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Autor Thema: Wohin gehöre ich?  (Gelesen 5153 mal)
fit
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« am: März 01, 2007, 05:25:03 »


Wohin gehöre ich?
Neun "Typen" in Deutschland"

(entnommen n-tv, zusammengestellt von Jochen Müter)



Neben dem "Abgehängten Prekariat", um das ein heftiger politischer Streit entbrannt ist, definiert die Studie "Gesellschaft im Reformprozess" der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung acht weitere "politische Typen" in der deutschen Gesellschaft. Ein genauer Blick darauf lohnt sich, denn Angst vor sozialem Abstieg und Armut spielt sich nicht nur in der "neuen Unterschicht" ab.

Von den 3.021 Befragten, die der Studie zugrunde liegen, geben immerhin 63 Prozent an, gesellschaftliche Veränderungen machten ihnen Angst. 46 Prozent empfinden ihr Leben als "ständigen Kampf". Und 44 Prozent fühlen sich "vom Staat alleine gelassen". Auffälliger noch: 61 Prozent der Befragten meinen, es gebe keine Mitte mehr, nur noch "Oben und Unten".

Doch wo kann sich der Einzelne wiederfinden? Hier die "politischen Typen" aus der Studie:



1. Die "Leistungsindividualisten" (11 Prozent):
Sie kommen "aus gutem Hause", den elterlichen Status jedoch haben sie noch nicht erreicht. Unter ihnen: ein hoher Anteil "besser gebildeter" Personen, viele Angestellte mit Führungsaufgabe, Beamte im gehobenen Dienst, Selbstständige. Sie haben kaum finanzielle Probleme, sorgen privat für das Alter vor, Materielles spielt eine wichtige Rolle. Das Leben erscheint angenehm, es herrschen ein großes Sicherheitsgefühl und Zuversicht. Sie möchten eine Gesellschaft, die sich an Leistung orientiert, und glauben an Aufstiegschancen.

2. Die "Etablierten Leistungsträger" (15 Prozent):
Sie haben einen ähnlichen Status wie die Eltern erreicht, viele Angestellte, darunter Facharbeiter, Vorarbeiter und Meister, aber auch viele Selbstständige finden sich in dieser Gruppe. Überwiegend wohnen sie im ländlich-kleinstädtischen Bereich. Sie sind mit der Sicherheit des Arbeitsplatzes, der Bezahlung und den Freiheiten bei der Arbeit sehr zufrieden. Das Haushaltseinkommen ist hoch, es gibt Vermögen und private Altersvorsorge. Das Materielle hat einen hohen Stellenwert, das Leben wird stark an Konventionen ausgerichtet. Religion gehört als Tradition zum Leben, der Glaube hat jedoch keine große Orientierungsfunktion. Das Interesse an Politik ist überdurchschnittlich, gleichzeitig gibt es eine Distanzierung von der Idee des Sozialismus.

3. Die "Kritische Bildungselite" (9 Prozent):
Der am besten gebildete "politische Typ", hoher Beamtenanteil, viele freie Akademiker, höchster Anteil an Schülern und Studenten. Mehrheitlich aus der Großstadt stammend, zeigt größte berufliche Mobilität. Distanziert sich von zu starker Orientierung an Einkommen und Aufstieg. Hat das höchste Haushaltsnettoeinkommen aller Gruppen, daher auch wenig finanzielle Sorgen. Allerdings: Vermögen wurde noch nicht aufgebaut, das Materielle ist weniger wichtig. Hauptinteresse gilt der persönlichen Weiterentwicklung, umfassende Bildung hat sehr hohen Stellenwert, ebenso wie gesellschaftliches Engagement. Neben einer persönlichen Zuversicht gibt es eine große Skepsis gegenüber der gesellschaftlichen Entwicklung. Dabei Negation von Konventionen und Bürgerlichkeit.

4. Das "Engagierte Bürgertum" (10 Prozent):
Hoher Anteil besser gebildeter Personen, höchster Anteil an Freiberuflern, sehr hoher Frauenanteil. Stark im öffentlichen Dienst; entsprechend groß ist die Arbeitsplatzsicherheit, allerdings auch das Gefühl, nicht leistungsgerecht bezahlt zu werden. Hat den Eindruck, den Lebensstandard auch in Zukunft halten zu können; generell jedoch hat Materielles einen weniger großen Stellenwert. Legt großen Wert auf gesellschaftliches Engagement und die Zukunft der Kinder, steht Veränderungen und Neuem aufgeschlossen gegenüber. Religion und Glaube haben Orientierungsfunktion, nur eine Minderheit hat keine Berührung mit Glaubensfragen. Sicherheitsaspekte und konkurrenzbetontes Verhalten sind eher unwichtig. Gewünscht wird eine liberale, tolerante Gesellschaft bei latenter Technik-Kritik und der Verurteilung von Sozialmissbrauch. Zeigt starkes Engagement in Ehrenämtern und NGOs, kann der Idee des Sozialismus jedoch wenig abgewinnen.

5. Die "Zufriedenen Aufsteiger" (13 Prozent):
Kommen aus einfachen Verhältnissen, haben gesellschaftlichen Aufstieg geschafft. Überwiegend einfache Schulbildung, aber überdurchschnittlich viele hochqualifizierte Angestellte und Personen mit Führungsaufgaben, viele Landwirte und kleine Selbstständige. Zeigen beruflich viel Eigeninitiative und sind bereit, "Bestleistungen" zu bringen. Von allen "politischen Typen" die höchste berufliche Zufriedenheit. Das monatliche Haushaltseinkommen liegt etwas über dem Durchschnitt, es gibt eine solide finanzielle Grundlage, es gibt wenige materielle Sorgen und kaum Einschränkungen. Sie sehen sich häufiger auf der Gewinner-Seite, und der persönlichen Weiterentwicklung kommt eine große Bedeutung zu. Der Glaube an Gott hat eine starke Orientierungsfunktion, die Bereitschaft zur Übernahme von sozialer Verantwortung ist groß.

6. Die "Bedrohte Arbeitnehmermitte" (16 Prozent):
Häufig einfache oder mittlere Schulbildung, viele Arbeiter; alle Altersgruppen sind vertreten, häufig im kleinstädtischen Milieu. Einfaches bis mittleres Tätigkeitsniveau, vor allem in Großbetrieben. Geringe Gestaltungsspielräume, dabei ein eher traditionelles Arbeitsverständnis. Orientierung stark an Lohnhöhe, sicherem Arbeitsplatz und geregelten Arbeitszeiten. Insgesamt mit der beruflichen Situation weniger zufrieden. Leicht unterdurchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen, dennoch relativ zufrieden mit finanzieller Situation. Zugleich perspektivisch Angst, den Lebensstandard nicht halten zu können. Starke Verunsicherung im Hinblick auf das eigene Leben und die Zukunft der Kinder, weniger Rückhalt in sozialen Kontakten, fühlt sich vom Staat allein gelassen. Große Bedeutung hat, anderen zu zeigen, dass man sich viel leisten kann. Wunsch nach einem regulierenden Staat, der den Bürgern umfassende Absicherung garantiert; häufig wird akzeptiert, dass man so viel staatliche Leistung "mitnimmt" wie man kriegen kann.

7. Die "Selbstgenügsamen Traditionalisten" (11 Prozent):
Sehr einfache Tätigkeiten, traditionelle Arbeitsverhältnisse mit festen Arbeitszeiten und hoher Kontrolle, stellen geringe Ansprüche an Arbeit und zeigen geringe berufliche Orientierung. Unzufriedenheit mit der beruflichen Situation, Gefühl der starken Kontrolle und der nicht-leistungsgerechten Bezahlung mit unsicherer Perspektive. Weit unterdurchschnittliches Einkommen, müssen sich in Vielem einschränken, weil das Geld knapper wird. Lebensstandard eher bescheiden, Zufriedenheit gering. Wenig Selbstvertrauen, wenig soziale Sicherheit bei dem höchsten Anteil Alleinlebender. Glaube an Gott gibt ihnen mehr als den anderen "politischen Typen" Kraft und Orientierung. Verurteilen Sozialmissbrauch, wünschen sich einen regulierenden Staat, der dem Gemeinwohl verpflichtet ist. Ausgesprochen politikfern, wenig politisches Interesse, wenig Zutrauen in die Lösungskompetenz der Politik. Große Probleme, die Sprache der Politiker zu verstehen. Empfinden Nachteile durch Reformen, wollen eher deren Aussetzung.

8. Die "Autoritätsorientierten Geringqualifizierten" (7 Prozent):
Kommen aus sehr einfachen Verhältnissen, haben den "Aufstieg im Kleinen" aber geschafft. Einfache Schulbildung, sehr hoher Rentner-Anteil, häufig aus Berufs-Sparten, die keine Ausbildung fordern; folglich höchster Anteil ungelernter Arbeiter. Fühlen sich häufiger ständigem Druck der Arbeit ausgesetzt und sind der Meinung, ihr Leben werde zu sehr von der Arbeit bestimmt. Häufig selbst bzw. in der Familie mit Arbeitslosigkeit konfrontiert, insgesamt mit ihrer Arbeitssituation aber relativ zufrieden. Weit unterdurchschnittliches Einkommen, viele Empfänger staatlicher Transferleistungen. Häufig angespannte finanzielle Situation, oft Schulden. Große Angst, den erreichten bescheidenen Lebensstandard zu verlieren und auf Sozialhilfe angewiesen zu sein. Empfinden Leben häufig als Kampf, haben aber überdurchschnittlichen Glauben an sich selbst. Wollen regulierenden Staat, der Absicherung garantiert, sehen dabei die Schere zwischen Arm und Reich sich immer weiter vergrößern.

9. Das "Abgehängte Prekariat" (8 Prozent):
In der Vita gesellschaftlicher Abstieg, einfache bis mittlere Bildung. Höchster Arbeitslosenanteil, höchster Anteil an Arbeitern, viele einfache Angestellte, hoher Männeranteil, häufig im ländlichen Raum. Kann sich wenig mit der Arbeit identifizieren, fühlt sich stark unter Druck. Geringe berufliche Mobilität und Aufstiegsorientierung. Hat von allen Gruppen die geringste berufliche Sicherheit, der aktuelle Arbeitsplatz ist nicht sicher. Daher auch starke Unzufriedenheit. Sehr niedriges Monatseinkommen, kaum Wohneigentum oder finanzielle Rücklagen, oft Schulden, wenig familiärer Rückhalt. Empfindet gesamte Lebenssituation als ausgesprochen prekär, gepaart mit starken Zukunftssorgen. Große Befürchtung, selbst den niedrigen Lebensstandard in Zukunft nicht halten zu können. Fühlt sich gesellschaftlich im Abseits und auf der Verliererseite. Wenig Orientierung, fühlt sich vom Staat alleine gelassen. Sieht in Abschottung gegenüber Ausländern mögliche Lösung der Probleme.



Vielleicht sollte dies eine Umfrage werden können?   
fG                                                
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« Antworten #1 am: Januar 14, 2009, 00:30:28 »

Auswanderungsgedanken?
Dieter Wanner hat wohl die Nase voll von Deutschland

Zitat von:  Dieter Wanner, Klipphausen

« Den Kopf frei bekommen. Weitere "Entscheidungshilfen" für das Auswandern »
Deutschland macht die Entscheidung leicht!


http://dieters-gedanken.blog.de/2009/01/09/deutschland-macht-entscheidung-leicht-5349028

von dwanner 09.01.2009 – 15:23:57

Es wird immer heftiger, was in Deutschland so passiert. Nicht die große Politik, sondern die Umsetzung von Richtlinien, Vorschriften und Gesetzen. Derer gibt es mehr als genug. Ich glaube, über den Unfug, der hier verzapft wird, sollte man mal ein Buch schreiben.

Wir haben hier in den letzten Monaten aus dem näheren Verwandte-, Bekannten- und Freundeskreis Dinge gesehen und zu hören bekommen, bei denen man sich fragt, ob es es in Behörden noch irgendwo intelligentes Leben gibt. Falls ja, versteckt es sich aber sehr gut.

Erster Fall:
Ein junger Mann hat sich vor 5 Jahren im Rahmen einer Ich-AG selbständig gemacht und und fällt nun unter die Handwerker-Altgesellen-Regelung. Das heißt, er wird als meisterähnlicher Betrieb anerkannt. Das bedeutet, dass er in die Handwerkskammer eingetragen wurde. Jahrelang hat er in eine private Rentenversicherung eingezahlt, was nun nichts mehr wert ist. Denn mit dem Beitritt zur Handwerkskammer MUSS er sich gesetzlich rentenversichern. Und zwar mit einem Minestsatz von 400 Euro, was sein Einkommen nach Abzug der anfallenden immensen Kosten (sein Angestellter kostet über 100% Lohnnebenkosten auf den Bruttolohn) in negative Bereiche bringt.

Das heißt, ab sofort muss er Geld von zu Hause mitbringen, um arbeiten zu können. Konsequenz: Firma schließen, Angestellten entlassen. Danke, Deutschland!

Zweiter Fall:

Ein Bekannter ist seit Jahren arbeitslos. Er bemüht sich selbst um Arbeit und findet welche als geringverdienender Taxifahrer. Mit der Meldung, dass er sich einen Teil der Unterstützung hinzuverdient, kommt die Aufforderung des Arbeitsamtes, die ihn zwingen will, den Job wieder aufzugeben, um einen befristeten 1-Euro-Job anzunehmen. Als er es ablehnt, diesen Schwachsinn mitzumachen, werden alle Leistungen gestrichen. Danke, Deutschalnd!

Dritter Fall:

Im Baugewerbe gibt es seit zwei Jahren die sogenannte Durchgriffshaftung. Kleinunternehmer stellen ihrem Auftraggeber ihre Leistung ohne Mehrwertsteuer in Rechnung und bekommen sie bezahlt. Wenn aber der Auftraggeber pleite geht oder die Mehrwertsteuer nicht ans Finanzamt abführt, müssen die Subunternehmer für die Mehrwertsteuer ihres Auftraggebers aufkommen. Was gerade im Bekanntenkreis dazu geführt hat, dass ein Handwerker mir 25 Angestellten von einer Minute zur anderen die Firma schließen musste, weil das Finanzamt von ihm Summen vom Auftraggeber einfordert, die er in 100 Jahren nicht aufbringen kann. 25 Leute stehen auf der Straße und bekommen staatliche Unterstützung, Firma ist dicht, Chef bekommt nun auch Sozialhilfe. DAS ist doch ein tolles Geschäft für den dusseligen Staat. Danke, Deutschland!

Übrigens: Es sind über 20 Handwerkerfirmen davon betroffen!

Vierter Fall:
Ein Bekannter hat einen  Wald als Jagdrevier gepachtet. Damit Feuerwehr und Löschfahrzeuge in den Wald kommen, gibt es von den Forstbehörden staatliche Zuschüsse, um die ausfahrenen Waldwege besser zu befestigen, zu verbreitern und für schwere Fahrzeuge befahrbar zu machen. Gemacht, getan!
Dann kam ein Schreiben mit einer Strafanzeige vom Umweltamt. Genau diese vom Staat geförderte Maßnahme ist zwar seitens der Forstbehörde förderfähig, jedoch nach Umweltgesetzen verboten. Fazit: Eine hohe Geldstrafe, die die Fördermittel bei weitem überschreitet. Danke für deine Dämlichkeit, Deutschland!

Fünfter Fall:

Wer heute Spaß daran hat, privat der Fliegerei zu fröhnen, muss regelmäßig seinen Flugschein erneuern. Dass die Intervalle massiv verkürzt wurden, ist nicht wirklich nachzuvollziehen, aber was macht man nicht alles zugunsten seines Hobbys. Dass aber seit drei Jahren jeder Privatpilot, UL-Pilot oder Gleitschirmflieger auch seine politische Zuverlässigkeit im Rahmen einer Prüfung  nachweisen muss, ist unglaublich - aber wahr.
Dieses Gesetz von Herrn Innenminister Schäuble wurde übrigens weitgehend einem Dossier der DDR-Staatssicherheit entnommen. Also übernimmt die Bundesregierung klammheimlich die Bespitzelungsmethoden des Klassenfeindes. War wohl in Sachen Überwachung doch einiges richtig gut in der DDR? Zumindest gut genug für den Herrn Innenminister. Danke, Deutschland!

Sechster Fall:

Vor zehn Jahren bekam ein Selbständiger Besuch von der Steuerfahndung: "Wo haben Sie die halbe Million gelassen, die Sie hinterzogen haben?" Der Betroffene wusste nicht einmal was die Steuerfahndung meinte. Es wurden alle Konten gesperrt, das Haus, sein Auto und sein Flugzeug zwangsversteigert. Das führte dazu, dass der Betroffene von einer Minute zur anderen pleite war, denn er hatte kein Geld und Vermögen mehr und die Anzahl der Gläubiger wuchs von Woche zu Woche, weil er nun weder die Miete noch sonstige Kosten wie Telefon, Versicherungen, Strom oder Gas bezahlen konnte. Er musste die Eidesstattliche Versicherung (früher: Offenbarungseid) ablegen.

Acht Jahre später kam ein Schreiben von der Steuerfahnung, dass das Verfahren eingestellt worden war. Es hatte sich herausgestellt, dass ein Fremder die Briefköpfe von ihm benutzte, um gezielt gefälschte Rechnungen zu stellen, von denen der Betroffene natürlich nichts wissen konnte.

Unser ehemals Selbständiger trat nun an das Finanzamt heran und verlangte die Wiederbeschaffung der beschlagnahmten Gegenstände und Geldwerte. Die Antwort des Finanzamt war ernüchternd: Er könne das Finanzamt ja auf Rückgabe verklagen, aber man würde durch alle Gerichtsinstanzen gehen, weil Berlin kein Geld habe. Das würde mehr kosten als alles zusammen wert gewesen wäre.

Zu guter Letzt blieben dem Betroffenen noch rund 40.000 Euro Säumniszuschläge, die er zu zahlen hat. Denn auch wenn die Forderungssumme unberechtigt war, hätte er sie doch erst einmal zahlen müssen. So sind die Säumniszuschläge rechtens, auch wenn er gar keine Steuerschulden hatte. Und für die Schulden der anderen Gläubiger, die das Finanzamt verschuldet hatte, muss er auch selbst aufkommen. So hat er keine Möglichkeit, in Deutschland jemals wieder auf die Beine zu kommen.

Danke, Deutschland!

Siebter Fall:

Eine Selbständige schließt vor einigen Jahren eine Krankentagegeldversicherung ab, um sich gegen die Pleite zu schützen, falls sie mal krank werden sollte. Der Monatbeitrag ist erheblich. So ist sie im Glauben, sich gut abgesichert zu haben, weil sie im Krankheitsfalle täglich ein 30-igstel des Monatsumsatzes erhält. Nun wird sie krank und nimmt erstmalig die Versicherung in Anspruch. Das Entsetzen ist maßlos, als sie feststellt, dass der Gesetzgeber die Vorschriften stillschweigend geändert hat. Nunmehr wird nur nach Gewinn bezahlt. Was bedeutet, dass, falls die Gewinne durch Krankheit einbrechen, nur noch der Gewinn berücksichtigt wird, der trotz Krankheit erwirtschaftet wird. In diesem Falle sind das 4 Euro pro Tag, also nicht einmal die Hälfte der monatlichen Versicherungsprämie.

Ist der Gesetzgeber tatsächlich so verblödet, dass er glaubt, dass man ein Unternehmen mit einer Angestellten mit 4 Euro pro Tag kostendeckend betreiben kann?

Danke, Deutschland!

Achter Fall:
Ein Gebäudereinigungunternehmen arbeitet mit Pauschalkräften. Ist so üblich. In diesem Falle wird aber mit wenigen Pauschalkräften gearbeitet, aber es werden viele beim Finanzamt angemeldet. Die Namen und Adressen nimmt das Unternehmen aus dem örtlichen Telefonbuch. Damit kann es Löhne und Lohnnebenkosten ausbuchen, die es gar nicht gibt. Man macht einen irren Gewinn. Dann macht das Unternehmen dicht.

Nun tritt die Steuerfahndung an die angeblich Angestellten heran, um per Durchgriffshaftung (siehe meinen gestrigen Beitrag) die Gelder von denen (überwiegend Rentnern) einzutreiben, die sie von dem Unternehmen nicht bekommen haben. Die Betroffenen müssen per deutschen Finanzgesetzen NACHWEISEN, dass sie nichts von den Machenschaften Dritter wussten. Geht natürlich nicht, weil unmöglich. Daher wird gegenüber 1.000 Betroffenen ein Steuerstrafverfahren eingeleitet. Sie werden alle wegen Steurhinterziehung zu Geldstrafen verurteilt und müssen die "hinterzogenen" Steuern nachzahlen.

Danke, Deutschland!


Ach ja, noch was:
Im Fernsehen war gestern ein Bericht, wonach es im UN-Gebäude in New York einen Raum gibt, in dem die Finanzgesetze aller Länder der Welt gesammelt sind. Deutschland benötigt über die Hälfte des Raumes, alle anderen Länder der Welt den Rest.
Kein Wunder, dass unser Steuerberater gesagt hat, er habe keinen Durchblick mehr bei den Finanzgesetzen Deutschlands. Findet er aber nicht so schlimm, weil die Finanzbeamten den auch nicht mehr haben und die Maßnahmen einfach ausdiskutiert werden. So findet man eine Lösung.

Irre, was?



Ja, Dieter, schreib das Buch und nimm aus dem Forum hier ein paar passende Geschichten dazu, es gibt sie reichlich. Kürzlich erst zitierte ich Freddy Quinn mit dem Song "Es kommt der Tag, da will man in die Fremde" von 1960, hier:

                              http://de.youtube.com/watch?v=GqCYeUtvAEE

Allerdings haben wir auch inzwischen ein paar Heimkehrer unter uns.    sagnix

Gruß
niewtor
« Letzte Änderung: Januar 14, 2009, 00:33:16 von niewtor »

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« Antworten #2 am: Januar 14, 2009, 13:00:36 »

Niewtor,

es wird vielleicht manchen überraschen, aber Südamerika gewinnt für mich gerade erheblich an Attraktivität...

Ich werde mich nur noch "ein wenig" um Infos kümmern müssen...

Und ich weiss auch, was ich hier alles zurücklassen werde müssen...

Dopamin


Bei großen Problemen mit der "ARGE des Vertrauens" kann man sich auch an die örtliche Regionaldirektion, oder das Kundereaktionsmangement in Nürnberg wenden.

Sorgen wir dafür, dass sie nicht arbeitslos werden...
niewtor
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« Antworten #3 am: Januar 14, 2009, 13:30:23 »


Ja, gewiss weiß man was man hier lässt. Und die anfängliche Attraktivität verliert ihren Glanz direkt und sofort mit den anderen Problemen, die man woanders kennenlernt und an die man so überhaupt nicht gewöhnt ist. Unser Leben hat nichts von der Gelassenheit eines Paraguayers oder Chilenen.

                                                                  deenk

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« Antworten #4 am: Januar 14, 2009, 14:01:57 »

Probleme hat man überall, hier diese, dort eben jene... thumppup

Ist die Frage mit welchen liesse sich besser leben? So manch Südamerikaner ist "Kummer gewohnt", wenns um Krisen und deren Begleiterscheinungen geht (hat man ja öfter mal), die mit einer gewissen Gelassenheit wohl auch besser zu überstehen ist.

Ob das hier dann auch so gelassen dahergehen würde, wenns dicke kommt? 3 Affen

Dopamin

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Manchmal isset besser.. ;)
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Keep Smiling ;-)


« Antworten #5 am: Januar 14, 2009, 14:39:22 »

Tut es doch schon, die Mehrheit merkt doch gar nicht dass ihr Land den Bach runtergeht.

 lol

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