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Autor Thema: Fahrkosten - Wie schreibe ich eine Rechnung für den Arbeitgeber  (Gelesen 5289 mal)
Joshua2go
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Beiträge: 35



« am: Juli 23, 2010, 18:54:34 »

Hallo,
die Überschrift sagt es ja schon aus. Ich habe mal wieder ein Bewerbungsgespräch und möchte die Fahrkosten vom Arbeitgeber erstattet bekommen. Ein Auschluss der Fahrkosten wird in dem Einladungsschreiben nicht erwähnt, also muß doch der Arbeitgeber meine Fahrkosten bezahlen oder? Für einen Antrag bei der Arge ist die Frist zu kurz, da schon Montag.Weiß jemand, wie man sowas formuliert?
Mfg
Joshua
Joshua2go
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Beiträge: 35



« Antworten #1 am: Juli 24, 2010, 18:55:43 »

Keiner ne Idee? keine Ahnung Zumindest habe ich was gefunden wie man das Geld hinterher eintreibt:

Sehr geehrter Herr Müller,
 bezüglich des Vorstellungsgespräches am 03.01.99, zu dem Sie mich in Ihre Firma in München gebeten hatten, sind mir Fahrtkosten in Höhe von 232,00 DM entstanden. München Solingen hin und zurück 400 Km x 0,58 DM = 232,- DM. Gemäß § 670 BGB, und dem Urteil des 5 Senats des Bundesgerichts 5. AZR 433/87, sind Sie dazu verpflichtet die mir entstandenen Fahrtkosten zu ersetzen. Das Urteil findet Anwendung bei Vorstellungen für versicherungspflichtige Arbeitsverhältnisse sowie auch für selbständige Verhältnisse. Ich fordere Sie auf, den o. a. Betrag von DM 232,- bis zum 03.03.99 mir per Verrechnungsscheck an o. a. Adresse zu zusenden oder auf mein Konto zu Überweisen. Sollte der Betrag von 232,- DM nicht in voller Höhe oder nicht fristgerecht bei mir eingehen, so werde ich, ohne Sie weiter zu mahnen, das gerichtliche Mahnverfahren gegen Sie einleiten. Die Kosten des gerichtlichen Mahnverfahrens sowie Klage, Zins und weiter entstehende Kosten, gehen zu Ihren Lasten.

Hochachtungsvoll

R. Schmidt
hajoma
Gast
« Antworten #2 am: Juli 24, 2010, 19:16:20 »

Also, wenn du den Job nicht willst, kannst da das zwar schon so schreiben, aber die Zahlen sagen mir, daß dieses Schreiben schon älter als 10 Jahre ist.
Ich würde dir raten, nochmals im Vorfeld ein einfaches Schreiben mit der Anfrage auf die Fahrtkosten zu senden und nicht gleich mit §en und Mahnbescheiden drohen.
Wenn ich ein AG wäre, würde ich bei Erhalt so eines Schreibens den Vorstellungstermin umgehend absagen!!!
« Letzte Änderung: Juli 24, 2010, 19:17:40 von hajoma »
Rotkäppchen
Gast
« Antworten #3 am: Juli 25, 2010, 01:14:55 »

Auch das "ich fordere Sie auf" passt heute nur noch in das Behördendeutsch. Das ist nämlich autoritär und stößt auf. Heute sagt man: "Bitte......" oder "Ich bitte Sie, dieses oder jenes....". Wenn du die Stelle nicht haben willst bzw. jemand ärgern willst, dann kannst du das aber ruhig so schreiben.

Wenn der Arbeitgeber im Einladungsschreiben die Erstattung der Fahrtkosten nicht erwähnt, übernimmt er sie auch nicht. Er muss das auch nicht. Das muss aber vor dem Gespäch geklärt sein. Ich würde ihn mal anrufen und ihn fragen, ob er denn die Fahrtkosten auch übernimmt. Wenn er "ja" sagt, wird er dich nach den Belegen der Kosten fragen. Die müsstest du ihm dann geben und der erstattet das dann auch.

Wenn er "nein" sagt, müsstest du ihn bitten, dass der dir dieses "nein" auch schriftlich gibt, weil dir das evtl. die ARGE erstattet. In so einem Fall müsstest du das vor Antritt der Fahrt bei der ARGE schriftlich beantragen. Erst wenn du eine Kostenzusage hast, solltest du fahren.
rintho
Gast
« Antworten #4 am: Juli 25, 2010, 13:25:34 »

Das ist so nicht ganz richtig!

Aus §670 BGB ergibt sich, das  - wenn der Bewerber durch den Arbeitgeber zu einem Bewerbungsgespräch aufgefordert wird - der Arbeitgeber für die Kosten aufkommen muss!
Anders sieht es natürlich aus, wenn ich aus eigener Initiative da hinfahre - sozusagen ne persönliche Initiativbewerbung mache....

Dieses Einfordern der Fahrkosten praktizieren wir hier mit großen Erfolg - mit ganz ähnlichen Wortlaut - besonders gerne bei Zeitarbeitsfirmen.

Wenn ich allerdings noch "im Rennen" bin und die Stelle auch haben möchte , dann würde ich selbstredend von so einem Schreiben abstand nehmen.

Da die Argen und die BA aber sehr Arbeitgeberfreundlich sind, übernehmen sie häufig die Kosten, wenn es der AG nicht tut - - aber aus grundsätzlichen Erwägungen halte ich ein Einfordern von den Arbeitgebern auch für richtig!


Kurz gegooglet - schon gefunden: http://www.bewerbungsmappen.de/links/Arbeitsrecht/Arbeitsrecht_8/arbeitsrecht_8.html
Siehe dort unter 3.Vorstellungsgespräch nach Aufforderung
« Letzte Änderung: Juli 25, 2010, 13:31:30 von rintho »
rintho
Gast
« Antworten #5 am: Juli 25, 2010, 13:39:18 »

Du kannst auch noch auf "ständige Rechtssprechung des BAG (29.06.1988 - 9AZR 433/87)" verweisen und bei Nichterstattung anstatt mit Mahnverfahren (bei dem du ja in Vorlage für die Kosten gehen musst - das weiss ein halbwegs gebildeter AG auch :-) ) eine Leistungsklage beim Arbeitsgericht androhen - damit fährst du im ERnstfall viel besser!
rintho
Gast
« Antworten #6 am: Juli 25, 2010, 15:34:04 »

Noch was: ich würde nicht mehr in Rechnung stellen, als den Preis einer Bahnfahrt 2. Klasse! Dann bist du auf der sicheren Seite.
Das Aktenzeichen für das BAG Urteil haste ja schon gehabt ....
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