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Autor Thema: Was will Rüttgers?  (Gelesen 4012 mal)
Lotta
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Beiträge: 37



« am: November 16, 2006, 22:47:36 »

Versteht jemand von Euch die Aufregung um Rüttgers Forderungen?

Ich nicht! Abgesehen davon, dass ich es für eine Unverschämtheit halte, die Bezugsdauer von 2 Jahren ALG nach 40 Jahren sozialversicherungspflichtiger Arbeit als gerecht zu bezeichnen, frage ich mich, welche Arbeitnehmer in welchen Berufsgruppen das denn überhaupt noch schaffen können.

Akademiker können es schon mal nicht, die starten in der Regel erst mit Mitte zwanzig ins Berufsleben und haben ihre 40 Jahre zum Zeitpunkt des Renteneintritts auf'm Buckel. Frauen, die sich und ihren Kindern den Luxus gönnen konnten über die Erziehungszeit hinaus die Kinder zu betreuen, schaffen auch kaum 40 Jahre.

40 Jahre Arbeit, das hieße für 54jährige, dass sie nach Abschluss der Volksschule (damals in NRW mit 14) sofort eine Ausbildung angefangen haben und bis heute ohne Unterbrechung arbeiten. In welchen Branchen soll das über vier Jahrzehnte möglich gewesen sein? Natürlich wird es da eine handvoll Leute geben, die mit Mitte 50 auf 40 Jahre Berufstätigkeit blicken können (die dürfen sich dann wohl "Rüttgers Club" nennen). Für spätere Jahrgänge wird es noch ein wenig enger, da die allgemeine Schulpflicht von 8 auf 9 und dann auf 10 Jahre anstieg.

Warum also wird das Thema, obwohl es wenige und zunehmend weniger Leute betrifft, so hochgekocht? Die SPD sieht sich ihres Themas "soziale Gerechtigkeit" beraubt (ist ja schon ein Witz in sich) die CDU wirft ihrem Koalitionspartner Neoliberalismus vor (wer im Glashaus sitzt, sollte doch eigentlich nicht) usw.. Von beiden Koalitionspartnern wird aber nur zu gern die Frage nach der Finanzierbarkeit gestellt.

Und darum geht es wohl auch!

Ich bin in den letzten Jahren durch die häufigen Schmierenkomödien auf der politischen Bühne zum Skeptiker geworden und deshalb befürchte ich, dass hier die Bezugsdauer von ALG für jüngere Menschen nochmal kräftig gekürzt werden soll und das mit der Rüttgerschen Rechtfertigung der "sozialen Gerechtigkeit".

Gruß
Lotta

Am feinsten lügt das Plausible
Barney
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Beiträge: 13.571



« Antworten #1 am: November 16, 2006, 23:19:23 »

In Zeiten der Vollbeschäftigung kann es ja noch möglich gewesen sein, dass der eine oder der andere wirklich 40 Jahre gearbeitet hat. Zukünftig halte ich das für absolut unmöglich.

Es ist eine Ablenkungsdiskussion. Der Kompromiss wird dann tatsächlich so aussehen, dass Jüngeren noch mehr Repressalien auferlegt werden, damit die Älteren dann angeblich länger Arbeitslosengeld bekommen. Dabei wissen alle, die so diskutieren, dass kaum jemand dann 2 Jahre Arbeitslosengeld bekommen wird.

@ Lotta,
in der DDR war die allgemeine Schulpflicht seit Ende der 50er Jahre des letzten Jahrhunderts 10 Jahre. So können die also schon nicht mehr mit 54 Jahren 40 Arbeitsjahre erreichen.

Nun frage ich mal, wo wohnen Rüttgers potentielle Wähler?

Gruß Barney

Unsere Forderung:  Mindestlohn, Grundsicherung, Arbeitszeitverkürzung

Informieren Sie sich bitte selbst zu den hier behandelten Themen. Meine Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider.
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