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Autor Thema: 400 € Job  (Gelesen 1434 mal)
silfa
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« am: Januar 29, 2012, 18:59:46 »

Mein Sohn und ich leben in einer Bedarfsgemeinschaft ..
er hat seit 19.12.11 einen 400€ Job .. das Jobcenter hat seine Leistung , Miet u. Heizkostenanteil erstmal eingestellt bis alles wieder neu berechnet wurde ..
meine Frage .. inwieweit darf oder wird beim 400€ job die Miet u. der  Heizkostenzuschuss gekürzt werden ...
da die Barbeitung ja ne weile dauert ..ca. 25 werktage .. ich bekomme nur meine Leistung , Heiz u. Mietkosten für Februar angewiesen ..
weiss garnicht von was ich den Anteil von mein sohn zahlen soll von meine leistung kann ich es nicht dann bleibt mir ja nichts ...
kann mir da einer was sagen wie das geht....
Turtleman
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« Antworten #1 am: Januar 30, 2012, 05:43:39 »

Hi,
..nur kurz; es ist immer so, das die "vorsorglich" zu früh einstellen, oder zumindest
reduzieren. Du hast den Ämtlern die "Arbeitsaufnahme" ZU FRÜH mitgeteilt.

Ich gehe mal davon aus, das die (erste) Zahlung(Arbeitsmäßig) für deinen Sohn
erst Ende Januar/Anfang Feb. kommt. Nun ist es ja so, das dass ALG VORAB
gezahlt wird. Also am 31.12.2011 FÜR Januar. Hat dein Sohn bis dahin vom AG
nix bekommen, ist er entsprechend bedürftig.

Im übrigen; Was wollen die Ämtler eigentlich vorab berechnen ?? 400 Euro heißt
doch NICHT, das er dieses auch "rauskriegt". Außerdem darf er 100 Euro behalten, Versicherung
geht vom Einkommen auch noch ab, erst danach wird angerechnet.

Also wie ich Dich verstehe solltet Ihr zum Amt gehen, und (Bar)"Vorschuss" fordern.

Gruss
Pimpf
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Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« Antworten #2 am: Januar 30, 2012, 08:09:05 »

Stimme Turtlemann zu.

Es zählt hier das Zuflussprinzip, d.h. das JC darf erst ein Einkommen anrechnen, wenn es dem HE tatsächlich auch zugeflossen ist.

Das bedeutet:

Kommt der Lohn noch bis zum 31.01.2012 auf dem Konto deines Sohnes an (oder wird ihm bar ausgezahlt, soll es ja bei sogenannten 400,00 Euro-Jobs auch noch geben), dann erst darf das JC für den Monat Januar eine Neuberechnung vornehmen und evtl. zuviel gezahlten Leistungen für diesen Monat von euch zurück fordern.

Kommt der Lohn jedoch erst am 01.02.2012 auf dem Konto an, dann war dein Sohn für den Monat Januar noch komplett bedürftig im Sinne des SGB-II. Das JC kann hier also auch erst für den Monat Februar eine Neuberechnung der Leistungen vornehmen und ggf. dann im Februar bereits zuviel gezahlte Leistungen von ihm zurück fordern, aber keineswegs mehr Leistungen für den Monat Januar.

Laufende Einkünfte sind immer im Monat des Zuflusses anzurechnen, sog. „Zuflussprinzip“ (§ 11 Abs. 2 S. 1 SGB II)


Von seinem erhaltenen Lohn steht im zum einen ein Grundfreibetrag in Höhe von 100,00 Euro zu, mit dem dann pauschal alle anfallenden Kosten bzgl. dieser Erwerbstätigkeit (= Fahrgeld, Ausser-Haus-Verpflegung, diese Versicherungspauschale in Höhe von 30,00 Euro, Arbeitskleidung, usw.) komplett abgedeckt wären.
Was nach Abzug dieser 100,00 Euro Grundfreibetrag verbleibt, davon stehen ihm dann noch weitere 20 % als Freibetrag zu. Bei Einkommen von über 400,01 Euro können zusätzliche und nachweislich anfallenden Kosten in tatsächlicher Höhe vom Einkommen abgesetzt werden.


Bsp.: Lohn beträgt 350,00 Euro im Monat (innerhalb dieser 400,00 Euro-Job-Regelung)

Lohn................................................................350,00 Euro
abzgl. Grundfreibetrag.........................................100,00 Euro
-----------------------------------------------------------------
= Restlohn........................................................250,00 Euro
- 20 % von 250,00 Euro........................................50,00 Euro
-----------------------------------------------------------------
= anrechnungsfähiges Einkommen..........................200,00 Euro
===================================================

In diesem Fall darf das JC auf die RL deines Sohnes einen Betrag in Höhe von 200,00 Euro als Einkommen anrechnen. Dein Sohn darf im Gegenzug zusätzlich zu seiner dann noch zustehender Regelleistung anrechnungsfrei einen Betrag in Höhe von 150,00 Euro behalten.


Wen man mehr wie 400,01 Euro verdient, können auch Höhere Aufwendungskosten im Zusammenhang mit der Erwerbstätigkeit als Absetzbeträge berücksichtigt werden. Dieses muss jedoch dem JC nachgewiesen werden.

Siehe dazu auch hier:

Vom Erwerbseinkommen sind in Abzug zu bringen:

 Bei Erwerbseinkommen bis 400 € brutto tritt anstelle der Abzugsbeträge von § 11b Abs. 1 Nr. 3 – 5
SGB II der Betrag von 100 € [sog. Grundfreibetrag] (§ 11b Abs. 2 S. 1 SGB II). Bei Einkommen aus
Erwerbstätigkeit oberhalb von 400 € können höhere Absetzbeträge geltend gemacht werden (§ 11b
Abs. 2 S. 2 SGB II).

http://www.harald-thome.de/media/files/Folien-SGB-II---10.01.2012.pdf  (PDF-Seite: 32)


Eckpunkte der Regelungen:

• § 11b Abs. 1 S. 2 SGB II definiert einen Grundfreibetrag von 100 €, bis zu dem Erwerbseinkommen unberücksichtigt bleibt, dieser erhöht sich auf 175 € bei Ehrenamtstätigkeit, wenn hier Aufwandsentschädigung gezahlt wird und/oder Erwerbseinkommen aus nebenberuflicher Erwerbstätigkeit („Übungsleiter“) erzielt wird (§ 11b Abs. 2 S. 2 SGB II).

• Dieser Grundfreibetrag ersetzt die Absetzbeträge nach § 11b Abs. 1 Nr. 3 - 5 SGB II (z.B. Werbungskosten von 15,33 €, Versicherungspauschale, Beiträge für Riester-Rente, Fahrtkosten …).

Zusätzlich zum Grundfreibetrag sind immer die Beiträge zur Sozialversicherung, z.B. Zusatzbeiträge, vom Einkommen abzusetzen (§ 11b Abs. 1 Nr. 2 SGB II).

• Bei Einkommen über 400 € brutto können höhere Absetzbeträge geltend gemacht werden (hier gelten die Regelungen von § 11b Abs. 2 S. 1 SGB II). Bei Erhalt von Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Tätigkeiten und/oder Einkommen als Übungsleiter sind die höheren Absetzbeträge ab 175 € geltend zu machen (11b Abs. 3 S.
3 SGB II).


Erwerbstätigenfreibeträge

Neben den Absetzbeträgen ist der Erwerbstätigenfreibetrag vom Einkommen aus Erwerbstätigkeit in Abzug zu bringen (§ 11b Abs. 3 SGB II).

Dieser beläuft sich

• für den Teil des monatlichen Einkommens, das 100 € übersteigt und nicht mehr als 1000 € beträgt,
auf 20 % des Bruttoeinkommens (§ 11b Abs. 3 S. 2 Nr. 1 SGB II),

• für den Teil des monatlichen Einkommens, das 1000 € übersteigt und nicht mehr als 1.200 €
beträgt, auf 10 % des Bruttoeinkommens (11b Abs. 3 S. 2 Nr. 2 SGB II),

• Hat der ALG II – Leistungsberechtigte mindestens ein minderjähriges Kind oder lebt mit einem
minderjährigen Kind in seiner Bedarfsgemeinschaft, steigt die absolute Obergrenze von 1.200
auf 1.500 € brutto (§ 11b Abs. 3 S. 3 SGB II).

(gleicher Link, PDF-Seite: 33)

Auf den nachfolgenden PDF-Seiten dieses Linkes, kann man zudem noch einige Beispielberechnungen finden.



lg
Pimpf
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