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Autor Thema: Amerika, hast Du es besser?  (Gelesen 607 mal)
Rudi Wühlmaus
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« am: April 28, 2010, 08:10:51 »

Ergebnis seiner Vorschläge in den USA zu besichtigen - Gunnar Heinsohn, Teil 3
Amerika, hast Du es besser?
Von Dr. Maryam Dagmar Schatz

Diejenigen, die Wirtschaft und Gesellschaft umbauen wollen, schauen – wie Gunnar Heinsohn – gerne über den Großen Teich, denn für die Wirtschaftsliberalen sämtlicher Couleur sind die USA das große Vorbild. Da heißt es dann: mehr Eigenverantwortung. Daß „Eigenverantwortung“ für die Hartz-4-EmpfängerInnen schlicht nicht möglich ist, wurde am Beispiel „selbstbestimmte Sexualität“ gezeigt. Die Ausplünderung der Hartz-4-Empfänger und Empfängerinnen steht nicht im luftleeren Raum, und die von Heinsohn so wärmstens empfohlene Clinton’sche Reform – die im Grundsatz von Ronald Reagan angeschoben wurde – tut das auch nicht. Auch die, die sich politisch gegen diese Reformen wenden – und natürlich die, die davon betroffen sind –  sollten wie Herr Professor Heinsohn in die USA schauen…

In der Wissenschaft gibt es einen Satz der da heisst „publish or perish!“, veröffentliche, oder du gehst unter! Analog dazu scheint so mancheR sich zurzeit erst existent zu fühlen, wenn er oder sie es mit einem Vorschlag zum Thema Hartz-4 in die Medien geschafft hat - zumal: jetzt ist ja Wahlkampf. Der liberale Hartz-4-Trommler Guido Westerwelle hat auch schon angekündigt, einen „Hartz-4-Wahlkampf“(1) machen zu wollen.
 
Außerdem galt es ja, die Jobcenter-Reform ohne Stolpern in trockene Tücher zu bringen und das Grundgesetz zu ändern; diese Reform wurde vergangene Woche im Gebinde(2) mit einigen anderen Grausamkeiten(3) durchgewunken: die „Förderung der Kurzarbeit“ wird verlängert – soll heißen: die Flickschusterei wird verlängert, die Kosten dafür weiter sozialisiert, denn die werden der Bundesanstalt für Arbeit aufgebrummt – zwecks Entlastung der Arbeitgeber. Nullrunde für Rentner – selbsterklärend. Bafög-Höchstförderung von 670 Euro monatlich? Davon kann man/frau ohne Nebenjob sicher ganz entspannt in der Regelstudienzeit sein on Studium schaffen – oder etwa nicht? Leistungsabhängiges „Stipendium“ von dreihundert Euro? Gelächter! Und in Bezug auf die jungen Hartz-4-EmpfängerInnen Populismus pur(4): den jungen (unter 25-jährigen) Hartz-4-EmpfängerInnen soll binnen sechs Wochen ein Beschäftigungs- bzw. Fortbildungsangebot gemacht, allerdings auch und gerade für sie die Sanktionen verschärft werden.
 
Besser als der Sprecher des Erwerbslosen-Forum(5), Martin Behrsing, kann man das nicht kommentieren: „Mit Sorge betrachten wir die Entwicklungen bei jungen Menschen, die zukünftig noch mehr von den Hartz IV-Behörden kontrolliert und erzogen werden sollen. Junge Menschen müssen als Zielscheibe für Populismus herhalten. Die Probleme mangelnder Ausbildungs- und Arbeitsplätze oder das Versagen des Schulsystems wird nicht als gesellschaftliches Problem betrachtet, sondern als selbst von jungen Menschen verursacht angesehen, dem nur mittels Zwangsarbeit und sich ins Privatleben einmischende Coaches beigekommen werden kann. Wer nicht dem spurt, der wird ausgehungert (Leistungskürzung) bis er sich dem Willen der Behörde anpasst. Hier hätte es die Bundesregierung in der Hand, endlich unser verheerendes Schulsystem zu reformieren und ein Recht auf Ausbildung zu verankern“, so Martin Behrsing in Bonn. Das Handelsblatt ist hier überraschend ehrlich: es gehe darum, „mehr Druck(6) zu machen.
 
Insgesamt ist diese hochgepriesene Reform im Grundsatz wahrlich der Rückfall in alte Sozialhilfestrukturen und Etablierung einer zwei Klassen-Lösung (3) (7) (8). Und der Tenor der gesamten Ergüsse lässt sich wie folgt zusammenfassen: Die brauchen alle mal einen Tritt in den Hintern, damit sie in die Gänge kommen, mehr Eigenverantwortung zeigen – dann klappt das auch mit dem Job.


Quelle und Weiterlesen Sehr zu empfehlen

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
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