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Autor Thema: Alte Wahrheiten und neue Wahrheiten...oft kein Unterschied  (Gelesen 588 mal)
Tom_
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« am: Juni 29, 2011, 14:24:30 »

"Was ist Wahrheit? Für die Menge das, was man ständig liest und hört.
Mag ein armer Tropf irgendwo sitzen und Gründe sammeln, um »die
Wahrheit« festzustellen – es bleibt seine Wahrheit. Die andre, die
öffentliche des Augenblicks, auf die es in der Tatsachenwelt der
Wirkungen und Erfolge allein ankommt, ist heute ein Produkt der
Presse. Was sie will, ist wahr. Ihre Befehlshaber erzeugen,
verwandeln, vertauschen Wahrheiten. Drei Wochen Pressearbeit, und
alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange
unwiderleglich, als Geld vorhanden ist, um sie ununterbrochen zu
wiederholen.
"

Oswald Spengler

Oswald Spengler: Der Untergang des Abendlandes. Zweiter Band. Von 1922!

http://gutenberg.spiegel.de/buch/5329/77

Und da schreibt er wenig später noch immer zur Presse:

"Und die andere Seite dieser späten Freiheit: es ist jedem erlaubt zu
sagen, was er will; aber es steht der Presse frei, davon Kenntnis zu
nehmen oder nicht. Sie kann jede »Wahrheit« zum Tode verurteilen,
indem sie ihre Vermittlung an die Welt nicht übernimmt, eine
furchtbare Zensur des Schweigens, die um so allmächtiger ist, als die
Sklavenmasse der Zeitungsleser ihr Vorhandensein gar nicht bemerkt.
[...] An Stelle der Scheiterhaufen tritt das große Schweigen."

Außerdem:

"Aber die Macht verlagert sich heute schon aus den Parlamenten in
private Kreise, und ebenso sinken die Wahlen unaufhaltsam zu einer
Komödie herab, für uns wie für Rom. Das Geld organisiert den Vorgang
im Interesse derer, die es besitzen, und die Wahlhandlung wird ein
verabredetes Spiel, das als Selbstbestimmung des Volkes inszeniert
ist. Und wenn eine Wahl ursprünglich eine Revolution in legitimen
Formen war, so hat sich diese Form erschöpft und man »wählt« sein
Schicksal wieder mit den ursprünglichen Mitteln blutiger Gewalt, wenn
die Politik des Geldes unerträglich wird."


"Was ist Wahrheit? Für die Menge das, was man ständig liest und hört.
Mag ein armer Tropf irgendwo sitzen und Gründe sammeln, um »die
Wahrheit« festzustellen – es bleibt seine Wahrheit. Die andre, die
öffentliche des Augenblicks, auf die es in der Tatsachenwelt der
Wirkungen und Erfolge allein ankommt, ist heute ein Produkt der
Presse. Was sie will, ist wahr. Ihre Befehlshaber erzeugen,
verwandeln, vertauschen Wahrheiten. Drei Wochen Pressearbeit, und
alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange
unwiderleglich, als Geld vorhanden ist, um sie ununterbrochen zu
wiederholen."
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