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Autor Thema: ALG II Erhöhung: Ein Schmerzmittel - mehr nicht  (Gelesen 873 mal)
Tom_
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« am: Februar 25, 2011, 11:07:38 »

Zitat
Ausgerechnet im Wirtschaftswunderland Deutschland sind besonders viele Menschen über lange Zeit arbeitslos. Doch in den Jobcentern wird für sie nichts getan, sie werden wie Bittsteller behandelt.

Wenn ein Arzt die Ursachen eines Leidens nicht erkennt, oder das Leiden gar als unheilbar diagnostiziert, verordnet er Schmerzmittel, um die Not zu lindern. Hartz IV ist ein solches Schmerzmittel. Es hilft den Empfängern, in der Not zu überleben, aber es geht dem Leiden nicht auf den Grund. Der Hartz-IV-Kompromiss, über den Bundestag und Bundesrat am Freitag abstimmen, macht in weiten Teilen nichts anders, als die Dosis dieses Mittels zu erhöhen. Das ist ein Zeugnis phantasieloser Politik. Denn entweder erkennt sie das Leiden nicht, oder - schlimmer - sie betrachtet es als unheilbar.

Die chronische Krankheit heißt in diesem Fall Langzeitarbeitslosigkeit, und ausgerechnet im Wirtschaftswunderland Deutschland ist sie verbreiteter als in fast allen Industrieländern. Nahezu jeder Zweite, der hierzulande seinen Job verliert, bleibt länger als ein Jahr arbeitslos. Das kann nicht an den Betroffenen liegen. Weder sind deutsche Arbeitslose schlechter ausgebildet noch dümmer als anderswo. Auch ist die staatliche Unterstützung nicht so üppig, dass es sich die meisten damit freiwillig bequem machen würden. Die Probleme sind der verkrustete Arbeitsmarkt und das Versagen jener Institutionen, die den Bedürftigen aus ihrer Not helfen sollten: der Jobcenter.

Der deutsche Arbeitsmarkt ist dreigeteilt: Es gibt drinnen, draußen und ganz draußen. Drinnen sind die Festangestellten mit Kündigungsschutz und Gewerkschaften, die für sie kämpfen. Draußen ist das wachsende Heer der Leiharbeiter, der befristet Beschäftigten, der sich von Auftrag zu Auftrag hangelnden Einzelkämpfer. Ganz draußen sind die Langzeitarbeitslosen. Wer einmal nach draußen oder gar ganz draußen geraten ist, kommt kaum wieder rein. Die Politik muss bei Hartz IV also dort ansetzen, wo diese Grenzen verlaufen.

Zweifellos richtig beim neuen Kompromiss ist die Förderung von Kindern - so dürftig sie aus Finanzknappheit ausfallen muss. Kinder müssen vorbereitet werden auf ein Leben aus eigener Kraft, nur so lässt sich verhindern, dass Hartz-Generationen nachwachsen. Aber wer sich nur auf die Kleinen konzentriert, wird erst in ferner Zukunft überprüfen können, ob seine Politik wirkt. Und er signalisiert, dass er die jetzt Bedürftigen abgeschrieben hat. Das darf nicht sein.

http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/2.220/hartz-iv-schmerzmittel-mehr-nicht-1.1064117
Tom_
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« Antworten #1 am: Februar 25, 2011, 11:16:42 »

Letztendlich leider wieder nur eine Begründung, warum man das ALG II nicht weiter erhöhen soll.

Wie immer wird aber auch vergessen, dass der Regelsatz ebenso für die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung gilt und hier die sonstigen Rahmenbedingungen, wie Zuverdienst und Schonvermögen deutlich schlechter sind.
« Letzte Änderung: Februar 25, 2011, 11:25:30 von Tom_ »
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