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Autor Thema: Verwaltungsakt mit Maßnahme - U25  (Gelesen 4940 mal)
gecko
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Beiträge: 7



« am: Oktober 19, 2010, 16:43:33 »

Ich habe schon länger im Forum mitgelesen und schon so manchen guten Ratschlag, der hier gegeben wurde, umsetzen können. Heute weiss ich aber nicht mehr weiter mit der Arge. Es wäre super nett, wenn mir jemand helfen könnte!

Zur Problematik:

Ich hatte heute einen Termin bei der Arge: 60 Minuten lang mit einer Sachbearbeiterin und deren Teamleiterin. Das Gespräch verlief sehr unzufriedenstellend, war geprägt von Vorwürfen (ich hatte zuvor vor ein paar Monaten die Arge verklagt - erfolgreich) und Schuldzuweisungen. Man stellte mich vor die Wahl Euro-Job oder Maßnahme, ich konnte mich für beides nicht begeistern. Die Argigen wählten dann die Maßnahme aus (die selbe Maßnahme sollte ich bereits vor einem Jahr mitmachen, war zu der Zeit aber krankgeschrieben) und wollten, dass ich eine EGV unterschreibe. Ich habe nicht unterschrieben, bekam stattdessen einen Verwaltungsakt (siehe Anhang).

Die Maßnahme soll bereits morgen beginnen, ich kann dort aber unmöglich hingehen. Man drohte mir an, im Falle einer erneuten Kranschreibung, mir eine 100%-Sanktion auferlegen zu wollen (das haben die mir schon einmal in einem ähnlichen Fall gemacht). Zur Maßnahme gibt es keine separate Zuweisung, lediglich einen Infozettel (siehe Anhang) und einen Förderscheck (siehe Anhang). Die Maßnahme wird darin nicht weiter bestimmt, es ist z. B. nicht klar, wie viele Monate diese dauern soll usw.

Was soll ich tun? Widerspruch?
Ich weiss gerade so gar nicht, was ich tun soll. Das ist ja schon morgen.

Zur Info: Ich bin u25 (genaugenommen 23, mit abgeschlossener Ausbildung).

Desweiteren wird mir in dem VA auferlegt, monatlich mindestens 10 Bewerbungen zu schreiben; eine Übernahme der Bewerbungskosten gibt es immer noch nicht (gab es noch nie).

Ich hoffe, mir kann jemand helfen.
Rotkäppchen
Gast
« Antworten #1 am: Oktober 19, 2010, 18:59:05 »

Mal vorab, bevor ich in den VA reinschaue:

Zitat
Ich hatte heute einen Termin bei der Arge: 60 Minuten lang mit einer Sachbearbeiterin und deren Teamleiterin.


Gehe zu solchen Gesprächen bitte nie alleine hin!!! Nehme irgend jemand mit als "Beistand nach § 13 SGB X". Derjenige muss nicht einmal seinen Namen sagen. Er muss nur dabei sein und evtl. etwas bezeugen können. Du siehst, dass die dort auch zu zweit sind und auf dich eindreschen. Du bist ja ein einer verdammt benachteiligten Position.

Zitat
Das Gespräch verlief sehr unzufriedenstellend, war geprägt von Vorwürfen (ich hatte zuvor vor ein paar Monaten die Arge verklagt - erfolgreich) und Schuldzuweisungen. Man stellte mich vor die Wahl Euro-Job oder Maßnahme, ich konnte mich für beides nicht begeistern. Die Argigen wählten dann die Maßnahme aus (die selbe Maßnahme sollte ich bereits vor einem Jahr mitmachen, war zu der Zeit aber krankgeschrieben) und wollten, dass ich eine EGV unterschreibe. Ich habe nicht unterschrieben, bekam stattdessen einen Verwaltungsakt (siehe Anhang).

Lass dich bitte nicht durch solche Frechheiten beeindrucken. DAs ist Taktik. Nehme nächstes Mal jemanden mit, dann bleibt dir die Unverschämtheit erspart.

Wenn ich das richtig verstehe, hast du letztes Mal die Maßnahme nicht mitgemacht und bekommst sie jetzt nochmal auferlegt. Stimmt das?

Zitat
Die Maßnahme soll bereits morgen beginnen, ich kann dort aber unmöglich hingehen. Man drohte mir an, im Falle einer erneuten Kranschreibung, mir eine 100%-Sanktion auferlegen zu wollen (das haben die mir schon einmal in einem ähnlichen Fall gemacht). Zur Maßnahme gibt es keine separate Zuweisung, lediglich einen Infozettel (siehe Anhang) und einen Förderscheck (siehe Anhang). Die Maßnahme wird darin nicht weiter bestimmt, es ist z. B. nicht klar, wie viele Monate diese dauern soll usw.

Lass dich nicht einschüchtern. Schade, dass niemand mitgehört hat, dass man dir sagte: "Bei erneuer Kranschreibung wird Ihnen eine 100%ige Sanktion auferlegt". Das stimmt nämlich nicht. Krank ist krank. Und unter solchen Umständen wird man wirklich krank. Da sollen sich die Ämter mal selbst fragen, weswegen die Leute so oft krank sind und wer sie krank macht.

Den VA muss ich mir noch anschauen.

Zitat
Was soll ich tun? Widerspruch?
Ich weiss gerade so gar nicht, was ich tun soll. Das ist ja schon morgen.

Wenn es dir morgen nicht gut geht, dann gehe zum Doc. Vermutlich benötigst du nur etwas Erholung von diesem Gespräch. Mit dem Rest helfe ich dir gleich weiter, sobald ich den VA gesehen habe.

Zitat
Zur Info: Ich bin u25 (genaugenommen 23, mit abgeschlossener Ausbildung).

DAs bedeutet: Im Fall einer SAnktion wird der Regelsatz über 3 Monate komplett gestrichen (Miete und Heizung wird direkt an den Vermieter bezahlt). Ich will dich hier nicht erschrecken, aber könntest du zur Not auch mal 1 - 2 Monate ohne dem Regelsatz (nur mit Miete und Heizung) überleben, falls es hart auf hart geht? Wenn man ein wenig riskieren kann, hat man nämlich mehr Erfolg.

Zitat
Desweiteren wird mir in dem VA auferlegt, monatlich mindestens 10 Bewerbungen zu schreiben; eine Übernahme der Bewerbungskosten gibt es immer noch nicht (gab es noch nie).

Hast du die Bewerbungskostenerstattung schriftlich beantragt? Das muss nicht in der EGV stehen. Wenn du einen Antrag genehmigt bekommst, reicht das aus. Man muss dir so viel genehmigen, dass du damit auch diese 10 Bemühungen kostenmäßig abdecken kannst.
Patrik
Gast
« Antworten #2 am: Oktober 19, 2010, 19:22:25 »

Hamburger Arge sehe ich gerade
Da wäre ich sehr vorsichtig.
Deren Methoden sind drastisch.

Und würd mich auch absichern und mich nach einem guten Anwalt für Sozialrecht im Adressbuch haben.
Kann nie schaden.
Pete
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« Antworten #3 am: Oktober 19, 2010, 19:56:21 »

Moin gecko.

Würde es so machen wie Mobydick schreibt.

Wenn Du keinen Beistand hast:

Schnack' in der Arge jemanden an nächstes Mal, ob er/sie für'n Kaffee ne halbe Stunde mit zum SB rein kommt und ggf. protokolliert.


Bei welcher Arge bist Du?
« Letzte Änderung: Oktober 19, 2010, 19:57:23 von Pete »

D i e   S t u n d e   d e s   S i e g e r s   k o m m t   f ü r   j e d e n   i r g e n d w a n n!
Rotkäppchen
Gast
« Antworten #4 am: Oktober 19, 2010, 21:22:19 »

Folgende Fragen sind für mich offen:

1. Ich sehe gerade in dem Info-Blatt dieser Maßnahme: "Ausschlusskritrien: Drogen- und Alkohol-Abhängigkeit, Straffälligkeit, akute Wohnungslosigkeit, erhebliche körperliche Einschränkungen". Trifft vielleicht eins dieser Kriterien auf dich zu? Dann kann man die Maßnahme leicht abwehren.

2. Hast du Bewerbungskostenerstattung beantragt? Wenn ja, wurden die abgelehnt? Wenn nein, beantrage sie bitte schriftlich!

3. Hast du keine Zuweisung für diese Maßnahme erhalten? Ich sehe hier nur einen "Förderscheck" und ein Info-Blatt. Aus der Zuweisung geht auch meist die Dauer der maßnahme hervor. Hier ist tatsächlcih offen, wie lange die geht.

Wenn du morgen krank bist, dann müsstest du die Krankmeldung beim Maßnahmeträger einreichen. So steht das im VA. Kannst deiner SB ja ncoh eine Nachricht per mail zukommen lassen, dass du krank bist und gem. VA die Krankmeldung beim Maßnahmeträger eingereicht hast.



Bei dem Widerspruch kann ich dir helfen. Die Maßnahme besteht aus Bewerbungstraining, Coaching, Beratung, Praktika, Arbeitsvermittlung. Ich benötige ein paar Argumente von dir für einen Widerspruch: Was spricht gegen diese Maßnahme? hast du das alles schon mal gemacht? Kannst du das bestens? Weswegen?

Der Widerspruch hat leider keine "aufschiebende Wirkung". D.h. du musst den Pflichten des VA trotzdem nachgehen, bis die irgendwann mal über den Widerspruch entscheiden. DU bekommst sonst eine SAnktion. Deshalb meine Frage: Kannst du es dir leisten, mal 1 oder 2 Monate zu überbrücken? Der Verstoß gegen Pflichten eines VA ist nämlcih nicht so leicht sanktionierbar und gerade in Hamburg habe ich mehrere Leute erlebt, die sanktionsfrei geblieben sind. Um es genauer zu sagen: In Hamburg ist mir kein einziger bekannt, der wegen VA geklagt hat und der auf seiner Sanktion sitzen bleiben musste. Das Problem ist, dass das Amt erst sanktioniert und man das im Eilverfahren einklagen muss. Das dauert in der Regel 4 Wochen. Die müsstest du irgendwie anders überbrücken und so ganz 100%ig ist das alles auch nicht.

Ansonsten gibt es noch eine weitere Möglichkeit, die meistens Erfolg hat: Gemeinsam mit dem Widerspruch beantragt man beim Gericht die aufschiebende Wirkung. Dann muss man dem Richter erklären, weswegen diese Maßnahme für dich so falsch ist und dich nicht in Arbeit bringen kann. Dann erklärt man ihm auch, dass die Dauer offen ist und der Inhalt auch nicht gerade klar ist. Meist wird dem stattgegeben und dann darf man der Maßnahme fern bleiben. Dann kannst du auch wieder gesund werden und danach geben die Ämter meist auch Ruhe.
gecko
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« Antworten #5 am: Oktober 19, 2010, 22:20:21 »

Wenn ich das richtig verstehe, hast du letztes Mal die Maßnahme nicht mitgemacht und bekommst sie jetzt nochmal auferlegt. Stimmt das?
Ja. An der Maßnahme sollte ich letzten November schonmal teilnehmen, bin aber krank geworden. Danach gab es noch etliche andere Versuche, mich in anderen Maßnahmen und Euro-Jobs unterzubringen.

Folgende Fragen sind für mich offen:

1. Ich sehe gerade in dem Info-Blatt dieser Maßnahme: "Ausschlusskritrien: Drogen- und Alkohol-Abhängigkeit, Straffälligkeit, akute Wohnungslosigkeit, erhebliche körperliche Einschränkungen". Trifft vielleicht eins dieser Kriterien auf dich zu? Dann kann man die Maßnahme leicht abwehren.
Keine körperlichen Einschränkungen, aber psychische. Gibt auch eine Diagnose dazu (schriftliches Gutachten ist allerdings noch nicht von meiner Psychologin fertiggestellt worden, müsste aber in den nächsten Tagen oder Wochen vorliegen; hab also momentan noch nichts schriftlich vorliegen). Die Diagnose habe ich erst vor kurzem endlich erhalten. Ich konnte in dem katastrophalen Gespräch heute nur noch nicht mal ansatzweise mitteilen, dass ein ernsthaftes Problem besteht. Zweifel an meiner "Verfassung" sind da aber auch schon aufgekommen. Die haben mich in dem Gespräch so versucht runterzumachen, dass ich da nichts mehr ansprechen konnte; evtl. mache ich das besser schriftlich, da kann mir keiner ins Wort fallen und dumm kommen.

2. Hast du Bewerbungskostenerstattung beantragt? Wenn ja, wurden die abgelehnt? Wenn nein, beantrage sie bitte schriftlich!
Bislang nur mündlich beantragt und abgelehnt worden.

3. Hast du keine Zuweisung für diese Maßnahme erhalten? Ich sehe hier nur einen "Förderscheck" und ein Info-Blatt. Aus der Zuweisung geht auch meist die Dauer der maßnahme hervor. Hier ist tatsächlcih offen, wie lange die geht.
Nein, es gibt keine Zuweisung. Das sind alle Zettel, die ich bekommen habe. Vollständig.

Wenn du morgen krank bist, dann müsstest du die Krankmeldung beim Maßnahmeträger einreichen. So steht das im VA. Kannst deiner SB ja ncoh eine Nachricht per mail zukommen lassen, dass du krank bist und gem. VA die Krankmeldung beim Maßnahmeträger eingereicht hast.
Okay.
Aber Frage: Könnte die Arge mir daraus nicht einen Strick drehen und behaupten, ich würde die Maßnahme damit beginnen? Müsste die Krankmeldung im Original beim Träger eingereicht werden (ich kenne den Träger ja gar nicht und die mich nicht) oder im Original an die Arge und zum jeweils anderen eine Kopie? (Ich hoffe, die Frage wird klar.)

Bei dem Widerspruch kann ich dir helfen. Die Maßnahme besteht aus Bewerbungstraining, Coaching, Beratung, Praktika, Arbeitsvermittlung. Ich benötige ein paar Argumente von dir für einen Widerspruch: Was spricht gegen diese Maßnahme? hast du das alles schon mal gemacht? Kannst du das bestens? Weswegen?
Erstmal: danke.
Ich habe noch keine einzige Maßnahme bei der Arge mitgemacht (aus diversen Gründen "rausgeflogen"). Habe dafür anderweitige Kurse etc. zum Thema belegt, die nützlich waren. An den Bewerbungsunterlagen liegt es nicht; die Ansicht vertreten auch die Leute in der Arge, haben das heute extra auch nochmal erwähnt. Die sehen sich das regelmäßig an, da gab es bislang nur positive Rückmeldungen. Mein Problem sind die Bewerbungsgespräche, wegen oben erwähnter psychischer Beeinträchtigungen. Da diese aber nicht "wegtherapierbar" sind, ist das eine ungünstige Situation. Von daher halte ich diesen Ansatz für falsch, denn alle bisherigen Maßnahmen und Euro-Jobs sind aus eben diesen damit zusammenhängenden Gründen gescheitert.
Eine Teilnahme an ebensolchen Maßnahmen mit - für meine hintergründige Problematik unpassenden Coachings - würde zusätzlichen weiteren Stress bedeuten, dem ich nicht gewachsen bin.


[...] Kannst du es dir leisten, mal 1 oder 2 Monate zu überbrücken?
Ich kenne diese Prozedur ja leider schon. Finanziell könnte ich wohl gerade so nochmal aushalten, wenn ich es denn hinterher wieder schaffen würde, mir das Geld zurückzuerstreiten. Schwieriger die Sache mit der Zahlung direkt an den Vermieter (Vermieter weiss nichts von ALG2 bei mir, hat eine deutliche Ablehnungshaltung gegen ALG2-Bezieher). Diese Sache psychisch nochmal durchzustehen, das kann schon schwieriger werden. Aber prinzipiell ja, wäre im äußersten Notfall möglich.

Bei welcher Arge bist Du?
Hamburg; Jobcenter u25 Altona
Rotkäppchen
Gast
« Antworten #6 am: Oktober 19, 2010, 22:37:32 »

Dann würde ich sagen:

1. Morgen wegen psychischen Beschwerden krankschreiben
2. Einen Widerspruch schreiben, mit der Begründung, dass psychische Einschränkungen bestehen, die dich an der Maßnahme nicht teilnehmen lassen. Könntest du evtl. ein Attest bringen, dass eine Maßnahme für dich aus psychischen Gründen nicht förderlich ist? Vielleicht macht dir das morgen auch der Arzt. Das könnte weiterhelfen. Vermutlich werden die dich danach zum Psychol. Dienst schicken. DAs macht aber nichts.
3. Wir beantragen die aufschiebende Wirkung, mit der Begründung, dass erhebliche Zweifel an dem VA sind, weil nicht klar ist, was du dort machen sollt, wie lange das dauert und psychische Einschränkungen vorhanden sind.
 
gecko
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Beiträge: 7



« Antworten #7 am: Oktober 19, 2010, 23:14:00 »

1. Morgen wegen psychischen Beschwerden krankschreiben
 
Werde ich mit dem Arzt besprechen.

2. Einen Widerspruch schreiben, mit der Begründung, dass psychische Einschränkungen bestehen, die dich an der Maßnahme nicht teilnehmen lassen. Könntest du evtl. ein Attest bringen, dass eine Maßnahme für dich aus psychischen Gründen nicht förderlich ist? Vielleicht macht dir das morgen auch der Arzt. Das könnte weiterhelfen. Vermutlich werden die dich danach zum Psychol. Dienst schicken. DAs macht aber nichts.
 
Also Widerspruch. Ich hoffe, der wird nicht abgelehnt.
Wie es mit einem ärztlichen Attest aussieht, kann ich jetzt noch nicht sagen (wäre wahrscheinlich erst möglich, wenn mir das Gutachten meiner Psychologin vorliegt).
Ich könnte es aber auch jetzt schon zumindest probieren (der Hausarzt weiss allerdings noch von nichts, von daher schwierig). Vielleicht momentan eher wegen einer "Begleiterscheinung".

3. Wir beantragen die aufschiebende Wirkung, mit der Begründung, dass erhebliche Zweifel an dem VA sind, weil nicht klar ist, was du dort machen sollt, wie lange das dauert und psychische Einschränkungen vorhanden sind.
 
Das hieße dann, wenn die aufschiebende Wirkung wiederhergestellt wäre, dass ich nicht zu dieser Maßnahme müsste, oder?
Rotkäppchen
Gast
« Antworten #8 am: Oktober 20, 2010, 02:07:45 »

Wenn du dich morgen krankschreiben lässt, dann besorge dir vom Arzt bitte gleich ein Attest, dass eine Maßnahme für dich aus psychischen Gründen, die gerade bei einer Psychologin behandelt werden, nicht empfehlenswert  ist (oder: „Aus medizinischer Sicht nicht zu verantworten ist“). Das Attest kannst du dem Widerspruch beifügen.

Es sollte dir gleichgültig sein, ob der Widerspruch abgelehnt wird oder nicht. Entscheidend ist das was der Richter beschließt.

Widerspruch gegen die Eingliederungsvereinbarung per Verwaltungsakt vom 19.10.2010

Sehr geehrte…..

Gegen diesen Verwaltungsakt lege ich fristgerecht Widerspruch ein.

Begründung:

Ich bin aus psychischen Gründen z.Z. nicht in der Lage, an einer Maßnahme teilzunehmen. Ein Gutachten meiner Psychologin befindet sich z.Z.  in Arbeit. Beiliegend finden Sie ein Attest meines Arztes.

Ich bitte um Wiederherstellung der aufschiebenden Wirkung bis zum ….(Frist von 7 Tagen)…., da ich diese ansonsten beim Sozialgericht…..(dein SG) …. beantragen werde.

Mit freundlichen Grüßen


Anlage:
Attest meines Arztes


Nach Abgabe des Widerspruches wartest du eine Woche ab. Du bist ja krankgeschrieben, also passiert da nichts. Reagieren die innerhalb dieser Frist nicht (und damit würde ich mal rechnen), müsstest du folgenden Antrag im Duplikat (bitte gut geordnet einschl. allen Anlagen, wie 2 Exemplare) an dein zuständiges Sozialgericht schicken:


An das Sozialgericht…..

Ich beantrage

1.   Die Anordnung der aufschiebenden Wirkung meines Widerspruches vom…..(Datum des obigen Widerspruches).. gegen die Eingliederungsvereinbarung per Verwaltungsakt vom 19.10.2010
2.   Der Antragsgegnerin die außergerichtlichen Kosten aufzuerlegen

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich beziehe ALG II und bin ….. Jahre alt. Ich habe momentan schwere psychische Probleme (hier kannst du dem Richter schreiben, was es für welche sind, so z.B.: Schwere Depressionen, Schizophrenie, Epilepsie  etc. und was diese Erkrankungen alles für Auswirkungen haben, so zb. Schlafstörungen, Albträume, Wutausbrüche etc.), befinde mich in Behandlung und bin aufgrund meiner Beschwerden meist arbeitsunfähig. Meine Psychologin erstellt gerade darüber ein Gutachten.  Es ist zu erwarten, dass ich längerfristig in Behandlung und nicht arbeitsfähig sein werde. Ich fühle mich auch gar nicht in der Lage, eine Maßnahme anzutreten. Mein Arzt erstellte deswegen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung.

Am ……. legte mir meine Sachbearbeiterin eine Eingliederungsvereinbarung vor. Die Teamleiterin war mit dabei.  Sehr übel wies man mir gemeinsam die Schuld an einer erfolgten Klage (s. hierzu Aktenzeichen………..) zu und übte Druck auf mich aus, damit ich eine Eingliederungsvereinbarung mit einer Maßnahme oder einem Ein-Euro-Job unterschreibe.  Die Maßnahme sollte gleich am nächsten Tag beginnen und man drohte mir mit einer 100%igen Sanktion, wenn ich eine erneute Krankschreibung vorlege.

Als ich die Eingliederungsvereinbarung trotz dem hohen Druck nicht unterschrieb, legte man sie mir an Ort und Stelle direkt per Verwaltungsakt vor.  Eine separate Zuweisung zur Maßnahme liegt mir nicht vor. Aus dem Verwaltungsakt ist nicht sichtlich, was das für eine Maßnahme ist, was dort gelehrt wird und wie lange die Maßnahme geht.

Ich konnte in dem katastrophalen Gespräch mit Sachbearbeiterin und Teamleiterin nicht einmal ansatzweise mitteilen, dass ein ernsthaftes Problem besteht.  Man entwertete mich in diesem Gespräch, das gute 60 Minuten dauerte, derartig, dass ich nichts mehr sagen konnte. Es müssen aber durchaus Zweifel an meiner  Verfassung  aufgekommen sein.

Mit freundlichen Grüßen



Anlagen:
1.   Verwaltungsakt vom 19.10.2010
2.   Mein Widerspruch mit Attest vom………(Datum)



Ich meine, ein halbwegs patenter Richter wird die aufschiebende Wirkung wieder herstellen und danach wird erstmal Ruhe sein. Tut er es nicht, müssen wir nach einer anderen Lösung finden.

Verwahre bitte alle Quittungen der Kosten auf (Attest, Fotokopien, Porto) Wenn dein Amt nachgeben muss, dann bekommst du diese Kosten erstattet.
« Letzte Änderung: Oktober 20, 2010, 02:18:56 von Mobydick »
gecko
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« Antworten #9 am: Oktober 20, 2010, 15:52:42 »

Mobydick, ich weiss gar nicht, was ich sagen soll. Die Texte sind super! Vielen Dank.

Wenn du dich morgen krankschreiben lässt, dann besorge dir vom Arzt bitte gleich ein Attest, dass eine Maßnahme für dich aus psychischen Gründen, die gerade bei einer Psychologin behandelt werden, nicht empfehlenswert  ist (oder: „Aus medizinischer Sicht nicht zu verantworten ist“). Das Attest kannst du dem Widerspruch beifügen.
Ich bin eben vom Arzt zurück. Lief anders als geplant, die Krankschreibung geht nur über drei Tage (und wird nicht verlängert werden). Mein psych. Problem konnte mangels Fachwissen nicht in diese Entscheidung miteinbezogen werden, deswegen gabs eine Überweisung zum Psychiater (bis ich da mal einen Termin bekomme ... da vergehen mehrere Wochen). Ein Attest habe ich dementsprechend nicht bekommen. Meine Psychologin ist diese Woche nicht mehr erreichbar ...
Was soll ich tun?
Rotkäppchen
Gast
« Antworten #10 am: Oktober 20, 2010, 17:20:39 »

Suche bitte einen anderen Hausarzt auf. Ein Attest von einem Psychiater wirst du auch nicht so ohne weiteres bekommen. Das bekommst du nur vom Hausarzt. Evtl. von deinem Psychologen.

Erzähle aber einem neuen Hausarzt nicht, dass ein anderer dich nicht krankschreiben wollte.
gecko
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« Antworten #11 am: Oktober 20, 2010, 17:38:42 »

Suche bitte einen anderen Hausarzt auf.
Mache ich morgen. Heute geht ja nicht mehr - Mittwochnachmittag.
Rotkäppchen
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« Antworten #12 am: Oktober 21, 2010, 17:01:10 »

Solltest du keine Krankmeldung und kein Attest bekommen, wird es riskanter, wenn du nicht zur Maßnahme erscheinst. Du bekommst dann möglicherweise eine Sanktion und die müsste eingeklagt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass du auf dieser Sanktion nicht sitzen bleiben wirst, ist sehr hoch. Trotzdem ist das nie ganz sicher. Eine andere Lösung ist aber nicht möglich, wenn du nicht zur Maßnahme gehst. Vermutlich wird die Psychologin danach ein Gutachten oder ein Attest ausstellen, das anerkannt werden muss.

Wenn du kein Attest bekommst, dann lass aus dem Widerspruch den Satz: "Beiliegend finden Sie ein Attest meines Arztes." weg und schreibe rein: "Sobald meine behandelnde Ärztin (brauchst ja nciht "Psychologin" reinschreiben) in der nächsten Woche erreichbar ist, werde ich schriftlich etwas nachweisen können".


In das Schreiben an das Sozialgericht müsstest du diesen SAtz: "Mein Arzt erstellte deswegen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung." weglassen.

Ohne Attest werden die dir gar nichts glauben. Man kann dann nur noch wegen den fehlenden Angaben der Maßnahme (Dauer) dagegen angehen. Hoffentlich attestiert dir die Psychologin etwas!

Die Klage wird dein Amt ein wenig in Schach halten. Vermutlich werden die sich nicht trauen, sofort eine SAnktion aufzuerlegen. Trotzdem ist das ohne Attest etwas wackelig.

« Letzte Änderung: Oktober 21, 2010, 17:02:19 von Mobydick »
gecko
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« Antworten #13 am: Oktober 21, 2010, 17:20:52 »

Solltest du keine Krankmeldung und kein Attest bekommen, wird es riskanter, wenn du nicht zur Maßnahme erscheinst. Du bekommst dann möglicherweise eine Sanktion und die müsste eingeklagt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass du auf dieser Sanktion nicht sitzen bleiben wirst, ist sehr hoch. Trotzdem ist das nie ganz sicher. Eine andere Lösung ist aber nicht möglich, wenn du nicht zur Maßnahme gehst. Vermutlich wird die Psychologin danach ein Gutachten oder ein Attest ausstellen, das anerkannt werden muss.
Dann muss ich wohl diesen Weg wählen.

Sollte ich in dem Widerspruch auf die (3-Tage-)Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hinweisen?

Hoffentlich attestiert dir die Psychologin etwas!
Ich gehe schon davon aus, diese ist ja mit der Thematik vertraut und wirkte bislang recht kompetent.

Die Klage wird dein Amt ein wenig in Schach halten. Vermutlich werden die sich nicht trauen, sofort eine SAnktion aufzuerlegen. Trotzdem ist das ohne Attest etwas wackelig.
Aber einen Versuch wert.
Immer noch besser als eine Maßnahme, an der ich auch mit bestem Willem momentan nicht teilnehmen könnte.
Rotkäppchen
Gast
« Antworten #14 am: Oktober 21, 2010, 19:56:52 »

Sollte ich in dem Widerspruch auf die (3-Tage-)Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung hinweisen?

Würde ich nicht machen. Das geht sowieso hervor und den Richter geht es nichts an.

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