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Autor Thema: SGB XII - KdU - Krankheit  (Gelesen 3706 mal)
Tom_
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« am: August 29, 2013, 13:02:08 »

Wer meine Erfahrungen der letzten Jahre verfolgt hat, der weiß, dass das SozA Nürnberg schon seit 2007 versucht mich aus der Wohnung zu kriegen und dabei keinerlei Rücksichten kennt. Weder gefährliche hypertensive Krisen noch ein Schlaganfall 2009 haben am Verhalten irgendetwas positiv verändert, im Gegenteil würde man mir gegenüber eher noch problematischer. Seit letztem Jahr nun ist beim SG Nürnberg eine Richterin für meine Fälle zuständig, die keine Gelegenheit versäumt mir irgendetwas zu unterstellen oder mir deutlich zu machen, dass meine Erkrankungen und Behinderungen ihr völlig egal sind. Die Entscheidungen gehen grundsätzlich wo irgendwie möglich zu Gunsten des SozA.

Gestern nun hatte ich einen Begutachtungstermin im Auftrag des SG Nürnberg. Ich bin nur noch erschüttert und restlos erledigt.

Ich werde meine Notizen für meinen Anwalt in Auszügen anschließend einstellen. Es handelt sich hier auch um Gedanken, die ich mir im Zusammenhang mit dem Termin in den Stunden danach machte.

Zitat
... heute fand um 14 Uhr 28.08.2013 in der Nürnberger Praxis der ursprünglich vorgesehenen Gutachterin der Termin statt. Interessant waren die Fragestellungen des Sozialgerichts in denen es u.a. auch darum ging ob bei mir eine Persönlichkeitsstörung vorliegen könnte oder es wurde das Thema meiner intensiven Gegenwehr gegen das Sozialamt inkl. der Klagen thematisiert, die der Richterin über die Jahre wohl zu viele zu sein scheinen.
 
Als das Thema auf die bei Depressionen wohl eher häufigere Themen aus dem Bereich der Suizidgedanken kamen, wies mich die Gutachterin darauf hin, dass sie mich aufgrund solcher Gedanken jederzeit problemlos stationär einweisen lassen könnte.
 
Diese Drohung höre ich in den letzten Monaten nun das zweite Mal.
 
Zum ersten Mal kam sie von einem Sozialamtsmitarbeiter bei einem Ortstermin wegen der Weiterführung der Haushaltshilfe. Dieser drohte mir damit, dass ich schneller als ich schauen könnte eine Betreuung am Hals hätte, wenn ich mich weiterhin mit dem Sozialgericht gegen das Amt wehren würde. Ich solle gefälligst alle Probleme mit diesen selbst klären. Tue ich doch im Vorfeld ja, nur zu nahezu 100% vergeblich. Und wenn ich nicht einsichtig wäre und dem zustimmen würde, dann könne man ja eine Selbstgefährdung konstruieren.
 
Hört sich an, als wolle man mich nach Methode Mollath aus der Wohnung kriegen und kaltstellen.
 
Die Begutachtung ging so weit, dass eine Blutentnahme gemacht wurde, um festzustellen wie hoch die Medikamentenspiegel in meinem Blut sind, ob ich meine Mittel auch konsequent nehme.
 
Wahr ist, dass ich derzeit tatsächlich (dies habe ich auch erklärt) eine kurze Medikamentenpause bei bestimmten Mitteln einlegte. Dies hat aber einen nachvollziehbaren Grund. Vor Kurzem mußte ich von einem Medikament,  das ich gut vertrage auf das Medikament XXXX umsteigen. Letzteres führte nach 5 Tagen zu heftigen Blutdruckabfällen mit Herzrasen und Schwindel. Ich habe das noch einmal getestet, in dem ich am nächsten Tag das Mittel erst in sehr geringer Menge auftrug und dann langsam die Menge erhöhte. Der Effekt trat auch ein. Schwächer, aber sonst identisch. Leider kam es in Folge dieser Problematik wieder zu heftigen Psychosomatischen Symptomen, wie Brustschmerzen, Kopfschmerzen etc. Aus früheren Erfahrung weiß ich, dass Fluoxetin bei mir in so einer extremen Situation die Probleme leider verstärkt, also setzte ich in mehreren Stufen Fluoxetin und Mirtazapin ab bis sich mein Körper wieder beruhigt hat. Dann schleiche ich die Mitteln wieder ein. Normalerweise nehme ich meine Medikamente ausgesprochen pingelig genau. Ein längeres Absetzen von Fluoxetin würde meine Sturzneigung verschlimmern. Also schon deshalb von mir nur unter zwingender Notwendigkeit durchgeführt. Außerdem war nicht klar, ob nicht evtl. das Fluoxetin die Probleme verursacht, da mein Arzt kürzlich die Dosis von 30 auf 40 erhöhte. Das Mirtazapin kann ich nicht ohne das Fluoxetin nehmen (das eine früh..das andere am Abend) weil es eine Müdigkeit erzeugen soll, damit ich Abends einschlafen kann. Das Fluoxetin wirkt bei mir stark Antriebssteigerung und führt dann dazu, dass ich nicht schlafen kann.
 
Wichtig war der Richterin in ihren Fragestellungen auch die Häufigkeit von Eilanträgen und Klagen von mir. Aber auch von Relevanz war der Gedanke, dass es mir ja nicht so schlecht gehen könnte, wenn ich mich wehre und derartige Klagen verfassen kann.
 
Mir war bisher nicht klar, dass man als Folge meiner Erkrankungen verblödet. Natürlich schreibe ich derartiges nicht am Stück. Natürlich schaue ich mir Musterklagen an. Natürlich unterstützt mich u.a. Herr Graf dabei. Und nein, ich habe keine Freude daran. Mir wäre es lieber Klagen wären unnötig und man könnte vernünftig mit Behörden umgehen. Wichtig ist: Bei keinem meiner Eilanträge oder meiner Klagen wurde festgestellt, dass sie unzulässig gewesen wären oder unnötig/unsinnig.
 
Natürlich wäre es dem Amt angenehm ich würde mich nicht mehr wehren und mir alles gefallen lassen. Das ist aber gerade bei einem Patienten mit PTBS und Depressionen kontraproduktik, wie mir mein behandelnder Arzt bestätigte. Sein Kommentar dazu: So lange sie sich noch wehren, mache ich mir deutlich weniger Sorgen.
 
Interessant auch die Empfehlung ich könne Arzttermine zu Fuß oder per Fahrrad wahrnehmen. Ich leide unter Panikstörungen die sich gerade außerhalbe der Wohnung massiv verstärken. Also ist es gerade nötig ein Ziel wenn dann schnell zu erreichen und wieder bald zurück zu sein. Außerdem erhöht sich durch mein Sturzrisiko das Problem auch zusätzlich. Radfahren mit schlechten Augen und nicht genehmigter Brille ohne Fahrrad? Mein letzte Mal auf einem Fahrrad saß ich als Kind. Ich vermisse den Realitätssinn. Und zu Fuß? In dem Zustand über eine Stunde zu einem Arzt laufen? Und danach wieder zurück...
 
Interessant auch der Hinweis ich müsse unbedingt wieder Trauma-Therapie machen. Klar, ich war ja in der vom Gesetzgeber angeordneten Therapiepause. Da gibt es keine Therapie auch wenn ich will. Dann ist meine Therapeutin inzwischen ausgewandert. Ich hatte sie kontaktiert, um die Weiterführung nach der Pause zu erläutern. Neue Therapeuten muß man erst finden. Dabei entstehen wieder Fahrtkosten. Und eine Therapie braucht 4 Fahrten im Monat mindestens zusätzlich. Einfach gesagt: Kein Geld dafür, weil andere wichtige Termine eh schon mehr verbrauchen als im Regelbedarf enthalten ist.  Davon abgesehen...Therapeuten mit Erfahrung mit Traumata, PTBS, Psychosomatischen Folgeerkrankungen sind dünn gesäht. sehr dünn. Wartezeiten bis zu einem Jahr.
 
Klingt vom Schreibtisch aus alles so einfach. Aber die Realität ist halt doch eine andere.
 
Außerdem einmal mehr nicht bedacht: Jemand mit Depressionen kann nicht zu jederzeit sich um alles kümmern. Es treten Blockaden auf etc. Man macht die Dinge dann, wenn sie gehen, nicht immer dann wenn andere sie haben wollen. Ich habe leider sehr oft den Eindruck, dass selbst die bekanntesten Probleme der Depression oder der Angst- und Panitstörungen selbst bei Ärzten nicht bekannt sind oder je nach Notwendigkeit einfach ignoriert werden.
 
Nett auch der Hinweis: Wieso haben Sie Probleme damit die Wohnung zu verlassen. Sie sind doch jetzt auch da. Wäre es also besser gewesen, ich hätte mich nicht unter dem Einfluß von Medikamenten zum Termin gequält und hätte ihn wegen Panikstörung verweigert?
 
Irgendwie habe ich den Eindruck man dreht sich die Dinge wie man sie gerade braucht
 
______
 
... in der Angelegenheit habe ich noch eine Fragestellung vergessen.
 
Nach Aussage der Gutachterin hat sie die gesamten Akten vorliegen und nicht nur die gesundheitsbezogenen Fakten/Befunde etc.
 
Ist das überhaupt so zulässig?
 
______
 
nach einem intensiven Gespräch über die gestrigen Abläufe bei der Begutachtung kamen Herrn Graf und ich zum Ergebnis, dass es bei der Begutachtung nicht wirklich darum ging festzustellen OB ich umzugsfähig wäre oder nicht. Denn eine Aussage für die Zukunft ist hier gar nicht möglich. Welcher Gutachter kann sagen ob jemand z.B. nach einer KdU senkungsfrist von 6 Monaten dann umzugsfähig sein wird? Es könnten nur Wahrscheinlichkeiten angedacht werden.
 
Stattdessen ging es u.a. darum was nötig wäre damit ich umzugsfähig würde. Was für Hilfe ich dazu bräuchte. Das ist eine Fragestellung die ich nicht beantworten kann. Denn ich reagiere heftigst psychosomatisch allein auf die Vorstellung eines erzwungenen Umzugs. Derartiges wird von der psychosomatischen Abteilung des Klinikum Nürnberg aus ein traumatisierendes Ereignis bezeichnet und bereits traumatisierte Patienten sollten auf keinen Fall weiter traumatisiert werden. Meine Traumatisierungen werden auch durch intensivste Therapien nicht verschwinden. Meine chronische Depression u.a. als Folge dieser auch nicht. Es ist also ein rein theoretische Diskussion ohne Bedeutung für die Praxis. Behandlungen auf diesem Gebiet können laut Aussage meiner früheren Therapeutin Frau Dr. Rupprecht Jahrzehnte dauern und ob Erfolge erzielbar sind liegt in den Sternen. Eine Behauptung es könne kurzzeitig etwas erreicht werden entbehrt auch nach Einlesen in Fachliteratur zum Thema jeder Realität.
 
Beispielsweise fragte man mich, ob z.B. eine weitere klinische Behandlung von mir akzeptiert würde. Da ich selbst zur Eindämmung der Panikattacken selbst ähnlich angedacht hatte, wäre das an sich nicht das Problem. Die meisten Behandlungen im Rahmen psychosomatischer Tageskliniken sind sowieso auf mehrere Besuche abgestimmt. Das Problem ist nur, dass diese nur dann etwas bringen, wenn danach Ruhe im Privatleben vorhanden ist und zusätzlich eine regelmäßige Psychotherapie bei Traumatherapeuten mit psychosomatischer Erfahrung stattfinden kann. Her gibt es zwei Probleme. Derartige Therapeuten sind selten und haben lange Wartelisten meist mit einem halben Jahr, manchmal sogar mit mehr als einem Jahr. Meine frühere Therapeutin ist nicht mehr in Deutschland. Sie ist mit ihrem Mann ausgewandert. Während einer Therapie findet nach einer gewissen Behandlungsdauer eine angeordnete Zwangspause statt. Diese Pause wurde mir vorgeworfen. Nur diese Pause ist vom Gesetzgeber so bestimmt und ich habe keinen Einfluß darauf. Als ich mich mit meiner früheren Therapeutin Frau Dr. Rupprecht in Verbindung setzte, um mit ihr zu vereinbaren, wann die Therapie fortgesetzt werden könnte, teilte mir diese mit, sie würde in Deutschland nicht mehr tätig sein, weil sie mit ihrem Mann bald auswandern würde.
 
Es gibt ein System zur Therapeutensuche u..a. über die Ärztekammer. Das Problem ist nur, dass man hier nicht erfährt welche Spezialisierungen ein Therapeut hat. Und irgendein Therapeut ist hier nicht hilfreich. Anfragen bei diversen Therapeuten ergaben, dass die wenigsten die anstregende Traumatherapie durchführen. Wohlgemerkt hier anstrengend für den Therapeuten.

Die Gutachterin meinte sie könne mir eine Liste mit Therapeuten in meiner Nähe geben. Da sie selbst aber auch als Theapeutin tätig ist müßte sie eben auch wissen, dass irgendein Therapeut Unsinn ist, weil es ja diverse unterschiedliche Ansätze und Spezialisierungen gibt. Dazu kommt, dass man auch einen Draht zum Therapeuten braucht. Dafür gibt es Schnuppertermine.
 
Außerdem immer das leidliche Thema der Fahrtkosten wenn nicht in der Nähe, die mit den anderen absolut notwendigen Fahrtkosten zur Arztterminen etc. das im Regelbedarf vorhandene Budget nicht nur deutlich überschreiten, sondern sogar bei mehr als dem Doppelten liegen. Das Amt und das SG haben mir aber bereits eine Erhöhung hier verweigert. Stellt sich also die Frage: Wie komme ich zu den Terminen?
 
Es wurde vorgeschlagen ich solle Fahrrad fahren. Zum einen habe ich als Kind zwar einmal dieses gelernt. Es ist ewig her. Zum anderen habe ich kein Fahrrad und würde mich damit auch nicht in den regulären Straßenverkehr trauen. Es ist also nur eine theoretische Möglichkeit. Und ich könnte mit Ihnen wetten was passieren würde, würde ich ein Fahrrad beantragen: Es würde mit SIcherheit sowohl vom SozA, als auch vom SG abgelehnt werden. Eine Farce!
 
Alternativ solle ich laufen. Natürlich macht es unglaublich viel Sinn, wenn ich eine Stunde oder mehr zu Fuß zu einem Therapeuten marschiere, dort total fertig angekomme und dann eine Therapie stattfinden soll. Eine Therapie ist dazu noch ausgesprochen anstrengend, was den Rückweg zusätzlich zu einer weiteren Tortur werden lassen würde. Hierbei kommt aber noch zum Tragen, dass ich aufgrund meiner starken Angst- und Panikstörung derartige Strecken gar nicht zurücklegen kann. Es wäre wie Folter mich dazu zu zwingen. Gerade auch in heißen Monaten verschlimmern sich die Probleme. Ich mußte meine Physiotherapietermine absagen (um die ich meinen Orthopäden gebeten hatte), weil ich an den sehr heißen Tagen direkt in der heißesten Zeit nur hätte hinkommen können. Ich habe es versucht und schaffte nicht einmal ein viertel der Strecke bevor ich heftigstes Herzrasen bekam, Kältegefühl in Armen und Beinen und schließlich Todesangst. Mühsam bin ich wieder zurück in die Wohnung. An solchen Tagen ist mir das Verlassen der Wohnung letztlich gar nicht möglich.
 
Eine Krankenhausbehandlung ohne nachfolgende Therapie ist aber sinnlos laut Klinik. Daher wird den Patienten gleich klargemacht, dass es zwingend ist, dass sie sich für hinterher einen Therapieplatz suchen.
 
Die Fragestellung der Ärztin..Diese Frage stellte sie immer wieder...ob ich bereit wäre eine solche Therapie noch einmal zu machen konnte ich nur so beantworten, dass es nur ginge, wenn die Finanzierung der zusätzlichen Fahrten hinterher gesichert ist. Ein allgemeines Ja war hier nicht angebracht. Ich kann mich nicht auf etwas festlegen, dass für mich so nicht durchführbar ist.
 
Aus meinen Unterlagen geht hervor, dass meine massiven Schmerzprobleme zeitverzögert einsetzen, wenn ich gerade eine Phase habe in der sie deutlich reduziert sind. Eine Untersuchung dieser Art auf Probleme im Rahmen einer Begutachtung ist nicht durchführbar. Aus dem Grund hat vor Jahren schon die Rehamedizin des Klinikums Nord bei einer solchen Untersuchung erst eine Belastungsphase durchgeführt und dann nach einer Wartephase wurde noch einmal untersucht. Ich habe heute nach der Untersuchung durch die Ärztin u.a. sehr starke Schmerzen in meiner rechten Schulter. Diese traten bei der Untersuchung nur leicht auf. Dies ist aber laut behandelnden Ärzten nicht unüblich.
 
Noch einmal zum Thema tagesklinische Behandlung. Ein Problem ist auch, dass in den Bestimmungen für diese Termine steht, dass man keinen Platz hierfür während eines laufenden Verfahrens bekommt. Ist ja auch logisch, denn die sich hieraus ergebenden Belastungen stören die Behandlungen. Ich hätte also gar keine solche Behandlung in den letzten Jahren wahrnehmen können.
 
Als ich 2006-2007 eine solche Behandlung mitmachte war ich ausgesprochen erfolgreich und verließ die Klinik deutlich leistungsfähiger. Dann fing sofort das Sozialamt mit seinem Umzugstauglichkeitsuntersuchungen an und in der Folge kippte der Behandlungserfolg und ich konnte die Wohnung wieder nicht mehr verlassen. Mein Briefkasten platzte aus allen Nähten. Ich kam nicht einmal bis dorthin. Ich war wieder in der Lage gewesen Amtsbriefe selbst zu lesen. Danach konnte ich es nicht mehr und brauchte wieder die Hilfe von Herrn Graf. Der gesamte Behandlungserfolg war weg.
 
Was mir bei der Begutachtung auch sehr negativ auffiel: Es klang immer wieder an, dass ich ja dieses und jenes hätte tun können oder sollen ohne dabei aber zur berücksichtigen, dass gerade beim Krankheitsbild von PTBS und chronischer Depression eben gerade Phasen vorhanden sind in denen man nicht in der Lage ist etwas zu tun. Dies sind keine Probleme die speziell bei mir auftreten, sondern völlig übliche und nahezu immer auftretende Symptome.
 
Letztlich ergab sich der Eindruck, dass es keineswegs um die Feststellung ging ob ich in der Lage wäre einen Umzug zu schaffen, sondern darum, was getan werden kann, damit man einen solchen erzwingen kann.
 
Alles in allem verstärkte sich auch der Eindruck, den ich in anderen Situationen von dieser Richterin gewonnen hatte, sie steht in der Regel auf der Seite des Sozialamts und zeigt deutlich eine Voreingenommenheit und Befangenheit.
 
Derzeit ist nach einem Termin in der Rehamedizin des Klinikums ein Antrag auf ambulante Reha angedacht und im Anschluß erst eine weitere schmerztagesklinische Behandlung. Die Fahrtkosten in beiden Fällen sind nicht von mir selbst zu tragen, sondern werden von der Krankenkasse übernommen.
 
Mir fällt gerade ein, dass sie auch nicht begeistert war, dass ich bisher keine reguläre Kur beantragt hätte. Hatte ich vor Jahren als die Probleme anfingen sich zu intensivieren. Nach Begutachtung im Auftrag der Krankenkasse wurde die Kur mit der Begründung abgelehnt es sei auch in Nürnberg möglich mir zu helfen. Es ist ja nicht so, dass ich es nicht versucht hätte. Kurz danach ging es meiner Mutter damals schlechter und ich konnte sie nicht allein lassen. Damit waren in der Zeit weitere Kurversuche nicht mehr möglich. Die psychosomatische Behandlung im Klinikum Nürnberg Nord erfolgte auf meinen eigenen Wunsch. Ich hatte selbst mit der Klinik Kontakt aufgenommen und nach Schilderung meiner Problematik den Rat bekommen mich dort vorzustellen. Mir also zu unterstellen ich würde zu wenig tun ist eine Unverschämtheit. Ich tue was mir möglich ist. Mehr kann man von mir nicht erwarten und mehr kann ich auch nicht leisten.
...

Aus den Notizen an meinen Anwalt zur Begutachtung vom 28.08.2013
Fußmatte
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« Antworten #1 am: August 29, 2013, 21:44:01 »

Hallo Tom_
Vielleicht kann dir das Urteil helfen!

Gruß, Fußmatte


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11.07.2013 08:24 Uhr | Aktualisiert 11.07.2013 08:36 Uhr


Depressive, die von Arbeitslosengeld II leben, müssen nicht in eine günstigere Wohnung umziehen. Das entschieden Richter am Bayerischen Landessozialgericht – obwohl monatlichen Wohnkosten einer Frau bis zu 900 Euro betrugen.

München/dpa/tmn. 
Hartz-IV-Empfänger können mitunter auch höhere Kosten für die Unterkunft geltend machen. Das ist zum Beispiel möglich, wenn sie an einer Depression leiden. Könnte die Krankheit durch einen Umzug so verstärkt werden, dass ein Selbstmord droht, muss die Sozialbehörde die höheren Wohnkosten übernehmen. So entschied das Bayerische Landessozialgericht (Az: L 8 AS 646/10), wie der Deutsche Anwaltverein mitteilt.
Der Fall: Die alleinstehende Hartz-IV-Empfängerin lebte in ihrer 45 Quadratmeter großen Eigentumswohnung. Die monatlichen Kosten für die Wohnung lagen zwischen rund 620 und 900 Euro. Die zuständige Behörde forderte die Frau auf, diese Ausgaben zu senken. Andernfalls werde nur noch die angemessene Miete berücksichtigt. Eine Senkung der Kosten sei nicht möglich, erklärte die Frau. Wegen des Zuschnitts der Wohnung komme eine Untervermietung nicht in Frage. Ein Verkauf sei ebenfalls nicht möglich, da dann bis zu 40 000 Euro Schulden übrig blieben. Daraufhin senkte die Behörde wie angekündigt die Leistung.
Das Urteil: Die Richter verpflichteten die Behörde, die vollen Kosten für die Wohnung zu übernehmen. Sie begründeten dies mit den gesundheitlichen Problemen der Frau. Sie leide an einer Depression. Ein Umzug sei für sie mit solchen Belastungen verbunden, dass die Gefahr bestehe, dass sich die Erkrankung deutlich verschärfe. Aufgrund der persönlichen Vorgeschichte habe die Wohnung eine besondere Bedeutung. Bei Verlust sei die Gefahr von Verzweiflung gegeben. Die Folge könne ein Selbstmord sein.
Tom_
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« Antworten #2 am: August 29, 2013, 22:06:15 »

Danke..kenne ich...entspricht ja dem BSG Urteil zum selben Thema..aber Nürnberg interessiert das auch weiterhin nicht. Man versucht es egal wie. Die Richterin hat klar in den Fragestellungen nur darauf abgezielt mich als Querulanten darzustellen, mir eine Persönlichkeitsstörung zu unterstellen und sich nur Gedanken zu machen wie man mir helfen könne doch noch umzuziehen...
Tom_
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« Antworten #3 am: August 30, 2013, 12:05:42 »

Mir drohte man bei Gefahr von Selbstmord mit Zwangseinweisung...damit versucht man derartige Urteile auszuhebeln.
Fußmatte
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« Antworten #4 am: August 31, 2013, 22:22:38 »

Hat jede Stadt/Kommune, jedes Amt/Behörde oder jedes Gericht sein eigenes Gesetzbuch???
Mir kommt es so vor, warum auch immer!!!

Erst wird man vom Staat und deren politischen Machenschaften fertig/kaputt gemacht und wenn man sich wehrt, dann kommt die Drohung, Zwangseinweisung.

Da steckt ganz einfach System dahinter, das ist so vom Staat gewollt.
Tom_
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« Antworten #5 am: September 03, 2013, 20:31:39 »

Es wird zumindest vom Staat nicht verhindert.
Tom_
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« Antworten #6 am: März 17, 2016, 12:07:04 »

Ich habe meinen Kampf um die Wohnung gewonnen. Trotz eines vorsätzlich falschen SG Gutachtens von 2013. Wir konnten viele Fehler nachweisen und Zweifel erwecken. Der Richter wechselte. Neuer Richter ordnete neues Gutachten an. Dieses Mal bei einer Gutachterin, die für exaktes Arbeiten und Neutralität bekannt ist. Es kam wie es kommen musste. Sie stellte nach zwei Begutachtungsterminen (11 Stunden zusammen) fest, dass ein Umzug weder möglich war, noch ist, noch sein wird. Ein Zwang hätte mit größter Wahrscheinlichkeit für mich lebensbedrohende oder sogar tödliche Folgen.

Sie macht aber auch klar, dass die ständigen Schikanen der Behörde meinen Zustand so weit verschlechtert haben, dass es wohl jahrzehntelange Behandlung brauchen würde um auch nur Verbesserungen kleiner Art zu bewirken.

Der Kampf dauerte von 2006 bis jetzt.
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« Antworten #7 am: März 17, 2016, 18:01:41 »

Hallo Tom,

prima, dass Dein jahrelanger Kampf nun endlich Erfolg hatte. Smeil
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« Antworten #8 am: März 22, 2016, 21:13:50 »

Hallo Tom,

du hast meinen vollen Respekt das du den Kampf so lange ausgehalten hast.

Ich wünsche dir viel Erfolg für den weiteren Verlauf.

Ich mache im Moment auch so einiges durch mit dem Jobcenter, über Schikanen usw.

Arbeitslos - aber nicht machtlos! ALG II abhängig - aber nicht rechtlos!

Meine Beiträge stellen keine Rechtshilfe da, sondern sind lediglich Erfahrungswerte und meine Meinung, welche ich weiter gebe.
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