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Autor Thema: Containershopping - Einkäufe hinter dem Supermarkt  (Gelesen 1092 mal)
Adimin
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Beiträge: 6.626


Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« am: April 09, 2010, 12:07:26 »

Containershopping
Unsere Überfluss- und Konsumgesellschaft hat (noch) sehr hohe Ansprüche an das Angebot in den Supermärkten und Einkaufsläden. Es muss immer genug vorhanden, das Aussehen (nicht der Geschmack!!) möglichst perfekt und natürlich noch im Rahmen der Haltbarkeitsgrenzen. Der Film "We Feed the World" zeigt die Auswüchse in der Lebensmittelproduktion und -handel eindringlich auf. Im Grunde ein Wahnsinn, der hier passiert und den wir als Konsument unterstützen ...

Und doch hat alles in dieser Welt zwei Seiten. Ein guter Freund von mir, noch junger Pensionist und gar nicht mittellos, macht sich jeden Freitag und Samstag auf die Suche nach ... Lebensmitteln in den Supermarktcontainern! Containershopping, eine neue Art der Lebensmittelbeschaffung. Obwohl immer mehr Unternehmen dazu übergehen, abgelaufene und nicht mehr frische Lebensmittel nicht einfach zu entsorgen, sondern sie caritativen Organisationen oder Sozialmärkten zu überlassen, bleibt noch mehr als genug für geschickte und suchende Containershopper.

So bekomme auch ich fast jede Woche Besuch von meinem Freund, der mir teilweise Gourmetware originalverpackt und noch genussfähig bringt. Was schon alles dabei war? Von vakuumierten Leberkäse (Fleischkäse) über Pfefferschinken, Speck bis hin zu Würsten. Natürlich auch Obst und Gemüse. Am Samstag vor Ostern kam er allerdings mit einer Überraschung. Er fand in einem Container eines Lebensmittelgrosshändlers einen ganzen, noch original verschlossenen Korb mit 50 Stück frischen Austern. Fin de Claires natürlich, aber immerhin. Keine einzige Muschel war kaputt oder schlecht! Gelagert auf feuchten Seetang im Holzkorb. Mit gutem Grünen Veltliner, da kein Chardonnay oder Weissburgunder zu Hause war, serviert, ein kulinarischer Hochgenuss!

Obwohl mein Freund es nicht nötig hat, schliesslich bekommt er Beamtenpension, ist er kurz vor dem Wochende ständig auf der Suche nach Lebensmittel aus Supermarktcontainern. Du darfst jetzt nicht glauben, dass dies eine unappetliche Sache ist, wo irgendwelche Essensabfälle durchwühlt werden, wo man in Stiefeln in Sosse, Matsch und Brösel steht. Nein, das meiste ist noch originalverpackt, oft erst kurz vor dem überschreiten des Haltbarkeitsdatums und ist ohne Bedenken essbar bzw. verarbeitbar.

Noch vor wenigen Jahrzehnten war es fast undenkbar, nicht verdorbene Lebensmittel wegzuwerfen. Heute ist dies leider Alltag geworden. Doch nicht nur Lebensmittel werden so "entsorgt". Eine junge Mutter, sie hat Zwillinge geboren, die noch kein Jahr alt sind, bekam kürzlich einen Anruf einer Freundin, die in einer Drogeriekette arbeitet. Einer bekannte Marke wurde ein Relaunch verpasst, das heisst die Verpackung, das Erscheinungsbild überarbeitet bzw. modernisiert. Dadurch sind die sich noch in den Regalen befindlichen Artikeln zu "entsorgen" - also in den Müll zu kippen - und durch die neuen zu ersetzen. Ein riesiger Karton mit Babycremen, -salben und Was-weiss-ich-noch-alles wurde ihr heimlich im Hinterhof übergeben. Der Einkaufswert betrug einige Hundert Euro, alles einwandfreie Ware, die sonst teuer gekauft werden müsste ...

Containershopping ist zwar nicht jedermanns Sache, doch es zahlt sich aus! ... und findet immer mehr Anhänger, aber nicht alle sind bedürftig!

Was viele allerdings nicht bedenken, ist der Umstand, dass all diese "weggeworfene Ware", seien es Lebensmittel oder Kosmetika, als Schwund im Budget eingerechnet werden müssen. Das heisst, diesen offenbar notwendigen Schwund bezahlt der Konsument! Denn caritativ sind Vereine, keine Unternehmen oder Konzerne! So wie auch das Werbebudget vom Konsumenten bezahlt werden muss. Wir müssen für diesen Wahnsinn aufkommen.

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Gefunden bei:Madame

lieselotte
Gast
« Antworten #1 am: April 10, 2010, 16:42:42 »

Naja, ganz so rosig ist es nun auch nicht im Müll zu shoppen.

Durch Dreck wühlen muss man sich allemal. Hygienisch einwandfrei nenne ich diese Art des Einkaufens nicht. Nicht zu vergessen der Container, der ständig neu mit Müll gefüllt wird und in den seltesten Fällen zwischendurch gereinigt wird. dann die Besuche der Ratten, Krähen und Brummer, die den Müll auch lieben.  Die hinterlassen auch ihre Spuren. Ein gewisser Ansatz von verkrusteten Dreck befindet sich immer in so einer Tonne. Und wenn es nur die vergammelten Erdbeeren sind, die auf der noch guten Ware liegen. Oder die uralte festgetrocknete Gammelschicht an den Innenwänden der Tonne.
Im besten Fall befinden sich die Leckereien in einem Karton. Dann kann man glücklich sein, seine Jogurtbecher nicht zwischen glitschigen Salatblättern oder schimmeligen Erdbeerpackungen heraus ziehen zu müssen.
Und so frisch sind die Sachen ja auch nicht. Der Händler wirft diese Dinge ja auch nicht ohne Grund in den Müll. meist sind sie abgelaufen oder beschädigt. Und im Sommer bruzelt die Tonnennahrung schon mal ein paar Stündchen in der Hitze vor sich hin. Aber wem der Kampf um die Beute auch mal mit Maden auf sich nehmen mag, dem dürfte das nicht weiter stören.

Ich hoffe, der Beamte der es nicht nötig hat guckt vor seiner Tour, ob die Tonne nicht auch von wirklich Bedürftigen besucht wird. Aber ich denke schon, bei so viel Umweltbewusstsein. Und wenn er dann doch mal was im Laden kauft, nimmter auch die angegriffenen Sachen und die des etwas älteren Datums. Und nicht nur das tadelose Gut. Damit erst gar nicht so viel im Müll landet.
« Letzte Änderung: April 10, 2010, 16:43:11 von lieselotte »
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