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Aktive Erwerbslose in Deutschland (AEiD)

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Autor Thema: Als ich wieder einmal den Kaktus spielte...  (Gelesen 545 mal)
Tom_
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« am: August 02, 2011, 16:29:31 »

Ein Beitrag von mehreren zur Lage der Erwerbslosennation. Bewußt provokant aber nie weg von der Wahrheit:

Zitat
AW: Hartz IV macht mutlos
Das Wort "Schmarotzer" war eine bewußte Provokation. Es ist manchmal nötig Leuten klar zu machen, welchen Eindruck sie bei den Aktiven hinterlassen, wenn sie auch wirklich nicht bereit sind irgendetwas beizutragen, um die Lage für alle zu verbessern.

Ich rede nicht von jenen, die kein Internet haben und viel von den Kämpfen gar nicht mitkriegen. Ich meine auch nicht jene, die zu krank sind, um aktiv zu werden (und von denen sind merkwürdigerweise viele dennoch sehr aktiv im Gegensatz zu den Gesunden!).

Wenn es danach geht würde ich selbst auch zu denen zählen, von denen man Aktivität nicht verlangen darf. Schlaganfall, acht schwerwiegende Erkrankungen, nicht einmal mehr zwei Stunden Arbeitsfähigkeit für leichteste Tätigkeiten, chronisches Schmerzsyndrom und etliche Nettigkeiten mehr bis zu einer nervigen Narkolepsie. Dennoch lasse ich mich nicht unterkriegen und dennoch bin ich im Rahmen meiner Möglichkeiten aktiv.

Darf ich das nicht von anderen ebenfalls verlangen, die ja immer tönen, dass sich etwas ändern müsse, aber dann den Hintern nicht bewegen, wenn es darum geht auch nur irgendwas zu tun, damit es Wirklichkeit wird?

Man nenne mir ein besseres Wort, dass ähnlich paßgenau den Sachverhalt erfaßt, als das von mir gewählte?

Es glaube nun niemand, dass ich das gerne so bezeichne, lieber wäre es mir, es wäre gar nicht nötig. Aber die Realität ist leider nicht so, wie sie es sein müßte, um wirklich Veränderungen zu erreichen. Und daran ist eine große Masse von Menschen nicht unschuldig, die zwar gerne die von wenigen erkämpften Hilfen mitnimmt, aber nichts beitragen will.

Wer nicht kann, der kann nicht. Das ist eine andere Baustelle. Aber für fast jeden gibt es irgendeine Möglichkeit einen Beitrag zu leisten. Wenn man selber keine Idee hat, dann kann man mit anderen reden und sich an Projekten beteiligen.

Wir hatten vor einigen Jahren ein Sozialmagazin am Laufen. Zuerst als PDF. Uns war natürlich klar, dass es in die echte Welt muß, Internet alleine einfach nicht reicht. Wir hatten ein Angebot für die kompletten Druckkosten inkl. Papier. Lediglich Mithilfe bei Sortieren, Heften, Falten und Verteilen wäre nötig gewesen.

Wie viele haben sich wohl auf entsprechende Nachfragen gemeldet?

Richtig, niemand !!! Also wurde das Projekt, wie so viele in den Mülleimer der Geschichte entsorgt. Noch heute werden etliche Beiträge von Anwälten als Argumentationshilfen genutzt. Ich erinnere da z.B. an den Beiträg über Ernährungsmehrbedarfe trotz Adipositas von Hans-Jürgen Graf.

Wie sieht es aus, wenn Veranstaltungen stattfinden? Es gehen ja oft kaum welche aus der jeweiligen Stadt hin. Und andere? Selbst wenn kostenlose Fahrmöglichkeiten vorhanden sind hält es sich schmerzlich in Grenzen.

Das ist aber nicht erst nach Jahren ALG II so, sondern das war von Anfang an das Problem. Hartz IV allein ist also nicht das Problem, sondern viele Menschen haben verlernt, dass man, um etwas zu ändern, nicht auf andere warten darf, sondern auch mal selber den Hintern hochkriegen muß.

Mit der Einstellung "lass 'mal die anderen machen und partizipiere dann am Erfolg", die ich in vielen Foren, aber auch im realen Kontakt mit Betroffenen leider in der Mehrzahl vorfinde, ist kein Blumentopf zu gewinnen. Daher haben wir heute auch immer noch ALG II und ständige Verschlechterungen.

Natürlich ist meine Kritik nicht erwünscht, man müßte sich ja selbst hinterfragen und käme wohl zur Einsicht, dass ich unglücklicherweise Recht habe.

http://www.elo-forum.org/news-diskussionen-tagespresse/hartz-iv-macht-mutlos-77126/index3.html#post896773
Tom_
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« Antworten #1 am: August 03, 2011, 08:38:18 »

Es geht natürlich nicht darum Erwerbslose zu beleidigen, wie mir anderen Orts unterstellt wird, aber wer ist heute noch in der Lage Texte unaufgeregt zu lesen und zu verstehen? Leider immer weniger Menschen.

Ist es nötig hin und wieder deutlich Misstände anzuprangern? Ja, denn wie sollen sie beseitigt werden, wenn man sie einfach ignoriert und die noch schädlicheren Folgen der solchen in Scheuklappenmanier einfach beiseite schiebt. Muß man das in scharfen Worten tun? Ja, denn anderes wird grundsätzlich ignoriert.

Wie ich erwähnte könnten wir alle heute viel weiter sein, hätten nicht so viele Menschen sich von Anfang an dem System ergeben. Zählt man die Zahl der wirklich gegen die Unsozialgesetze aktiven Menschen heute zusammen und damit meine ich nicht die, die sich größtenteils allein damit beschäftigen Menschen zu helfen, die im System sonst unterzugehen drohen, dann kommt man auf wenige hundert Menschen. Eine erschreckende Zahl.

Diese Wenigen versuchen das Unsystem zu ändern an dem Millionen leiden müssen. Während Millionen abwarten und hoffen, dass diese Erfolg haben. Versteht nun jeder, warum ich von einem Volk von Phlegmatikern und Masochisten spreche?

Was passiert nun, wenn diesen "Kämpfern" irgendwann die Kraft und die Motivation abhanden kommen? Man kann jedes Jahr beobachten, dass die Zahl abnimmt. Es ist abzusehen, wie lange es noch dauert, bis die Regierungsparteien und ihre wirtschaftsfaschistischen Auftraggeber endgültig gewonnen haben.

Von der Leyen hat ohne den Widerstand der Betroffenen die Gesetze massiv verschärfen können. Sie hat einen zusammengelogenen Regelsatz auf den Weg gebracht. Wo gab es Widerstand? Wo waren die Stimmen der Millionen Betroffenen?

Ein selbsternannter Sprecher der Erwerbslosen als Pseudoheilsbringer der für dumm verkauften Massen, präsentierte sich einmal mehr als jemand, der als Tiger sprang und als Bettvorleger landete.

Viele wesentliche Verfassungswidrigkeiten der neuen Gesetzgebung wurden nicht einmal öffentlich thematisiert, geschweige denn angeprangert. Kaum war das Gesetz dann beschlossen verstummten auch schon viele der vorher schon nicht zahlreichen Stimmen. Nun arbeitet die Regierung schon an der nächsten Un-Reform. Es wird abgewartet, welche Grausamkeiten sie bringen wird, statt schon im Vorfeld kraftvoll dem entgegen zu treten und mutig klare Forderungen zu vertreten, was sich zu Gunsten der Betroffenen endlich ändern muß. Hierzu reicht es nicht einmal eine Pressemitteilung zu verschicken. Im Gegenteil bedarf es machtvollen Demonstrationen des Willens der Betroffenen es nicht länger hinzunehmen. Aber das wird wohl auf ewig ein Wunschtraum bleiben, denn die Leidensbereitschaft der Erwerbslosen, aber auch anderer Bevölkerungsgruppen scheint grenzenlos zu sein.
« Letzte Änderung: August 03, 2011, 08:50:24 von Tom_ »
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