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Autor Thema: Arbeitslos-Was mache ich nun?  (Gelesen 6658 mal)
Adimin
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Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« am: November 08, 2006, 22:58:16 »

Arbeitslos - was nun?".
Nicht jede Kündigung ist rechtens. Erkundigen Sie sich, ob für Ihren Betrieb das Kündigungsschutzgesetz gilt. In der Regel gilt das nur für Betriebe, in denen mindestens zehn Arbeitnehmer beschäftigt sind. Eine weitere Bedingung für die Anwendung dieses Gesetzes ist, dass das Arbeitsverhältnis mindestens sechs Monate bestanden hat. Wenn diese Vorraussetzungen erfüllt sind, kann Ihnen der Arbeitgeber nur unter Angabe bestimmter Gründe kündigen. Im Wesentlichen unterscheidet man in verhaltensbedingte Kündigung, personenbedingte Kündigung und betriebsbedingte Kündigung.

Eine verhaltensbedingte Kündigung
... kann erfolgen, wenn Sie Ihre arbeitsvertraglichen Pflichten verletzen, z.B. Ihre Arbeitszeit falsch angeben oder Schmiergelder annehmen. Wenn sie wegen eigenem Verschulden gekündigt werden, müssen Sie mit Nachteilen beim Bezug von Arbeitslosengeld rechnen (Sperre oder Verkürzung des Arbeitslosengeldes). Gegen eine ungerechtfertigt empfundene Kündigung sollten Sie also klagen, um zu erreichen, dass der Vorwurf des vertragswidrigen Verhaltens zurückgenommen wird. Sollte der Arbeitgeber nicht bereit sein, den Arbeitnehmer weiter zu beschäftigen, kann das Arbeitsverhältnis gegen Zahlung einer Abfindung aufgelöst werden. Achten Sie bei einem Vergleich darauf, dass der Arbeitgeber die Vorwürfe zurücknimmt und sich verpflichtet, der Arbeitsagentur nicht anzugeben, dass der Grund für die Kündigung in Ihrem Verhalten liegt. Ansonsten ist es für Sie nach einem Vergleich nicht mehr möglich, eine neue Klage einzureichen.

Die personenbedingte Kündigung
... kann ausgesprochen werden, wenn der Arbeitnehmer die Arbeitsleistungen nicht erbringen kann. In diesen Fällen muss jedoch der Arbeitgeber den Vorwurf beweisen können.

Die betriebsbedingte Kündigung
... ist nach dem Kündigungsschutzgesetz gerechtfertigt, wenn sie durch dringende betriebliche Erfordernisse bedingt ist, die einer Weiterbeschäftigung des Arbeitnehmers entgegenstehen. Die Gründe einer solchen Kündigung können z.B. Auftragsmangel, Absatzschwierigkeiten oder Rationalisierungsmaßnahmen sein.

Eine Kündigung sollte auf jeden Fall schriftlich erfolgen. Die elektronische Form ist nicht ausreichend, weder per Fax noch per E-Mail ist eine Kündigung wirksam. Arbeiten Sie in einem Betrieb, in dem wegen dessen Größe das Kündigungsschutzgesetz keine Anwendung findet und besteht für Sie auch kein besonderer Kündigungsschutz (etwa Schwangerschaft oder Behinderung), so kann Ihnen Ihr Arbeitgeber unter Wahrung der gesetzlichen oder vertraglichen Kündigungsfrist jederzeit ohne Angabe von Gründen kündigen.

Vorsicht bei Aufhebungsverträgen!
Beachten Sie: Ein Aufhebungsvertrag ist keine Kündigung. Das bedeutet, dass Sanktionen der Arbeitsagentur drohen können, z.B. Sperrzeiten und eventuell eine Kürzung des Arbeitslosengeldes. In Aufhebungsverträgen finden sich häufig Klauseln, wonach mit Unterzeichnung des Aufhebungsvertrags auf sämtliche Ansprüche verzichtet wird. Lassen Sie sich vor Unterzeichnung auf jeden Fall rechtlich beraten. Machen Sie hier Fehler, können Sie diese in der Regel nicht mehr korrigieren. Ein Aufhebungsvertrag kann nach ständiger Rechtsprechung nur in Ausnahmefällen angefochten werden.

Worauf ist bei Leistungen der Arbeitsagentur zu achten?

Meldepflicht
Nicht nur bei einer Kündigung, sondern auch bei Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrags müssen Sie sich unverzüglich bei der Arbeitsagentur melden, da mit Abschluss des befristeten Arbeitsvertrags bereits die Beendigung feststeht. Melden Sie sich erst, wenn die Frist vorüber ist, müssen Sie nicht nur mit einer Sperre, sondern auch mit einer Minderung des Arbeitslosengeldes rechnen.

Nicht nur bei einer Kündigung, auch bei Abschluss eines befristeten Arbeitsvertrags müssen Sie sich unverzüglich bei der Arbeitsagentur melden.

Späterer Antrag
In bestimmten Fällen (z.B. bei einer Sperrzeit) kann es sinnvoll sein, erst später Antrag auf Zahlung des Arbeitslosengeldes zu stellen. So wird die Sperrzeit schon durch die Zeit verbraucht, in der Sie keinen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen. Außerdem darf in diesem Fall weder eine Sperrzeit noch eine Verkürzung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes angeordnet werden. Damit die Zeit in der Rentenversicherung zählt, müssen Sie sich jedoch unverzüglich arbeitslos melden. Beachten Sie, dass Sie der Arbeitsagentur Bescheid geben müssen, wenn Sie sich zunächst arbeitslos melden, das Arbeitslosengeld aber erst zu einem späteren Zeitpunkt beziehen möchten.

Sperrzeiten
Eine Sperrzeit beim Arbeitslosengeld wird nach § 144 SGB III dann verhängt, wenn der Arbeitslose das Beschäftigungsverhältnis selbst löst, durch ein arbeitsvertragswidriges Verhalten Anlass für die Lösung des Beschäftigungsverhältnisses gegeben hat oder grob fahrlässig und ohne wichtigen Grund die Arbeitslosigkeit herbeigeführt hat. Wichtige Gründe, bei deren Vorliegen der Arbeitnehmer mit keinerlei Sanktionen von Seiten der Arbeitsagentur rechnen muss, können etwa eine länger andauernde Krankheit sein, die den Betroffenen daran hindert, seine bisherige Tätigkeit weiter zu verrichten, oder ein Umzug zum Ehepartner.

Leistungen der Arbeitsagentur
Die Berechnung der Höhe des Arbeitslosengeldes, des "Leistungsentgelts", erscheint zunächst relativ einfach. Sie ist es auch, wenn man vor Eintritt der Arbeitslosigkeit eine gewisse Zeit ununterbrochen gearbeitet und Lohn bzw. Gehalt bezogen hat. Das Arbeitslosengeld beträgt für Arbeitslose, bei denen mindestens ein Kind auf der Lohnsteuerkarte des Ehe- oder Lebenspartners eingetragen ist, 67 Prozent, ansonsten 60 Prozent des pauschalierten Nettoentgelts.

Anrechnung von Nebeneinkommen
Der Freibetrag, den sich jeder Arbeitslose dazuverdienen kann, beträgt nach Abzug der Steuern, der Sozialversicherungsbeiträge und der Werbungskosten 165 Euro. Leistungen, die ein Arbeitsloser bei beruflicher Weiterbildung von seinem Arbeitgeber oder dem Träger der Weiterbildung erhält, werden nach Abzug der Steuern, des Sozialversicherungsbeitrages und eines Freibetrags von 400 Euro monatlich auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Überschreitet die Nebenbeschäftigung eine wöchentliche Arbeitszeit von 15 Stunden, wird davon ausgegangen, dass der Arbeitslose nicht mehr arbeitslos ist, also keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld hat.

Förderungen der Arbeitsagentur:

Eignungsfeststellung und Trainingsmaßnahmen
Neben der Beratung und Vermittlung können Arbeitslose einen Zuschuss zur Teilnahme an Eignungsfeststellungen oder Trainingsmaßnahmen erhalten, wenn dadurch die Chancen zur Eingliederung verbessert werden und die Maßnahme auf Vorschlag oder mit vorheriger Zustimmung der Arbeitsagentur erfolgt.

Förderung der Aufnahme einer selbstständigen Tätigkeit
Zur Förderung einer selbstständigen Tätigkeit, die die Existenzgrundlage bilden soll, kann für sechs Monate so genanntes Überbrückungsgeld gezahlt werden. Das Überbrückungsgeld wird in Höhe des letzten Arbeitslosengeldes und mit einem pauschalierten Betrag für die Sozialversicherung gezahlt.

Förderung der beruflichen Weiterbildung
Die Förderung der beruflichen Weiterbildung ist eine Ermessensleistung, d.h. Sie können nicht verlangen, dass Ihnen eine berufliche Weiterbildung gezahlt wird. Damit eine berufliche Weiterbildung überhaupt gefördert werden kann, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Die Weiterbildung muss notwendig sein, um eine berufliche Eingliederung zu erreichen, oder es muss aufgrund fehlenden Berufsabschlusses die Notwendigkeit der Weiterbildung anerkannt sein. Vor Beginn der Weiterbildungsmaßnahme muss eine Beratung durch die Agentur für Arbeit erfolgt sein und sowohl die Maßnahme als auch der Träger der Maßnahme müssen zur Förderung zugelassen sein. Wegen eines fehlenden Berufsabschlusses wird die Weiterbildung dann anerkannt, wenn der Arbeitnehmer zwar über einen Berufsabschluss verfügt, jedoch in diesem Beruf mehr als vier Jahre nicht mehr tätig war. Verfügen Sie über keinen Berufsabschluss, müssen Sie grundsätzlich mindestens drei Jahre gearbeitet haben, um eine Förderung zu erhalten. Erkennt die Arbeitsagentur die Notwendigkeit einer Förderung an, erhalten Sie einen so genannten Bildungsgutschein.

http://www.mdr.de/escher/2309003.html

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