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Autor Thema: Debatte über Pflegehelfer  (Gelesen 799 mal)
lieselotte
Gast
« am: Mai 06, 2010, 19:30:45 »

Pflegekräfte ohne Arbeit

Zitat
Die Bundesagentur für Arbeit wird ihre qualifizierten Arbeitslosen nicht los. Die Pflege-Ausbildungsinitiative der Bundesregierung geht ins Leere. Die Pflegeeinrichtungen hätten wenig Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften - jedenfalls bislang.


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Adimin
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Beiträge: 6.626


Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« Antworten #1 am: Mai 06, 2010, 20:51:37 »

Ich habe mal den gesamten Text eingestellt, damit man ihn auch bei uns gut lesen kann.

Pflegekräfte ohne Arbeit
Die Bundesagentur für Arbeit wird ihre qualifizierten Arbeitslosen nicht los. Die Pflege-Ausbildungsinitiative der Bundesregierung geht ins Leere. Die Pflegeeinrichtungen hätten wenig Bedarf an zusätzlichen Arbeitskräften - jedenfalls bislang.

Von Kerstin Schwenn


Die Klage der Pflegebranche über einen zunehmenden Fach- und Hilfskräftemangel ist nach Auffassung der Bundesagentur für Arbeit (BA) überzogen. Die Erfahrung der Arbeitsagenturen ist vielmehr gegenteilig: Sie haben auf Drängen der Politik Arbeitslose weitergebildet, die nun nicht in Pflegebetrieben unterkommen. Der Pflegeunternehmer Ulrich Marseille hatte dieser Zeitung hingegen gesagt, er wolle Hunderte von Hartz-IV-Empfängern einstellen, vermisse aber sowohl deren Motivation, sich in Pflegeheimen zu bewerben, als auch die Unterstützung der Arbeitsagenturen (Pflegebranche sucht Hartz-IV-Empfänger). „Die Bundesagentur muss ihre Arbeitsämter endlich anweisen, geeignete Langzeitarbeitslose aus ihren Karteien herauszusuchen“, forderte Marseille.

Bundesagentur-Vorstand Heinrich Alt wehrt sich nun gegen diese Darstellung: „Im vergangenen Jahr gab es eine Initiative der Bundesregierung, zusätzliche Beschäftigung in Pflegeeinrichtungen zu schaffen. Damit verknüpft war die Erwartung, dass man 10.000 „Alltagsbegleiter“ aus dem Kreis der Arbeitslosen vermitteln wird. Diese Erwartungen haben sich leider nicht erfüllt. Wir haben rund 25.000 potentielle Pflegekräfte identifiziert und davon 15.000 qualifiziert, die Nachfrage aus den Pflegeeinrichtungen blieb jedoch aus.“

„Man muss sich für diesen Beruf entscheiden“

Dies hat die Bundesagentur überrascht, denn vom grundsätzlichen Bedarf an zusätzlichen Pflegekräften ist sie überzeugt. „Wir brauchen Menschen in Pflegeberufen dringender denn je, denn die Gesellschaft wird immer älter. Und wir haben qualifizierte und motivierte Arbeitslose in den Startlöchern“, sagt Alt. Die Hälfte der Arbeitslosen, die im Bereich Altenpflege ausgebildet worden seien, komme aus der Grundsicherung. Mit Qualifizierung allein sei es aber nicht getan. „Man muss sich für diesen Beruf entscheiden und kann nicht ,hineinentschieden' werden. Denn man braucht viel Geduld und psychische Stabilität.“ Deshalb sei es unerheblich, ob es sich um Langzeitarbeitslose handele oder frisch ausgebildete Nachwuchskräfte.

Die Pflegebranche, die ein Marktvolumen von 27 Milliarden Euro für die stationäre und ambulante Pflege umfasst, klagt seit Jahren über Personalmangel. Derzeit wird der zusätzliche Bedarf an qualifizierten Pflegern auf 50.000 geschätzt, zudem würden Tausende Hilfskräfte gebraucht. Es wird damit gerechnet, dass der Mangel sich weiter verstärkt, wenn die Zahl von heute 2,2 Millionen Pflegebedürftigen weiter wächst - vermutlich schon bis zum Jahr 2030 auf 3,4 Millionen. Die Lage könnte sich verschärfen, wenn der Zivildienst wie geplant auf sechs Monate verkürzt wird. Wohlfahrtsverbände rechnen damit, dass dann die Zahl der Zivildienstleistenden in Pflegeheimen drastisch schrumpfen werde, zumal es sich vielfach gar nicht mehr lohne, die jungen Menschen einzuarbeiten.
Kein Niederschlag in der Statistik

Der vielbeschworene Pflegekräftemangel findet allerdings in der Statistik keinen Niederschlag. Vielmehr besteht derzeit ein erheblicher Überschuss an Arbeitskräften: Nach Angaben der Bundesagentur waren im März mehr als 22.500 offene Stellen in sozialpflegerischen Berufen gemeldet, darunter gut 12.000 als Altenpfleger. Gleichzeitig waren jedoch fast 86.000 Pflegekräfte arbeitslos. Angesichts dessen ärgert es Alt, dass die „Alltagsbegleiter“ auf Initiative der Regierung offenbar für einen Markt ausgebildet wurden, den es (noch) gar nicht gibt.

Alt bestreitet, dass die weitergebildeten Pflegekräfte den Unternehmen zu teuer sein könnten. „Wenn ich Fachkräfte haben möchte, muss ich sie auch entsprechend entlohnen“, sagt er. Bei Arbeitslosen könne die Arbeitsagentur die Beschäftigung eine Zeitlang über Lohnkostenzuschüsse unterstützen. „Für mich wäre es schon ein Erfolg, wenn Arbeitslose über geringfügige Jobs einen Fuß in die Tür bekommen. So können sie sich am besten für eine Festanstellung empfehlen.“ Zudem hält der Arbeitsmarkt-Experte es nur für eine Frage der Zeit, bis die Weitergebildeten nachgefragt werden: „Mit langer Arbeitslosigkeit geht nicht gleich die soziale Kompetenz verloren. Fachkompetenzen kann man auffrischen.“ Der Beschäftigungsmarkt für Pflegekräfte wachse seit Jahren kontinuierlich - sogar in der Krise.

Text: Faz
« Letzte Änderung: Mai 06, 2010, 22:01:11 von Adimin »

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