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Autor Thema: Gibt es genaue Definitionen über das "Projekt Bürgerarbeit"?  (Gelesen 9067 mal)
JännaX
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« am: Oktober 21, 2010, 16:56:08 »

Hallo,

bin neu hier und habe ein paar Fragen zur Bürgerarbeit. Ich hab jetzt nichts in all den anderen Threads unter Bürgerarbeit gefunden und hoffe, es war korrekt, einen neuen Thread aufzumachen.

Meine SB will mit mir unbedingt noch bis Ende Oktober eine neue EGV machen, wo dann das Projekt Bürgerarbeit drin enthalten ist.
Bis jetzt zögerte sich der Termin immer noch hinaus (Terminverschiebung wegen Arbeit, Terminverschiebung wegen Krankheit), aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben und ich bräuchte da unbedingt mal ein paar Infos.
 
Fragen zur Bürgerarbeit:

Ist eigentlich überhaupt irgendwas genauer definiert? Zum Beispiel diese Aktivierungsphase. Die meisten von uns sind doch jetzt auch schon aktiv. Was wollen die denn da noch aktivieren? Mir ist natürlich klar, was die da vorhaben, aber es muß doch irgendwo definiert sein. Und es muß doch auch irgendwo definiert sein, inwiefern diese Maßnahmen einen Unterschied zur bisherigen *räusper* "Förderung" darstellen und was sie bezwecken sollen. Oder brauch man das nicht? Normalerweise wird doch alles in Deutschland haarklein in juristischer Sprache definiert.

Und die Bürgerarbeit selbst: Meine SB weiß zwar noch nicht, was das für Arbeiten sein sollen, aber ich hätte dann zumindest einen Arbeitsplatz. Aber wie kann ich denn einen Arbeitsplatz annehmen, wenn ich gar nicht weiß, was das sein soll? Vielleicht kann ich das ja gar nicht (zB aus körperlichen oder gesundheitlichen Gründen). Ich kann doch nicht einfach einen Blankovertrag unterschreiben. Nach Artikel 12 GG darf ich meinen Arbeitsplatz auch frei wählen. Und dieses Recht würde ich damit ganz definitv abtreten. Oder seh ich das falsch? Und kann man überhaupt seine Grundrechte abtreten? Sind die nicht unveräußerlich?

Also auf jeden Fall, mir fehlt eine genaue Definition des ganzen Projekts. (Denn sonst kann man ja auch nichts auseinandernehmen... *gg*). Bis jetzt konnte ich nur hier und dort was in den Medien lesen, aber da muß es doch mehr geben. Man kann sowas doch nicht "auf Zuruf" machen.
Außerdem würde mich auch mal das "Bewerbungsverfahren" interessieren, indem die Städte sich um diese Stellen beworben haben. Nach welchen Kriterien werden/wurden die Stellen denn auf die Städte verteilt?
Und nach welchen Kriterien werden die Stellen dann von den Städten weitergegeben?

Und wo ist genau definiert, wer zu solch einem Projekt rekrutiert wird. Oder kann man da jeden ziehen? Und wie ist das mit Aufstockern? Ab welcher Wochenarbeitszeit werden die von diesem Projekt freigestellt?

Kann mir irgendjemand diese Fragen beantworten oder hat am besten vielleicht noch eine genaue Definition des Projekts?

Thx und Gruß
Jänna
Rudi Wühlmaus
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« Antworten #1 am: Oktober 21, 2010, 19:09:07 »

Erst mal ein herzliches  bei den AEiD

Zum Thema Bürgerarbeit findest Du doch in diesem Board http://www.aktive-erwerbslose.net/forum/burgerarbeit/ schon viele Informationen.

Auch wir müssen langsam die Kriterien erst zusammentragen und das können wir nur mit Hilfe der User die davon betroffen sind und hier für alle darüber berichten.

Eines gilt auf jeden Fall, EGV nicht sofort unterschreiben, sondern mit nach Hause nehmen und niemals zu ARGE-Terminen ohne Begleitung  gehen

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
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JännaX
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« Antworten #2 am: Oktober 21, 2010, 19:47:39 »

Hallo Wühlmaus,

erstmal danke für den Willkommensgruß!  Smeil

Zum Thema Bürgerarbeit findest Du doch in diesem Board http://www.aktive-erwerbslose.net/forum/burgerarbeit/ schon viele Informationen.

Ich fand in diesem Beitrag http://is.gd/gbqYZ schonmal eine ganze Menge Informationen. Das ist aber genaugenommen nicht das, was ich suchte. Ich möchte den Text, womit das Projekt von der Regierung definiert wurde. Das muß doch irgendwo genau definiert sein. Denn nur diesen Text, wo dieses Projekt definiert wird, kann man nehmen und sagen, daß dies oder das nicht auf einen zuträfe oder nicht den derzeit gültigen Gesetzen entspräche, oder oder oder...

Ich hatte gerade ein Telefonat mit meiner SB (bin ja krank und zu Hause) und ich sagte genau das ihr auch, nämlich daß sie das Projekt Bürgerarbeit schriftlich genau definieren sollte. Weil ich kann ja nicht unterschreiben, daß ich an etwas teilnehme, was gar nicht irgendwo definiert worden ist und sie würde doch wohl irgendwas schriftliches haben. Tja, und sie meinte zu mir, sie hätte nichts schriftliches (und erzählte mir immer wieder die Vorzüge dieses Projektes und alles nur nach meinem Wunsch etc.. Aber das ist ja alles nur mündlich und ich kann mich darauf nicht berufen). Worauf ich dann nur sagen konnte: "Nun, dann können wir die EGV so wohl nicht machen..."
Bis jetzt scheint es so, daß sie mich so von der Liste wieder gestrichen hat. Kein Wort von Sanktionen oder sowas. Ziemlich sauer war sie wohl und ein ziemlich ungehaltener Ton in ihrer Stimme. Das muß ich wohl jetzt aushalten... ;-)

Vielleicht ist das auch schon die erste Achillesferse der Bürgerarbeit.
Rudi Wühlmaus
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« Antworten #3 am: Oktober 21, 2010, 19:58:23 »

Vielleicht hilft Dir ja dieser Link weiter: http://www.aktive-erwerbslose.net/forum/newstagespressediskussionen/interessenbekundungsverfahren-%27burgerarbeit%27/

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
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JännaX
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« Antworten #4 am: Oktober 21, 2010, 20:49:35 »

Ja, der Link gibt schonmal einen ersten Einblick. Vielen Dank dafür.
Und sowas ähnliches müßte es doch auch für das eigentliche fertige Projekt geben.

Ich mein, worauf ich hinaus will, ist klar, oder? Ich kann nur etwas anfechten, wenn es etwas greifbares gibt, was ich dingfest machen kann. Und ich kann mich nur auf etwas berufen, wenn ich es schriftlich habe.
elemka
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« Antworten #5 am: November 03, 2010, 12:50:15 »

Ja, der Link gibt schonmal einen ersten Einblick. Vielen Dank dafür.
Und sowas ähnliches müßte es doch auch für das eigentliche fertige Projekt geben.

Ich mein, worauf ich hinaus will, ist klar, oder? Ich kann nur etwas anfechten, wenn es etwas greifbares gibt, was ich dingfest machen kann. Und ich kann mich nur auf etwas berufen, wenn ich es schriftlich habe.

Huhu Jänna,

sieh es doch mal ganz pragmatisch: Wenn Deine SB nichts greifbares, vor allem konkretes hat, dann kannst Du DAS nie und nimmer IN einer EGV unterschreiben.
Das ganze wirkt auf mich, als ob das Ministerium der Leyen-Trulla bewußt die Menschen im Unklaren lassen möchte, Hauptsache mal eben Aktionismus "gezeigt", und erfreuen werden sich diese Sozialrassisten, wie sie bei allen Maßnahmeträgern schon zu genüge zu finden sind.
Und unbedingt hinzuzufügen ist:  Es läuft darauf hinaus, daß erneut Jobdumping herrschen wird, andere einigermaßen gutbezahlte Jobs werden abgebaut, weil später die "Bürgerarbeit-Verdonnerten" herangezogen werden- wollen wir wetten, daß es sich SO abspielen wird !!! Ich könnte einfach k...zen, wie "billig und durchschaubar" das ganze ist - widerlich !!!

LG elemka
« Letzte Änderung: November 03, 2010, 12:56:11 von elemka »

~~ So wie oben, so auch unten ~~
lanny
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« Antworten #6 am: November 03, 2010, 13:01:16 »

Ich weiß zwar nicht ob allgemein gültig, dennoch..


http://www.arbeitsagentur.de/nn_29406/Dienststellen/RD-SAT/RD-SAT/A04-Vermittlung/Allgemein/Konzept-Buergerarbeit.html
Adimin
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Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« Antworten #7 am: November 03, 2010, 18:33:30 »

Nun , passend zur Bürgerarbeit sollte man sich auch einmal den Gesetzentwurf anschauen, der ab 01.01.11 gelten soll.
Dort sind ja so einige Schweinereien beinhaltet, die meiner Meinung nach die Zuweisung zum Projekt Bürgerarbeit für die Argen erleichtern soll und für die Betroffenen erschwert.

Die Möglichkeiten, sich gegen EGV´s , VA oder zuweisungen zu wehren werden schwerer.

Lalelu
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« Antworten #8 am: November 03, 2010, 19:24:02 »



Zitat
Neben den in Zahlen zu messenden Ergebnissen haben besonders der Zugewinn an Motivation und Selbstwertgefühl für die ehemals langzeitarbeitslosen Personen und die Verringerung der Folgekosten von Arbeitslosigkeit zum Erfolg des Projektes beigetragen.


http://www.arbeitsagentur.de/nn_29406/Dienststellen/RD-SAT/RD-SAT/A04-Vermittlung/Allgemein/Konzept-Buergerarbeit.html

Die merken ja die Einschläge nicht mehr. Diese ehemals Langzeitarbeitslosen, werden nach der Bürgerarbeit wieder in Hartz IV landen.
a) Sind/werden besonders vermittlungsschwere Personengruppen zur Bürgerarbeit heran gezogen
b) Wird kein Cent in die Arbeitslosenversicherung eingezahlt. Also wo bitte handelt es sich hier wie das Laien meint, um einen sozialvers.pfl. Job ?
c) Wird aufgrund b u. dem gezahlten Dumpinglohn nach der Versklavung wieder Hartz IV blühen.

Der Schrott Bürgerarbeit ist nichts als Verarsche u. ein Ersatzgeschäft für die ab 1 Januar zusammen gestrichenen 1 € Jobs. Die Schmarotzer der Arbeitslosenindustrie freuen sich schon.
lanny
Gast
« Antworten #9 am: November 03, 2010, 23:51:07 »

Das Problem sidn die HartzIv Empfänger selbst, sie schaufeln sich immer tiefer, weil sie nicht an die Konsequenzen denken.
Wie bereitwillig und mit welchen  Argumenten wurden die 1€ Jobs verteidigt, womit der Ausbau deren natürlich weiter ging.
Wer glaubt das der Staat uns helfen würde aus HartzIV raus  zu kommen, der glaubt auch das zZitronenfalter  Zitronen falten, denn für die Wirtschaft benötigen sie uns.
Geht das denn nie in die Köpfe?
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