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Autor Thema: Gegen Hartz IV- Ein Interview mit der Redaktion  (Gelesen 3238 mal)
madame
Gast
« am: Mai 15, 2008, 16:19:32 »

Zitat
Interview mit gegen-hartz.de

Vor einigen Tag gaben wir Schüler/innen einer 12. Klasse, die für ihr Projekt rechergierten, ein Interview. In dem Interview geht es vorallem um unsere Arbeit und um unsere politische Sichtweise zum Thema Arbeitsmarktreform Hartz IV. Gern würden wir mit Ihnen gemeinsam über die Antworten, aber auch über ihre Sichtweise diskutieren! Dafür haben wir ein Thema in unserem Forum eröffent.    Hier ist der LINK zur Diskussion..

F: Bitte stellen Sie sich kurz vor, wer Sie sind und was Sie tun.

Mein Name ist Sebastian Müller und ich bin Mitorganisator des Online-Magazins „gegen-hartz.de“ Das Online Magazin existiert in dieser Form seit 2 Jahren. Davor war die Internetseite gegen-hartz.de ein Projekt des Bündnisses gegen die Agenda 2010 & gegen den Sozialabbau in Hannover. In dieser Konstellation existiert das Bündnis leider nicht mehr.

F: Inwiefern haben Sie persönlich/beruflich mit Hartz IV zu tun oder was hat Sie dazu bewogen, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen?

Mit dem Thema Sozialabbau und den sozialen Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren. Ich war in zahlreichen Initiativen tätig und wirkte aktiv an der Gestaltung des Protestes gegen den Sozialabbau mit. Meine Hauptintension für eine aktive politische Auseinandersetzung war das Wissen darum, das in einer kapitalorientierten Gesellschaftsform (man nennt es auch Kapitalismus) Macht und Geld die nicht personifizierten Wortführer des gesellschaftlichen Zusammenlebens sind. Daraus entsteht Ungerechtigkeit für die, die keine Macht und Geld besitzen. Jede Interessensgruppe besitzt eine Lobby. Es ist von daher wichtig, denen eine Stimme zu geben, die nur wenig gehört werden. Das Online-Magazin „gegen-hartz.de“ soll daher eine Art „Gegenöffentlichkeit“ darstellen. Gegenöffentlichkeit im Sinne einer Berichterstattung von und für Menschen, die auf Sozialleistungen angewiesen sind. Eine Demokratische Meinungsbildung ist, wenn man es genau betrachtet, unser Hauptanliegen.

Ich selbst bin nicht von Hartz IV betroffen, sondern arbeite in einer Intensiv- Therapeutischen Einrichtung für Psychisch kranke Jugendliche und Kinder. Aber in unserer Redaktion arbeiten Erwerbslose mit, die Rechergieren und publizieren. Durch unsere „Open PR“ Funktion ist es außerdem möglich, dass Erwerbslosen- Initiativen und weitere soziale Gruppen ihre Positionen und Meinungen veröffentlichen können.

F: Ist Hartz IV als Sicherungsmaßnahme gegen Armut geeignet und wenn nein, warum nicht?

Hartz IV, so wie sich die Arbeitsmarktreform zurzeit präsentiert, ist unserer Meinung nach nicht dazu geeignet, Menschen vor der Armutsfalle zu Bewahren. Im Gegenteil, durch Zwangsmaßnahmen und Repressionen gegenüber den Erwerbslosen werden Mechanismen in Gang gesetzt, die dazu dienen, die Menschen weiter ins „Abseits“ zu befördern. Menschen müssen aus ihren Wohnungen ziehen, wenn diese als „zu groß“ erachtet werden. Die Regelleistungen sind sehr knapp bemessen, so dass die Arbeitslosengeld II Zahlungen lediglich dazu dienen, nicht zu verhungern. Eine Teilhabe an Kultur und öffentlichen Leben ist mit diesem Regelsatz nicht zu bestreiten.

In den letzten Tagen wurde eine neue Statistik veröffentlicht, in der berichtet wird, dass es rund 800.000 weniger Arbeitslose gibt. Nun seien 3,9 Millionen Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das ist sachlich richtig. Jedoch steigt die Zahl der Hartz IV Empfänger in den letzten Jahren rasant. So sind 5,2 Millionen Menschen von Hartz IV abhängig. Dies bedeutet, dass viele Menschen trotz Arbeit auf Sozialleistungen angewiesen sind. Hartz IV hat auch dazu beigetragen, neue „Niedriglohn- Sektoren“ zu schaffen. Die Einführung der sog. „Ein-Euro-Jobs“ hat dazu geführt, dass vielerorts Arbeitsplätze abgeschafft wurden und neue 1 Euro Jobs geschaffen wurden. Somit hat Hartz IV dazu beigetragen, eine neue Art von Armut zu produzieren. Die "Armut trotz Arbeit".


F: Was sind ihrer Ansicht nach Stärken von Hartz IV?
Eventuell der höhere Vermittlungsdruck der Arbeitslosen der Jobcenter wäre eine Stärke- wobei auch hier gesagt werden muss, dass oft Menschen, wie erwähnt, in den Niedriglohnsektor gedrängt werden. Die Statistik spielt für die ARGEN eine wichtige Rolle, da an dieser die Arbeit gemessen wird. Doch pauschal kann dies nicht beantwortet werden, da Hartz IV insgesamt ein gesellschaftliches Problem darstellt.

F: Worin sehen Sie gegebenenfalls die Hauptschwächen von Hartz IV?
In den letzten Tagen wurde eine neue Statistik veröffentlicht, in der berichtet wird, dass es rund 800.000 weniger Arbeitslose gibt. Nun seien 3,9 Millionen Menschen von Arbeitslosigkeit betroffen. Das ist sachlich richtig. Jedoch steigt die Zahl der Hartz IV Empfänger in den letzten Jahren rasant. So sind 5,2 Millionen Menschen von Hartz IV abhängig. Dies bedeutet, dass viele Menschen trotz Arbeit auf Sozialleistungen angewiesen sind. Hartz IV hat auch dazu beigetragen, neue „Niedriglohn- Sektoren“ zu schaffen. Die Einführung der sog. "Ein-Euro-Jobs" hat dazu geführt, dass vielerorts Arbeitsplätze abgeschafft wurden und neue 1 Euro Jobs geschaffen wurden. Somit Hartz IV dazu beigetragen, eine neue Art von Armut zu produzieren. Die "Armut trotz Arbeit".


Gegen Hartz IV


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