bei Neuvermietungen erhöhen die Vermieter die Preise kräftig. Entspannung ist nicht in Sicht.

In Charlottenburg-Wilmersdorf mussten bis zu 11,54 Euro je Quadratmeter für neue Wohnungen bezahlt werden. Besonders bei Neuvermietungen erhöhen die Vermieter in Berlin die Preise kräftig: Diese liegen um bis zu 14 Prozent über den vergleichbaren Durchschnittsmieten. Auch in Potsdam ziehen die Preise an, maximal wurden für neue Wohnungen 7,28 Euro je Quadratmeter verlangt. Das hat der Verband Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU) bei der Auswertung von knapp 500 000 Mietverträgen festgestellt.

Etwa 85 Prozent aller Berliner wohnen zur Miete. Eine Entspannung des Marktes ist nach Expertenangaben auch in Zukunft nicht in Sicht. Weil kaum neue Wohnungen gebaut werden, rechnet der Verband schon im Jahr 2014 mit einem starken Mangel an ganz kleinen Wohnungen mit einem Zimmer sowie an größeren Wohnungen mit mehr als vier Räumen. Damit drohen großen Teilen der Berliner Bevölkerung steigende Mieten. Denn mehr als 80 Prozent aller Haushalte werden im Jahr 2014 aus nur einer oder maximal zwei Personen bestehen.

Maren Kern, Vorstandsmitglied des Wohnungsverbandes, sagte: „Zur Realität einer Großstadt wie Berlin gehört es auch, dass sich nicht jeder eine sanierte Altbauwohnung in Charlottenburg leisten kann.“ Gemessen an der Kaufkraft sei die Mietbelastung je Haushalt in Berlin vergleichsweise gering. Die Bewohner von München geben beispielsweise 17,6 Prozent ihres verfügbaren Einkommens für das Wohnen aus, die Berliner 12,3 Prozent. Von einem „Standortvorteil Berlins“ sprach die Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD). Die Stadt biete „gutes und angemessenes Wohnen zu bezahlbaren Preisen“.

Als „Realitätsverkennung“ bezeichnete dagegen der Hauptgeschäftsführer des Berliner Mietervereins, Hartmann Vetter, die Äußerung des Verbandes. Bei Neuvermietungen würden deutlich höhere Preise verlangt als die Durchschnittswerte laut Mietspiegel. Vetter sprach sich für eine gesetzliche Beschränkung der Preise bei Neuvermietungen aus.

Weiterlesen und Quelle

Hinterlassen Sie einen Kommentar