Aktive Erwerbslose in Deutschland

Information und Hilfe => AfA/Argen/Optionskommunen => Thema gestartet von: fit am Februar 16, 2007, 06:51:50



Titel: Legalisierte Zwangskeulen der ARGEN
Beitrag von: fit am Februar 16, 2007, 06:51:50
Lange haben sie drauf gewartet, dass sie etwas von der Macht abbekommen, welche eigentlich seit vielen Jahren durch das Grundgesetz geregelt wurde und nicht zum Missbrauch verwendet werden sollte. Doch nun hat man mit Hartz IV Gesetzen den ARGEN neben der Judikative, Legislative auch die exekutive Macht verliehen, welche frohlockend ausgelebt wird und den Sachbearbeiter zum Richter befördert.

Steinbock 15.2.2007, © Sozialticker 2007 - Alle Rechte vorbehalten - Beachten Sie den Haftungsausschluss


So schreibt die “Freie Presse”: (http://www.sozialticker.com/)



“Sanktionen gegen ältere Arbeitslosengeld-II-Empfänger, die ihre Auflagen nicht erfüllen, sind im Mittleren Erzgebirgskreis die Ausnahme. Bei den Jugendlichen unter 25 Jahren hingegen sieht das anders aus. “Es gibt Einzelfälle, die wollen einfach nicht arbeiten”, haben Matthias S. und seine Mitarbeiter feststellen müssen. Als Antwort darauf, kann man nun mit Strafmaßnahmen für Arbeitslosengeld-II-Empfänger im Landkreis vor allem bei unter 25-Jährigen reagieren – und jetzt auch die komplette Miete streichen.

Und man fühlt sich noch wohl dabei, anderen Menschen etwas aufzuzwingen, zu welchem diese nicht bereit sind - zu tun. Es wird sanktioniert, drangsaliert und dies alles auf angeblich legalen und gesetzlich gestütztem Wege. Die Sozialgerichte, welche den “Hobbyjuristen im Amt” täglich den Wind aus den Segeln nehmen müssen, jammern über die Vielzahl der Klagen und sind genauso hilflos, dem einen Riegel vorzuschieben und vorhandenen “Machtmissbrauch” in die Grenzen zu schicken. Die Phantasiekette der Sanktionen sind schier unbegrenzt in den deutschen Amtsstuben der ARGEN. Viele Leserzuschriften an den Sozialticker zeigen auf, dass Vergleiche zu früheren Zeiten bestehen und diese täglich an Intensität zunehmen. Aber auch die Betroffenenseite rüstet sich zum “Tag X” und führt bereits interne Listen von Sachbearbeitern, welche sich durch ihr unmenschliches Verhalten besonders qualifiziert hervorgehoben haben.

Besondern Unmut kann der Sozialticker bei den Umzugszwängen und Absperrungen von Wohnungen bemerken. Aber auch die Tatsache der sofortigen Vollziehung trotz Widerspruchsverfahren, bringt die Menschen in eine - “ich habe nichts mehr zu verlieren” - Stimmung, welche gefährlich für beide Seiten enden könnte. Der Gang zum Amt, um ein Problem zu lösen - beginnt bei vielen Antragsteller schon mit Horror an den Gedanken der Abweisung bei Bedürftigkeit und nicht erkannte Hilfegesuche. Viele Betroffene erfragen die Vorstellung: “Windeln sich die Sachbearbeiter bei der Fallbearbeitung?” - denn es scheint ein innerlicher Abgang vermittelt worden zu sein, wenn man die Sanktionskeule aus dem Schubfach holt. Auf größten Unverstand stößt die Tatsache, dass man Menschen zu etwas zwingt, wo viele andere dieses gerne freiwillig erledigen würden, aber vom Sachbearbeiter außen vor gelassen werden.

Daher folgende Botschaft: Beendet den Zwang und fördert die Freiwilligkeit, denn dies waren die Vorsätze vom ILO Abkommen aus dem Jahre 1956 - dort heißt es:

“Als Zwangs- oder Pflichtarbeit im Sinne dieses Übereinkommens gilt jede Art von Arbeit oder Dienstleistung, die von einer Person unter Androhung irgendeiner Strafe verlangt wird und für die sie sich nicht freiwillig zur Verfügung gestellt hat.“



Wir haben wohl niemanden mehr im Forum, der die brüchtigte Zeit durch gestanden hat.
Was wir aber im Forum erkennen, ist die Wiederholung der Geschichte. Frappierend, besser gesagt, perfide, wie doch der Mensch den Geist jener Epoche überaus gerne aufgreift, umsetzt und danach handeln läßt!

Wer steht dem Volk noch bei? Ich? als Rentner? Lachhaft. Ich habe jedenfalls meine Kinder anders erzogen.


fG    (http://www.cosgan.de/smiliegenerator/ablage/364/221.png)
niewtor