Erniedrigung in Würde verwandeln

Donnerstag, 7. Januar 2010
Berichtet von Adimin

Fünf Jahre Widerstand gegen Hartz IV

(Matthias-Balzer/pixelio)

(Matthias-Balzer/pixelio)

In diesen Tagen überschlagen sich die Stellungnahmen zu „Fünf Jahre Hartz IV”.

Das Bochumer Sozialforum erklärt dazu: »Vergessen wird dabei, dass es nicht nur fünf Jahre Elend und Schikane waren, es waren auch fünf Jahre eines guten und wachsenden Widerstands. Dabei wurden nicht nur vor Gericht immense Erfolge erzielt, auch in Politik und Öffentlichkeit findet sich kaum noch etwas von Clements Hetze gegen von ihm sogenannte „Schmarotzer”. Etwa 20 % der Bochumer Bevölkerung waren bislang direkt von Hartz IV betroffen, eine ebenso große Zahl wird im unmittelbaren Umfeld damit konfrontiert, noch mehr befürchten, selbst einmal betroffen sein zu können. Der Unmut über die „Prekarisierung” aller Lebensumstände wächst.

Hartz IV hat die Kinderarmut auf drei Millionen verdoppelt. Insgesamt sind bald zwölf Millionen Menschen von Armut bedroht. Nicht nur die Arbeitsmarktpolitik ist am Ende und muß neue Wege gehen – im Grunde muss die ganze Welt neu erfunden werden. Das krähen mittlerweile die Hähne und Hennen vom Misthaufen.

Große Teile der Menschen in Bochum sind durch Entwicklungen im Arbeitsprozess der letzten 40 Jahren und die seit dem durchgesetzte neoliberale Steuerung abgehängt worden. Umgeschichtete, ehemals differenzierte untere Schichten, nun auf niedrigstem Niveau verschmolzen, mit verfestigter Aussichtslosigkeit. In Bochum mehr als die Hälfte davon mit Berufsabschluss, darunter nicht wenige Akademiker. Das wachsende und eingestandene „Unterbeschäftigungsvolumen” bedroht etwa ein Viertel der erwerbsfähigen Bevölkerung. Auch weltweit gelten neoliberalen Ökonomen mindestens 20 % aller Menschen als „überflüssig”…

Quelle

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