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Autor Thema: Chancenförderungsgesetz ???????????? Die "Verarschung" pur!  (Gelesen 1093 mal)
Rudi Wühlmaus
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Wissen ist Macht


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« am: Mai 08, 2011, 20:03:50 »

Soeben per Mail erhalten:

Liebe Kolleginnen,
liebe Kollegen,

gerne übermitteln wir Ihnen unsere aktuelle

PRESSEERKLÄRUNG
vom 08. Mai 2011
und danken für Ihre Berichterstattung:

Erneuter Angriff der Bundesregierung auf das Igitt-Wort „Hartz IV“:
Regierungs-Sprachwissenschaftler für Rechtssprache kreieren  „ChaföG“
_____________________________________________________________________
ein Kommentar von Hartz4-Plattform Sprecherin Brigitte Vallenthin


Das Igitt-Wort Hartz IV los zu werden, scheint ein Dauerauftrag der Bundesregierung an mehrere Ministerien zu sein.

Jetzt melden sich - ausgerechnet von der Gesellschaft für deutsche Sprache ausgeliehene - Sprachwissenschaftler aus dem Bundesministerium der Justiz im „Magazin für Soziales und Familie“ (http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/01MagazinSozialesFamilie/05/s-b-hartz-iv-gibt-es-im-gesetz-nicht-warum-chafoef-besser-gewesen-waere.html) mit einer neuen Stilblüte zu Wort. Offensichtlich vergaßen sie dabei, dass eben ihre Gesellschaft für deutsche Sprache Hartz IV im Jahre seiner künstlichen Geburt 2005 - durch den zwei Jahre später wegen Untreue in Tateinheit mit Begünstigung eines Betriebsrates verurteilten Ex-Automanager gleichen Namens -  zum Wort des Jahres 2004 gekürt hatte.

Nach dem Motto – was schert uns unser Geschwätz von gestern - legt jetzt die Leiterin des Redaktionsstabes Rechtssprache beim Bundesministerium der Justiz, Stephanie Thieme, im Interview mit REGIERUNGonline, neue Karten auf den Tisch und stellt den Buchstabensalat „ChaföG“ als Alternative für „Hartz IV“ vor.

- „Wir haben wegen der inflationären Verwendung der Bezeichnung Hartz IV immer mal wieder überlegt, ob es einen neutraleren Begriff dafür gäbe,“ erklärt sie und fährt fort:

- „„Chancenförderungsgesetz“ und die Abkürzung „ChaföG““ wäre „eine denkbare Alternative“ ebenso wie „für die Bezeichnung „Arbeitslosengeld II“ (…) dann beispielsweise „Chancenförderungsgeld“.“

Wieder einmal kommt dann, wenn Leute von etwas reden, von dem sie nicht die geringste Ahnung haben, eine - vermutlich nicht ganz unbeabsichtigte - Regierungs-Täuschungs-PR heraus, die zum Himmel schreit. Oder können uns Regierungs-Beamte des Justizministeriums etwa erklären, worin die so genannten „Chancen“ bestehen sollen, wenn von Amts wegen und mit offensichtlichem Regierungs-Willen:

- Junge Menschen an einem ordentlichen Ausbildungsabschluss gehindert und in Sinnlos-Maßnahmen gesteckt werden?

- Erfolgreicher Aufbau einer Selbständigkeit für einen 1 €-Job an den Nagel gehängt werden soll?

- Die Verpflichtung unterschrieben werden soll, eine längjährige, sozialversicherungspflichtige Arbeit für ein Jobcenter-Angebot zu kündigen?

- Ein schwer kranker Dialyse-Patient – von der ihn behandelnden und mit ihm auf eine Transplantation wartenden Uniklinik für arbeitsunfähig erklärt – vom Amtsarzt, der noch nicht einmal Facharzt ist, dennoch unter Androhung von Leistungskürzung zu täglich sechsstündiger Arbeit verdonnert werden soll?

- Oder ein Diabetes-Kranker keinen Termin für seinen Weiterbewilligungsantrag bekommt und stattdessen von den Muskelmännern der Amts-Security so unsanft aus der Behörde gefeuert wird, dass er sich mit Verletzungen an Knie und Unterkiefer in ärztliche Behandlung begeben muss?

Die Beispiele von schikanöser Amts-Willkür statt Chancenförderung ließen sich endlos fortsetzen – das erfährt jeder täglich, der mit dieser Bundesagentur für Chancenverhinderung zu tun hat. Also doch wohl eher ChavehiG, Chancenverhinderungsgesetz?! Da bleibe ich doch lieber bei Hartz IV. Diese inhaltsschwere Wort-Marke hat sich landes- und weltweit einen so unmissverständlichen Namen gemacht  - einen Namen für Demütigung, Schikane, Entmündigung und Ausgrenzung, eben Hartz IV.

Seien sie, liebe Regierungs-Verantwortliche, doch einfach nur mal ehrlich und lassen sie die Dinge bei dem Namen benannt, den sie verdienen! Bessern sie erst einmal die Zustände! Dann können wir gerne über einen schöneren Namen reden!

Wiesbaden, 08. Mai 2011

Brigitte Vallenthin
Presse
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keine Armut! - kein Hunger! - kein Verlust von Menschenwürde!

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« Antworten #1 am: Mai 08, 2011, 21:48:23 »

"ChaföG" kann man ja kaum aussprechen. Viel besser klappt das mit z.B. "Schafott" - kommt auch von der Bedeutung her viel eher an das SGB II ran  rooopfl

Der sozialökonomische Holocaust hat in Deutschland Einzug gehalten. Später will es wieder niemand gewesen sein - Anonym
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« Antworten #2 am: Mai 09, 2011, 11:55:23 »


Einfache und verständliche Gesetze – Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger, aber auch der Verwaltungen, die die Gesetze ausführen. Doch oft sind die Sachverhalte sehr kompliziert, Gesetze werden in Eile formuliert. Verständlichkeit und klare Struktur bleiben mitunter auf der Strecke. Beim Bundesjustizministerium arbeiten neun Sprachwissenschaftlerinnen und Sprachwissenschaftler, die in den Texten für Klarheit sorgen. Der Redaktionsstab Rechtssprache beim Bundesministerium der Justiz berät die Bundesministerien. Mit der Leiterin des Redaktionsstabes, Stephanie Thieme, sprach Astrid Kny über die Gesetzessprache in der Sozialpolitik.


http://www.bundesregierung.de/Content/DE/Magazine/01MagazinSozialesFamilie/05/s-b-hartz-iv-gibt-es-im-gesetz-nicht-warum-chafoef-besser-gewesen-waere.html

Arbeitslos - aber nicht machtlos! ALG II abhängig - aber nicht rechtlos!

Meine Beiträge stellen keine Rechtshilfe da, sondern sind lediglich Erfahrungswerte und meine Meinung, welche ich weiter gebe.
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