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Autor Thema: Nun kann es losgehen...und jetzt brauche ich für meine Aktion eure Hilfe...  (Gelesen 24852 mal)
Ragnaroek
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« am: Januar 27, 2009, 21:21:15 »

Hallo allerseits,

nach einem Monat habe ich meinen Text nun fertig. Ich werde in unten noch posten...

Jetzt bitte ich aber um eure Unterstützung:

Ich werde diesen Text an meine Komunalabgeordneten (auch in die angrenzenden Städte), aber auch an die Kreis- und Landtags- aber auch an Bundestagabgeordnete jeder Partei.

Es wäre schön wenn ihr diesen Text auch an Komunal, Kreis und Landtagsabgeordnete schicken würdet. Damit aber nicht alle diesen Text an eine Person verschicken, würde ich das ganze gerne ein wenig "koordinieren".

Es wäre schön wenn ihr mir schreiben würdet - entweder hier oder auch per PN - an wen ihr die Mail schicken könntet...

Der Text ist soweit fertig, ihr müsstet nur oben den Namen des Empfängers und im vorletzten Absatz Politiker oder Politikerin auswählen (damit es nicht so vorgefertigt klingt)und am Ende euren Namen eintragen...

Ich hoffe auf eure Hilfe...

Danke...

Ragna



Sehr geehrte/r Herr / Dame


mit diesem Schreiben wende ich mich in einer – für mich – wichtigen Sache an Sie: Ich möchte sicherstellen, dass ich, bei den Wahlen in diesem Jahr, mein Kreuz an der
richtigen - und nicht wie in den letzten Jahren an der falschen – Stelle abgebe.

Ich habe in den letzten Jahren die Politik unserer Bundesregierung im Bezug auf Bürger, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind – besonders ALG II-Empfänger – interessiert, und oftmals geschockt, verfolgt. Vieles von dem, was ich erfahren durfte, möchte mir einfach nicht in den Kopf. Ja, es macht mich so unsagbar wütend über diese Regierung und diese hoch bezahlten Fachleute, dass es mir regelmäßig die Zornesröte ins Gesicht treibt. Oftmals kam in mir die Frage auf, wo die Aufgabe dieser Regierung bleibt, Schaden vom Volke abzuwenden?

Immer wieder lese ich von neuen Beschlüssen, die Bedürftige noch mehr ausgrenzen und an sich schon gut gestellte Familien noch mehr bevorteilen. Da darf sich diese Regierung nicht wundern, wenn einen dabei das Gefühl beschleicht, dass dieser Wahnsinn Methode besitzt.

Ich frage mich immer wieder, mit welch einem Gerechtigkeitsempfinden diese Regierung an die Probleme dieses Landes herangeht, um solche Gesetze und Beschlüsse zu erlassen.

Ist es gerecht, wenn das Kindergeld erhöht wird, es ALG II-Empfängern aber direkt wieder abgezogen – oder wie man so schön sagt „angerechnet“ – wird?

10 Euro bedeuten für auf staatliche Hilfe angewiesene Familien den, von den Kindern lange gewünschten, Zoo-Besuch, Schulmaterial für die Schule oder wenigstens eine Kleinigkeit zum Geburtstag. Dies soll ihnen auch noch genommen werden?

Ich frage mich dabei immer wieder, wo hier die Gerechtigkeit bleibt? Warum erhalten gerade Familien, die finanziell gut gestellt sind, diese 10 Euro in vollem Umfang, obwohl sie dieses Geld nun wirklich nicht nötig haben? Oft wird hierbei auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verwiesen. Aber die Familien, für die 10 Euro sehr viel sind, sind vom Vorteil dieser Zahlungen ausgeschlossen. Wo herrscht dort die Gleichbehandlung? Wie betrachten Sie dieses Problem der Ungleichbehandlung vor dem Hintergrund des Artikels 3 Abs. 1 des Grundgesetzes? Oder wird hier eine Verletzung des Grundgesetzes billigend in Kauf genommen, da es sich hierbei „nur“ um Kinder handelt?

Kinder sozial gut gestellter Familien haben kein Problem das Abitur zu machen. Mittellose Familien können sich dies oftmals nicht leisten. Im Dezember des letzten Jahres wurde dann völlig unerwartet die schon vorhandene Einigung, dass Schulstarterpaket für sozial bedürftige Kinder bis zum Ende des 12. bzw. 13. Schuljahres zu verlängern, zurück genommen. Ist sich diese Regierung eigentlich darüber bewusst, wie teuer gerade in diesen Stufen Schulmaterial ist? Wie sollen Bedürftige sich so etwas leisten können? Wo bleibt dort die Chancengleichheit? Ich frage Sie: Haben es Kinder bedürftiger Familien nicht verdient das Abitur zu machen?

Wie sollen solche Kinder überhaupt zur Schulen kommen? Im Regelsatz sind gerade einmal knapp 13 Euro Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel enthalten. Dieses Geld reicht nicht einmal für eine Wochenkarte.

Und noch eine Sache, welche mich zutiefst empört:

Nach aktueller Gesetzeslage wird im Falle des Verdienstes aus Ferienarbeit eines Kindes einer ALG II-Bedarfsgemeinschaft, der Verdienst des Kindes als Einkommen der Bedarfsgemeinschaft mit 80% angerechnet. Dieses Kind wollte sich von diesem Verdienst vielleicht ein Fahrrad kaufen oder einen PC, ohne dessen Kenntnisse es in der Schule womöglich Probleme bekommen wird - von der Chance auf einen Ausbildungsplatz will ich erst gar nicht sprechen. Oder verständlicher ausgedrückt: Die Eltern bekommen 80% des Verdienstes des Kindes von ihren eigenen Bezügen abgezogen. Möchte die Politik so diesen Kindern für ihren späteren Lebensweg zeigen, wie sich Leistung lohnt? Oder gehören Sie oder Ihre Partei zu den Vertretern der Meinung, dass dieses Geld eh nicht bei den Kindern ankommt, sondern für Alkohol und Flachbild-Geräte ausgegeben wird?

ALG II-Empfänger werden von den ARGEn und JobCentern schon mehr kontrolliert als es der gesunde Menschenverstand und oftmals das Gesetz zulassen. Kontrolle, ob Bedürftigkeit vorliegt, ist richtig und im Sinne der ehrlichen Allgemeinheit. Aber was hat es einen Sachbearbeiter zu interessieren, wo der Bedürftige seine Lebensmittel kauft? In welcher Gewerkschaft er Mitglied ist? In welchen Internet-Shops er bisher eingekauft hat? Ob er ein Premiere-Abo besitzt? Bei welcher Versicherung er sein Auto angemeldet hat? Mit Verlaub, hier handelt es sich um Dinge, die vor der Bedürftigkeit angesiedelt sind. Ob jemand noch Ersparnisse besitzt, dafür reicht eine einfache Bestätigung der Bank oder der aktuelle Kontostand – den die ARGEn oder das JobCenter auch mittlerweile auf direktem Weg einholen können.

Oftmals werden Kontoauszüge nur ungeschwärzt akzeptiert, oftmals kopiert und in die Unterlagen abgeheftet. Diese Vorgehensweise verstößt eklatant gegen das bestehende Datenschutzgesetz. Und dies sind nicht die einzigen Vorfälle, bei der ARGEn und JobCenter gegen geltendes Recht verstoßen – die Urteile der Gerichte gegen die ARGEn und JobCenter – mittlerweile über die Hälfte der Klagen – sprechen eine deutliche Sprache.

Aber um wieder auf das Kind zurückzukommen: Hier gibt es mit Sicherheit Möglichkeiten um sicherzustellen, dass das verdiente Geld auch bei dem Kind bleibt und dafür ausgegeben wird, wofür es verdient wurde. Alles andere dient in meinen Augen nur dazu Geld einzusparen, wo es nur möglich ist - auf Kosten derer, die am wenigsten dafür die Schuld tragen.

Der Großteil der ALG II-Empfänger trägt keine Schuld an ihrer Situation. Im Gegenteil: Sie versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln aus der Bedürftigkeit heraus und wieder ins Arbeitsleben zu finden. Aber noch weniger tragen Kinder dieser Empfänger die Schuld, dass ihre Eltern sich in dieser Lage befinden. Und dafür sollen sie noch mehr bestraft werden? Haben es Kinder bedürftiger Familien in diesem Land nicht schon schwer genug? Muss man ihnen ihren Lebensweg noch schwerer gestalten? Kein Bedürftiger nützt diesem Staat etwas, wenn er aufgegeben hat. Doch die momentane Herangehensweise dieser Politik fördert nichts anderes.

Ich bin immer wieder erschrocken über die teilweise kinderverachtende Politik dieser Regierung. Gerade durch unsere Familienministerin werden Kinder als wichtig für die Zukunft dieses Landes bezeichnet, aber nirgends war davon die Rede, dass es sich hierbei nur um die Kinder wohl gestellter Familien handelt.

Wann wird diese Regierung endlich erkennen, dass ein Kind mehr und gesündere Nahrung braucht, als es Hartz IV, mit 60% des Regelsatzes, zugesteht? Selbst das Bundessozialgericht hat erkannt, dass diese Vorgehensweise gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt und hat zwei Klagen dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt.

Es ist nicht einmal möglich sich als Erwachsener mit diesem Regelsatz ausgewogen zu ernähren – auch wenn ein Herr Sarrazin uns etwas anderes vorrechnet – was in meinen Augen eine Unverschämtheit sondergleichen ist und gefährlich noch dazu.


Daher frage ich SIE:
Wie stehen Sie und Ihre Partei zu diesen Problemen? Was gedenken Sie und Ihre Partei gegen diese ausgemachte Ungerechtigkeit zu unternehmen? Werden Sie oder Ihre Partei dafür eintreten, dass Bedürftige nicht mehr durch Gesetze den ARGEn und JobCentern hilflos ausgeliefert sind und sich weiterhin Ungerechtigkeiten unter dem Deckmantel dieser Gesetze und Verordnungen gefallen lassen müssen, bei denen normalerweise der gesunde Menschenverstand Alarm schlägt?

Können Sie mir darlegen, wie viel Ihres Erachtens ein Kind im Alter von 14 Jahren monatlich an Geldleistung erhalten muss, damit es sich gut entwickeln kann?
Können Sie mir darlegen, weshalb ein Jugendlicher in der Pubertät mit seinem besonders großen Appetit und Bewegungsdrang weniger Geldmittel zur Verfügung haben soll, als eine erwachsene Person? Wenn Ihnen dieses auch nicht möglich sein sollte, frage ich Sie, was Sie konkret bisher dagegen als Politiker/in unternommen habe.

Ich wünsche mir, dass Sie mein Anliegen und meine Fragen ernst nehmen, denn es geht um die Stimme für Ihre Partei.


Es grüßt freundlich
« Letzte Änderung: Januar 27, 2009, 21:38:27 von Ragnaroek »
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« Antworten #1 am: Januar 28, 2009, 01:22:38 »

Hi,
soll man kommentieren wenn man einen sachlichen Fehler findet?

Denn das Geld aus einem Ferienjob wird NICHT auf das ALG2 angerechnet. Quirie war so nett und hat den komplett eingescannten Artikel samt Urteil eingestellt.

LG
Batty
++ja, das Kreuz mit dem "Kreuz"++
Ragnaroek
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« Antworten #2 am: Januar 28, 2009, 07:11:41 »

Warum fällt das erst jetzt jemandem auf, nachdem ich den Text ein paar mal eingestellt habe...

ZUdem ändert es aber nichts an der Tatsache, dass die Bezüge des Kindes (die ja eh schon auf 60% liegen) gekürzt werden...

Aber wie ist das mit dem Sparbuch? Muss das immer noch eingebracht werden?
« Letzte Änderung: Januar 28, 2009, 07:30:38 von Ragnaroek »
Quirie
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« Antworten #3 am: Januar 28, 2009, 11:00:57 »

Hallo Ragna,

nur mal kurz vorab: Ich finde Deine Idee  Schild und habe gestern auch schon mit Barney gesprochen, die das auch so sieht.

Ich hoffe, dass ich heute Nachmittag Zeit habe, mich näher damit zu befassen. Denn das geht nicht so "zwischen Tür und Angel".



LG Quirie


« Letzte Änderung: Januar 28, 2009, 11:44:09 von Quirie »

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« Antworten #4 am: Januar 28, 2009, 11:20:47 »

Ich schreib den Text aber noch mal ein wenig um....werde das mit den 80% rausnehmen und dafür reinschreiben dass das Kind 80% vom Verdienten über 100 Euro abgezogenbekommt...warum dass da auch nicht 60% sind?

Oder irgendwie sowas...
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« Antworten #5 am: Januar 28, 2009, 18:43:19 »

*klick* Anrechnung von Einkommen aus Ferienjobs auf Hartz IV


Batty, kann es sein, dass beim Verfasser des besagten Artikels etwas missverstanden wurde? Es heißt nämlich, dass die Ferienjobentlohnung sehr wohl angerechnet wird, allerdings nicht auf den Gesamtbedarf der BG, sondern nur auf den Bedarf des Kindes selbst (Kind ist ja nicht unterhaltsverpflichtet). Oder bin ich hier "unaktuell"?

Gruß von Sense
« Letzte Änderung: Januar 28, 2009, 18:44:38 von SenseOfDelight »

Falls Freiheit überhaupt irgend etwas bedeutet,
dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen...
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Quirie
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« Antworten #6 am: Januar 28, 2009, 20:23:42 »

Ich denke, Du hast Recht, Sense.

Ragna, wenn Du den Text umgeschrieben hast, können wir das zusammen durchgehen.

LG Quirie

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« Antworten #7 am: Januar 28, 2009, 23:16:53 »

Hi,
keine Ahnung.
Dazu müßte man mal die Urteile die als Referenz angegeben sind durchschauen.

Im Artikel steht ja drin das die Dauer Maßgeblich wäre.
Und erst bei einem Ferienjob der länger als 2 Monate dauert angerechnet wird.

Aber wie schon mal geschrieben, Gerichtsurteile kann ich beim besten Willen nicht auseinanderfuzzeln.

LG
Batty
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« Antworten #8 am: Januar 28, 2009, 23:47:34 »

Aber ich. Doch ich möchte erst den Text haben, den Ragna dann als entgültige Diskussionsgrundlage hier vorstellt.

Wegen ökonomischer Arbeitsgestaltung.  zwinker


LG Quirie

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« Antworten #9 am: Januar 29, 2009, 00:29:25 »

Wäre es dann nicht einfacher mir direkt zu sagen was richtig ist bevor ich was falsches schreibe? ;-)
Barney
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« Antworten #10 am: Januar 29, 2009, 00:58:23 »

Muß nicht zuerst etwas geschrieben werden? Wie soll das gehen, vorher etwas sagen? Das wäre doch Hellseherei.

Augenblicklich geht es doch um das Geld für Ferienarbeit. Das zu klären sollten wir Quirie etwas Zeit geben.

Mich stört immer noch ganz konkret der Satz: Kinder sozial gut gestellter Familien haben kein Problem das Abitur zu machen.

1. Handelt es sich um Kinder finanziell gut gestellter Familien und
2. haben finanziell gut gestellte Familien auch Kinder, die das Abi nicht schaffen, weil ihr Intellekt nicht reicht.

Kinder finanziell gut gestellter Familien haben weitaus geringere Probleme, das Abitur zu machen. - so könnte ich mir diesen Satz gut vorstellen.

Und wenn dann alles fertig ist, könnte das Schreiben mit einem kleinen Vorsatz in unseren nächsten Newsletter und in die Verteiler einiger User hier. Das wäre zwecks Verbreitung ja schon mal ein Anfang.






Gruß Barney

Unsere Forderung:  Mindestlohn, Grundsicherung, Arbeitszeitverkürzung

Informieren Sie sich bitte selbst zu den hier behandelten Themen. Meine Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider.
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« Antworten #11 am: Januar 29, 2009, 09:02:18 »

das sozial kann ich in finanziell umändern, aber es geht darum, dass sie überhaupt finanziell die Chance haben das Abi zu machen, Kinder finanziell schwacher Familien können sich das gar nicht leisten. Das geht aber aus dem Text recht deutlich hervor...
Ragnaroek
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« Antworten #12 am: Januar 29, 2009, 11:26:27 »

So...habe den Teil noch mal bearbeitet...habe ihn fett hervorgehoben...ich hoffe die Berechnung stimmt...

Sehr geehrte/r Herr / Dame


mit diesem Schreiben wende ich mich in einer – für mich – wichtigen Sache an Sie: Ich möchte sicherstellen, dass ich, bei den Wahlen in diesem Jahr, mein Kreuz an der
richtigen - und nicht wie in den letzten Jahren an der falschen – Stelle abgebe.

Ich habe in den letzten Jahren die Politik unserer Bundesregierung im Bezug auf Bürger, die auf staatliche Hilfe angewiesen sind – besonders ALG II-Empfänger – interessiert, und oftmals geschockt, verfolgt. Vieles von dem, was ich erfahren durfte, möchte mir einfach nicht in den Kopf. Ja, es macht mich so unsagbar wütend über diese Regierung und diese hoch bezahlten Fachleute, dass es mir regelmäßig die Zornesröte ins Gesicht treibt. Oftmals kam in mir die Frage auf, wo die Aufgabe dieser Regierung bleibt, Schaden vom Volke abzuwenden?

Immer wieder lese ich von neuen Beschlüssen, die Bedürftige noch mehr ausgrenzen und an sich schon gut gestellte Familien noch mehr bevorteilen. Da darf sich diese Regierung nicht wundern, wenn einen dabei das Gefühl beschleicht, dass dieser Wahnsinn Methode besitzt.

Ich frage mich immer wieder, mit welch einem Gerechtigkeitsempfinden diese Regierung an die Probleme dieses Landes herangeht, um solche Gesetze und Beschlüsse zu erlassen.

Ist es gerecht, wenn das Kindergeld erhöht wird, es ALG II-Empfängern aber direkt wieder abgezogen – oder wie man so schön sagt „angerechnet“ – wird?

10 Euro bedeuten für auf staatliche Hilfe angewiesene Familien den, von den Kindern lange gewünschten, Zoo-Besuch, Schulmaterial für die Schule oder wenigstens eine Kleinigkeit zum Geburtstag. Dies soll ihnen auch noch genommen werden?

Ich frage mich dabei immer wieder, wo hier die Gerechtigkeit bleibt? Warum erhalten gerade Familien, die finanziell gut gestellt sind, diese 10 Euro in vollem Umfang, obwohl sie dieses Geld nun wirklich nicht nötig haben? Oft wird hierbei auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz verwiesen. Aber die Familien, für die 10 Euro sehr viel sind, sind vom Vorteil dieser Zahlungen ausgeschlossen. Wo herrscht dort die Gleichbehandlung? Wie betrachten Sie dieses Problem der Ungleichbehandlung vor dem Hintergrund des Artikels 3 Abs. 1 des Grundgesetzes? Oder wird hier eine Verletzung des Grundgesetzes billigend in Kauf genommen, da es sich hierbei „nur“ um Kinder handelt?

Kinder finanziell gut gestellter Familien haben kein Problem das Abitur zu machen. Mittellose Familien können sich dies oftmals nicht leisten. Im Dezember des letzten Jahres wurde dann völlig unerwartet die schon vorhandene Einigung, dass Schulstarterpaket für sozial bedürftige Kinder bis zum Ende des 12. bzw. 13. Schuljahres zu verlängern, zurück genommen. Ist sich diese Regierung eigentlich darüber bewusst, wie teuer gerade in diesen Stufen Schulmaterial ist? Wie sollen Bedürftige sich so etwas leisten können? Wo bleibt dort die Chancengleichheit? Ich frage Sie: Haben es Kinder bedürftiger Familien nicht verdient das Abitur zu machen?

Wie sollen solche Kinder überhaupt zur Schulen kommen? Im Regelsatz sind gerade einmal knapp 13 Euro Fahrtkosten für öffentliche Verkehrsmittel enthalten. Dieses Geld reicht nicht einmal für eine Wochenkarte.

Und noch eine Sache, welche mich zutiefst empört:

Ein Kind bekommt gerade einmal 60% der Regelsatzleistung eines Erwachsenen. Wenn dieses Kind sich nun in den Ferien vielleicht ein Fahrrad oder einen PC, ohne dessen Kenntnisse es in der Schule womöglich Probleme bekommen wird - von der Chance auf einen Ausbildungsplatz will ich erst gar nicht sprechen, verdienen wollte, wird von diesem Verdienst alles, was 100 Euro übersteigt, mit jeweils 80% angerechnet. Im Klartext bedeutet dies: Einem Kind wird nur 60% des Regelsatzes eines Erwachsenen zugestanden, beim Nebenverdienst aber wird es wie solch einer behandelt. Dies entzieht sich mir jeder Logik. Möchte die Politik so diesen Kindern für ihren späteren Lebensweg zeigen, wie sich Leistung lohnt? Wenn von z.B. 400 Euro Ferienverdienst gerade einmal 160 Euro dem Kind übrig bleiben? Oder gehören Sie oder Ihre Partei zu den Vertretern der Meinung, dass dieses Geld eh nicht bei den Kindern ankommt, sondern für Alkohol und Flachbild-Geräte ausgegeben wird?

ALG II-Empfänger werden von den ARGEn und JobCentern schon mehr kontrolliert als es der gesunde Menschenverstand und oftmals das Gesetz zulassen. Kontrolle, ob Bedürftigkeit vorliegt, ist richtig und im Sinne der ehrlichen Allgemeinheit. Aber was hat es einen Sachbearbeiter zu interessieren, wo der Bedürftige seine Lebensmittel kauft? In welcher Gewerkschaft er Mitglied ist? In welchen Internet-Shops er bisher eingekauft hat? Ob er ein Premiere-Abo besitzt? Bei welcher Versicherung er sein Auto angemeldet hat? Mit Verlaub, hier handelt es sich um Dinge, die vor der Bedürftigkeit angesiedelt sind. Ob jemand noch Ersparnisse besitzt, dafür reicht eine einfache Bestätigung der Bank oder der aktuelle Kontostand – den die ARGEn oder das JobCenter auch mittlerweile auf direktem Weg einholen können.

Oftmals werden Kontoauszüge nur ungeschwärzt akzeptiert, oftmals kopiert und in die Unterlagen abgeheftet. Diese Vorgehensweise verstößt eklatant gegen das bestehende Datenschutzgesetz. Und dies sind nicht die einzigen Vorfälle, bei der ARGEn und JobCenter gegen geltendes Recht verstoßen – die Urteile der Gerichte gegen die ARGEn und JobCenter – mittlerweile über die Hälfte der Klagen – sprechen eine deutliche Sprache.

Aber um wieder auf das Kind zurückzukommen: Hier gibt es mit Sicherheit Möglichkeiten um sicherzustellen, dass das verdiente Geld auch bei dem Kind bleibt und dafür ausgegeben wird, wofür es verdient wurde. Alles andere dient in meinen Augen nur dazu Geld einzusparen, wo es nur möglich ist - auf Kosten derer, die am wenigsten dafür die Schuld tragen.

Der Großteil der ALG II-Empfänger trägt keine Schuld an ihrer Situation. Im Gegenteil: Sie versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln aus der Bedürftigkeit heraus und wieder ins Arbeitsleben zu finden. Aber noch weniger tragen Kinder dieser Empfänger die Schuld, dass ihre Eltern sich in dieser Lage befinden. Und dafür sollen sie noch mehr bestraft werden? Haben es Kinder bedürftiger Familien in diesem Land nicht schon schwer genug? Muss man ihnen ihren Lebensweg noch schwerer gestalten? Kein Bedürftiger nützt diesem Staat etwas, wenn er aufgegeben hat. Doch die momentane Herangehensweise dieser Politik fördert nichts anderes.

Ich bin immer wieder erschrocken über die teilweise kinderverachtende Politik dieser Regierung. Gerade durch unsere Familienministerin werden Kinder als wichtig für die Zukunft dieses Landes bezeichnet, aber nirgends war davon die Rede, dass es sich hierbei nur um die Kinder wohl gestellter Familien handelt.

Wann wird diese Regierung endlich erkennen, dass ein Kind mehr und gesündere Nahrung braucht, als es Hartz IV, mit 60% des Regelsatzes, zugesteht? Selbst das Bundessozialgericht hat erkannt, dass diese Vorgehensweise gegen den Gleichheitsgrundsatz verstößt und hat zwei Klagen dem Bundesverfassungsgericht vorgelegt.

Es ist nicht einmal möglich sich als Erwachsener mit diesem Regelsatz ausgewogen zu ernähren – auch wenn ein Herr Sarrazin uns etwas anderes vorrechnet – was in meinen Augen eine Unverschämtheit sondergleichen ist und gefährlich noch dazu.

Daher frage ich SIE:
Wie stehen Sie und Ihre Partei zu diesen Problemen? Was gedenken Sie und Ihre Partei gegen diese ausgemachte Ungerechtigkeit zu unternehmen? Werden Sie oder Ihre Partei dafür eintreten, dass Bedürftige nicht mehr durch Gesetze den ARGEn und JobCentern hilflos ausgeliefert sind und sich weiterhin Ungerechtigkeiten unter dem Deckmantel dieser Gesetze und Verordnungen gefallen lassen müssen, bei denen normalerweise der gesunde Menschenverstand Alarm schlägt?

Können Sie mir darlegen, wie viel Ihres Erachtens ein Kind im Alter von 14 Jahren monatlich an Geldleistung erhalten muss, damit es sich gut entwickeln kann?
Können Sie mir darlegen, weshalb ein Jugendlicher in der Pubertät mit seinem besonders großen Appetit und Bewegungsdrang weniger Geldmittel zur Verfügung haben soll, als eine erwachsene Person? Wenn Ihnen dieses auch nicht möglich sein sollte, frage ich Sie, was Sie konkret bisher dagegen als Politiker/in unternommen habe.

Ich wünsche mir, dass Sie mein Anliegen und meine Fragen ernst nehmen, denn es geht um die Stimme für Ihre Partei.


Es grüßt freundlich
« Letzte Änderung: Januar 29, 2009, 11:36:21 von Ragnaroek »
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Nimms sportlich!


« Antworten #13 am: Januar 29, 2009, 11:57:31 »

Vielleicht so:

Finanziell gut gestellte Familien können ihren Kindern eine deren Fähigkeiten angemessene Ausbildung bieten.


Gib jedem Tag die Chance der beste Deines Lebens zu werden!
Ragnaroek
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« Antworten #14 am: Januar 29, 2009, 12:03:51 »

oder so:

"Finanziell gut gestellte Familien können ihren Kindern das Abitur ermöglichen"...oder "Finanziell gut gestellte Familien können ihren Kindern eine Teilnahme am Abitur ermöglichen"

Es geht ja speziel um das ABitur, da wird in den nachfolgenden Sätzen ja noch drauf eingegangen...
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