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Autor Thema: 900-Euro-Jobs für Hartz-IV-Empfänger  (Gelesen 6409 mal)
schimmy
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« am: Juli 09, 2010, 16:52:45 »

Bundesarbeitsministerin von der Leyen macht Ernst mit der Bürgerarbeit. Sie will tausenden Hartz-IV-Empfängern einen gemeinnützigen Job verschaffen - in Altenheimen oder Grünanlagen. Die Kosten für das Projekt gehen in die Millionen.

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen will für Langzeitarbeitslose ohne Jobperspektive rund 34.000 Plätze zur gemeinnützigen Bürgerarbeit schaffen. Hartz-IV-Bezieher sollen für bis zu drei Jahre einen festen, sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz erhalten und für eine 30-Stunden-Woche 900 Euro im Monat bekommen. Nach monatelanger Vorbereitung will die CDU-Politikerin mit der Vorstellung ihrer Pläne für dieses Bundesprogramm, das Mitte Juli anlaufen soll, an diesem Freitag in die Sommerpause starten.

Bereits zuvor sickerten aus Koalitionskreisen Details durch. Demnach haben sich annähernd 200 und damit fast die Hälfte aller Jobcenter bundesweit für die Teilnahme an dem Programm beworben. Sie alle hatten Konzepte eingereicht, wie sie mit Hilfe der Bürgerarbeit zusammen über 160.000 Hartz-IV-Bezieher aktivieren könnten. Die Vorschläge seien "so gut, dass sämtliche Konzepte berücksichtigt werden können", teilte die Ministerin den Abgeordneten von CDU/CSU und FDP in einem Schreiben mit, das der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt.

Finanziert werden soll das Programm aus Mitteln des Bundes und des Europäischen Sozialfonds (ESF). Das Geld dafür will von der Leyen aus der Hartz-IV-Eingliederungstitel nehmen. Dieser Topf für Förderprogramme von Langzeitarbeitslosen soll 2011 insgesamt 5,3 Milliarden Euro umfassen. Die Kosten des Programms Bürgerarbeit blieben zunächst offen. In früheren Berechnungen war von gut 400 Millionen Euro die Rede, von denen etwa die Hälfte aus dem Eingliederungstitel zu bestreiten wäre.
120 Stunden, 900 Euro

Das Programm soll ab 15. Juli umgesetzt werden. Die ersten Bürgerarbeiter wird es aber erst ab Januar 2011 geben. Der gemeinnützigen Arbeit soll eine "Aktivierungsphase" vorangehen, in der schwierige Hartz-IV-Fälle durch eine besonders intensive Betreuung den Sprung in den Arbeitsmarkt schaffen sollen. Gelingt dies nicht, soll sich die Bürgerarbeit anschließen.

Dafür kommen alle gemeinnützigen und zusätzlichen Arbeiten in Betracht, vom Altersheim bis zur Grünanlage. Die Bürgerarbeiter bekommen 900 Euro im Monat bei 30 Wochenstunden, ihre Arbeitgeber zudem 180 Euro für die Sozialbeiträge. Das Projekt soll maximal drei Jahre laufen.

Von der Leyen hob die im Koalitionsvertrag vereinbarte Bürgerarbeit als "neuen innovativen Lösungsansatz" hervor. Kritiker indes verweisen darauf, dass vergleichbare Modellprojekte bisher kaum zur Arbeitsmarktintegration von Arbeitslosen beigetragen haben. Bisweilen ist sogar das Gegenteil der Fall: Weil die Arbeitslosen in einem Förderprogramm eingebunden sind, können sie keine andere Beschäftigung annehmen. Zudem gilt es als schwierig, sicherzustellen, dass der staatliche soziale Arbeitsmarkt keine regulären Jobs verdrängt.


 link

http://www.n-tv.de/politik/Von-der-Leyen-startet-die-Buergerarbeit-article1020806.html
« Letzte Änderung: Juli 09, 2010, 16:53:22 von schimmy »

Arbeitslos - aber nicht machtlos! ALG II abhängig - aber nicht rechtlos!

Meine Beiträge stellen keine Rechtshilfe da, sondern sind lediglich Erfahrungswerte und meine Meinung, welche ich weiter gebe.
Woodruff
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« Antworten #1 am: Juli 09, 2010, 20:31:55 »

Zitat
Dafür kommen alle gemeinnützigen und zusätzlichen Arbeiten in Betracht, vom Altersheim bis zur Grünanlage.

Was ist bei Arbeiten in/an einer Grünanlage zusätzlich?  deenk

Und was das Altenheim angeht werden diese bedauernswerten "Bürgerarbeiter" wahrscheinlich von Mitarbeitern, PDL und Heimleitung unter Druck gesetzt, wenn sie nicht "mitanpacken" möchten und darauf bestehen, den alten Leuten tatsächlich etwas vorzulesen, nach dem Motto "Ich mach mir hier den Buckel krumm, während der/die nur den ganzen Tag herumsitzt und sich erholt".

"Jeder, der in Beschäftigung bleibt, ist wertvoller als der, der arbeitslos ist." (Heinrich Alt, SPD-Mann im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, in der Sendung WISO spezial vom 06. April 2009)
Barney
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« Antworten #2 am: Juli 10, 2010, 00:48:50 »

Was ist bei Arbeiten in/an einer Grünanlage zusätzlich?  deenk
...

Blätter, die runtergefallen sind, auf Wiederverwertung zu überprüfen. Gute wieder aufhängen, die anderen liegenlassen.  zwinker


Gruß Barney

Unsere Forderung:  Mindestlohn, Grundsicherung, Arbeitszeitverkürzung

Informieren Sie sich bitte selbst zu den hier behandelten Themen. Meine Beiträge spiegeln nur meine persönliche Meinung wider.
Woodruff
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« Antworten #3 am: Juli 10, 2010, 01:00:35 »

Jetzt geht es auf einmal darum, Laub zu sammeln und alte Menschen zu pflegen:

http://www.derwesten.de/nachrichten/Arbeitslose-sollen-Laub-sammeln-und-Alte-pflegen-id3216291.html

In der Pflege zu arbeiten ist aber auch alles andere als zusätzlich  looser

Die Betreiber der Pflegeheime wird es natürlich freuen, weil sie so prima die Löhne drücken können  party

"Jeder, der in Beschäftigung bleibt, ist wertvoller als der, der arbeitslos ist." (Heinrich Alt, SPD-Mann im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, in der Sendung WISO spezial vom 06. April 2009)
Patrik
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« Antworten #4 am: Juli 10, 2010, 01:46:36 »

Also solche Forderungen nach "Bürgerarbeit" ist für mich immer ein graus.

Zudem jemanden irgendwo reinzuzwängen bringt nichts. Man muss schon ein gewissen Händchen haben und dann ist man gut darin was man tut.

Das Grundgesetz sagt es ja auch schon aus. Berufswahl sollte frei entscheidbar sein. wenn man gezwungen wird ist man unmotiviert, fühlt sich kaputt und wird sogar krank davon. Und das Phänomen Arbeit macht krank wird von Ärzten mit ernster Miene seit Jahren verfolgt und angemahnt.
Woodruff
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« Antworten #5 am: Juli 10, 2010, 02:01:31 »

Dazu kommt noch, dass man in der Pflege eine hohe Verantwortung trägt und eine entsprechende Ausbildung braucht. Und nicht Jeder ist dafür geeignet.

Ich würde es nicht wollen, dass ein Angehöriger von jemandem "gepflegt" wird, der zu dieser Tätigkeit gezwungen wurde und auch wegen der schlechten Bezahlung unmotiviert ist. Von einer möglichen fehlenden Qualifikation mal ganz abgesehen...

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hergau
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27.09.1996-04.02.2010


« Antworten #6 am: Juli 10, 2010, 09:29:20 »

Dazu kommt noch, dass man in der Pflege eine hohe Verantwortung trägt und eine entsprechende Ausbildung braucht. Und nicht Jeder ist dafür geeignet.

Ich würde es nicht wollen, dass ein Angehöriger von jemandem "gepflegt" wird, der zu dieser Tätigkeit gezwungen wurde und auch wegen der schlechten Bezahlung unmotiviert ist. Von einer möglichen fehlenden Qualifikation mal ganz abgesehen...

Meine volle Zustimmung. daumen

Und sollte man mich in diesem Bereich jemals einteilen, so werde ich daraus keinen Hehl machen und jeder darf es erfahren. Auch die Patienten und die Angehörigen.
Ist ja schließlich öffentlich und gemeinnützig. Also bin ich nicht zur Verschwiegenheit verpflichtet.

Leben und leben lassen
Linchen©
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Lebe den Tag als wär's der Letzte


« Antworten #7 am: Juli 10, 2010, 11:25:15 »

.. mal ganz davon abgesehen, das nicht jeder sich berufen fühlt, mit alten Menschen zu arbeiten, ihnen bei allem und jedem behilflich zu sein...

Was das Laub betrifft, dies ist m.M. nach auch nicht zusätzlich, denn mit der Beseitigung wurden vor den EEJ's kleine Firmen beauftragt, die jetzt ohne diese Aufträge wahrscheinlich den Bach runtergehen und die nächsten Erwerbslosen hervorbringt.

Sprächen die Menschen nur von Dingen, von denen sie etwas verstehen, die Stille wäre unerträglich.
Anonym
canigou
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« Antworten #8 am: Juli 10, 2010, 11:43:30 »

Welche Argen/JobCenter/Optionskommunen wollen die "Bürgerarbeit" umsetzen?

Hier eine Liste geordnet nach Bundesländer.

Und hier das "Konzept Bürgerarbeit" der Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

(Beides PDF-Dateien)
« Letzte Änderung: Juli 10, 2010, 11:43:58 von canigou »
Bertin Mahrsing
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Nur noch x Tage bis zum "Sommerurlaub" ;-)


« Antworten #9 am: Juli 10, 2010, 11:47:13 »

...
Die Betreiber der Pflegeheime wird es natürlich freuen, weil sie so prima die Löhne drücken können  party

Hatte Hartz4 jemals ein anderes Ziel vor Augen ?  deenk

Woodruff
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« Antworten #10 am: Juli 10, 2010, 12:12:02 »

Nein, genau deswegen wurde es eingeführt.

@ canigou: Danke!  daumen

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Woodruff
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« Antworten #11 am: Juli 10, 2010, 12:20:42 »

Und hier das "Konzept Bürgerarbeit" der Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

Von Pflege ist dort nicht die Rede, sondern von Begleitungen zu Behörden, Ämtern und auf Spaziergängen. Vorlesen, Singen, Gesprächsrunden etc.. Wie ich schon weiter oben schrieb, befürchte ich jedoch, dass es dabei nicht bleiben wird.

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hergau
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27.09.1996-04.02.2010


« Antworten #12 am: Juli 10, 2010, 12:22:25 »

Welche Argen/JobCenter/Optionskommunen wollen die "Bürgerarbeit" umsetzen?

Hier eine Liste geordnet nach Bundesländer.

Und hier das "Konzept Bürgerarbeit" der Bundesagentur für Arbeit - Regionaldirektion Sachsen-Anhalt-Thüringen.

(Beides PDF-Dateien)

Auch von mir ein dankeschön. daumen

Habe gerade mal geschaut. München ist auch dabei.
Na, die werden eine Freude mit mir haben.
Das wird eine Gaudi werden.
 rooopfl

Leben und leben lassen
canigou
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« Antworten #13 am: Juli 10, 2010, 12:35:11 »

Ich gebe diese Information jetzt mal wertfrei weiter:

Zitat
Bei einem 900 Euro-Job sind das Netto 825 Euro abzüglich der Krankenversicherung.

Quelle: MDR
Rudi Wühlmaus
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Wissen ist Macht


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« Antworten #14 am: Juli 10, 2010, 12:41:25 »

Mann / Frau sollte das doch mal ganz realistisch sehen, 35000 Stellen sollen geschaffen werden . in der Liste sind 189 Argen oder Kommunale Träger aufgelistet , somit würden also pro gelisteten 186 Langzeitarbeitslose rechnerisch bei raus kommen.

Und Hergau, Hand auf´s Herz hat München nur 186 Langzeitarbeitslose


 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
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