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Autor Thema: Bertelsmann sagt Migranten den Kampf an  (Gelesen 864 mal)
Rudi Wühlmaus
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Wissen ist Macht


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« am: August 23, 2010, 21:50:13 »

Bertelsmann sagt Migranten den Kampf an
Thilo Sarrazin hetzt auf rund 500 Seiten gegen Migranten, Hartz IV und die Unterschicht. Allein das wäre bei Sarrazin weder neu, noch spektakulär. Dass hinter dem bei der Deutschen Verlagsanstalt erschienenem Werk ein Mediengigant wie Bertelsmann steckt, wissen nur die wenigsten Leser. Und das macht Sarrazin so gefährlich: Erstmals stellt sich ein führendes Unternehmen in Deutschland deutlich hinter dem Polarisator der Republik – Migrantenschelte und Islambashing inklusive. von  Vlad Georgescu


Doch die Rechnung der Bertelsmänner um Powerfrau Liz Mohn dürfte kaum aufgehen. Rund 18 Millionen Menschen in Deutschland haben direkt oder über ihre Partner einen Migrationshintergrund, und sie alle tragen durch ihre Arbeit zum BIP der Republik bei. Es geht dabei nicht um Stars wie Mesut Özil, Bushido, Peter Maffay oder Alexandra Maria Lara – es geht um die vielen anderen in Millionen von Betrieben, die Tag für Tag jene Gelder erwirtschaften, die einen Finanzsenator Thilo Sarrazin einst sein Auskommen sicherten, bevor ihm die ebenfalls staatliche Bundesbank übernahm.

Bertelsmann stellt sich unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit hinter Sarrazin und gegen Hartz IV – Empfänger und Migranten, und das macht die Sache noch gefährlicher. Mit welcher Macht DVA das Buch pusht, erkennt man schon an der mehr als aggressiven Vermarktung – Lesungen mit Thilo Sarrazin moderiert von ex-SPIEGEL Star und Handelsblatt Chef Gabor Steingart stehen bereits auf der Agenda, TV-Auftritte in den großen Talk Shows scheinen programmiert.

Doch was will uns Sarrazin über die Bertelsmann-Plattform sagen? Dass Bundesbürger Billionen-Bailouts für sich verzockende Banken tragen? Nein, Sarrazin bläst ins altbekannte Anti-Islam Horn und beleidigt zudem noch all jene, denen diese Republik nur noch Hartz IV als Ausweg lässt – weil es schon lange keine Arbeit für jeden Menschen mehr gibt.

Man darf annehmen, dass mit diesem Buch Thilo Sarrazin die Spaltung der Republik vorantreibt und auch jene Migranten gegen Bertelsmann – und sich – aufbringen wird, die bisher seine Tiraden ertrugen und schweigen. Es ist zu befürchten, dass unter den Millionen friedfertiger Muslime in Deutschland der Anteil jener, die sich bisher radikaleren Strömungen widersetzten, nach der Bertelsmann-Sarrazin Publikationsoffensive geringer wird. Und es ist leider mehr als wahrscheinlich, dass Sarrazin mit seinem Buch zu einer militanten Migrantenbewegung führen wird, die in Zukunft den Weg des Dialogs verlassen wird und Sarrazin den Kamp ansagt – weil Sarrazin nicht diskutiert, sondern hetzt.

Die internationale Presse wird die Vorkommnisse in Deutschland genau beobachten. Doch man darf auch hoffen: Bücher, in denen bestimmte Volksschichten und andere Glaubensrichtungen verunglimpft wurden, hatten in Deutschland in den verschiedensten Regimes Hochkonjunktur – aber auf Dauer nie Bestand.

(2010-08-23) WORST CASE: Sachbuch outet Sarrazin
(kostenloser Artikel)

(2010-08-23) Kommentar: Gründe für den bundesweiten Bertelsmann-Boykott
(kostenloser Artikel)


(2010-08-23)

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Quelle

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Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
canigou
Gast
« Antworten #1 am: August 24, 2010, 11:42:46 »

Da passt dann sicherlich auch das Buch "Bertelsmannrepublik Deutschland - eine Stiftung macht Politik"

>>> siehe hier
« Letzte Änderung: August 24, 2010, 11:43:03 von canigou »
Berenike
Gast
« Antworten #2 am: August 26, 2010, 08:28:29 »



Badische Zeitung, 26.08.2010

Sarrazin provoziert mal wieder

Buch empört SPD und Merkel

BERLIN (dpa). Die Bundesregierung hat Äußerungen von Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin über mangelnde Integrationsbereitschaft von Ausländern ungewöhnlich scharf kritisiert. Die Äußerungen, die "für viele Menschen in diesem Land nur verletzend sein können" , hätten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) "nicht ganz kalt gelassen" , sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch. SPD-Chef Sigmar Gabriel distanzierte sich von Sarrazin und legte ihm den Parteiaustritt nahe. Kritik kam auch vom Zentralrat der Juden in Deutschland, Unterstützung gab es aus der FDP.

Anlass sind vorab veröffentliche Passagen aus einem neuen Buch des früheren Berliner Finanzsenators. Darin geht es auch um Ausländer und ihr Integrationsverhalten in Deutschland. Gabriel sagte, er wolle genau prüfen, ob Sarrazins Ausführungen rassistisch seien. Seibert sagte, Sarrazin habe "sehr, sehr polemisch" zugespitzt. Diese Äußerungen seien auch überhaupt nicht hilfreich, um bei der Integration voranzukommen.

In vorab veröffentlichten Auszügen aus seinem Buch "Deutschland schafft sich ab" warnt Sarrazin vor Überfremdung. Der Ökonom bewertet auch den Beitrag von Gastarbeitern zum Wohlstand in Deutschland und unterscheidet nach Herkunftsländern. "Aufgrund der üppigen Zahlungen des deutschen Sozialstaats ziehen wir eine negative Auslese von Zuwanderern an" , formuliert Sarrazin und fordert eine strengere Auswahl sowie höhere Anforderungen an hier lebende Menschen mit ausländischen Wurzeln.

Bereits im März war Sarrazin beinahe aus der SPD geflogen. Er hatte in einem Interview Arabern und Türken unterstellt, leistungs- und integrationsunwillig zu sein. Eine Landesschiedskommission urteilte, Sarrazin habe sich zwar "radikal und bis zum Tabubruch" geäußert, allerdings nicht rassistisch, weil er auch Deutsche kritisiert habe. Der Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, Frank Schäffler, sagte gestern, Sarrazin spreche die Integrationsprobleme in Deutschland zwar überspitzt an. Das müsse aber nicht falsch sein, um eine Diskussion über den richtigen Weg zu führen.

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« Antworten #3 am: August 26, 2010, 09:55:59 »

Hierzu passt auch wunderbar der neue Beitrag aus Robertos ad sinistram

Tabubrechende Idiotie

"Es war tabu, darüber zu reden, dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen", erklärt Thilo Sarrazin gelehrt. Er kann dergleichen ganz unbefangen von sich geben, völlig ungefährdet, dafür auch wirklich angefeindet zu werden. Was er da in die gesellschaftliche Mitte überführt, sind eugenische Positionen, die weder menschlich noch wissenschaftlich bestehen können; humangenetischer Aberwitz aus der Giftküche eines mit Halbwissen ausgerüsteten Snobs, der von Erbanlagen sicher schon mal gelesen, offensichtlich aber nicht alles davon verstanden hat.

Nicht alles zu begreifen, das wäre keine Schande. Die Humangenetik ist ein weites, ein schwieriges, verwinkeltes Feld, dem Laien oft nicht erschließbar. Deswegen gebietet es die laienhafte Bescheidenheit, mit etwaigen Erkenntnissen nicht zu tollkühn zu balancieren - das Risiko, nur die Hälfte begriffen, von dieser Hälfte wiederum die eine Hälfte zu wortwörtlich und daher zu kompromisslos aufgefasst zu haben, ist einfach zu groß. Sarrazin läßt sich nicht abhalten, er addiert das von ihm Erlesene, diesen Sud aus halbgaren Erkenntnissen, und macht daraus eine populäre Stammtischwissenschaft, die vom Scheckbuchjournalismus gefällig aufgegriffen und publiziert wird. Nichts haben sie gelernt! Denn dergleichen Halbwissen prägte auch die Dekaden vor Hitler, in der unzählige Elaborate über Zuchtwahl kursierten, in der das geistig vorbereitet wurde, was später auch körperliche, materielle Formen annehmen sollte - damals meinten viele, den Schlüssel der Genetik in Händen zu halten, die Evolution bis in den letzten Winkel hinein erklären zu können; die Wissenschaft, oft ideologisch verblendet, trug auch nicht viel zur Wahrheit bei. Erst durch dieses Klima humangenetischer Halbbildung wurden Sterilisations- und Euthanasieprogramme möglich, erst auf dieser halbwissenden Grundlage konnten Bevölkerungsschichten der Ausrottung überstellt werden.

So weit ist es mit Sarrazin freilich nicht, wenngleich er demselben Halbwissen frönt, wie jene damals. Es ist daher darauf hinzuweisen, dass er über Pfade trampelt, die schon einmal in eine Katastrophe mündeten, dass er also Gefolgsmann einer Gesinnung ist, die Not und Elend, Verstümmelung und Tod mit sich brachte. Ein Idiot eben - das ist keineswegs beleidigend gemeint, sondern im Sinne des ursprünglichen Wortes, mit Bedacht darauf, wie der antike Lateiner den Idioten, den idiota im allgemeinen Sprachgebrauch anwandte: er meint damit einen Laien, einen unwissenden Menschen; jemanden, der seine Unwissenheit, sein Halbwissen hinausposaunt; jemanden, der verblüffende Ähnlichkeit mit einem Kerl hat, der dieser Tage lärmend um die Zuchtwahl schwadroniert. Jene Zuchtwahl, die in erster Instanz eine Würfelei mit Allele darstellt, die nicht kalkulier- oder steuerbar ist - und in zweiter Instanz als eine weltfremd absolutistische "Wissenschaft" auftritt, von sich selbst überzeugt, Fähigkeiten, Ausprägungen, Interessen eines Menschen ließen sich alleine genetisch festlegen und steuern, gleichwohl die Umwelt als prägender Faktor verleugnet wird. Sarrazin erklärt auch umgehend, nachdem er über intelligenten Nachwuchs intelligenter Frauen sinnierte, dass der Einzelne selbst für sein Verhalten verantwortlich ist, nicht die Gesellschaft - darüber zu reden, sei auch tabu gewesen; aber er, Stimme der schweigenden Mehrheit, mutiger Wahrheitsverkünder, spricht nun aus, was nicht mehr tabu sein darf. Das paßt frappant zusammen, denn die Eugenik wähnt sich als absoluter Prägestempel, läßt neben sich nichts gelten. Jedoch ist die Behauptung, jeder sei selbst für sein Verhalten verantwortlich genauso unangemessen, wie das Gegenteil, wonach immer im sozio-ökonomischen Milieu die Verantwortlichkeit zu suchen sei.

Den Rest des Artikels gibbet hier

Der sozialökonomische Holocaust hat in Deutschland Einzug gehalten. Später will es wieder niemand gewesen sein - Anonym
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« Antworten #4 am: August 29, 2010, 11:21:15 »

Gefunden auf den NachDenkSeiten

Ist die Bertelsmann Stiftung gemeinnützig?

Das neue Buch von Thomas Schuler „Bertelsmann Republik Deutschland, Eine Stiftung macht Politik“ hat die Diskussion wieder entfacht, ob die Bertelsmann Stiftung „gemeinnützig“ ist und damit auch das Privileg der Steuerbegünstigung in Anspruch nehmen kann. Selbst der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Gunter Thielen fühlte sich bemüßigt, sich zu verteidigen.
Kann es Sinn des Stiftungsgedankens sein, dass nicht der Stifter der Allgemeinheit eine „Reformwerkstatt“ finanziert, sondern umgekehrt, die Allgemeinheit die Bertelsmann Stiftung subventioniert, die sich selbst zur „Reformwerkstatt“ erklärt und nach der Mission des Stifters die Politik, Gesetze und die öffentliche Meinung beeinflusst und prägt?

Meinungs- und Gestaltungsmacht

Bertelsmann hat nicht nur Meinungsmacht sondern auch Gestaltungsmacht, die weit über den Einfluss von Verbänden, Kirchen oder sogar Parteien hinausgeht.

Die Bertelsmann AG ist einer der weltgrößten Informations- und Diensleistungskonzern.
Der Bertelsmann AG gehören u.a.:
  • Random House, laut eigenen Angaben, die weltweit führende Verlagsgruppe mit 120 Einzelverlagen: DVA, Heyne, Kösel, Luchterhand Literaturverlag; Goldmann, Kösel, Siedler u.v.a.m.
  • die RTL Group: 32 Stationen europaweit. 200 Millionen Zuschauer täglich. In Deutschland: RTL Television, Super RTL, Vox oder N-TV.
  • Ihr gehören 74,9 Prozent des größten europäischen Verlagshauses Gruner + Jahr. (Stern, Capital, FTD, manager-magazin und eine Vielzahl von Publikumszeitschriften Brigitte, Gala etc.) G+J hat wiederum eine Sperrminorität von über 25 Prozent im Spiegel Verlag.
  • 100 Prozent der Bertelsmann-Tochter Arvato AG, weltweit einer der größten Kommunikationsdienstleister u.a IT-Management, Customer Relationship Management bzw. Distribution. Sämtliche Servicemodule für das Management von Kunden- bzw. Bürgerbeziehungen. Der Einstieg in öffentliche Verwaltungen ist eines der Unternehmensziele.

Parteipolitisch neutral, aber mit gesellschaftspolitischer Mission

Die Bertelsmann Stiftung ist insofern parteipolitisch neutral, als sie sich (mit Erfolg) an alle etablierten Parteien wendet und wenn Bertelsmann ruft auch alle Parteien kommen. Sie ist aber keineswegs gesellschaftspolitisch neutral, sondern der Mission ihres Stifters verpflichtet.

Diese Mission ist für jedermann nachlesbar:
  • Eine über den Wettbewerb hergestellte Effizienz als Steuerungsinstrument an Stelle von Mitbestimmung und demokratischer Gestaltung. Kurz: der Markt kann alles besser als der Staat. Zivilgesellschaftliches Engagement ist besser als steuerfinanzierte Daseinsvorsorge.
  • Sozialstaat gilt als überdehnt oder gar überholt. (Liz Mohn: „Der anonyme Wohlfahrtsstaat hat ausgedient, an seine Stelle tritt der soziale Staat, der vom bürgerschaftlichen Engagement und vom solidarischen Verhalten aller lebt. Dass möglichst viele verantwortungsvoll ihr Können in den Dienst der Gemeinschaft stellen, das macht diesen Staat auf Dauer lebensfähig“ (Financial Times Deutschland vom 5. 12. 2006, Gastkommentar)
  • Und immer geht es deshalb auch um ein Zurückdrängen des Staates, eine Verringerung der Staatsquote und – als Mittel dazu – um die Senkung der Steuerlast.
    „Es ist ein Segen, dass uns das Geld ausgeht. Anders kriegen wir das notwendige Umdenken nicht in Gang“, sagte Reinhard Mohn schon 1996 in einem Stern-Interview.

Den Rest des überaus interessanten Artikels gibt's hier

Der sozialökonomische Holocaust hat in Deutschland Einzug gehalten. Später will es wieder niemand gewesen sein - Anonym
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