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Autor Thema: G8: Weg mit der Turbo-Schule  (Gelesen 687 mal)
Archetim
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Wer nicht arbeitet, muss auch nicht essen!


« am: August 30, 2010, 10:56:01 »

Gefunden im Rheinischen Merkur

Weg mit der Turbo-Schule!

Die auf acht Jahre verkürzte Gymnasialzeit schadet den Kindern. Familienleben und musische Neigungen bleiben auf der Strecke, das Abiturniveau sinkt. Ein Einspruch gegen den Planungswahn.
VON BIRGITTA VOM LEHN

Der erste saure Pisa-Regen war gerade auf die Gewissen von Eltern, Schülern und Lehrern niedergeprasselt, als Bildungspolitiker jeglicher Couleur sich im Eiltempo darauf verständigten, die Turbo-Schule – auch G8 oder verkürztes Gymnasium genannt – einzuführen. Jünger, schneller, besser sollten Deutschlands Absolventen werden! Studenten sollten zügiger lernen, Abiturienten schneller fertig werden. Im Vergleich zum Ausland sei man zu alt, ja: Deutsche Doktoranden seien oft schon grau meliert, wenn sie die wissenschaftliche oder gesellschaftliche Bühne beträten.

Den Hinweis, deutsche Doktoranden seien aber meist auch besser, weil sie eben älter seien und mehr wüssten, wollte niemand hören. Dabei hätte man sich doch nur mal in englischen Universitäten umschauen können: Nicht selten sind dort Fakultäten nahezu fest in deutscher Hand. Der sogenannte Braindrain ins Ausland kommt ja nicht von ungefähr: Deutschlands Wissenschaftler wurden und werden dort mit Kusshand genommen.

Den Hintergedanken, mit dem die Wirtschaft seinerzeit den Turbo-Tenor verstärkte – jüngere Arbeitskräfte sind billiger und williger als reifere Absolventen –, wagte zwar niemand laut auszusprechen; in der Luft lag er trotzdem. Aus einem anderen Argument aber machte man keinen Hehl: der Demografie. Weil immer weniger Junge immer mehr Alten künftig die Rente erwirtschaften müssen, sollen die Jungen früher ran. Ein Schuljahr zu streichen geht geräuschloser über die Bühne, als ein neues Rentensystem durchzuboxen. Denn der Widerstand gegen das eine fiele rein zahlenmäßig niemals so groß aus wie der gegen das andere.

So war es dann auch. Widerstand gegen das G8 regte sich zunächst nur sehr zaghaft; noch konnten die wenigsten Betroffenen ja auch absehen, was ihnen bevorstand. Der Pisa-Regen hatte seine Wirkung getan und ließ die Beteiligten in einer Art Schockstarre verharren. Auch riss der Jugendlichkeits- und Schnelligkeitswahn noch viele mit, obwohl Slobbies („Slow but better working people“) und Slow Food längst keine Ausnahmeerscheinungen mehr waren. Ein paar aufmüpfige Lehrer und Eltern in Bayern, die die aufkeimende Turbo-Misere heraufziehen sahen, belächelte man im Norden noch als Eigenbrötler und Ewiggestrige. Oder stempelte sie gleich ab zu Leistungsverweigerern.

Den kompletten Artikel gibt's hier

Der sozialökonomische Holocaust hat in Deutschland Einzug gehalten. Später will es wieder niemand gewesen sein - Anonym
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