Angela MerkelAngela Merkel
Aktive Erwerbslose in Deutschland (AEiD)

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Übersicht Aktuelles Hartz IV Infobank Daily News Impressum Mitglieder Registrieren
News:


Seiten: [1] 2   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Massnahme trotz Minijob - Ausweg gesucht  (Gelesen 17676 mal)
tunga
Dipl.soz. gequälte Exisistenz
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 31



« am: August 04, 2010, 00:27:33 »

Ich würde gerne mal Eure Meinung/Erfahrungen zu folgendem Problem hören:
Meine Schwester ist seit 01/2010 auch arbeitslos und bekommt ALG1, ergänzend Wohngeld, weil das ALG1 so gering ist.
Sie wollte nicht zusätzlich ALG2 beantragen da sie schon einen Minijob in Aussicht hatte und sich der Prozedur
nicht auch noch aussetzten wollte.
Den Job hat sie dann 02/2010 angefangen. 14 Stunden wöchentlich und kommt so mit dem Geld (ALG1+WG+Job)
halbwegs über die Runden.
Jetzt hatte sie im Juli zum ersten Mal einen Termin bei der SB (doch so schnell) und die drückte ihr eine tolle Zuweisung mit RFB für eine Massnahme aufs Auge.
4 Wochen VZ  `zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung gem. § 41 Abs.1 S.1 Nr. 1 SGB 3´ - Orientierung / Profiling ab 09/2010.
Jetzt hat sie natürlich das Problem, dass sie dann ihren Job, dem Amt bekannt, Arbeitsvertrag hatte sie dort mal vorgelegt, nicht mehr machen kann, wenn sie diese Massnahme absolvieren muss.
Sie arbeitet 2 x 7 Stunden in der Woche, Arbeitszeit ist nicht verschiebbar und sie braucht ja auch die Kohle.
Also was machen?
Klar, die Massnahme auf keinen Fall, weil über den Sinn derer habe ich sie schon aufgeklärt und sie will die auch nicht machen, weil die dort definierten Ziel sinnfrei sind und sowas auch in einer Woche machbar wäre.
Aber darum geht es jetzt nicht.
Ich weiss, dass sie bei ALG1 all die Dinge machen muss, die SB vorlegt und der Job sozusagen hinten dran steht.
Wenn sie allerdings jetzt den Job wegen der Massnahme aufgibt (+auch gegen den Arbeitsvertrag verstösst), dann
müsste sie ALG2 beantragen, der Job wäre futsch und nach 4 Wochen VZ Massnahme sie schlimmstenfalls reif für die Klappse.
Um diese Massnahme nicht antreten zu müssen, habe ich ihr jetzt geraten, und da brauche ich mal Eure Meinungen,
will ihr ja nix falschen sagen, vielleicht habe ich etwas nicht bedacht:
sie solle der SB eine Veränderungsmitteilung schicken, dass sie ab 09/2010 dann 16-20 Stunden / Woche arbeitet
(was sie mit ihrem Chef auch schon besprochen hat und das dann auch klappt), sie dann den nur den Einstellungsbescheid von der AfA abwarten muss (weil ja die Bedingungen für ALG1 dann nicht mehr gegeben sind), und jetzt schon mal ergänzendes ALG2 beantragen soll, weil ja auch das WoG wegfällt.
Sie müsse dann wohl diese Massnahme nicht mehr antreten (weil AfA nicht mehr zuständing, bzw. kein ALG1 Anspruch mehr) , kann ihren Job weiter machen, und hätte, man solle es nicht glauben, sogar mehr Geld.
Klar, kommt dann das JC wohl auch mit einer tollen Massnahme, aber die ist dann leichter abzuwehren, weil ja ein Job vorhanden ist, der sogar in Zukunft noch mehr bringen wird, ausbaubar.
Was könnt Ihr mir dazu sagen?
Thanx





If You Want Blood - You've Got It ! ...
Rotkäppchen
Gast
« Antworten #1 am: August 04, 2010, 13:45:06 »

Leider kenne ich im ALG I nicht alle Kniffe, um eine Maßnahme loszuwerden, falls es sie gibt.

Richtig ist, dass die Maßnahme Vorrang hat. Leider weist die SB ihr die Maßnahme zu und "vereinbart" sie nicht per EGV, denn per EGV könnte man leicht bei ALG I rauskommen.

Könntest du vielleicht mal die RFB hier reinstellen? Wird direkt auf die Mitwirkungspflicht hingewiesen?
Ludwigsburg
Gast
« Antworten #2 am: August 04, 2010, 13:48:24 »

Ich würde versuchen mit der SB zu reden und ihr schriftlich vorlegen daß ich ab ... mehr arbeite und mehr verdiene... vielleicht reicht ihr das?
Pimpf
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 322


Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« Antworten #3 am: August 04, 2010, 17:22:40 »

Hi Tunga

Wenn sie die Stundenzahl, auch mit Absprach des Chef und das dies auch machbar sein, erhöht, verliert sie den Anspruch auf ihr Arbeitslosengeld, da sie dann nicht mehr als arbeitslos gilt.


Siehe hier:

Nebenverdienst

Während des Bezuges von Arbeitslosengeld dürfen Sie eine selbstständige oder unselbstständige Tätigkeit beziehungsweise Beschäftigung ausüben und ein Nebeneinkommen erzielen.

Die Nebenbeschäftigung darf allerdings einen zeitlichen Umfang von 15 Stunden wöchentlich nicht erreichen. Erreicht oder überschreitet die Dauer der wöchentlichen Arbeitszeit 15 Stunden, besteht wegen fehlender Arbeitslosigkeit kein Anspruch auf Arbeitslosengeld mehr. Gegebenenfalls ist eine erneute Arbeitslosmeldung erforderlich.

Sofern Sie eine Nebenbeschäftigung mit weniger als 15 Wochenstunden ausüben, wird Ihr Nebeneinkommen angerechnet. Dabei bleiben jedoch 165 Euro monatlich anrechnungsfrei.

Wichtig ist, dass Sie jede Nebenbeschäftigung der Agentur für Arbeit unverzüglich und ohne Aufforderung melden.


Sonderfälle beim Nebeneinkommen
Besonderheiten hinsichtlich des anrechnungsfreien Entgelts gelten dann, wenn Sie während der letzten 18 Monate vor der Anspruchsentstehung neben einem Versicherungspflichtverhältnis

-eine geringfügige Beschäftigung oder
-eine selbstständige Tätigkeit oder eine Tätigkeit als mithelfender Familienangehöriger im Umfang von wöchentlich weniger als 15 Stunden mindestens 12 Monate ausgeübt haben.

In diesem Fall bleibt Nebeneinkommen bis zur Höhe des während der letzten 12 Monate in dieser Tätigkeit erzielten durchschnittlichen Entgelts anrechnungsfrei, es sei denn, der monatliche Mindestfreibetrag von 165 Euro wäre höher.

Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/nn_25648/Navigation/zentral/Buerger/Arbeitslos/Alg/Nebenverdienst/Nebenverdienst-Nav.html



Es kann ihr eine Sperrung der Gelder drohen (was bis zu 12 Wochen sein kann), wenn sie sich weigert diese Maßnahme zu machen (so sinnlos die auch sein mag).
Es gibt jedoch auch, wie überall auch, Ausnahmen die solche Sperrung verhindern können.


Ausnahmen

Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn es Ihnen unter Berücksichtigung der Gesamtumstände nicht zugemutet werden kann, ein Beschäftigungsverhältnis fortzusetzen, ein Arbeitsangebot anzunehmen, an einer Maßnahme zur beruflichen Eingliederung (weiter) teilzunehmen, einer Meldeaufforderung Folge zu leisten oder sich rechtzeitig arbeitsuchend zu melden.

Die Anerkennung eines wichtigen Grundes setzt allerdings voraus, dass Sie alle zumutbaren Anstrengungen unternommen haben, den Grund zu beseitigen und Ihre Arbeitslosigkeit zu vermeiden oder soweit wie möglich hinauszuschieben.


Für die Aufgabe oder Ablehnung einer Arbeit liegt zum Beispiel ein wichtiger Grund vor, wenn

-bindende Bestimmungen über Arbeitsbedingungen oder Arbeitsschutzvorrichtungen nicht eingehalten werden,
-Ihnen die Arbeit nach Ihrem körperlichen oder geistigen Leistungsvermögen nicht zugemutet werden kann,
-die Arbeitsstelle durch Streik oder Aussperrung frei geworden ist und Ihnen nur für die Dauer des Arbeitskampfes angeboten wurde,
-die angebotene Unterkunft gesundheitlich oder sittlich bedenklich ist oder
-die Arbeit gegen Gesetz verstößt oder sittenwidrig ist.


Ein wichtiger Grund kann unter Umständen auch vorliegen,

-wenn Sie zur Begründung oder Wiederherstellung der ehelichen Gemeinschaft zu Ihrem Ehegatten ziehen wollen oder
mit Ihrem Partner die Erziehungsgemeinschaft zugunsten Ihrer gemeinsamen Kinder (wieder-) herstellen wollen.


Ein wichtiger Grund liegt in der Regel nicht vor, wenn Sie die Arbeit aufgegeben haben, weil ansonsten ein anderer Arbeitnehmer arbeitslos geworden wäre, oder ein Aufhebungsvertrag geschlossen wurde, um einer Kündigung durch den Arbeitgeber zuvor zu kommen


Quelle:
http://www.arbeitsagentur.de/nn_25664/Navigation/zentral/Buerger/Arbeitslos/Alg/Sperrzeit/Ausnahmen/Ausnahmen-Nav.html



Rechtsfolgen
Der Eintritt einer Sperrzeit bewirkt das Ruhen der Leistung, die Minderung der Anspruchsdauer und die Auffüllung des "Sperrzeitkontos".

Das Ruhen bedeutet, dass Ihnen Arbeitslosengeld für die Dauer der Sperrzeit nicht gezahlt wird.
Ihre Anspruchsdauer vermindert sich außerdem um die Tage der Sperrzeit (bei einer 12-wöchigen Sperrzeit wegen Arbeitsaufgabe mindestens um ein Viertel der Anspruchsdauer).

Beispiel:
Bei einer Anspruchsdauer von 24 Monaten vermindert sich diese um 6 Monate.
Ihr gesamter Leistungsanspruch erlischt, wenn Sie nach Entstehen des Anspruches Anlass zum Eintritt von Sperrzeiten mit einer Gesamtdauer von mindestens 21 Wochen geben.

Quelle: http://www.arbeitsagentur.de/nn_25758/Navigation/zentral/Buerger/Arbeitslos/Alg/Sperrzeit/Rechtsfolgen/Rechtsfolgen-Nav.html
(leider lt. dieser Quelle ist dies noch nicht aktualisiert worden auf die heutige Höchstbezugsdauer von ALG1, Stand ist lt. dieser Quelle: 2006. Die anderen Quellenangaben sind aber aktuellem Datum´s).


Sie sollte wirklich das Gespräch mit dem SB dort suchen und versuchen eine andere Maßnahme, die sich evtl. mit der Nebentätig vereinbaren läßt, zu bekommen. Manchesmal geht das. Schließlich ist sie auf diese Einkünfte ja angewiesen, ansonsten müßte sie ihr ALG 1 durch ALG 2 aufstocken lassen, was auch generell möglich ist.

glg
Pimpf
« Letzte Änderung: August 04, 2010, 17:26:30 von Pimpf »
tunga
Dipl.soz. gequälte Exisistenz
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 31



« Antworten #4 am: August 04, 2010, 21:17:18 »

Leider kenne ich im ALG I nicht alle Kniffe, um eine Maßnahme loszuwerden, falls es sie gibt.

Richtig ist, dass die Maßnahme Vorrang hat. Leider weist die SB ihr die Maßnahme zu und "vereinbart" sie nicht per EGV, denn per EGV könnte man leicht bei ALG I rauskommen.

Könntest du vielleicht mal die RFB hier reinstellen? Wird direkt auf die Mitwirkungspflicht hingewiesen?

@Mobydick
Habe mal alles drangehängt was sie bekam.

Die SB hat ihr beim Termin als erstes diese Massnahme `vorgeschlagen´ und sie solle doch Bescheid geben, ob sie das machen will. Sozusagen als unverbindliches Angebot.
Nix schriftliches, nur Info über die Massnahme. Sie hat auch nix unterschrieben und hat das zur Prüfung mitgenommen.
Dann erst kam jetzt die Zuweisung.


Ich würde versuchen mit der SB zu reden und ihr schriftlich vorlegen daß ich ab ... mehr arbeite und mehr verdiene... vielleicht reicht ihr das?

@Ludwigsburg
Das habe ich ihr auch geraten. Sie hat auch versucht die SB zu erreichen um einen Termin auszumachen - sie wartet heut noch darauf.
Auch bei dem letzten Termin hat sie auf die Problematik hingewiesen, das `interessiert hier nicht´war die Antwort.

Sie sollte wirklich das Gespräch mit dem SB dort suchen und versuchen eine andere Maßnahme, die sich evtl. mit der Nebentätig vereinbaren läßt, zu bekommen. Manchesmal geht das. Schließlich ist sie auf diese Einkünfte ja angewiesen, ansonsten müßte sie ihr ALG 1 durch ALG 2 aufstocken lassen, was auch generell möglich ist.

@ Pimpf
danke für die ausführlichen Hinweise.
Da ihr ALG1 so gering ist, fährt sie mit Job+aufstockendem ALG2 besser, vorallem wenn sie da jetzt noch ein paar Stündchen mehr machen kann.
Da sie dann ja den Anspruch auf ALG1 verliert, ist diese Massnahme ja dann vom Tisch.
Die AfA ist ja dann nicht mehr zuständig, sondern das JC hier um für den Stadtteil.
Somit hätte sich die Massnahme dann erledigt, oder?
Danke für Eure Antworten!

If You Want Blood - You've Got It ! ...
Pimpf
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 322


Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« Antworten #5 am: August 04, 2010, 21:23:36 »

Nein, leider ist für sie in erster Linie auch weiterhin die AFA für sie zuständig. Sie erhält ja nur aufstockendes Alg 2.

lg
Pimpf
tunga
Dipl.soz. gequälte Exisistenz
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 31



« Antworten #6 am: August 04, 2010, 22:29:05 »

Dann habe ich irgendwie falsch gedacht.
Ich meinte, wenn sie aus dem ALG1 Bezug raus kommt, da ja die Vorrausetzungen dafür nicht mehr gegeben sind, weil sie mehr wie 15 Stunden arbeitet+dann mehr als 165€ verdient, hat sie ja nur noch ihren Verdienst, und da dieser nicht ausreicht, bekommt sie aufstockendens ALG2.
Und damit ist sie doch ein Fall für das JC.

If You Want Blood - You've Got It ! ...
Rotkäppchen
Gast
« Antworten #7 am: August 04, 2010, 23:07:08 »


Die SB hat ihr beim Termin als erstes diese Massnahme `vorgeschlagen´ und sie solle doch Bescheid geben, ob sie das machen will. Sozusagen als unverbindliches Angebot.
Nix schriftliches, nur Info über die Massnahme. Sie hat auch nix unterschrieben und hat das zur Prüfung mitgenommen.
Dann erst kam jetzt die Zuweisung.

Das sieht aber ganz anders aus, denn das eine ist eine Einladung nach § 309 SGB III. Sie bekommt eine Sperrzeit von einer Woche, wenn sie dort nicht antritt.

Dazu muss man sagen, dass man sich gem. § 309 SGB III nur bei "der Agentur für Arbeit oder einer sonstigen Dienststelle der Bundesagentur" melden muss. Ist denn dieser Träger eine "Dienststelle" der BA?

Das ist auch kein "Angebot", um an einer Maßnahme teilzunehmen, sondern eine "Zuweisung". Sie bekommt eine Sperre, wenn sie das nicht macht.

Ich meine auch, dass hier nur hilft, evtl. mit der SB zu reden, wenn sie das schon so lieb "vorgeschlagen" hat. Ich würde ihr die Situation schildern und ihr erklären, dass sie ihren Job sonst verliert und danach ALG II ergänzend beantragen muss. Davon hat unser Staat am allerwenigsten. Und bitte auch erklären, dass die Maßnahme sie ja nicht in Arbeit bringen wird.
tunga
Dipl.soz. gequälte Exisistenz
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 31



« Antworten #8 am: August 04, 2010, 23:49:52 »

Das sieht aber ganz anders aus, denn das eine ist eine Einladung nach § 309 SGB III. Sie bekommt eine Sperrzeit von einer Woche, wenn sie dort nicht antritt.

Dazu muss man sagen, dass man sich gem. § 309 SGB III nur bei "der Agentur für Arbeit oder einer sonstigen Dienststelle der Bundesagentur" melden muss. Ist denn dieser Träger eine "Dienststelle" der BA?

Nein - es ist eine Privat Akademie/Schule

Das ist auch kein "Angebot", um an einer Maßnahme teilzunehmen, sondern eine "Zuweisung". Sie bekommt eine Sperre, wenn sie das nicht macht.

Das `Angebot´hatte sie Anfang Juli mündlich bekommen, zusammen mit einem Infoblatt.

Die Einladung+Zuweisung die ich hier anhängte war in einem Schreiben Mitte Juli gekommen.
Und heute hat sie eine Anmeldebestätigung von der SB bekommen, dass sie dort angemeldet wurde+hin muss.
Habe ich aber noch nicht gesehen, hat sie mir aber eben telefonisch mitgeteilt.

Ich meine auch, dass hier nur hilft, evtl. mit der SB zu reden, wenn sie das schon so lieb "vorgeschlagen" hat. Ich würde ihr die Situation schildern und ihr erklären, dass sie ihren Job sonst verliert und danach ALG II ergänzend beantragen muss. Davon hat unser Staat am allerwenigsten. Und bitte auch erklären, dass die Maßnahme sie ja nicht in Arbeit bringen wird.

Ich hoffe ja, dass sie noch vor Beginn der Massnahme einen Termin erhält bei der SB, sie hatte ja schon angefragt und darauf hin kam halt jetzt nur die Anmeldebestätigung. Ich werde da auf jeden Fall mitgehen, da meine Sis das sowieso alles überfordert.
Das ihr diese Massnahme nix bringt habe ich ihr schon lange und breit erklärt, da sie schon im Kopf hatte den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen und den Mist mitzumachen.  looser Ich glaube sie hat es verstanden.

Eine Woche Sperrzeit würde bedeuten, dass sie für eine Woche das Geld gekürzt bekommt?
Das wären ja knapp 90€ bei dem mikrigen ALG1 was sie bekommt.
Und dann wäre die Sache erledigt? Könnte sie sich so aus der Sache `rauskaufen´, also Sperrzeit in Kauf nehmen und die Massnahme ist vom Tisch?
Ich kenn mich bei ALG1 noch nicht so aus, habe mich noch nicht so eingelesen, deshalb muss ich sowas jetzt mal fragen.

If You Want Blood - You've Got It ! ...
Pimpf
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 322


Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« Antworten #9 am: August 05, 2010, 00:05:45 »

Die Sperrzeit bei Weigerung der Teilnahme an diese Maßnahme ist ja in der Rechtshilfebelehrung mit aufgeführt (letztes Schreiben). Sie beträgt demnach drei Wochen, also kein ALG 1 für drei Wochen,  wenn dies eine erstmalige Verweigerung oder Ablehnung wäre. Und dies nehme ich bei dir auch mal an.

Aber ob das damit dann an Maßnahmenzuweisungen für sie wäre, bezweifle ich, denn die Agenturen haben bestimmt noch mehr solcher Maßnahmen für einen ALG-1-Bezieher vorhanden.

Wenn sie diese Zuweisung bereits Mitte Juli bekommen hatte, warum hat sie nicht umgehend dagegen Widerspruch eingelegt und diesen mit ihrer notwendigen Nebenjobtätigkeit begründet? Vielleicht hätte dann einiges noch geregelt werden können.

Klar, da sie nicht dagegen sofort widersprochen hatte, mußte die SB auch davon ausgehen, das sie mit dieser Zuweisung auch einverstanden ist und hat sie nun endgültig dafür angemeldet.


Und bevor nicht ihr Anspruch auf ALG 1 aufgebraucht wurde hat sie keinen Anspruch auf alleiniges ALG 2. Sie kann dann, sollte sie durch die Maßnahmeteilnahme ihren Nebenjob verlieren, dann auch nur ALG 1 + aufstockendes ALG 2 beantragen. Ist der ALG-1-Anspruch komplett aufgebraucht, dann fällt sie in den vollen und alleinigen Bezug von ALG 2 herein, mit allen Rechten und Pflichten die dann dort herrschen.

glg
Enib
Pimpf
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 322


Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« Antworten #10 am: August 05, 2010, 00:14:52 »

@Tunga,

was du geschrieben hast: "Ich meinte, wenn sie aus dem ALG1 Bezug raus kommt, da ja die Vorrausetzungen dafür nicht mehr gegeben sind, weil sie mehr wie 15 Stunden arbeitet+dann mehr als 165€ verdient, hat sie ja nur noch ihren Verdienst, und da dieser nicht ausreicht, bekommt sie aufstockendens ALG2.
Und damit ist sie doch ein Fall für das JC."

ist doch richtig. War ein Denkfehler meinerseits. Habe irgendwie gemeint du meintest damit das sie mit ALG 1 und Nebenjob + aufstockendes ALG 2 dann das JC für sie zuständig wäre.

Aber wenn sie nur diesen 400,00 Euro Job oder diesen höheren Verdienst hat, also ja mehr Stunden hat fällt sie aus dem ALG 1 Bezug komplett heraus, das ist so korrekt.

Sie kann dann ihren Lohn von ALG-2 aufstocken lassen, aber der Anspruch auf Wohngeld fällt in diesem Falle für sie weg, denn dann ist die ARGE (oder JC wie die halt immer genannte werden) auch für die KdU (= Kosten für Unterkunft) zuständig. Und die haben leider andere Angemessenheitsgrenzen als das Amt für Wohngeld die hat. Und ist je nach Wohnort sehr unterschiedlich in der Angemessenheit.


glg
Pimpf
tunga
Dipl.soz. gequälte Exisistenz
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 31



« Antworten #11 am: August 05, 2010, 00:27:55 »

Wenn sie diese Zuweisung bereits Mitte Juli bekommen hatte, warum hat sie nicht umgehend dagegen Widerspruch eingelegt und diesen mit ihrer notwendigen Nebenjobtätigkeit begründet? Vielleicht hätte dann einiges noch geregelt werden können.

Datiert ist das Schreiben vom 14.07. bekommen hat sie es am 20.07. und da habe ich ihr auch gleich geraten die SB um einen dringenden Termin zu bitten, genau wegen dieser Sache nochmal reden zu wollen.

Klar, da sie nicht dagegen sofort widersprochen hatte, mußte die SB auch davon ausgehen, das sie mit dieser Zuweisung auch einverstanden ist und hat sie nun endgültig dafür angemeldet.

Sie hatte ja Anfang Juli beim persönlichen Termin dort, wie SB das vorschlug, ihr schon erklärt, dass diese Massnahme mit dem Job kollidiert und das sie nicht weiss wie das funktionieren soll. Das hat SB nicht interessiert.Und jetzt hat sie eigentlich die ganze Zeit gewartet, dass SB sich mit einem Termin meldet, anstelle dessen kam hat jetzt die Zuweisung.

Und bevor nicht ihr Anspruch auf ALG 1 aufgebraucht wurde hat sie keinen Anspruch auf alleiniges ALG 2. Sie kann dann, sollte sie durch die Maßnahmeteilnahme ihren Nebenjob verlieren, dann auch nur ALG 1 + aufstockendes ALG 2 beantragen. Ist der ALG-1-Anspruch komplett aufgebraucht, dann fällt sie in den vollen und alleinigen Bezug von ALG 2 herein, mit allen Rechten und Pflichten die dann dort herrschen.

Danke - das habe ich nicht gewusst - ich dachte sie könne einfach auf ALG1 `verzichten´.

Na das ist ja alles prima für sie, entweder Massnahme machen und Job verlieren und ALG2 dazu - oder Massnahme nicht machen und Sperrzeit bekommen und ALG2 dazu.
Der Job ist dann definitiv futsch und nach der Massnahme das Hirn wohl auch.
Ich würde ja so eine Massnahme nicht machen - aber das muss sie entscheiden, ich kann ihr da nur raten in sich zu gehen.

If You Want Blood - You've Got It ! ...
tunga
Dipl.soz. gequälte Exisistenz
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 31



« Antworten #12 am: August 05, 2010, 00:43:34 »

@Tunga,

was du geschrieben hast: "Ich meinte, wenn sie aus dem ALG1 Bezug raus kommt, da ja die Vorrausetzungen dafür nicht mehr gegeben sind, weil sie mehr wie 15 Stunden arbeitet+dann mehr als 165€ verdient, hat sie ja nur noch ihren Verdienst, und da dieser nicht ausreicht, bekommt sie aufstockendens ALG2.
Und damit ist sie doch ein Fall für das JC."

ist doch richtig. War ein Denkfehler meinerseits. Habe irgendwie gemeint du meintest damit das sie mit ALG 1 und Nebenjob + aufstockendes ALG 2 dann das JC für sie zuständig wäre.

Aber wenn sie nur diesen 400,00 Euro Job oder diesen höheren Verdienst hat, also ja mehr Stunden hat fällt sie aus dem ALG 1 Bezug komplett heraus, das ist so korrekt.

 thumppup - also funzt mein Hirn doch noch irgendwie - bin ja auch arge-geschädigt.

Sie kann dann ihren Lohn von ALG-2 aufstocken lassen, aber der Anspruch auf Wohngeld fällt in diesem Falle für sie weg, denn dann ist die ARGE (oder JC wie die halt immer genannte werden) auch für die KdU (= Kosten für Unterkunft) zuständig. Und die haben leider andere Angemessenheitsgrenzen als das Amt für Wohngeld die hat. Und ist je nach Wohnort sehr unterschiedlich in der Angemessenheit.

Ja das ist mir schon klar, das habe ich ihr auch schon erklärt und ihr auch schon mal grob vorgerechnet.
Zum Glück wohnt sie in eine kleinen 2-ZiWo mit sehr geringer Miete - das dürfte also kein Problem sein, die Angemessenheit ist auf jeden Fall gegeben, das habe ich schon gecheckt.
Ich war auch nach dem groben durchrechnen erstaunt, dass sie mit Job+ALG2 einige Euronen mehr haben wird.

Und da sie von meinem liebevollem Verhältnis zu meinem JC des Grauens weiss, kann sie sich ja schon mal drauf einstellen.  rooopfl   ...aber als grosse Schwester werde ich sie natürlich begleiten und SB einen tollen Tag bereiten lol





If You Want Blood - You've Got It ! ...
Pimpf
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 322


Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« Antworten #13 am: August 05, 2010, 11:14:14 »

@ Tunga,

möchte deiner Schwester und dir gerne einen Tipp für die Zukunft geben, denn leider habe ich auch dies erst lernen müssen. Ich war genauso wie ihr und habe mich vorher immer blind auf die mündlichen Aus- und Zusagen meiner SB´s verlassen. Bei der Agentur für Arbeit oder auch bei der ARGE und sonstigen Behörden. Mittlerweile bin ich schlauer geworden, die Erfahrung mit den Ämter hat mir das gezwungenermassen beigebracht.

Man sollte, egal jetzt bei jedem Amt, sich nie, wirklich nie auf die dort gemachten mündlichen oder fernmündlichen Aussagen verlassen. Sondern immer auf einen schriftlichen Bescheid über das Besprochene bestehen oder eine Kopie der beim jeweiligen Amt angefertigten Niederschrift (das was derjenige im Amt in den PC eintippt) des Gespräches bestehen. Diese erhält man auch normalerweise auf Anfrage von denen, meist widerwillig, aber hauptsache man hat was schriftliches über das Verhandelte in der Hand.

Auch sollte man auf alle Bescheide von Ämtern die man erhält und mit denen man wirklich nicht einverstanden ist, unverzüglich schriftlichen Widerspruch dagegen einlegen. Am besten wäre es dann natürlich noch wenn man diese dann persönlich bei dem jeweiligen Amt (viele haben oftmals eine extra Annahmestelle dafür oder eine Info wo man dies abgeben kann) abgibt und sich diese Abgabe auf einer mitgebrachten Kopie durch Unterschrift und Eingangsstempel bestätigen läßt. Dann hat man jedenfalls ein Beweis das man dieses dort rechtzeitig abgegeben hatte (betrifft auch angeforderte Unterlagen und auch Anträge die man abgibt, also nicht nur Widersprüche).

Deshalb wäre es besser gewesen für sie, wenn sie unmittelbar sofort nach Erhalt am 20.07. unverzüglich dagegen schriftlichen Widerspruch mit der Begründung eingereicht hätte.
Und wenn sie dies dann gegen Eingangsstempel und Unterschrift dort persönlich abgegeben hätte, hätte die SB auch nie behaupten können das dies niemals beim Amt eingegangen wäre. Was leider fast immer behauptet wird wenn die SB´s auf irgendwas bestehen wollen. Gut, nehme mal an das die SB vielleicht dies nicht gesagt hätte bei ihr. Nur man weiß nie im voraus wie der einzelne SB wirklich so tickt. Spreche da leider aus Erfahrung.

Die Maßnahme soll ja erst September losgehen. Sie soll also nicht nur das persönliche Gespräch mit der SB suchen, sondern am besten gleichzeitig und sofort gegen die Zuweisung zu dieser Maßnahme, die ja unweigerlich den Verlust ihrer notwendigen Nebentätigkeit nach sich ziehen würde, schriftlich (!) Widerspruch einlegen.

Nur ein schriftlicher Widerspruch (oder Antrag und ähnliches) muß von dem jeweiligen Amt und SB auch schriftlich beschieden werden. Und gegen dieses kann man dann notfalls weiter vorgehen (z.B. Beratung bei einem RaW für Sozial- u./o. Arbeitsrecht, Einreichung einer einstweiligen Anordnung (EA) um die Maßnahme wegen dem dann drohendem Arbeitsplatzverlust nicht besuchen zu müssen und gegebenerfalls auf Herausnahme aus dieser Maßnahmeteilnahmepflicht vorm Sozialgericht gegen die Agentur für Arbeit Klage einzureichen). Manchesmal wirkt schon nur das Hinzuziehen eines RaW wahre Wunder bei den Ämtern.

Mit meiner Agentur für Arbeit hatte ich, Gott sei Dank, nie solche Probleme gehabt. Die hatten immer bei mir meine Voraussetzungen berücksichtigt, auch das ich nur vormittags solche Weiterbildungen und Maßnahmen besuchen könnte (2 Klein- bzw. jetzt Schulkinder). Mit der ARGE habe ich da eher größerer Probleme. Andauernd liegt mir mit denen was anderes an. Mal wird mein zustehendes Geld nicht korrekt überwiesen oder erst nach Anmahnung angewiesen (angeblich wurde es "vergessen" anzuweisen, aktuell das Schulstartgeld nach § 24a SGB II) oder Anträge werden ewig nicht bearbeitet, Widersprüche hingezogen oder sich sogar versucht über bestehende Urteile des Sozialgerichts hinweg zu setzen. Laufend kommt was neues dazu. Aber ich bin mittlerweile nur noch mit einem RaW in solchen Fällen mit denen in Kontakt. Alles andere hat bis dato nicht viel gebracht, ausser das ich ewig hingehalten wurde. Seit hinzuziehen eines RaW funktioniert es wesentlich schneller und besser mit denen. Tja, das sind Erfahrungen die man erst einmal sich aneignen muß wenn man andauernd, und besonders mit der ARGE, zu tun hat. Aber nicht alle ARGEn und deren SB´s sind so eingestellt. Es gibt auch welche die sich wirklich um die HE und ihre Anliegen bemühen und versuchen denen wirklich zu helfen soweit die es können. Das muß auch mal gesagt werden. Leider sind dies nur noch ganz wenige.

Wünsche deiner Schwester viel Glück, halt das die Maßnahme nicht besucht werden muß oder eine Maßnahme gefunden wird, bei der sie trotzdem weiterhin ihrer Nebentätigkeit, auf die sie ja leider zusätzlich angewiesen ist, nachgehen kann.

lg
Pimpf
tunga
Dipl.soz. gequälte Exisistenz
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 31



« Antworten #14 am: August 05, 2010, 14:13:29 »

 

If You Want Blood - You've Got It ! ...
Seiten: [1] 2   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.11 | SMF © 2006-2009, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
Seite erstellt in 0.103 Sekunden mit 21 Zugriffen. (Pretty URLs adds 0.009s, 2q)
© Design 2010 - 2020 by Rudi Wühlmaus