Aktive Erwerbslose in Deutschland

Information und Hilfe => Eingliederungsvereinbarung und Ein-Euro-Job => Thema gestartet von: Gennaio am Juni 27, 2007, 11:14:45



Titel: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Juni 27, 2007, 11:14:45
...jedoch nicht für Erwerbslose.

In diesem Thread sollten Beispiele nicht nur von eklatanten Massnahmen rund um das Thema EEJ/MAE eingestellt werden.

Wer über Berichte rund um dieses Thema "stolpert" möge sie bitte hier eintstellen.

Danke  flowers


Titel: Werkhof Hagen
Beitrag von: Gennaio am Juni 27, 2007, 11:20:06
Wie eine Krake greift der Ein-Euro-Job-Betrieb in Hagen (NRW) nach immer neuen Betätigungsfeldern. Pit Krause der Chef des Ein-Euro-Job-Unternehmens baut Internate, Solaranlagen, Seminarzentren und, und, und.

Zitat
Was haben die Sekretärin eines Chefarztes, ein Bibliothekar in einer Grundschule und ein Tierpfleger gemeinsam? Sie haben denselben Arbeitgeber und denselben Stundenlohn. Sie sind Ein-Euro-Jobber bei einer Kommune. Drei von 3.000, die allein im westfälischen Hagen für einen Euro arbeiten. Ein Jahr Hartz IV und schon sind viele deutsche Städte geradezu süchtig nach den Billigarbeitern. Sie wollen immer mehr Ein-Euro-Jobber, setzen sie überall ein. Und das alles, ohne echte Arbeitsplätze zu verdrängen? Eva Müller, Markus Zeidler und Julia Friedrichs haben Zweifel.

Quelle: Monitor (http://www.wdr.de/tv/monitor/beitrag.phtml?bid=767&sid=141)


Titel: Die Stadt Wuppertal
Beitrag von: Gennaio am Juni 27, 2007, 11:30:53
Am 06. März 2007 konnte man/frau diese "löbliche" Meldung in der Wuppertaler WZ lesen:

Zitat
Sowohl die Arge als auch die Personalvertretungen achten genau darauf, dass die so genannte Wuppertaler Erklärung eingehalten wird. Sie soll verhindern, dass reguläre, sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse durch die billigeren, von der Arge finanzierten Kräfte ersetzt werden. Außerdem dürfen keine Pflichtaufgaben der Stadt vom Billiglohnsektor übernommen werden.

Quelle (http://www.wz-wuppertal.de/?redid=148611)

Dies ist offensichtlich "Schnee von gestern", denn nach Plänen der Stadtverwaltung und der Wuppertaler ARGE und deren Geschäftsführer Tomas Lenz sollen nun Langzeitarbeitslose die Stehtribünen des Wuppertaler Zoostadions errichten.

Interessant und hoffnungsvoll zugleich ist nicht nur der öffentliche Widerstand der Wuppertaler Kreishandwerkerschaft und der Handwerkskammer Düsseldorf, vielmehr auch die kritische Berichterstattung der Monopolzeitung WZ.

Zitat
„Wir wollen Schaden von der Stadt abwenden, Wuppertal hat sich in der Vergangenheit oft genug lächerlich gemacht“, griff Kreishandwerksmeister Frank Seynsche die Stadtspitze heftig an.

(...)

Die Argumentation der Stadt, die Baumaßnahme sei zusätzlich und deswegen durch die Hartz-IV-Gesetze gedeckt, ist aus Handwerkersicht falsch. Die Stadt habe ja die Maßnahme offiziell ausgeschrieben. Damit sei klar, dass durch den Einsatz der Arbeitslosen in den freien Markt eingegriffen werde. Zudem sei diese Idee nicht im Beirat der Arge behandelt worden, was jedoch zwingend erforderlich sei.
Weiterer Punkt: Dadurch, dass Arbeitslose jetzt eingesetzt würden, fahre die Stadt die externe Vergabe zurück, was der so genannten Düsseldorfer Erklärung aus dem Jahr 2004 widerspreche. In der Summe fürchten die Handwerker, dass das Verhalten der Stadt Wuppertal landesweit die Schleusen öffne – und immer mehr Langzeitarbeitslose die Jobs von Betrieben übernähmen. „Die Stadt verstößt gegen die Spielregeln“, monierte Zipfel.

Quelle (http://www.wz-wuppertal.de/?redid=161780)

Tacheles aus Wuppertal hat sich natürlich auch dieses Themas angenommen, und zwar lange bevor dieser Unfug jetzt auch öffentlich und breit thematisiert wird.

Zitat
Diese Initiative stellt einen Dammbruch beim Einsatz von Ein-Euro-Jobern in Wuppertal dar. Hier werden von Stadt und ARGE das zwingende Kriterium der Zusätzlichkeit missachtet. Die Folge: Reguläre Arbeitsplätze werden verdrängt.

Harald Thomé sitzt mit im ARGE-Beirat und stellt in dieser Funktion kritische Fragen. Diese wollen wir der interessierten Öffentlichkeit nicht vorenthalten. Dabei geht es nicht nur um den illegalen Einsatz der Ein-Euro-Jober im Stadion, sondern auch um die Pauschalierung von Heizkosten, die Erreichbarkeitsanordnung und um den Umgang mit Sanktionen.


Quelle (http://www.tacheles-sozialhilfe.de/aktuelles/2007/ein_euro_stadion.aspx)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Quirie am Juni 27, 2007, 11:49:23
Manche Leute hatten schon den Durchblick, welche Möglichkeiten sich da auftaten, bevor die EEJs überhaupt eingeführt worden waren. So die "Wohltäter" der "Tafeln". Der zitierte Beitrag, auf den ich an anderer Stelle im Forum schon einmal hingewiesen habe, stammt aus dem Jahre 2004.


Zitat
Chancen und Herausforderungen für die Tafelarbeit

Das „Vierte Gesetz für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ (Hartz IV), das ab dem 1. Januar 2005 in Kraft tritt, soll die Empfehlungen der Hartz-Kommission zur Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe sowie zur Errichtung von Job-Centern als einheitliche Anlaufstelle für Arbeitslose umsetzen. Zentrales Ziel dabei ist es, nach dem Motto „Fördern und Fordern“ Langzeitarbeitslose wieder besser und schneller in den Arbeitsmarkt zu integrieren. Folgende Änderungen bringt dieses Gesetz mit sich:
 
1. Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe für   Erwerbsfähige zum Arbeitslosengeld II

2. Etablierung von Job-Centern der Bundesagentur für Arbeit (BA)

3. Gravierende Leistungseinschnitte für bisherige Arbeitslosenhilfe-  empfänger und ihre Familien

4. Ausweitung des Aufgabenspektrums der BA um soziale
 Integrationsaufgaben und Erweiterung des zu betreuenden   Personenkreises um die Angehörigen der Hilfeempfänger einher  gehend mit Finanzverschiebungen in Milliardenhöhe zwischen   den Gebietskörperschaften und der BA

Anspruch auf Arbeitslosengeld II haben alle bedürftigen Arbeitslosen zwischen 25 und 65 Jahren, die kein Arbeitslosengeld mehr erhalten und die bisherigen Sozialhilfeempfänger, die mindestens 3 Stunden täglich arbeiten können und deren Angehörige. Die Regelleistungen betragen für Alleinstehende 345 Euro (West) bzw. 331 Euro (Ost). Außerdem werden angemessene Kosten für die Wohnung übernommen. Wird eine angebotene Arbeit abgelehnt, wird das Arbeitslosengeld II um 30 Prozent gekürzt, lehnt jemand danach wieder ein Angebot ab, werden die Leistungen um weitere 30 Prozent gekürzt. Bevor das Arbeitslosengeld II überhaupt gezahlt wird, muss das anrechnungspflichtige Vermögen aufgebraucht werden. Das Einkommen von Angehörigen und anderen Personen, die im gleichen Haushalt leben sowie Kindergeld werden auf die Leistungen angerechnet.

Diese Regelungen haben konkret zur Folge, dass von zur Zeit rund 2,1 Millionen Arbeitslosenhilfebezieher 20 Prozent (West) bzw. 36 Prozent (Ost) gar keine Leistungen mehr und 51 Prozent (West) bzw. 44 Prozent (Ost) sehr viel geringere Leistungen bekommen werden, d.h.: rund 1,5 Millionen Arbeitslo-senhilfebezieher werden massiv schlechter gestellt.

Ein Teil dieser Menschen wird auf die (verstärkte) Hilfe der Tafeln angewiesen sein! Dies stellt vor allem eine logistische Herausforderung für die Tafeln dar: Neue Lebensmittelquellen müssen erschlossen und neue Tafelhelfer gewonnen werden, u.U. müssen Lebensmittel aus dem weniger stark betroffenen Westen in den stärker betroffenen Osten umgeleitet werden.
Soweit die negativen Auswirkungen auf die Tafelarbeit.

Doch es gibt auch positive: Langzeitarbeitslose können auch zu sozialen (Pflicht-)Arbeiten herangezogen werden (Arbeitsgelegenheiten nach §16 SGB II). Diese „Zusatzjobs“ sollen der (Wieder-)Eingliederung von Hilfebeziehern in das Erwerbsleben dienen und sollen Ausdruck des Grundsatzes von „Fördern und Fordern“ sein. Personen, die diese „Zusatzjobs“ ausüben, erhalten dann neben dem Arbeitslosengeld II eine Aufwandsentschädigung (1–2 Euro/Stunde), welche nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet wird. Dies stellt eine Chance für die Tafeln dar: Zur Unterstützung der zunehmenden Tafelarbeit könnten solche finanzierten Kräfte eingesetzt werden.

Einzelne Tafeln machen bereits im Rahmen von Pilotprojekten ihre ersten Erfahrungen mit diesen so genannten Arbeitsgelegenheiten. Der Bundesverband steht in Kontakt mit diesen Tafeln und der Politik, um die Auswirkungen des „vierten Gesetzes für moderne Dienstleistungen am Arbeitsmarkt“ (Hartz IV) zu erfassen und gegebenenfalls Änderungen in der Politik zu bewirken. Der Bundesver-band ist darüber hinaus bemüht, den Tafeln ständig die neuesten Informationen zu diesem Themenbereich im Mitgliederbereich von www.tafel.de zur Verfügung zu stellen.


Weitere Informationen finden Sie im Mitgliederbereich von
www.tafel.de und unter:
Bundesregierung zu Hartz IV
DGB
Paritätische Wohlfahrtsverband
Bundesmysterium der Wirtschaft

Feedback02_2004


http://www.aktive-erwerbslose.net/forum/index.php?topic=100.30 (http://www.aktive-erwerbslose.net/forum/index.php?topic=100.30)

LG Quirie  X( X( X(

[gelöscht durch Administrator]


Titel: Werbung für EEJ
Beitrag von: Gennaio am Juni 27, 2007, 12:03:13
Vereinen wird das "Instrument" EEJ auch noch "schmackhaft" gemacht:

Zitat
Die Arbeitagentur zahlt Ihnen für Ihren Aufwand, den Sie mit der Schaffung der Zusatzjobs haben, 200 € bis 500 € pro Monat und geschaffenen 1-Euro-Job.

Quelle (http://www.nonprofit.de/recht/vereinsrecht/artikel23545.html)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Juni 27, 2007, 12:12:23
Die Gratis-Konkurrenz

Was sind »zusätzliche Arbeiten« im Kartoffelschälbetrieb?

Auch im Bundessozialgericht in Kassel wird der Boom der »Arbeitsgelegenheiten« im Lande mit größter Sorge verfolgt. Das Arbeitsmarktinstrument Ein-Euro-Job, warnen oberste Sozialrichter, habe sich weitgehend verselbstständigt. Losgelöst von den gesetzlichen Vorschriften, schafften Kommunen, Wohlfahrtsverbände und Jobvermittler unter den Augen der Arbeitsverwaltung eine ganz neue Subkultur von nichtständigen Beschäftigungsverhältnissen.

Einen Ein-Euro-Jobber vom Amt zu bekommen, scheint vielerorts erschreckend einfach. Utz Krahmer, Professor am Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Fachhochschule Düsseldorf, hat die Praxis der Ein-Euro-Jobs im Auftrag eines regionalen Wohlfahrtsverbandes untersucht und stieß dabei auf zahlreiche Merkwürdigkeiten. »Bisher hat mir noch niemand erklären können, was zusätzliche Tätigkeiten im Kartoffelschälbetrieb sind«, nennt Krahmer ein Beispiel. Immer wieder stieß er auf Arbeitsgelegenheiten, deren Zusätzlichkeit allein mit Begriffen wie »Hilfe bei«, »Unterstützung von« oder »Assistenz bei« belegt wurde. Dabei dürfen die Arbeitslosen ausdrücklich nicht eingesetzt werden, um das Stammpersonal bei der täglichen Arbeit zu entlasten. »Zusätzliche Arbeit im Sinne des Gesetzes kann immer nur das Sahnehäubchen obendrauf sein«, definiert der Jurist. »Bei einer Kommune wären das Tätigkeiten, die die Stadt ohne Ein-Euro-Kräfte nicht erledigen würde und zu denen sie gesetzlich auch nicht verpflichtet ist. Bei freien Trägern gilt als Maßstab der Standard der bestausgestatteten Konkurrenzeinrichtung der Region.«

Lohnenswerter Artikel aus "DIE ZEIT" von Eva-Maria Thoms

Quelle (http://www.zeit.de/2006/23/Ein-Euro-Jobs-neu_xml?page=all)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: eAlex79 am Juni 27, 2007, 12:13:04
http://ealex-world.spaces.live.com/blog/cns!8A37AADCAB33CBD9!183.entry (http://ealex-world.spaces.live.com/blog/cns!8A37AADCAB33CBD9!183.entry)

Nie mehr fertig weitergedacht  Zunge2


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: madame am Juni 27, 2007, 12:13:54
    
Zitat
Hier die wirklich innovative Anleitung:

    * „Sie haben einen Auftrag zu erledigen, der einem öffentlichen Interesse dient.
    * Beantragen Sie bei ihrer örtlichen Arbeitsagentur, Ihnen dafür einen oder mehrere Langzeitarbeitslose zu vermitteln.
    * Diese arbeiten an Ihrem Auftrag mit und erhalten von Ihnen ein Entgelt zwischen 1 Euro und 1,50 Euro die Stunde.
    * Als Entschädigung dafür, sowie für Ihren generellen Aufwand, den Zusatzjob anzubieten, zahlt Ihnen die Arbeitsagentur 200 bis 500 Euro pro Monat und
       Zusatzjob.“

So einfach geht das offenbar. So ungestraft kann man Anleitungen zum Missbrauch gesetzlicher Regelungen veröffentlichen. So irrsinnig ist die arbeitsmarktpolitische Reform mit den 1-Euro-Jobs.



Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: eAlex79 am Juni 27, 2007, 12:25:05
Boa.. geändert :p


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: madame am Juni 27, 2007, 12:35:09
Ich ? hö .......Je ne comprends pa .... deenk Alex !


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: eAlex79 am Juni 27, 2007, 12:37:33
Der Link war falsch :p was meinsten Du????


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Juni 27, 2007, 12:50:59
Zitat
Die Nutznießer der 1-Euro-Jobs sind nicht die Arbeitslosen, sondern es hat sich eine durchaus lukrative Industrie zur Vermittlung der günstigsten Arbeitskräfte gebildet.
Hier kann der gesamte Artikel nachgelesen werden:

Telepolis: "1-Euro-Jobs und andere Zahlenspielereien" (http://www.heise.de/tp/r4/artikel/22/22899/1.html)

Zitat
Das schöne Wort Gemeinnützigkeit soll sich noch mehr in eine Nutzungsberechtigung für extrem billige Arbeitskräfte verwandeln.
Hier geht es zum Artikel:

Freitag21: "Ein-Euro-Jobs als lukratives Geschäft" (http://www.freitag.de/2006/21/06210201.php)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: madame am Juni 27, 2007, 12:55:03
Zitat
Der Link war falsch :p was meinsten Du?Huh?

... schon erledigt war in Gedanken .....


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Left of Life am Juni 27, 2007, 12:59:59
Und hier ein EEJ der etwas anderen Art.
http://www.reinerskunstwerkstatt.de/bge/eineurojob.html (http://www.reinerskunstwerkstatt.de/bge/eineurojob.html)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Quirie am Juni 27, 2007, 13:37:17
Und noch eine bemerkenswerte Variante, die schon fast wieder in Vergessenheit geraten ist......

Zitat
1-Euro-Jobber als Streikbrecher gegen VERDI
Richard Grove 16.02.2006 15:36 Themen: Repression Soziale Kämpfe
Image


Osnabrück: Hartz-IV-Empfänger als 1-Euro-Streikbrecher. Unter massivem Polizeieinsatz gegen Verdi-Streikposten eingesetzt. Stadt Osnabrück droht: "Wenn ihr nicht als Streikbrecher ordentlich arbeitet, melden wir das dem Arbeitsamt." Osnabrücker Geschäfte belohnen Streikbrecher mit Warengutscheinen.

Vogelgrippe und Ein-Euro-Jobs | Arbeitslose zur Kadaverarbeit
Gegen den Streik im Dienstleistungsgewerbe werden jetzt 1-Euro-Jobber als Streikbrecher eingesetzt. In der niedersächsischen Stadt Osnabrück müssen Hartz-IV-Empfänger auf Druck des öffentlichen Arbeitgebers die städtischen Müllwagen fahren. Zu Wochenbeginn musste dies durch einen massiven Polizeieinsatz gegen die Streikenden durchgesetzt werden.Die Polizei machte den gepressten Streikbrechern den Weg zur Osnabrücker Abfallsammelstelle frei, in dem sie brutal gegen die Verdi-Streikposten vorging, die das Werkstor mit Müllwagen und einer Menschenkette blockierten........

Weiterlesen hier:

de.indymedia.org (http://de.indymedia.org/2006/02/139155.shtml)


LG Quirie


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Juni 28, 2007, 01:13:15
Es ist nicht zu fassen. Die Bundesanstalt für Arbeit hat laut verkündet, dass sie keine Sanktionen gegen diejenigen ausspricht, die sich nicht als Streikbrecher mißbrauchen lassen.

Außerdem steht es in ihren Richtlinien, dass niemand Sanktionen erhält, der für die Dauer eines Streikes eingestellt werden soll.

Wo ist denn da die Zusätzlichkeit? Das sind versicherungspflichtige Arbeiten. Wieso machen die Typen das? Doch nicht für ein paar Gutscheine und 1 € die Stunde.  kwetsch kwetsch


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Left of Life am Juni 28, 2007, 01:16:57
Angst vor Sanktionen? Gleichgültigkeit? Unwissenheit?


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Juni 28, 2007, 02:18:55
Angst vor Sanktionen? Gleichgültigkeit? Unwissenheit?

Alles zusammen.

Ich glaube aber, wir suchen zu oft Gründe, warum etwas so ist. Es klingt oft wie eine Entschuldigung. Das ist nicht gut.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Left of Life am Juni 28, 2007, 02:24:18
Aber wo sollen wir dann ansetzen? Das Streikrecht ist nun mal ein verbrieftes Recht. Wenn es auf diese Art durch die Hintertür genommen wird und selbst mit Polizeigewalt gegen Streikposten vorgegangen wird, muss das die Zwangsstreikbrecher doch aufhorchen lassen.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Juni 28, 2007, 02:36:55
Es gibt Menschen, die mögen nicht, wenn andere streiken.

Genauso wie es Menschen, Kollegen gibt, die anfangen zu mobben, wenn man einen Betriebsrat gründet. Ist doch auch unverständlich, oder?

Besonders, wenn das in einer Situation geschieht, wo der GF anfängt durchzudrehen und einen nach dem anderen entläßt. Die mit den hohen Löhnen zuerst, ohne Sozialauslese.

Verstehst du sowas?


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Left of Life am Juni 28, 2007, 02:42:16
Das ist genauso wenig zu verstehen. Ich sehe nur den großen Unterscheid in diesem Fall. Ein Angestellter, der einen guten Job in einer Firma hat und andere mobbt und ausgrenzt, tut das ohne Zwang. Hinter dem steht keine Behörde, die ihm das Geld nimmt, wenn er seine Kollegen nicht niedermacht. Bei EEJ Streikbrechern ist das etwas anderes. Die machen das unter behördlichem Zwang.
"Wenn du nicht als Streikbrecher arbeitest, bekommst du auch kein Geld."


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Juni 28, 2007, 02:54:08
Zitat
Wenn du nicht als Streikbrecher arbeitest, bekommst du auch kein Geld."

Tja, und genau das ist gelogen. Siehe meinen Beitrag #15. Hier noch einmal der Passus aus der Datenbank der AfA

Zitat
Für die Aufgabe oder Ablehnung einer Arbeit liegt zum Beispiel ein wichtiger Grund vor, wenn

bindende Bestimmungen über Arbeitsbedingungen oder Arbeitsschutzvorrichtungen nicht eingehalten werden,
Ihnen die Arbeit nach Ihrem körperlichen oder geistigen Leistungsvermögen nicht zugemutet werden kann,
die Arbeitsstelle durch Streik oder Aussperrung frei geworden ist und Ihnen nur für die Dauer des Arbeitskampfes angeboten wurde,
die angebotene Unterkunft gesundheitlich oder sittlich bedenklich ist oder
die Arbeit gegen Gesetz verstößt oder sittenwidrig ist.

Wir müssen mehr aufklären.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Left of Life am Juni 28, 2007, 03:00:10
Zitat
Wenn du nicht als Streikbrecher arbeitest, bekommst du auch kein Geld."

Tja, und genau das ist gelogen. Siehe meinen Beitrag #15. Hier noch einmal der Passus aus der Datenbank der AfA

Zitat
Für die Aufgabe oder Ablehnung einer Arbeit liegt zum Beispiel ein wichtiger Grund vor, wenn

bindende Bestimmungen über Arbeitsbedingungen oder Arbeitsschutzvorrichtungen nicht eingehalten werden,
Ihnen die Arbeit nach Ihrem körperlichen oder geistigen Leistungsvermögen nicht zugemutet werden kann,
die Arbeitsstelle durch Streik oder Aussperrung frei geworden ist und Ihnen nur für die Dauer des Arbeitskampfes angeboten wurde,
die angebotene Unterkunft gesundheitlich oder sittlich bedenklich ist oder
die Arbeit gegen Gesetz verstößt oder sittenwidrig ist.

Wir müssen mehr aufklären.

Genau das meinte ich. Die Leute fallen auf diese Lügen rein und fühlen sich einem Zwang ausgesetzt, der gar keiner ist. Es reicht ja schon zu wissen, dass das Nichtantreten eines EEJ zu Sanktionen führt. Wenn der SB dann die wirklichen Tatsachen auch noch verschweigt, ist das Mißverständnis da.
Da habe ich doch heute den schönen Satz gehört: "Ich liebe es nicht, wenn der Lauf der Dinge durch Tatsachen gehemmt wird!"


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Juni 28, 2007, 03:03:11
Ich glaube, es wird in nächster Zukunft sehr wichtig sein, zu wissen, dass man nicht sanktioniert werden kann als Streikbrecher.

Allerdings befürchte ich auch, es ist nur eine Frage des Geldes. Streikbrecher gab es immer. Die Leute brauchen das Geld, da ist ihnen alles egal. Ich will es damit nicht entschuldigen.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Left of Life am Juni 28, 2007, 03:07:01
So ist es ganz bestimmt. Und bei EEJ noch viel schlimmer, denn wer am Ende des Monats nicht mehr weiß woher die Scheibe Brot kommen soll, greift auch nach diesem Strohhalm.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: fit am Juni 28, 2007, 03:31:01

Allgemein - auch zur Situation der EEJ-Streikbrecher.
Der Erwerbslose in finanziell bedrängter Position geht das kleinere Übel ein. Besser etwas mehr Geld als darben. Dagegen kann das Hintergrundverständnis nichts ausrichten.

Ich hab es erfahren. Und wenn ich nicht gerade RA Kroll heiße und aus Oldenburg stamme, dann ist da lange kein großes Vertrauen in einer Zusammenarbeit zur Hilfe. Zumal diese Hilfe selbst dem Geholfenen Mühe und Ärger besorgt.

Die Gruppenbildung wird solange nicht funktionieren, wie sie dahin dümpelt und hie und da mal was bewirkt. Es muss der Knaller her! Die Sensation würde es machen. Selbst die Beständigkeit schafft nicht mehr das, was die Mühe tut.

Gruß
Harald


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Juni 28, 2007, 03:55:49
Gut, niewtor, du wartest auf den Knall, ich fange schon mal an und wenn der Knall kommt, kann ich ja da auch weiter mitmachen.  >:) >:)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: fit am Juni 28, 2007, 04:08:29

Nee, du verkennst mich. Der Knall wird das nicht bringen, auf den du wartest. Ich mein den Knaller. Da unterscheide ich sehr wohl.

Den Knaller musst du selbst bringen, den Lärm doch nicht.

niewtor  (http://emoticone.free.fr/Smileys/Toons/112-Smiley-msn.com-Toons.gif)





Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: balou am Juni 28, 2007, 04:23:43
RA Kroll, Oldenburg - ist der gut?


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: fit am Juni 28, 2007, 04:32:38

Und wie!
Lies mal bei Gegenwind hier z. B. (http://www.gegenwind-whv.de/gw22803.htm)

oder

bei ihm selbst (http://www.behindertemenschen.de/version2.htm)

niewtor  (http://emoticone.free.fr/Smileys/Toons//132-Smiley-msn.com-Toons.gif)



Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Juni 28, 2007, 10:14:22
RA Kroll, Oldenburg - ist der gut?

Da kann ich mich niewtor nur anschliessen und für die Links danken. (Hast mir "Arbeit" abgenommen.)  daumen

Ra Alfred Kroll ist bzw. war auch mein RA und hat erfolgreich meine KdU erfochten.  Smile


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: fit am Juni 28, 2007, 10:32:16

Keine Ursache ... ich war grad wach und da hab ich einfach mal ...

niewtor  (http://emoticone.free.fr/Smileys/Toons//151-Smiley-msn.com-Toons.gif)



Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: laukasius am Juni 28, 2007, 11:13:02
Man muss aber auch sehen, dass Nachweise im Falles des Streikbrechens sehr schwer erbracht werden können, und die ARGE keinesfalls auf Seiten des Arbeitnehmers stehen wird.

Da ist es nicht allein mit einer Aufklärung getan, und ich bin überzeugt, dass die Leute mit solchen Nachweisen einfach überfordert sind.
Zudem ist eine solche Arbeitsaufnahme nur kurzzeitig und eine Auseinandersetzung wird man dem gegenüberstellen.

Da ist wieder ein gewisses Wunschdenken vorhanden, dass aber den Tatsachen unterliegen wird.

Aufklären kann man natürlich, aber ein Erfolg?


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Juni 28, 2007, 22:36:38
Dieser Beitrag von REPORT MAINZ "Millionengrab - Wer verdient an den Ein-Euro-Jobs?" ist zwar schon etwas "älter", aber aktuell denn je.

Zitat
O-Ton, Petra Stahlberg, Ein-Euro-Jobberin:

P. Stahlberg

»Bei Hartz IV kommt ja nicht viel zusammen. Das reicht ja hinten und vorne nicht.«

Sie bekommt zu Hartz IV monatlich 150 Euro dazu. Doch was sie nicht weiß, an ihr verdient noch jemand mit. Und zwar 300 Euro zusätzlich, Monat für Monat.

Zwei Ein-Euro-Jobs, doch einer kostet den Steuerzahler fast das dreifache. Wieso? Die 300-Euro-Pauschale pro Monat kassiert bei Petra Stahlberg die GFFB, ein privater Jobvermittler. Chefin Barbara Wagner und ihr Geschäftsmodell: Die GFFB sucht für Arbeitslose Ein-Euro-Jobs im Auftrag der Arbeitsverwaltung.

160 Ein-Euro-Jobber hat die GFFB vermittelt. Die Monatsabrechnung sieht deshalb gut aus. 160 mal die Pauschale macht rund 50.000 Euro allein im April. Gezahlt von der Arbeitsverwaltung. So läuft es in ganz Frankfurt und nicht nur dort.

Quelle (http://www.swr.de/report/-/id=233454/nid=233454/did=1235832/m0wq2r/index.html)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Left of Life am Juni 30, 2007, 00:45:12
Zitat
AWO möchte ihre Ein-Euro-Jobs nicht missen
Die Arbeiterwohlfahrt möchte die Ein-Euro-Jobs erhalten. Rot-Grün und Verbände wollen sie reduzieren


Die Arbeiterwohlfahrt Bremen (AWO) fordert den Erhalt ihrer Ein-Euro-Jobs. Der neue rot-grüne Senat will dagegen die Zahl der Ein-Euro-Jobs um 20 Prozent verringern und stattdessen bis zu 600 reguläre Jobs für Langzeitarbeitslose im sozialen Bereich schaffen: Die Verträge sollen maximal auf fünf Jahre geschlossen und mit 1.200-1.400 Euro vergütet werden.

AWO-Vorstand Hannelore Bitter-Wirtz bezeichnet die Ein-Euro-Jobs als "großen Erfolg": Den Jobbern sei damit eine unverzichtbare Möglichkeit gegeben, neue Arbeitsfelder kennenzulernen oder nach einer längeren Phase der Arbeitslosigkeit in ein geregeltes Berufsleben zurückzufinden. Daher solle "eine bestimmte Anzahl an Plätzen" in jedem Fall erhalten bleiben.

Weiter geht es bei der taz (http://www.taz.de/index.php?id=bremen&dig=2007/06/28/a0030&id=936&cHash=1c6fdebdeb&type=98)

Hier geht es wohl nur darum, das einträgliche Geschäft EEJ nicht zu verlieren. Es sollte inzwischen wohl selbst den Unbedarftesten klar sein, dass EEJ nur in den allerseltensten Fällen wirklich ein Sprungbrett sind. Die Einrichtung EEJ würde blitzschnell verschwinden, wenn die Arbeitgeber auf den monatlichen Obulus verzichten müssten.
Ich bin überzeugt, dass es tatsächlich nur wegen der 500,- Euro pro Jobber überhaupt möglich ist, diesen Unsinn immer weiter zu treiben. An die Erwerbslosen, die immer noch eine Chance vermuten, wird zuallerletzt gedacht.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Juni 30, 2007, 04:29:26
Beides denke ich mal. Das Obendraufgeld und die billige Arbeitskraft. Selbst eine Küchenhilfe oder eine Pflegehilfe sind teurer. Mehr leisten sie auch nicht. Oder schaut in den Kindergärten. Auch dort leisten mittlerweile EE-Jobber Arbeit mit dem Kind. Etwas, was von ausgebildeten Erzieherinnen zu leisten sein sollte. Die kosten aber mehr.

Auch dem Arbeitslosenverband Deutschland ging es noch nie so gut wie jetzt. Ich finde das so verlogen. Auch von diesen angeblich so sozialen Verbänden. Dabei ist es schnurzepiepe welcher es ist. Denkt mal nur an das Schreiben, dass vor noch gar nicht allzulanger Zeit von den Präsidenten geschrieben wurde. Das ist doch verlogen.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: laukasius am Juni 30, 2007, 10:30:29
Man kann praktisch jede Maßnahme der Regierung beanstanden.
Ich bin auch heute noch davon überzeugt, dass ein großer Teil der Bevölkerung immer noch nicht weiß, welch großartiges Spiel im Hintergrund abläuft und in wessen Taschen die Steuergelder klimpern.

Der Industrie kann man noch nicht einmal den Vorwurf machen, wenn unsere Parteien so freizügig mit den Geldern umgehen und jede Forderung der Arbeitgeber bereitwillig nachgeben,
Gibt es überhaupt noch den neuen Arbeitsplatz, der nicht subventioniert wird?
Der moderne Sklavenhandel.

Selbst, wenn Leiharbeit die Zukunft ist, davon ist auszugehen, ist es vollkommen unnötig, diese noch zu vergolden, da die Gewinnspannen groß genug sind.
Da werden nicht nur Agenturen großartig umgebaut, sondern der große Teil der Vermittlung abgewälzt und mehr als freizügig finanziert.
Der Bevölkerung werden die Kosten der Arbeitslosigkeit vorgegaukelt und kräftig Sand in die Augen gestreut.

Ein Wirtschaftsboom wird Leute einstellen müssen, auch ohne staatliche Unterstützung und eine Leihfirma wird auch ohne diese auskommen und nur Arbeitslose vermitteln können.

Man hat Verständnisse dafür, dass in Zeiten der Flauten der Staat unterstützend eingreift.
Während eines Aufschwunges muss aber gravierend wieder herabgefahren werden. Dem ist heute nicht mehr so. Die Subventionen werden noch weiter ausgebaut und verlieren sich in immer lächerlicheren Phrasen.

Würden diese Gelder endlich entzogen und in die Ausbildung gesteckt, dürfte es in diesem Sektor absolut kein Problem geben, weil man in Geld schwimmen würde.
Würde diese Ausbildung allerdings wirklich mit aller Kraft vorangetrieben, dann wäre das Spiel mit den Menschen vorbei und wir würden einen so guten Stand der Arbeitskraft erhalten, der kaum zu schlagen wäre.

Allerdings wird dem kurzfristigen Machterhalt der Parteien der Vorzug gegeben, Zahlenmanipulationen werden mit Milliarden unterstützt und viele Taschen gefüllt.

Wir können uns Kriege erlauben und etlichen Staaten den Aufbau der Wirtschaft finanzieren, während unsere Schiulen immer mehr verfallen, die Kindergärten mehr Aufgaben ohne fin. Mittel übernehmen sollen und der einfache Arbeiter Studiengebühren aufbringen darf.

Dabei ist es so einfach, die Augen ein wenig zu öffnen, um das schäbige Spiel zu erkennen, was getrieben wird.
Da werden monatelange Veranstaltungen im Bundestag abgehalten mit herzzerreißenden Szenen unserer Politiker, wenn es um unseren Nachwuchs oder unsere eigene Gesellschaft geht.

Der Einsatz unserer Tornados wird in Windeseile und einmütig beschlossen. Da kann unsere Kanzlerin sogar während eines Gipfels Milliönchen aus der Tasche ziehen, die doch angeblich garnicht vorhanden sind, weil unsere Kassen doch an Schwindsucht leiden.
Da geschehen noch richtige Wunder und irgendwo scheint man doch einige Goldeselchen versteckt zu haben.

Dem gilt es doch, endlich einen gewaltigen Riegel vorzuschieben und dieses Affentheater zu beenden.

Da wird mir jede Partei im Bundestag lieb, ob sie mir nahesteht oder nicht, die solches zur Sprache bringt und der Bevölkerung aufzeigt.

Da können wir jetzt hier im Foren eine ganze Liste von Dingen aufzeigen, die es eigentlich garnicht geben dürfte.
Es gibt sie, und sie alle haben das gleiche Grundübel.

Es ist an der Zeit, unseren Politikern einfach mal die Haare zu schneiden und zwar nach unserem Geschmack.













 






Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Juli 01, 2007, 01:48:04
Zitat
Da wird mir jede Partei im Bundestag lieb, ob sie mir nahesteht oder nicht, die solches zur Sprache bringt und der Bevölkerung aufzeigt.

...

Es ist an der Zeit, unseren Politikern einfach mal die Haare zu schneiden und zwar nach unserem Geschmack.

 daumen daumen daumen


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Juli 10, 2007, 15:29:25
Hintergrund: Ein-Euro-Jobs in Frankfurt/Main

Nach einem kürzlich veröffentlichten Bericht des Bundesrechnungshofes von 2006 haben mindestens 25 Prozent aller bundesweit vergebenen Ein-Euro-Jobs reguläre Arbeitsplätze verdrängt. Weitere 50 Prozent sind in dieser Hinsicht zumindest zweifelhaft. »Die Linke« hat eine Anfrage an den Frankfurter Magistrat gestellt, wie viele Menschen in prekären und untertariflichen Beschäftigungsver­hältnissen bei der Stadt beschäftigt sind. In der Anfrage bringt die Partei auch eigene Erkenntnisse unter: Allein beim Grünflächenamt in Frankfurt am Main seien derzeit rund 100 Ein-Euro-Jobber beschäftigt, während gleichzeitig ebenso viele Jobs seit längerer Zeit nicht mehr besetzt worden seien. Der Rhein-Main-Jobcenter hat im Jahr 2006 insgesamt 8,3 Millionen Euro für die Finanzierung dieser sogenannten Arbeitsgelegenheiten aufgewendet.

Insgesamt 4555 Arbeitsgelegenheiten wurden 2005 bei verschiedenen Trägern eingerichtet, so die Auskunft des Magistrats. Vermutlich sei die Zahl seitdem noch angestiegen, so Hans-Joachim Viehl (Die Linke). Am besten im Geschäft mit Ein-Euro-Jobbern seien die Werkstatt Frankfurt, der Internationale Bund, der Caritas Verband, die GFFB gGmbH, das Dia­konische Werk und die Arbeiterwohlfahrt, Kreisverband Frankfurt. Bei der GEW-Tagung wurde Enttäuschung darüber laut, daß diese Organisationen sich mißbrauchen ließen, Tarifrecht zu brechen.

Auch in der Wissenschaft gibt es prekäre Arbeit. Der Frankfurter Stadtverordnete Hans-Joachim Viehl hat 2005 selber einen Ein-Euro-Job innegehabt: Als Bibliotheks- und Medienassistent. Die Stelle habe sich allerdings nach Antritt als Pförtner-Posten entpuppt. Nach Auskünften von Personalratsmitgliedern gebe es an der Universität Kassel zwischen 20 und 40 Ein-Euro-Jobs in Bibliothek und Verwaltung, in Frankfurt fünf bis sieben. Im wissenschaftlichen Bereich befürchte man hingegen den Imageschaden, so die stellvertretende Landesvorsitzende GEW Hessen, Carmen Ludwig. Nichtsdestoweniger arbeiteten Lehrbeauftragte in Hessen in Forschung und Lehre stark unterbezahlt oder sogar gänzlich ohne Entlohnung. Deshalb müsse auch gar nicht mehr auf Ein-Euro-Jobs zurückgegriffen werden. Zahlen seien darüber allerdings nicht bekannt.

Quelle: jungeWelt (http://www.jungewelt.de/2007/07-10/016.php)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Juli 10, 2007, 15:37:40
Auch der Geschäftsführer der Wuppertaler ARGE Thomas Lenz (BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN) und der Wuppertaler Sozialdezernent Stefan Kühn (SPD) bevorzugen auch prekäre Arbeit die aus Steuergeldern finanziert wird.

Zitat
Das Kombilohnmodell der Arge ist jetzt vom NRW-Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales zum Projekt des Monats gewählt wurde. „Damit wurde unsere Vorreiterrolle im Land honoriert“, freute sich Geschäftsführer Thomas Lenz. Auf diesen Lorbeeren wollen sich die Wuppertaler allerdings nicht ausruhen: Bis zum Ende des Jahres will die Arge die Zahl der Kombilohnjobs von bisher 40 auf 100 Stellen ausbauen.

Das Modell ist einfach: Die Arge zahlt rund die Hälfte des jeweiligen Bruttolohns an den Arbeitgeber. Damit bekommen vormals Langzeitarbeitslose trotz Niedriglohns ein existenzsicherndes Einkommen. Der Kombilohn wird bis zu zwei Jahre gefördert und liegt im Durchschnitt bei einem Bruttostundenlohn zwischen acht und zehn Euro.

Quelle: Westdeutsche Zeitung (http://www.wz-wuppertal.de/?redid=164808)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Juli 24, 2007, 14:56:36
Arbeitsgelegenheiten: Streit um Ein-Euro-Jobs in Wuppertal

Die Hartz-IV-Empfänger machen oft viel mehr als sie dürfen, behauptet Verdi. Der Elberfelder Erziehungsverein ist empört.


Werden Ein-Euro-Jobber wirklich nur in dem Rahmen eingesetzt, wie es vorgeschrieben ist? Nach Recherchen der WZ ist das zweifelhaft – während es harsche Kritik vom Elberfelder Erziehungsvereins an der Berichterstattung gibt. Vereinsvorsitzende Evamarie Bott hat sich mit Bezug auf den Bericht: „Arge-Jobs: Fluch oder Segen“ in die Diskussion eingeschaltet und erklärte, dass Ein-Euro-Kräfte ausschließlich im hauswirtschaftlichen Bereich eingesetzt würden, zur Entlastung der Erzieherinnen, damit diese verstärkt ihren pädagogischen Aufgaben nachgehen könnten.

(...)

Nach Auskunft der Gewerkschaft Verdi habe es bereits einige Beschwerden über den Einsatz von Arge-Jobbern gegeben. Auf dem Papier werde zwar die per Gesetz vorgeschriebene Regelung festgelegt, aber die Realität sähe häufig ganz anders aus. „Wir wissen von Trägern in Wuppertal, die Arbeitsgelegenheiten auch im pädagogischen Bereich einsetzen“, sagt Grit Genster, stellvertretender Verdi-Geschäftsführerin und nennt ein konkretes Beispiel. So helfe etwa eine ausgebildete Erzieherin in einer Einrichtung als Ein-Euro-Jobber bei der Sprachförderung.

Quelle: Westdeutsche Zeitung (http://www.wz-wuppertal.de/?redid=167471)

Anmerkung: Was mich an Verdi in Wuppertal mehr als irritiert ist die wohl offensichtlich Tatsache, dass sie sich mit dem "Instrument" MAE/EEJ arrangieren und letztlich nur die "Auswüchse" bekritteln.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Dopamin am Juli 24, 2007, 15:00:23
Zur Anmerkung:

Vielleicht sind sie noch nicht so weit... Im Zweifel FÜR den Angeklagten...

Dopamin


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Left of Life am August 08, 2007, 11:13:10
Zitat
"Ein-Euro-Jobber" setzen seit zwei Jahren Gräber und Anlagen instand

Denkmal jüdischer Friedhof: Wertvoll, aber schwer sanierungsbedürftig

Er ist zwar klein im Vergleich beispielsweise zum Westfriedhof, aber dennoch ein bedeutendes Denkmal für Magdeburg : Der Israelitische Friedhof im Fermersleber Weg. Seit 2005 wird die Sanierung der Anlage vom Magdeburger Jobcenter gefördert.

Leipziger Straße. Auf den ersten Blick sieht er romantisch aus, der jüdische Friedhof im Stadtteil Leipziger Straße. Viele Gräber dicht an dicht, zum Teil sehr alte Grabsteine aus Sandstein, ein großer Teil der Gräber ist mit Efeu bewachsen. Große Linden spenden Schatten und lassen das Sonnenlicht nur durchbrochen auf die Grabstellen fallen. Wer genauer hinsieht, stellt allerdings fest, dass viele der älteren Gräber große Schäden haben. Grabsteine müssen von Eisenstangen gestützt werden, Einfriedungen sind auseinander gefallen, Grabplatten sind verwittert.

[ ... ]

Träger der Maßnahmen sei immer die Magdeburger Synagogengemeinde, der der Friedhof gehört. " Von dort bekommen wir einen Förderantrag mit entsprechendem Konzept ", sagt Stephanie Lahmann. In den Konzepten sei ganz genau dargestellt, was saniert werden soll, beispielsweise historisch wertvolle und bedeutende Grabstellen. Einfach nur irgendeine Grabstelle herrichten lassen, das gehe nicht.

Die städtische ABM-Gesellschaft " Gise " hat die geförderten Sanierungsmaßnahmen umgesetzt. " Arbeitsbereitstellung " heißt das Programm, besser bekannt auch unter " Ein-Euro-Job ".

Quelle (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/magdeburg/?sid=98b96d7e38e1308a48f7999961080394&em_cnt=369143)

Der Friedhof ist ein historisch wertvolles und wichtiges Denkmal und von daher schon eine sehr bedeutende Anlage für die Stadt Magdeburg. Wie kann dann die Arbeit dort als zusätzlich angesehen werden? Und wo bleibt die Qualifikation?


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Left of Life am August 08, 2007, 11:15:21
Zitat
Für einen Euro die Stunde: Hilfe für mehr Lebensqualität

Tagtäglich sind sie für die Bewohner des DRK-Betreuungszentrums " Am Wiesenpark " in Oschersleben da. Ihre Arbeit ist für die älteren Menschen eine wichtige Ergänzung zu den eigentlichen Pfl egeleistungen : Mitarbeiter, die sich im Rahmen einer Ein-Euro-Job-Maßnahme der zusätzlichen Betreuung der Heimbewohner widmen.

Oschersleben. Monika Draeger aus Oschersleben ist froh wieder eine Aufgabe zu haben. Seit Februar dieses Jahres arbeitet die 47-J ährige als Ein-Euro-Jobberin im Alten- und Pflegeheim des Deutschen Roten Kreuzes in der Puschkinstraße in Oschersleben. Zusammen mit ihren fünf Ein-Euro-Jobber-Kollegen kümmert sie sich dabei vor allen Dingen um das seelische Wohl der Heimbewohner.

Quelle (http://www.volksstimme.de/vsm/nachrichten/lokales/oschersleben/?sid=718e29dca555ae3c46671dfc91919b08&em_cnt=369165)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Dopamin am August 19, 2007, 01:47:04
Diesen Link setze ich mal ohne weiteren Kommentar hier ein, ich denke mal um sich ein Bild zu machen ist der auch nicht nötig....

Zitat
Vom Fahrgastbetreuer zum Busfahrer

Seit Februar 2006 setzt die AUTOKRAFT GmbH in Zusammenarbeit mit dem Jobcenter Kiel Fahrgastbetreuer auf Ein-Euro-Basis im Busverkehr des Stadtgebietes Kiel ein. Jetzt schreiben zwei ehemalige Fahrgastbetreuer eine Erfolgsgeschichte im Öffentlichen Personennahverkehr: „Gestern noch Euro-Jobber und heute schon Busfahrer“ bei der AUTOKRAFT. Jürgen Fenske, Sprecher der Geschäftsführung der AUTOKRAFT und Michael Stremlau, Geschäftsführer des Jobcenter Kiel, präsentierten heute im Betriebshof der AUTOKRAFT GmbH die erfolgreiche Kooperation beider Partner.

Michael Stremlau: „Wir sind sehr daran interessiert, Maßnahmen zu fördern, die bei erfolgreichem Anschluss eine reguläre Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt ermöglichen. Dies ist mit der AUTOKRAFT in diesem Projekt erfreulicherweise mit zwei Einstellungen gelungen."

...

www.autokraft.de/index.php?sp=de&id=130&nos=1 (http://www.autokraft.de/index.php?sp=de&id=130&nos=1)

Dopamin


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Left of Life am August 19, 2007, 01:57:56
Zwei neue Arbeitsplätze. Herzlichen Glückwunsch und es ei ihnen von Herzen gegönnt. Mich würde jedoch mal interessieren, wieviele EEJ bei Autokraft beschäftigt sind oder wurden.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Dezember 14, 2007, 11:55:57
Hartz IV: Die Ein-Euro-Jobber dürfen längst nicht mehr alles sauber machen

Ein-Euro-Jobber müssen seit Juli die Finger von solchem Unrat auf Straßen und Bürgersteigen lassen. Denn die Bundesagentur für Arbeit hat Empfängern von Hartz-IV-Leistungen solche Dienste verboten, weil sie gesetzliche Pflichtaufgaben der Stadt darstellen. Sie muss die Arbeit ohne Ein-Euro-Jobber erledigen und dafür bezahlen.

Quelle: Der Sozialticker (http://www.sozialticker.com/hartz-iv-die-ein-euro-jobber-duerfen-laengst-nicht-mehr-alles-sauber-machen_20071214.html)

Wenn man den letzten Absatz im Artikel der Märkischen Allgemeine liest, wird man feststellen müssen, dass eine konsequente Umsetzung nicht stattfindet.  X(


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Januar 16, 2008, 13:32:59
Neues aus Wuppertal bzw. von der ARGE Wuppertal...

Arbeitslose sanieren Sportplätze
Projektwerkstatt: Vor allem die Vereine erhalten Hilfe bei den Arbeiten an den Sportstätten.

Arbeit gibt es genug auf den Wuppertaler Sportplätzen. An 36 davon wird sie jetzt angegangen. Das Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt von Stadt und Arge soll dafür sorgen, dass die Plätze unter anderem barrierefrei gestaltet, kleine Ausbesserungsarbeiten erledigt, Hänge gesichert und Zaunanlagen nachgebessert werden.

Mehr als 30 Langzeitarbeitslose aus dem gewerblichen Bereich erhalten bei dieser „Projektwerkstatt Sportplätze Wuppertal“ die Chance auf Berufspraxis. Und wie Thomas Lenz, Leiter der Arge, berichtet, sind eben diese mit echten Arbeiten versehenen Maßnahmen besonders beliebt.

Zum gesamten Artikel der "Westdeutschen Zeitung" (http://www.wz-wuppertal.de/?redid=192168)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Forumadmin am Januar 16, 2008, 15:43:29
die Vereine verlassen sich auch hier in Berlin immer mehr auf die EEJ´ler!

Es gibt hier mittlerweile ein Buch mit ganzen "Lehrgängen" die in Verbindung zu EEJ stehen.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Januar 16, 2008, 20:28:53
Zitat
Mehr als 30 Langzeitarbeitslose aus dem gewerblichen Bereich

Was ist denn darunter wieder zu verstehen? Ich krieg mich wirklich nicht mehr ein. Wieso sind da nicht die Handwerkskammer und die IHK auf der Palme?  Und vor allen Dingen, sind die Gewerkschaften taub, blind und stumm?

Da werden Arbeitsplätze in unvorstellbaren Größenordnungen vernichtet, aber niemand sagt was dazu.

Ich verstehe ja noch, wenn die Handwerker ob eines kostenlos zur Verfügung gestellten Arbeitssklaven die Klappe halten, schließlich ist es ihr Gewinn, den sie aus dem Praktivkum ziehn. Aber die Gewerkschaften? Merken die immer noch nicht, dass sie nur zahlende Mitglieder bekommen, wenn die auch einen Arbeitsplatz haben?  X( X( X(


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Januar 16, 2008, 22:01:55
Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, gibt es für die ARGE in Wuppertal einen sog. Beirat indem auch Vertreter von ver.di sitzen.


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Januar 16, 2008, 23:36:38
Die hier?

(http://i90.photobucket.com/albums/k258/barney_vk/nichtssehen-hren-sagen.jpg)


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Januar 16, 2008, 23:39:35
Kann hinkommen.  zwinki


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Barney am Januar 16, 2008, 23:42:58
Ich halte, wie es ja sicher nicht unbekannt ist, viel von gewerkschaftlichem Kampf. Aber was ich auch schon erlebt habe, waren Gewerkschafter, die schlimmer als Beamte erst alle Vorschriften durchwühlt habe, die vielleicht ihre Aktivität behindern könnten, damit sie ja nichts zu machen brauchen.

Die wußte immer, was nicht geht.

Andererseits habe ich auch mit Gewerkschaftern zusammengearbeitet, die mächtig was auf dem Kasten hatten und sich nicht so einfach abspeisen liesen. Ich könnte, darf es hier aber nicht, Namen nennen.   haltstopp


Titel: Re: EEJ: Die wundersame Geldvermehrungsanlage...
Beitrag von: Gennaio am Februar 15, 2008, 22:48:29
Zitat
Skandalöse Ausbeutung

Ein Langzeitarbeitsloser sitzt seit zwei Jahren auf einem Leitungsposten, doch statt der ihm zustehenden 2500 Euro zahlt die Stadt 120 Euro. Ausbeutung pur. Die Stadt spart ausgerechnet an einem Ärmsten der Armen, einem Hartz-IV-Empfänger. Das ist ein Skandal. "Nein", sagt die Kulturdezernentin: "Der Betroffene macht zusätzliche Arbeit im Sinne des Gesetzes." Den Leitungsposten habe doch ein anderer. (...)

So der Kommentar der FR-Redakteurin Gaby Buschlinger.

Hier zu den Hintergründen des Ein-Euro-Jobs von Wilfried Lüderitz:

Zitat
Seit zwei Jahren arbeitet im Stadtarchiv ein Ein-Euro-Jobber auf einer BAT IIa-Stelle. Statt rund 2500 Euro bekommt der 62 Jahre alte Wilfried Lüderitz, der 30 Stunden die Woche arbeitet, 120 Euro im Monat. Der Arbeitsrechtler Reinhard Schütte nennt das "illegale Beschäftigung". "Das ist ein starkes Stück", sagt der Rechtsanwalt, an den sich Lüderitz jetzt gewandt hat.

Die Arbeit, die Lüderitz verrichtet, sei weder "zusätzlich" noch "gemeinnützig", wie es bei Ein-Euro-Jobs vorgeschrieben ist, sagt Schütte. Auch diene sie nicht der Qualifikation. Lüderitz hat einen Hochschulabschluss in Pädagogik, Soziologie und Kunstgeschichte und ist examinierter Grafikdesigner. Im Archiv kümmert er sich um das digitale Multimediaarchiv. Dabei wurde er zeitweise unterstützt, sagt er. "Von einem anderen Ein-Euro-Jobber." (...)


Quelle: Frankfurter Rundschau (http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/?em_cnt=1288280)