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Autor Thema: Ärztliche Stellungsnahme + EGV – harmlos?  (Gelesen 12147 mal)
tunga
Dipl.soz. gequälte Exisistenz
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« am: August 12, 2010, 15:48:56 »

Ärztliche Stellungsnahme + EGV – harmlos?

Ich hatte am letzten Freitag einen Termin bei meiner neuen SB.
Die weiss schon wie ich ticke, da ich mit meinem Mann schon mal 2x dort war und einen bleibenden Eindruck hinterliess.
Und wer mich kennt, kennt auch die Problematik die hinter uns steht, das steht allerdings woanders.
Sie kennt auch die jahrelangen sinnlosen Probleme mit dem letzten SB Hirnlos und meine grundsätzliche Einstellung zu EGVs, EEJs und Zwangsmassnahmen.

Sie hatte mich geladen, da die Stellungsnahme des Arztes der Agentur ohne Arbeit vorliegt.
Und wie soll es anders sein, wundersame Heilung durch eben diesen.
Die SB legte mir die Stellungsnahme vor und ich las und staunte.
Bin mal wieder auf arbeitsfähig. `tägl. 3-6 Std. ständig leicht, gelegentlich sitzend, gehend, stehend, kein schweres Heben, Tragen, kein häufiges Bücken, keine Zwangshaltung, kein Zeitdruck, keine zu hohen psychischen Belastungen´ eingestuft.

Ich hatte bereits den dritten Termin in knapp drei Jahren, beim ersten Termin diagnostizierte sie noch tägl. weniger als 3 Std.arbeitsfähig und aufgrund der körperlichen und psychischen Beschwerden sei ich in der Leistungsfähigkeit derart eingeschränkt, dass ich auf dem allg.Arbeitsmarkt derzeit nicht einsetzbar sei.

Mir geht es wesentlich beschissener, als in den letzten 2 Jahren - und das sieht man mir auch an und ich habe mittlerweile auch einen GdB v. 30.

Auch musste ich lesen, dass ich keine gesundheitsrelevanten Unterlagen vorgelegt hätte und die Schweigepflichtserklärung verweigern würde zu unterschreiben.

Ich hatte alle Unterlagen dabei - Bescheid vom Versorgungsamt/fachärztliche Bescheinigungen/Diagnosen/Atteste etc. die sie sich kopierte.
Ist ja in meinem eigenen Interesse das dort vorzulegen um eine realistische Einschätzung zu bekommen.
Das mit der Weigerung der Unterschrift  zur Schweigepflichtentbindung für meinen Hausarzt und alle anderen ist richtig – aber dafür hatte sie ja alle Unterlagen vorliegen, warum also nochmals anfordern?

Dann schrieb sie ganz dick und gross VERWEIGERT auf das Formular und ich bin sehr schnell und unfreundlich entlassen worden.

Ich habe ihr definitv gesagt, dass ich mich nicht für komplett arbeitsfähig halte, evtl. 3 Stunden täglich würde ich noch hinbekommen, mehr nicht - das interessiere sie nicht - sie sei die Ärztin und ich könnte mir keine Meinung zu meinem Zustand machen.
Ne - schon klar - ich bin nicht in diesem Körper und sie allwissende Spezialistin für seltene Krankheiten.

Ich erklärte der SB all dies und sie bot an, noch mal ein ärztliches Gespräch zu führen und diese Stellungsnahme zu bezweifeln, evtl. kommt es nochmals zu einer weiteren Untersuchung.

Aber, bis das soweit ist, können einige Wochen ins Land gehen und deshalb muss sie jetzt mit mir erstmal eine EGV abschliessen, sieht das Gesetz so vor.

Ich wollte ihr nicht schon wieder ihren Job erklären und liess sie drucken (siehe Anhang).

Soweit hört sich das alles ja ganz `harmlos´an – aber dazu würde ich gerne mal die Spezialisten hier hören.

Das Ziel ist ok.
Das Bewerberprofil ist anonym aufgenommen und wurde sogar korrigiert von Hilfsarbeiter/Datenerfasser ohne Schulabschluss und Kenntnisse (danke SB Hirnlos  voodoo ) auf meine akademischen Abschlüsse, Titel, Fähigkeiten, Kenntnisse und Beruferfahrungen.
Bewerbungskostenübernahme wurde zugesichert und Formulare ausgehändigt, ebenso für Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen..
Auch gab sie mir eine Menge Infos zu Eingliederungszuschüssen und sonstigen ergänzenden Zuschüssen mit.
Auch soll ich nur 4 Bewerbungen im Monat per e-mail, Telefon oder schrifftlich machen.
Soweit ok.
Bis dahin würde ich fast sogar schon auf die Idee kommen das evtl. zu unterschreiben, wenn da nicht so eine innerliche ganz grosse Sperre sich auftäte.
Aber dann kommen ja noch die Hinweise zur OA und Anpassungs und Änderungsgeschreibsel und die RFB, das würde ich natürlich alles am liebsten rausstreichen, da ja genügend im Gesetz geregelt.

SB hat mir gleich angeboten, da sie meine Einstellung zu all dem kennt, mir das alles in Ruhe durchzulesen, zu prüfen und bis zum 31.08. das zu unterschreiben und zurückzuschicken oder sie muss es mir dann leider als VA geben.

Die Kopie der ärztl. Stellungsnahme hatte ich dann ganz vergessen mir kopieren zu lassen und habe sie gleich schriftlich angefordert.
Es kam eine mail, sie schickt sie mir zu und möchte mich bitten, nach Erhalt des ärztlichen Gutachtens bei meinem Hausarzt vorzusprechen und mit ihm über die Möglichkeit einer Antragstellung nach dem Schwerbehindertenrecht zu sprechen. Entsprechende Unterlagen und Informationen werden mir zugesandt.Huh?

So, jetzt habe ich noch gute 2 Wochen Zeit mir zu überlegen, ob ich die EGV unterschreibe, allerdings entsprechende überflüssige Passagen durchstreiche und wieder eine Diskussion mit SB zu führen, oder doch gleich den VA vorziehe, denn dann habe ich zumindest dem allem nicht zugestimmt.
Ich habe was gegen EGV mit unzulässigen Verpflichtungen die schon im Gesetz drinstehen.




If You Want Blood - You've Got It ! ...
Patrik
Gast
« Antworten #1 am: August 12, 2010, 16:30:03 »

Das bewerberprofil sollte anonym nur veröffentlicht werden. Bist ja kein Buch in der Bücherrei das jeder lesen darf nach belieben

Der Unterstichene Satz ist auch für mich der Grund wieso ich nicht unterschreiben würde. Zu ungenau.

Zudem würde ich gegen das ärztliche Gutachten angehen wenn es deiner Ansicht (die die beste ist) nicht ok ist.

Zudem sind die Einträge des alten SB eine frechheit. Wenn du Beweismaterial hast könnte man da vielleicht gegen vorgehen.

Bei mir stand immer noch das ich als Helfer vermittelt werden soll.

Ich bin gelernter Fachverkäufer. Jut wa?

Daran hat man einen Anhaltspunkt das die dich gar nicht vermitteln wollen. Die sind nur daran interessiert dich aus der Statistik zu haben.

Warte aber noch ab was Moby schreibt.
Rotkäppchen
Gast
« Antworten #2 am: August 12, 2010, 16:38:55 »

Zu der gesundheitlichen Geschichte warte bitte auf Adimin.

Zur EGV kann ich nur sagen: Es gibt keine eGV, die korrekt ist. Aber das was ich als unzulässig betrachte, betrachten Ämter anders und die Richter scheinen die Ämter darin zu unterstützen. DAzu gab es auch einmal Urteil, das in etwa so lautete: "Es spricht nichts dagegen, wenn sich ein einer EGV auch Informationen befinden".

Ich persönlich schloss daraus, dass man sich nicht über Dinge streiten sollte, die keine Auswirkungen haben. Es darf nämlich nicht anders sanktioniert werden, als das Gesetz es vorsieht. Also lass sie dort ihre Infos und die Gesetzestexte reinschreiben und reg dich darüber nicht auf, denn es bringt nichts und du kannst davon keinen Nachteil haben.

Unter der Voraussetzung, dass nun der gesundheitliche Zustand eindeutig geklärt ist, kann die EGV tatsächlcih abgeschlossen werden. Ich sehe hier keinen Grund, um sie nicht abzuschließen. Man sagt dir die Bewerbungskosten ohne LImit zu, die Kosten für die Vorstellungsgespräche ebenfalls (stelle für alles bitte vorher einen Antrag), Einstiegsgeld sagt man dir auch zu (bist du Selbständig?), und alle 2 Monate will man von dir 8 Bemühungen sehen. Die Nachweisform wird nur als "Bewerbungsschreiben" angegeben. Kannst mal nachfragen, wie du telefonische Bewerbungen nachweisen sollst. ZAFs und befristete Stellen musst du "einbeziehen", d.h. von 8 Bemühungen alle 2 Monate solltest du auch 1 bei einer ZAF nachweisen können. Wenn du aber die 8 Bemühungen hast, stellt sich die Frage, ob die SB tatsächlich auf die ZAF pocht. Und wenn die SB dir einen Vermittlungsvorschlag schickt, solltest du dich innerhalb von 3 Tagen bewerben.

Mehr will man von dir nicht. Wenn du den Pflichten nicht nachkommst (d.h. die 8 Bewerbungen alle 2 Monate nicht vorweisen kannst), dann kannst du mit 30% Leistungssenkung sanktinioniert werden.

Wenn du das nicht unterschreibst, kommt das per VA. Man weiss nie, ob der VA mit der EGV identisch ist. Vielleicht hat deine SB darin eine Maßnahme vorgesehen. Andererseits ist der Verstoß gegen den VA in Hessen leicht einklagbar, weil es dazu ein Urteil gibt, dass es keine gesetzliche Grundlage bei Verstoß gegen den VA gibt.

Musst es selbst wissen, ob du dir das wegen so einer EGV mit einer Sanktion und einer Klage antun willst. Ich würde das nicht machen, denn auch ein Richter wird sich fragen, was du eigentlich gegen die EGV hattest.

Die Liebenswürdigkeit der SB würde ich mal darauf schließen, dass sie genau wusste, dass an der EGV nichts Böses dran ist. Wenn du sie nicht unterschreibst, kannst du den VA vermutlich erfolgreich einklagen, aber glücklich wirst du von diesem Ärger nicht.
tunga
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« Antworten #3 am: August 12, 2010, 18:58:43 »

Das bewerberprofil sollte anonym nur veröffentlicht werden. Bist ja kein Buch in der Bücherrei das jeder lesen darf nach belieben

Ja  - das habe ich schon abgeklärt - ist anonym

Der Unterstichene Satz ist auch für mich der Grund wieso ich nicht unterschreiben würde. Zu ungenau.

Ja dieser Satz stört mich auch und ich verstehe nicht wirklich was das im Endeffekt bedeutet.


Zudem würde ich gegen das ärztliche Gutachten angehen wenn es deiner Ansicht (die die beste ist) nicht ok ist.

Zudem sind die Einträge des alten SB eine frechheit. Wenn du Beweismaterial hast könnte man da vielleicht gegen vorgehen.
Das ist ja nicht alles was er so in den letzten Jahren fabriziert hat, vieles wurde schon ausgebügelt, aber ehrlich ich habe keine Lust mehr mich über den Schwachmaten weiter aufzuregen, der hat mich schon zuviel Nerven und ungerechtfertige Sanktionen mit all dem dranhängenden Mist gekostet.

Bei mir stand immer noch das ich als Helfer vermittelt werden soll.

Ich bin gelernter Fachverkäufer. Jut wa?

Daran hat man einen Anhaltspunkt das die dich gar nicht vermitteln wollen. Die sind nur daran interessiert dich aus der Statistik zu haben.

So sehe ich das mittlerweile auch - ich habe schon oft um Korrekturen der einfachsten Dinge gebettelt, nee, das geht irgendwie nicht.  wütend      Ich glaube wenn ich mit meiner Wand spreche versteht die mich mehr.

Warte aber noch ab was Moby schreibt.

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tunga
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« Antworten #4 am: August 12, 2010, 19:15:46 »

Zu der gesundheitlichen Geschichte warte bitte auf Adimin.

Zur EGV kann ich nur sagen: Es gibt keine eGV, die korrekt ist. Aber das was ich als unzulässig betrachte, betrachten Ämter anders und die Richter scheinen die Ämter darin zu unterstützen. DAzu gab es auch einmal Urteil, das in etwa so lautete: "Es spricht nichts dagegen, wenn sich ein einer EGV auch Informationen befinden".

Ja da habe ich meine Probleme mit, wenn es denn als Info/Auszug aus dem Gesetz gekennzeichnet wäre - ok - aber der Sache trau ich nicht wirklich.

Ich persönlich schloss daraus, dass man sich nicht über Dinge streiten sollte, die keine Auswirkungen haben. Es darf nämlich nicht anders sanktioniert werden, als das Gesetz es vorsieht. Also lass sie dort ihre Infos und die Gesetzestexte reinschreiben und reg dich darüber nicht auf, denn es bringt nichts und du kannst davon keinen Nachteil haben.

Da bin ich mir nämlich gar nicht so sicher, ich habe jetzt schon mehrfach erleben müssen, dass entgegen der Gesetze und DAs lustig drauflos sanktioniert wurde - erst bestrafen und dann nachfragen - sind wir im StGB?  bliink

Unter der Voraussetzung, dass nun der gesundheitliche Zustand eindeutig geklärt ist, kann die EGV tatsächlcih abgeschlossen werden.

Und genau das ist das Problem - die Ärztin sagt so- ich sage so - SB will neu klären lassen - und mit Sicherheit kommt dann ein anderes Ergebnis raus. Deshalb finde ich auch den Abschluss einer EGV jetzt für noch nicht, wenn überhaupt noch dann, unnötig.

Ich sehe hier keinen Grund, um sie nicht abzuschließen. Man sagt dir die Bewerbungskosten ohne LImit zu, die Kosten für die Vorstellungsgespräche ebenfalls (stelle für alles bitte vorher einen Antrag), Einstiegsgeld sagt man dir auch zu (bist du Selbständig?), Nein und alle 2 Monate will man von dir 8 Bemühungen sehen. Die Nachweisform wird nur als "Bewerbungsschreiben" angegeben. Kannst mal nachfragen, wie du telefonische Bewerbungen nachweisen sollst. die soll ich auf eine Liste schreiben  ZAFs und befristete Stellen musst du "einbeziehen", d.h. von 8 Bemühungen alle 2 Monate solltest du auch 1 bei einer ZAF nachweisen können. Wenn du aber die 8 Bemühungen hast, stellt sich die Frage, ob die SB tatsächlich auf die ZAF pocht. Und wenn die SB dir einen Vermittlungsvorschlag schickt, solltest du dich innerhalb von 3 Tagen bewerben.

Mehr will man von dir nicht. Wenn du den Pflichten nicht nachkommst (d.h. die 8 Bewerbungen alle 2 Monate nicht vorweisen kannst), dann kannst du mit 30% Leistungssenkung sanktinioniert werden.

Wenn du das nicht unterschreibst, kommt das per VA. Man weiss nie, ob der VA mit der EGV identisch ist. Vielleicht hat deine SB darin eine Maßnahme vorgesehen.
Das glaube ich nicht - die weiss ganz genau, dass ich mich weigere eine Massnahme wie EEJ o.ä. machen werde.
Andererseits ist der Verstoß gegen den VA in Hessen leicht einklagbar, weil es dazu ein Urteil gibt, dass es keine gesetzliche Grundlage bei Verstoß gegen den VA gibt. Wenn das mal mein alter SB endlich kapieren wolle......träum

Musst es selbst wissen, ob du dir das wegen so einer EGV mit einer Sanktion und einer Klage antun willst. Ich würde das nicht machen, denn auch ein Richter wird sich fragen, was du eigentlich gegen die EGV hattest.
Eigentlich nur, das meine gesundheitliche Situation noch nicht voll geklärt ist und ich das solange nicht als so sinnig betrachte

Die Liebenswürdigkeit der SB würde ich mal darauf schließen, dass sie genau wusste, dass an der EGV nichts Böses dran ist. Wenn du sie nicht unterschreibst, kannst du den VA vermutlich erfolgreich einklagen, aber glücklich wirst du von diesem Ärger nicht.

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Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« Antworten #5 am: August 12, 2010, 20:04:36 »

Und solange die gesundheitlichen Dinge nicht zweifelsfrei abgeklärt sind würde ich gar nix machen oder unterschreiben.

In einer EGV hat eben auch und gerade die gesundheitliche Situation Einzug zu halten.
Nach der eingestellten EGV bist Du voll einsetzbar. Da steht nichts von gesundheitlichen Einschränkungen, verminderten Einsatzzeiten etc.

Ich würde grundsätzlich gegen das Gutachten Widerspruch einlegen. Wunderheilungen sollen in letzten Jahren ja überhand nehmen. Deshalb werden alle wohl auch wieder religiös.... pfeifen

Ich kenne nun leider nicht Deine Vorgeschichte, aber was ich so herauslese sollte Dir eigentlich auch eine Erhöhung der GdB ermöglichen. Es kommt ja nun auch darauf an, ob es psychische oder pysische Behinderungen sind. Oder beides. Das muss alles bewertet werden.
Auch solltest Du evtl jetzt schon bei der Arge eine Gleichstellung beantragen. Als Behinderter Mensch.

Ist ab 30 % möglich und muss gewährt werden. Leider muss man manchmal die Argen davon überzeugen.

Beantrage bitte schriftlich die erneute Überprüfung, resp. lege Widerspruch gegen die letzte ein. Dann sollte die EGV hinfällig werden, da Dein Status ja noch ungeklärt ist.
Als nächste Instanz käme auch die Rentenuntersuchung in Frage.
Entweder über einen EU-Rentenantrag oder die Arge ruft die an. Sie ist oberste Instanz.

tunga
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« Antworten #6 am: August 20, 2010, 00:34:14 »

Und solange die gesundheitlichen Dinge nicht zweifelsfrei abgeklärt sind würde ich gar nix machen oder unterschreiben.

Das werde ich auch nicht habe ich jetzt beschlossen, denn dann erkläre ich mich ja damit einverstanden.
Die SB hatte ja von sich aus angeboten, nochmal eine Überprüfung in die Wege zu leiten. Da werde ich wohl aber noch lange drauf warten können.
Die EGV soll ja bis Ende des Monats unterschrieben sein, sonst VA - und ab 01.09. ist SB im Urlaub


In einer EGV hat eben auch und gerade die gesundheitliche Situation Einzug zu halten.
Nach der eingestellten EGV bist Du voll einsetzbar. Da steht nichts von gesundheitlichen Einschränkungen, verminderten Einsatzzeiten etc.

Habe jetzt mal wieder mein von ihr `korrigiertes´Profil auf der Jobbörse angeschaut - huch! da steht sogar VZ 40 Std.

Ich würde grundsätzlich gegen das Gutachten Widerspruch einlegen. Wunderheilungen sollen in letzten Jahren ja überhand nehmen. Deshalb werden alle wohl auch wieder religiös.... pfeifen

Beantrage bitte schriftlich die erneute Überprüfung, resp. lege Widerspruch gegen die letzte ein. Dann sollte die EGV hinfällig werden, da Dein Status ja noch ungeklärt ist.

Eine erneute Überprüfung werde ich jetzt mal beantragen und mitteilen, dass solange wie mein Staus unklar ist, ich die EGV nicht unterschreibe.
Leider liegt mir immer noch nicht das Gutachten vor, sondern nur die ärtzliche Stellungsnahme. (Gutachten könnte ich persönlich beim ärztlichen Dienst gegen Vorlage des Perso abholen - na prima, wieder fast 5 Euro Fahrtkosten.)
Aber selbst dagegen werde ich jetzt einfach mal formlos einen Brief schreiben, dass ich mich nicht richtig gesundheitlich eingeschätzt fühle.
Immerhin hatte ich ja mal das mit den max. 3 Std und da gings mir viel besser.

Muss mal mein Hirn aktivieren, um irgendeine gute Formulierung zu finden, ich tu mich da immer sehr schwer - bin noch viel am querlesen um mir viele Infos zu suchen und dabei gehts mir im Moment so richtig nervig blöde und will mich eigentlich nicht damit beschäftigen   nomore

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Rotkäppchen
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« Antworten #7 am: August 20, 2010, 02:48:54 »

Hast es doch schon halbwegs formuliert: "Leider liegt mir immer noch nicht das Gutachten vor, sondern nur die ärtzliche Stellungsnahme."


Dann kannst du in den Brief schreiben:

Sehr geehrte....

Leider habe ich noch keine Einsicht in das ärztliche Gutachten nehmen dürfen. Mir liegt nur die ärtzliche Stellungsnahme vor. Ich bitte um Zusendung einer Kopie bzw. Einsicht. Ich kann ansonsten meinen gesundheitlichen Zustand nicht einschätzen und sehe deshalb auch keinen Grund, um eine Eingliederungsvereinbarung zu unterschreiben.
tunga
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« Antworten #8 am: August 20, 2010, 13:49:47 »

 

und dann dachte ich mir irgendwie noch reinzuschreiben, dass eine EGV erst nach Feststellung der Erwerbsfähigkeit abgeschlossen werden soll und mit einzufliessen hat, wie erwerbsfähig man ist.
« Letzte Änderung: August 20, 2010, 14:02:03 von tunga »

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Rotkäppchen
Gast
« Antworten #9 am: August 20, 2010, 21:04:55 »

Hier mal die Urteile, die ich dazu habe:

- Beschluss des Landessozialgericht Rheinland-Pfalz vom 05.07.07, Aktenzeichen: L 3 ER 175/07 AS: "Es ist nicht zulässig, die Mitwirkung an einer ärztlichen Untersuchung in eine Eingliederungsvereinbarung aufzunehmen und das Alg II als Sanktion abzusenken, wenn er die ärztliche Untersuchung nicht vornehmen lässt. Eine Eingliederungsvereinbarung setzt nämlich voraus, dass die Erwerbsfähigkeit schon vorher festgestellt worden ist."

- Hessischen Landessozialgerichtes L 7 AS 251/08 B ER und L 7 AS 252/08 B ER 17.10.2008: "Die Prüfung der Erwerbsfähigkeit ist nicht tauglicher Regelungsgegenstand einer Eingliederungsvereinbarung. Eine mit einem Hilfebedürftigen, dessen Erwerbsfähigkeit zweifelhaft ist, geschlossene Eingliederungsvereinbarung ist nichtig."




Ich persönlich würde bei der SB nicht gerade mit Urteilen schießen. Wie wäre es, wenn du ihr schreibst, dass "Gem. einem Kommentar von Sonnhoff in: Juris-PK SGB II, § 15 Rz. 85.1, 115.1 "verstößt der Abschluss einer Eingliederungsvereinbarung mit einem Hilfebedürftigen mit fraglicher Erwerbsfähigkeitgegen den elementaren Leistungsgrundsatz des § 7 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 SGB II und ist daher gem. § 58 SGB X i.V.m. § 134 BGB nichtig."


Die Urteile kannst du dir für andere Situationen aufbewahren.
tunga
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« Antworten #10 am: August 20, 2010, 21:18:00 »

Vielen Dank für Deine Mühe!
Da hast Du mir sehr geholfen, da ich ja aus Hessen bin, passts natürlich um so besser - genau so was hat mir noch gefehlt.
 flowers

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