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Autor Thema: Das P Konto! Arme Kunden unerwünscht  (Gelesen 3081 mal)
Rudi Wühlmaus
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Wissen ist Macht


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« am: Mai 24, 2010, 13:31:36 »

Arme Kunden unerwünscht
Von Hannah Wilhelm

Eigentlich müssen Banken mittellosen Bürgern ein Konto anbieten. Sie winden sich aber mit Tricks aus dieser Pflicht heraus.

Er hat sein Konto bei der Saalesparkasse. Schon immer eigentlich. Solange der 32-Jährige denken kann. Auch als er sich vor ein paar Jahren überschuldete und das Konto gepfändet wurde. Mittlerweile hat er einen Job und stottert monatlich seine Schulden ab. Doch plötzlich will ihn nun die Saalesparkasse nicht mehr als Kunden haben. Außer, wenn er plötzlich zwölf statt 2,50 Euro im Monat an Gebühren zahlt. Das schreibt ihm die Saalesparkasse Ende April. Viel Geld für einen 32-Jährigen, der kaum 1000 Euro im Monat verdient.

Ungeliebtes P-Konto

Er wundert sich. Und er ist verzweifelt. Denn weder weiß er, wie er das Geld aufbringen, noch, was er ohne Konto machen soll. Was der 32-Jährige nicht weiß: Schuld an dem Vorgang ist vermutlich ein neues Gesetz, das zum 1. Juli in Kraft tritt. Der Hintergrund: Wer Schulden hat und dessen Vermögen deshalb gepfändet wird, der hat es im Umgang mit seinem Girokonto oft schwer. Ist das Konto wegen der Pfändung gesperrt, kann er selbst über kleine Beträge für den Alltag nicht mehr verfügen.

Deshalb hat die Regierung zum 1.Juli das sogenannte P-Konto eingeführt, das Pfändungsschutzkonto. Ein Betrag von monatlich knapp 1000 Euro ist auf diesem vor Pfändung geschützt und kann vom Schuldner für den alltäglichen Bedarf wie Miete, Strom, Essen und Versicherungen verwendet werden. Die Bank darf das P-Konto nicht kündigen, solange es genutzt wird und der Inhaber die Gebühren dafür zahlt.
Wer nicht zahlt, dem wird gekündigt

Das scheint nun jedoch einigen Kreditinstituten übel aufzustoßen. Sie wollen sich nicht gerne dazu zwingen lassen, ein Konto zu führen. In Bankenkreisen ist zu hören, dass einige Institute nun überlegen, zusätzliche Gebühren für das Führen solcher Konten zu erheben. Oder Kunden, die nicht so zahlungskräftig sind, vorsorglich vorher zu kündigen. Schuldner sind eben keine angenehmen Kunden und die Verwaltung der P-Konten aufwändiger.

Verbraucherschützer werten die Briefe, die die Saalesparkasse aus Halle derzeit verschickt, als eine Reaktion auf eben dieses P-Konto. In dem Brief, den auch der junge Mann erhalten hat, heißt es: "Für den Fall einer Ablehnung des erhöhten Kontoführungsentgeltes durch Sie, kündigen wir den Kontoführungsvertrag hiermit zum Ablauf des 17.06.2010." Ein Schlag ins Gesicht.

Kein Konto zu besitzen, das kann Menschen aus der Gesellschaft ausgrenzen. Dementsprechend haben die Briefe eine Menge Angst verbreitet. Und Unverständnis. Nicht nur der 32-Jährige hat sich hilfesuchend eines Morgens an Astrid Albrecht gewendet, die Leiterin der Schuldnerberatung der Stadt Halle. Zahlreiche weitere Schuldner haben den Brief bekommen.
"Das ist nicht zumutbar"

"Das ist nicht zumutbar", sagt Achim Tiffe vom Institut für Finanzdienstleistung in Hamburg. Der Gesetzgeber habe doch durch die Einführung des P-Kontos genau das Gegenteil erreichen wollen, nämlich besonders armen und überschuldeten Bürgern den Zugang zu einem Konto zu garantieren und diesen eben nicht mit zusätzlichen Kosten zu verbinden - so stehe es im Gesetz. Tiffe ist der Meinung, die Saalesparkasse versuche durch die angedrohten Kontokündigungen das Gesetz zu umgehen. Er rechnet damit, dass viele andere Banken bald nachziehen werden. Bei der Saalesparkasse argumentiert man, das Institut müsse "die wirtschaftlichen Gesichtspunkte berücksichtigen", und spricht von einem "erhöhten Kontoführungsaufwand".

Der 32-Jährige immerhin hat Glück gehabt: Astrid Albrecht hat sich bei der Sparkasse für ihn stark gemacht. Er darf sein Konto behalten. Bei den anderen Betroffenen bleibt das Geldinstitut bisher allerdings hart. Und die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt prüft nun, ob sie rechtlich gegen die angedrohten Kündigungen vorgehen kann.


Quelle
« Letzte Änderung: Mai 24, 2010, 16:52:03 von Rudi Wühlmaus »

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
Ludwigsburg
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« Antworten #1 am: Juni 16, 2010, 17:52:53 »

Infos zum P-Kontolink
« Letzte Änderung: Juni 16, 2010, 19:34:41 von Rudi Wühlmaus »
lieselotte
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« Antworten #2 am: Juni 16, 2010, 20:51:59 »

Ja, und nur ein bestehendes Konto kann als P-Konto geführt werden. Ich finde die Presseberichte dazu auch immer sehr ungenau. Irreführend.
hergau
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« Antworten #3 am: Juni 17, 2010, 21:01:00 »

Wir sollten eine Liste veröffentlichen, welche Bank human ist und welche sich als Gauner erweißen. EEJABM

Leben und leben lassen
Rudi Wühlmaus
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« Antworten #4 am: Juni 17, 2010, 21:12:21 »

Ich finde diesen Dialog zwischen MdB Gabriele Hiller-Ohm und der AEiD lustig!
Heute per Twitter geführt-

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
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dragonflyer
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« Antworten #5 am: Juni 18, 2010, 08:43:16 »

Ist sehr inkonsequent, das neue Gesetz.

Man hat nur den gesetzlichen Anspruch darauf, ein bestehendes Konto in ein P-Konto umwandeln zu lassen.

Einen gesetzlichen Anspruch auf ein Konto dagegen hat man nicht.

Jemand der überschuldet ist, bekommt erst gar kein Konto mehr bei den Banken und hat somit auch nicht die Möglichkeit, überhaupt in den Genuss eines P-Kontos zu kommen.

Das könnte zukünftig ein noch viel größeres Problem in dieser Gesellschaft werden, wenn noch mehr Menchen ihren Job verlieren und nach meistens schon 1 Jahr in Hartz4 fallen. Denn das Problem ist, von vielen Verpflichtungen kann man sich gar nicht so schnell befreien wie man in Hartz4 fällt.

Abos, Versicherungen etc. kann man nicht mit der Begründung Hartz4 kündigen, es wird auf Einhaltung der Verträge bestanden. Und schon dreht sich die Schuldenspirale und Abmahnwelle bis hin zur Pfändung und Gerichtsvollzieher.

ARGE-Dreisatz: Warum? Wo steht das? Geben Sie mir das schriftlich?     

MPD-Netzwerk, das Netzwerk für myeloproliferativen Erkrankungen
Link auf Weltkugel folgen.
Ludwigsburg
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« Antworten #6 am: Juni 19, 2010, 23:28:34 »

link
lanny
Gast
« Antworten #7 am: Juni 23, 2010, 17:29:09 »

Ich finde diesen Dialog zwischen MdB Gabriele Hiller-Ohm und der AEiD lustig!
Heute per Twitter geführt-

Na da hast du aber eine Süsse aus der Mottenkiste geholt, eine Politikerin die redet, redet redet und doch nichts macht.So jedenfalls die Erfahrung mit ihr, denn sie schloss sich nicht einmal der Franktion an, die die Arge in HL dazu bringen wollte klar Stellung zu ihrem Verhalten den Leistungsempfängern gegenüber abzugeben.Das Njet der Arge reichte ihr.
lanny
Gast
« Antworten #8 am: Juni 23, 2010, 17:38:38 »

Letzte Woche bat ich meine Bank um Info darüber was ich machen muss um mein Giro Konto in ein P-Konto umwandeln zu lassen. Die Antwort der Volksbank, ich solle einen Auftrag stellen, dann würde es vonstatten gehen. Heute nun ein erneutes Schreiben der Bank, mit der Bitte ich möchte mir einen Termin geben lassen, damit man mit mir alles besprechen kann. Holla die Waldfee, jetzt wird´s lustig, also Gesetz kopieren, um andere Bank kümmern, denn eine Bekannte muss dann ihre EC Karte abgeben(wurde ihr so mitgeteilt), von der Bearbeitungsgebühr von 25€ quatalsmässig einmal ganz zu schweigen.!
Bankster wollen doch weiterhin ihr  ........ geldbad     nehmen können!
« Letzte Änderung: Juni 23, 2010, 17:39:14 von lanny »
lanny
Gast
« Antworten #9 am: Juni 23, 2010, 17:47:20 »

Ist sehr inkonsequent, das neue Gesetz.

Man hat nur den gesetzlichen Anspruch darauf, ein bestehendes Konto in ein P-Konto umwandeln zu lassen.

Einen gesetzlichen Anspruch auf ein Konto dagegen hat man nicht.

Jemand der überschuldet ist, bekommt erst gar kein Konto mehr bei den Banken und hat somit auch nicht die Möglichkeit, überhaupt in den Genuss eines P-Kontos zu kommen.

Das könnte zukünftig ein noch viel größeres Problem in dieser Gesellschaft werden, wenn noch mehr Menchen ihren Job verlieren und nach meistens schon 1 Jahr in Hartz4 fallen. Denn das Problem ist, von vielen Verpflichtungen kann man sich gar nicht so schnell befreien wie man in Hartz4 fällt.

Abos, Versicherungen etc. kann man nicht mit der Begründung Hartz4 kündigen, es wird auf Einhaltung der Verträge bestanden. Und schon dreht sich die Schuldenspirale und Abmahnwelle bis hin zur Pfändung und Gerichtsvollzieher.


Genau das ist ja das Problem!
Da werden Firmen an die Wand gefahren, vorher durfte der AN jahrelang für sie malochen, dann Ruckzuck die Kündigung, später HartzIV! Angeschafftes Auto das für die Arbeit notwendig war muss verkauft werden, Rückkaufswert =Verlust, Kredit läuft trotzdem noch, Versicherungen etc, wie du schon schriebst, es ist kein Entkommen.HartzIV führt sehr schnell in die Verschuldung, wobei die Argen auch dran beteiligt sind, denn die oftmals langwährigen Prozesse weil Gelder nicht ausbezahlt wurden,tragen ihren Teil dazu bei.!
Adimin
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Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« Antworten #10 am: Juni 23, 2010, 17:54:03 »

Wegen MdB hast Du ja nicht ganz unrecht, Lanny.
Aber manchmal sind die Leute doch zu gebrauchen. Und wenn es nur ist, um an manche Unterlagen......... oder mal einen Anruf zu tätigen.......... oder so.

Und Du hättest sie ja auch kennenlernen können. Wenn Du erschienen wärst. pfeifen

lanny
Gast
« Antworten #11 am: Juni 23, 2010, 18:13:31 »

Wegen MdB hast Du ja nicht ganz unrecht, Lanny.
Aber manchmal sind die Leute doch zu gebrauchen. Und wenn es nur ist, um an manche Unterlagen......... oder mal einen Anruf zu tätigen.......... oder so.

Und Du hättest sie ja auch kennenlernen können. Wenn Du erschienen wärst. pfeifen





Ach Adimin ich kenne sie zu genüge und das reicht, da halte ich mich lieber an Herrn Klinkel der schon viel Ärger mit der Arge hatte, weil er nie aufgibt, in der Franktion sitzt und seine Partei hinter ihm steht.Das er sich bestens auskennt, ist natürlich massgebend.
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