Storch HeinarStorch Heinar
Aktive Erwerbslose in Deutschland (AEiD)

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Übersicht Aktuelles Hartz IV Infobank Daily News Impressum Mitglieder Registrieren
News:


Seiten: 1 2 3 [4]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Grundeinkommen oder Grundsicherung - was ist das eigentlich?  (Gelesen 21016 mal)
Diago
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 7



« Antworten #45 am: Dezember 30, 2007, 21:35:33 »

Beim Grundeinkommen/Bürgeldmodelle muss man sich die einzelnen Konzepte genauer ansehen.

Herr Althaus möchte ein Bürgergeld von 800€ haben, davon sollen 200€ für die Krankenversicherung abgezogen werden, bleiben 600€
für Miete und Lebensunterhalt = für einen Single weniger als jetzt
mit H-4. Damit möchte man letztlich die Bürger zur Annahme jeglicher Jobs egal zu welchen Löhnen bewegen, denn der Zwang
wie bei H-4 würde mit dem Bürgergeld wegfallen.

Das bedingungslose Grundeinkommen nach dem Werner Modell hat
sieht auch keinen Zwang vor, nur ist die Finanzierung nicht so durchsichtig, die MwSt. soll bei dem Modell massiv erhöht werden.
Ich halte dieses Modell trotzdem für realistisch wenn man die anderen Sozialsysteme plus deren Verwaltung abschafft und eine
solide Finanzierung aufstellt ohne eine MwSt. Erhöhung auf 50%.

Auch die FDP hat ein Bürgergeldmodell, ist aber an Bedingungen gebunden und basiert im wesentlichen auf dem "Negativsteuerkonzept".

Grüne und Linke haben ebenfalls Grundeinkommes- Modelle.
Barney
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 13.571



« Antworten #46 am: Dezember 31, 2007, 00:11:46 »

Siehste, jeder nennt es Grundeinkommen oder so ähnlich und meint jedoch etwas ganz anderes.

Ich gebe keinem der Modelle eine Chance. Und zwar einfach aus dem Grund, weil die meißten unserer Abgeordneten aus dem öffentlichen Dienst kommen. Glaubst du, die machen sich selber arbeitslos?

Erst, wenn solche grundlegenden Entscheidungen per Volksentscheid beschlossen werden können, ist es möglich.

Konzentrieren wir uns daher erst einmal auf die Durchsetzung des Mindestlohnes. Davon profitieren alle.

Gruß Barney

Unsere Forderung:  Mindestlohn, Grundsicherung, Arbeitszeitverkürzung

Informieren Sie sich bitte selbst zu den hier behandelten Themen. Meine Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider.
Perestroika
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 17



« Antworten #47 am: Mai 28, 2008, 16:51:45 »


Zitat
Konzentrieren wir uns daher erst einmal auf die Durchsetzung des Mindestlohnes. Davon profitieren alle.

Besonders die "Arbeitslosen". Neuerdings träumen ja auch alle Menschen von "abhängiger" Beschäftigung, d.h. von einem Chef, von dem sie gegängelt werden. Alternative Arbeits- und Lebensformen, Genossenschaften usw sind Mega-out! Hast Du eigentlich schon mal einen Blick in die MEW-Bände geworfen? Sagt dir "Proletarier aller Länder * vereinigt euch!" was, bist Du schon mal auf die Parole Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnis! gestoßen, oder findest du nur das Bildchen von dem "Gammler" witzig?

Ja, denn viel Spaß beim "Mindestlohn"!

Perestroika
fit
Gast
« Antworten #48 am: Mai 28, 2008, 19:31:05 »


Nun, seid ihr streitbar auf gewerkschaftlicher Basis, wird das genau so wenig wie die Reformen à la Schröder.

Wer Reformen möchte, einigt sich per Basis auf paritätische Konsequenzen, ob hauet oder später durchsetzbar, spielt nicht die entscheidende Rolle. Reformfreudigkeit ist lange keine Systemveränderung. Ich traue Gewerkschaften ebenso wenig wie Politikern.

Ich möchte, dass sich das Volk durchsetzt, das erst einmal Wissen erlangen muss, was derzeit Politik fabriziert und will, was der Commerz andenkt und wie Lobbyismus wirkt. Solange dem Volk - übrigens, es ist nicht dumm - deren Machenschaften nicht bewusst und ebenso undurchschaubar sind, wird es manipulierbar sein.

Das Informationsfreiheitsgesetz hat es, das Volk, noch lang nicht ausgereizt.

Gruß                                   Mrgreen
niewtor

Ich hätt dazu ja noch mehr drauf, aber Stück für Stück.
Hartzkritik
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 8



WWW
« Antworten #49 am: November 07, 2008, 19:29:25 »

Ich habe mir nicht alle Beiträge durchgelesen, aber ich bin ganz klar für ein bedingungsloses Grundeinkommen! Die Argumente der meisten Leute dagegen beziehen sich in der Regel darauf, dass sich dann alle in die Sonne legen könnten und keiner mehr arbeiten würde.

Ich denke, da kommt selbst bei Betroffenen Hartz IV-Beziehern hoch, was die Gesellschaft in zwei Lager spalten. Klar gibt es die sogenannten Sozialschmarotzer. Nur wenn man genauer hinschaut, dann ist der Anteil derer an den Hartz-Beziehern eher gering, was die meisten Betroffenen selber wissen.

Man muss sich auch die Frage stelle, was diese Menschen dazu bringt oder brachte, sich in der sozialen Hängematte, die eigentlich keine mehr ist, langweilen. Das Zauberwort ist mal wieder Bildung! Dafür muss man allerdings teils bis zu 25 Jahre zurückblicken, um festzustellen, dass die Kürzungen im Bildungsbereich damals dass sind, was wir heute ernten.

Bildungsferne und damit ein Nicht-Bewusstsein in den Menschen, sich in die Gesellschaft einzubringen, bekommen dann einen Nährboden, wenn man eben im Bildungsbereich kürzt. Wenn dann heutzutage ganze Bevölkerungsschichten zwar prima mit der Playstation umgehen können, aber, wenn sie schon einen Bildschirm brauchen, nicht mal öfter Phoenix schauen, dann läuft etwas schief im Land, dass man schon als in Kauf genommene Volksverdummung dann ansehen muss. Wenn man dann auch noch erkennen muss, dass ganze Bevölkerungsschichten in unserem land einen Wortschatz besitzen und sich nicht mehr normal artikulieren können, allerdings diese Bevölkerungsschicht nach Respekt schreit, erkennt man wenigsten ein gewisses Unrechtbewusstsein, was diese Bevölkerungsschicht allerdings nicht so artikulieren kann, dass es auf die tauben Ohren unserer derzeitigen Politiker stösst.

Mit einem bedigungslosen Grundeinkommen also muss ein Wandel im Denken der Gesellschaft her. Dies kann nur durch Bildung, Bildung und noch mal Bildung geschehen, damit die Menschen auch ein Bewusstsein dafür bekommen, wie man sich in die Gesellschaft einbringen kann, selbst wenn nicht ausreichend Arbeit und Jobs vorhanden sind.

Zur Bildung gehört auch Kultur. Kutur gehört zu Dingen bei denen am meisten der Rotstift angesetzt wurde. Deutschland war einmal ein Land der Dichter und Denker. Jetzt ist es ein Land, in dem kannakisch in Teilen der Bevölkerung Umgangssprache ist. Bei diesen Bildungsfernen Menschen, oft in der zweiten oder sogar dritten Generation kann ein Bewusstsein für solche Dinge gar nicht aufkommen und anscheinend wird alles dafür getan, dass dies auch so bleibt.

Es wäre schlecht, wenn ganze Bevölkerungsteile zwar mit Bildung ausgestattet würden, aber diese Menschen aufgrund von Globalisierung und technischem Fortschritt, keiner Arbeit nachgehen können, weil es effektiv nicht genug Arbeit für alle gibt. Diese Menschen könnten dann nämlich anfangen, darüber nachzudenken, was sie von den derzeitigen Politkern vorgeschwafelt bekommen. Die Menschen, die für ihre Arbeit noch eine menschenwürdige Entlohnung bekommen verschwenden keinen oder kaum einen Gedanken daran. Sie laufen in Scharen den jetzigen Regierenden hinterher oder verkümmern in ihrer antipolitischen Verdrossenheit.

Wie es jetzt ist, werden bildungsferne Bevölkerungsschichten für dumm verkauft. Kein Computer und wenn, nur zum Daddeln und die aufbegehren, sind abgerutschte, die oftmals über einen Funken Restverständnis für Zusammenhänge und Politik durch ihre Bildungsnähe verfügen. Das es dabei immer noch Menschen gibt, die Überkontrolle wollen, zeugt von einer Verunsicherung darüber, was plötzlich geschieht, wenn niemand mehr da ist, der ihnen sagt, wo sie lang zu laufen haben.

Nur genau dass ist dann wieder dass, warum jemand den zweiten Weltkrieg anfangen konnte. Es gab jemanden, der sagte, in welche Richtung ein riesen Haufen verunsicherter laufen soll. So sind sie halt, wir Deutschen! Nur ist das jetzt 60 Jahre her und wir leben in einer globalisierten und modernen Welt und dazu gehört eben auch, dass man durch Bildung lernt, in welcher Richtung jeder für sich laufen möchte, ohne dass eine Anweisung dazu von oben kommt. Dazu gehört, dass jedenfalls ich mir aussuchen möchte, auch wenn man gerade mal über ein jahr lang keinen Job hat, wo ich wohnen möchte und wie ich wohnen möchte. Es gehört dazu, dass ich, auch wenn ich nichts zu verbergen habe, nicht möchte, das Behörden wissen, wie es auf meinem Konto aussieht. Und ich möchte nicht, dass jemand in meine Wohnung kommt, um mich in irgendeiner Form kontrolliert. Schließlich gehört auch dazu, dass ich mich nicht rechtfertigen muss, Monat für Monat, dass ich keine Arbeit habe, weil nicht genug Arbeit und Jobs, von denen man leben kann, vorhanden sind. Vorallem möchte ich nicht dass immer dann verlieren müssen, was ich mir erarbeitet habe, sollte ich mal länger arbeitslos sein.

Es gäbe eine einzige Legitimation für Hartz IV. Nämlich dann wenn wirklich für jeden Menschen in diesem Land Arbeit vorhanden wäre und die Entlohnung in einem Maß wäre, bei der man ohne staatliches zutun leben könnte. Dies ist nicht der Fall, also muss man eine solche gerechte soziale Absicherung schaffen, bei der die Menschen in eigener Verantwortung trotzdem ihr Leben frei gestalten können, soweit es dann ihre Geldbörse zu lässt.

Eure "ARGEn Erlebnisse" könnt ihr anonym bei Hartzkritik einstellen lassen, damit die Menschen sehen, wie entrechtend dort mit Menschen umgegangen wird!
lieselotte
Gast
« Antworten #50 am: November 08, 2008, 22:44:38 »

Ich würde es auch begrüßen. Bedingungslos und ausreichend.

Bedingungslosigkeit setzt ein Umdenken unserer Gesellschaft voraus, noch sind wir viel zu sehr im gewohnten Denkmuster verstrickt. Ohne Leistung keine Belohnung. Lässt sich ganz bestimmt nicht ändern.

Es wird bei der hohen Konsumsteuer gerade für so zum (Über)Leben reichen. Wer sich mehr als mit unseren jetzigen Sozialleistungen leisten will, muss mit weiteren Einkommen seinen Konsum sichern. 
Auch wird es weiterhin Faulpelze geben, denen ein Einkommen ohne Zwang zur Gegenleistung nicht gegönnt ist. Und die, die ihren Lebensstandard mit nicht legalen Tätigkeiten steigern.

Und womit lässt sich die Motivation zur Bildung steigern? Sicher nicht  durch ein gesichertes Einkommen. Vielleicht wird damit sogar der Wille zur Bildung aus gebremst. Wo doch das Grundeinkommen ein entspanntes Leben in Aussicht stellt. So ohne Bedingungen.   
Nur durch das Grundeinkommen wird in einem Faulpelz kein Bildungsdrang entstehen.
Es sei denn, es gibt eine Bedingung. Und die Kontrolle, damit die Bedingung erfüllt wird.

Aber ist es nicht eben dieses bedingungslose, das uns von den Zwängen der Leistung befreien soll? Wozu muss dann ein Wandel her? Und dieses Muss setzt schon wieder eine Bedingung. Von wem soll sie gestellt werden? Und kontrolliert?
Abgesehen davon sehe ich meinen Beitrag für die Gesellschaft in der hohen Konsumsteuer, die ich als Preis für das Grundeinkommen zu leisten habe.


 sünny
niewtor
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 3.451



« Antworten #51 am: Januar 12, 2009, 17:07:20 »


Für diejenigen, die sich für Grundeinkommen - auch ein bedingungsloses - interessieren, wird man sich hier im Anhang reichlichst erwärmen können.

Gruß
niewtor

« Letzte Änderung: Januar 12, 2009, 21:27:31 von niewtor »

Ich wünsche jedem mit viel Macht neben dieser Aufgabe etwas, bei dem es um Höheres geht, als um ihn selbst.
lieselotte
Gast
« Antworten #52 am: Januar 12, 2009, 18:55:40 »

Einige Infos auch hier

http://www.bgeinfo.de/
niewtor
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 3.451



« Antworten #53 am: Januar 13, 2009, 00:36:48 »


Es gibt eine engereichte Petition von Susanne Wiest, die das BGE nach Götz Werner zum Inhalt hat:
Die Zeichnungsfrist endet für Interessierte am 10.02.2009.

Ich halte das Modelle nach Götz Werner für nicht optimal, da er eine Steuer nur über Verbrauch erheben möchte. Das schafft nur Vorteile für Unternehmer. Beispiel nach Götz Werner, das bei ihm und Unternehmern natürlich auch auf reichlich Interesse stößt:
               
BGE   Lohn/             1/2     stpfl. 
       Gehalt    Eink.   Eink.    Eink.   

1000       0   1000     500   -500   -50%
1000    500   1500     750   -250   -17%
1000   1000   2000   1000       0      0%
1000   2000   3000   1500    500    17%
1000   4000   5000   2500   1500    30%
1000   8000   9000   4500   3500    39%

 
               
« Letzte Änderung: Januar 13, 2009, 13:18:29 von niewtor »

Ich wünsche jedem mit viel Macht neben dieser Aufgabe etwas, bei dem es um Höheres geht, als um ihn selbst.
niewtor
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 3.451



« Antworten #54 am: Januar 13, 2009, 00:53:35 »


Noch Lust zur Arbeit beim BGE?


Günter Sölken vom Netzwerk Grundeinkommen hat sich damit 2006 bereits auseinandergesetzt.



Ich wünsche jedem mit viel Macht neben dieser Aufgabe etwas, bei dem es um Höheres geht, als um ihn selbst.
niewtor
Normale Mitglieder
*
Offline Offline

Beiträge: 3.451



« Antworten #55 am: Januar 13, 2009, 04:37:27 »

Die Finanzierung eines abGE grob skizziert
(abGE = allgemeines bedingungsloses Grundeinkommen)

Zitat von:  attac Duisburg, (Brahmann, Hieronimy, Sawatzki, Wendt)
1. Auflage, Oktober 2007

Kapitel 3: Finanzierung

[...]

Finanzierung des bGE im Einzelnen

Zunächst einmal ermitteln wir den jährlichen Gesamtbedarf des angedachten Modells.
 
Wenn man 82 Millionen Menschen in der Bundesrepublik ein Brutto-bGE von 1.800,- Euro monatlich zahlen möchte, käme man auf ein Gesamtvolumen von monatlich 147,6 Mrd. Euro oder jährlich 1.771,2 Mrd. Euro. Eine zunächst sehr gewaltig anmutenden Summe.
 
Kann so eine Summe überhaupt finanzierbar sein? – Ja, sie kann!

Zunächst einmal würden sich ja 35% der Summe (nämlich rund 620 Mrd. Euro) aus dem bGE selbst finanzieren, nämlich aus der solidarischen bGE-Abgabe auf das Brutto-bGE.
 
Blieben runde 1.151 Mrd. Euro netto zu finanzieren übrig. Davon entfielen 542 Mrd. Euro 14 auf die umverteilende Wirkung der bGE-Abgabe auf alle privaten Einkommen. (Laut Statistischem Bundesamt betrug das Nettonationaleinkommen in 2005 1.914 Mrd. Euro. Daraus 35% wären gar rund 670 Mrd. Euro.)

Bliebe ein schon sehr viel fassbarerer Rest von 609 Mrd. Euro.

Nächster Finanzierungsschritt wäre die Einführung einer Ressourcen- und Infrastruktur-Nutzungs- und Verbrauchsabgabe 15 auf alle zur Erzielung eines Einkommens gerichteten wirtschaftlichen Tätigkeiten. Hier wären einige Elemente aus dem Konzept der „Bundesarbeitsgemeinschaft Grundeinkommen in und bei DieLinke“ vom Juli 2006 16 zusammengefasst und sehr wesentlich erweitert. Die BAG GE geht in ihrem Konzept in den Punkten der Finanzierung 3) Sachkapitalsteuer, 4) Primärenergiesteuer und 7) Luxusumsatzsteuer von Gesamteinnahmen in Höhe von 213 Mrd. Euro aus. Da die Ressourcen- und Infrastruktur-Nutzungs- und Verbrauchsabgabe wesentlich breiter angedacht ist, lässt sich hier auch ein höherer Ansatz veranschlagen. Wir setzen hier 350 Mrd. Euro an.

Blieben also noch 259 Mrd. Euro zu finanzieren. Vom ursprünglichen Betrag sind das lediglich noch runde 15%, welche aus Steuermitteln oder steuerähnlichen Mitteln zu decken wären.

Hier kämen in Frage:

   • Tobin-Steuer von 0,2% auf alle Devisenumsätze internationaler Devisengeschäfte (zur Besteuerung kurzfristiger
          Spekulationen mit ausländischen Währungen). 17 Nach Berechnungen von attac rund 24 Mrd. Euro
   
   • Vermögenssteuer. Nach Steuerkonzept der Partei DieLinke rund 25 Mrd. Euro
   
   • Börsenumsatzsteuer in Höhe von 1% auf Erstemissionen und 1,5% auf den Sekundärhandel18 Einnahme: ca. 35
          Mrd. Euro (ggf. Kombination mit einem Modell einer erweiterten Tobin-Steuer)
   
   • Umlenken der Ausgaben für ALG II (Hartz IV) und Sozialhilfe – 30 Mrd. Euro
   
   • Sämtliche eingenommenen Bussgelder werden zur Finanzierung des bGE zweckgebunden, geschätzt 5 Mrd. Euro
   
   • Die kostenoptimierte und effizientere gemeinsame Einziehung von Steuern, bGE-Abgabe und
          Kranken-/Pflegeversicherung sowie verschärfte Massnahmen zur Eindämmung von Steuerhinterziehung. Zum
          Einen, wer dreimal wegen Steuerdelikten verurteilt wurde, gilt als Wiederholungstäter und muss fürderhin
          nachweisen, dass er sein Einkommen legal und versteuert erzielt hat (Beweislastumkehr). Zum Anderen
          Einführung von Plausibilitätsprüfungsverfahren bei der Steuererhebung auf Einkommen und Ausgaben. Drittens
          verschärftes und erweitertes Fahndungs- und Prüfungsverfahren. Viertens Einführung des Grundsatzes „Wer
          deutscher Bürger ist, zahlt auch in Deutschland Steuern und Abgaben“. Einnahmen zurückhaltend geschätzte
          125 Mrd. Euro.
   
   • Streichung von Subventionen bzw. Einführung einer Besteuerung für Kernenergie, Eigenheimzulage, Flugbenzin,
          Arbeitsplatzexport uvm. (ggf. einzuarbeiten in die Ressourcen- und Infrastruktur-Nutzungs- und
          Verbrauchsabgabe) Einnahmen rund 30    Mrd. Euro (sehr zurückhaltende Schätzung, Betrag durchaus massiv
          steigerungsfähig)
   
   • Einsparung vielfältiger Verwaltungskosten der öffentlichen Haushalte. Rund 10 Mrd. Euro
   
Macht bei noch zu finanzierenden 259 Mrd. Euro einen Finanzierungsbeitrag von 284 Mrd. Euro, das hiesse sogar einen Überschuss von 25 Mrd. Euro.

Noch keinerlei Ansatz in den Berechnungen hat eine zwingend fällige Anpassung des Körperschaftssteuerrechts gefunden. Das heisst, in diesem Finanzierungsmodell werden Körperschaften zunächst einmal, von der Ressourcen- und Infrastruktur-Nutzungs- und Verbrauchsabgabe abgesehen, neutral bewertet.

Ein anzudenkender Umbau der kompletten Altersversorgung, das heisst Rente als auch Pensionen, würde möglicherweise weitere Mittel entsprechend freiwerden lassen. Auch ist in die Finanzierung nicht eingerechnet, welche Mittel die Gesamthand durch den Wegfall nicht mehr zu erbringender ergänzender Sozialhilfe auf Niedrigrenten bzw. Niedrigpensionen einsparen würde.
 
Ein paar Schlussbemerkungen zum Thema der Finanzierung:
Es sprengt den Rahmen der Möglichkeiten einer kleinen Gruppe, gar den eines einzelnen Menschen, die Finanzierung eines dermassen umfangreichen politischen Projektes sozusagen auf Heller und Pfennig auszugestalten. Von daher kann man nur aufzeigen, dass es zu finanzieren ginge und in etwa wie es zu finanzieren wäre. Dies setzt nichts Anderes als den politischen Willen voraus! Den Autoren ist klar, dass es sicherlich Einiges an Wenn und Aber zu diskutieren gibt, was auch sicherlich für viele andere Punkte ausserhalb der Finanzierung gilt. Um es noch einmal deutlich zu sagen: Der Ehrgeiz war, klarzustellen, dass es zu finanzieren geht, nicht, wie in jeder Einzelposition genau.

Da alle ernsthaften Befürworter eines Grundeinkommens in ziemlicher Übereinstimmung davon ausgehen, dass ein solches Projekt in viele Bereiche der Gestaltung des sozialen Lebens einer Gesellschaft eingreift, sind auch manche „Synergie-Effekte“, welche ohne Zweifel auftreten werden, noch überhaupt nicht klar vorauszuberechnen. Das gleiche gilt für die sogenannten weichen Faktoren, also, die Faktoren an Ausgaben der Gesamthand, die sich mit der Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens sparen lassen werden, oder zumindest erheblich vermindern. Als stellvertretendes Beispiel möchten wir hier nur Kosten zur Bekämpfung armutsbedingter Kriminalität nennen.



Ziemlich trefflich, wie ich finde. Insgesamt beschreiben die weiteren Details recht einsichtig die entstehenden Kosten und ihre Finanzierung.
« Letzte Änderung: Januar 13, 2009, 13:07:15 von niewtor »

Ich wünsche jedem mit viel Macht neben dieser Aufgabe etwas, bei dem es um Höheres geht, als um ihn selbst.
Seiten: 1 2 3 [4]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.11 | SMF © 2006-2009, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
Seite erstellt in 0.093 Sekunden mit 21 Zugriffen. (Pretty URLs adds 0.011s, 2q)
© Design 2010 - 2020 by Rudi Wühlmaus