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Autor Thema: Experten fordern Lohnerhöhungen zur Stärkung der Binnennachfrage  (Gelesen 1160 mal)
ichhabefertig
Gast
« am: Juli 12, 2010, 11:13:46 »

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger fordert Lohnsteigerungen, um die Konjunktur ohne staatliche Hilfe zu unterstützen. "Wenn die europäische Wirtschaft auch ohne staatliche Hilfen wieder in Schwung kommen soll, müssen die Löhne in Deutschland wieder so steigen, dass die Arbeitnehmer angemessen am steigenden Wohlstand beteiligt werden", sagte Bofinger der "Bild"-Zeitung.

http://www.derNewsticker.de/news.php?id=191227&i=gmnqao
Woodruff
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« Antworten #1 am: Juli 12, 2010, 11:34:19 »

Wir leben in einem Land, in dem die Nachfrage aus dem Ausland kommt, d.h wir sind als Exportnation von der Kaufkraft in anderen Ländern abhängig.. Lt. ifo-Sinn spielt jedoch nur die Nachfrage nach billigen Arbeitskräften eine entscheidende Rolle:

Zitat
Je niedriger der Lohn für die Arbeit in einem speziellen Qualifikationssegment des Arbeitsmarktes ist, desto mehr Stellen gibt es in diesem Segment, weil sich mehr Projekte lohnen und weil mehr Arbeit eingeplant wird. Dies ist eines der Fundamentalgesetze der Volkswirtschaftslehre.

Quelle


Zitat von: Hans-Werner Sinn
Jedenfalls kommt es auf die Nachfrage ausdrücklich nicht an. Dies festzustellen, ist Sinn besonders wichtig und er widmet deshalb der Frage der Nachfrage ein extra Unterkapitel, in dem u.a. steht: Nein, mehr gesamtwirtschaftliche Nachfrage und mehr Kaufkraft ist es wirklich nicht, was Deutschland braucht. Alle, die das anders sehen, sind ökonomische Laien und heißen Dr. Fritzchen Müller.

Quelle


 nahrr

"Jeder, der in Beschäftigung bleibt, ist wertvoller als der, der arbeitslos ist." (Heinrich Alt, SPD-Mann im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, in der Sendung WISO spezial vom 06. April 2009)
canigou
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« Antworten #2 am: Juli 12, 2010, 11:42:43 »

Zitat
Alle, die das anders sehen, sind ökonomische Laien und heißen Dr. Fritzchen Müller.

Ja Herrschaftszeiten, dann hiess ja bereits Henry Ford schon Fritzchen Müller.

Wer hätte das gedacht.  zwinker
Woodruff
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« Antworten #3 am: Juli 12, 2010, 11:44:28 »

Zitat
Die Anhänger des neoliberalen Angebotsansatzes starren zudem lediglich auf die Angebotsbedingungen für die Unternehmen, die Nachfragebedingungen bleiben hingegen nahezu völlig außer Acht. Ob die Produkte auf eine kaufkräftige Nachfrage stoßen ist für diese Lehre vernachlässigbar, denn für sie gilt ein vor 300 Jahren aufgestelltes Gesetz von Jean-Baptist Say. Say`s Law lautet: Jedes Angebot schafft sich seine Nachfrage.

Dass ein Anbieter auf seinem Angebot sitzen bleibt, muss aber keineswegs an fehlenden Konsumwünschen der Konsumenten liegen, sondern schlicht daran, dass mangels Einkommen der Konsumenten sie sich das Angebot einfach nicht leisten können.

Der schlichte Zusammenhang „Löhne runter – Beschäftigung rauf“ mag das Denken eines einzelnen Unternehmers bestimmen und einzelwirtschaftlich tendenziell vielleicht eine gewisse Plausibilität haben, in einer gesamten Wirtschaft hängen jedoch Angebot und Nachfrage insgesamt voneinander ab. Die Zusammenhänge sind also etwas komplizierter als uns vorgegaukelt wird, und deswegen ist es ziemlich einfältig, den Arbeitsmarkt mit dem Kartoffelmarkt gleichzusetzen.
Ein Unternehmer stellt doch nicht allein deshalb einen Mitarbeiter ein, weil er billig ist, sondern weil er, um mehr Produkte auf dem Markt absetzen zu können, dessen Arbeitskraft zur Herstellung der Produkte braucht - sofern er sie auf dem Gütermarkt absetzen kann, weil eine entsprechende Nachfrage danach besteht und der Unternehmer durch den Absatz einen entsprechenden Gewinn erwarten darf.

Quelle


Und weil wir Politiker haben, die dieser längst gescheiterten Glaubenslehre anhängen oder einen Aufsichtsratposten nach ihrer politischen Karriere anstreben (Hermann Scheer hat das in Bezug auf Wolfgang Clement mal als "legale Korruption" bezeichnet) kümmert es die da oben leider auch nicht, was Bofinger sagt, obwohl er recht hat.

"Jeder, der in Beschäftigung bleibt, ist wertvoller als der, der arbeitslos ist." (Heinrich Alt, SPD-Mann im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, in der Sendung WISO spezial vom 06. April 2009)
Woodruff
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« Antworten #4 am: Juli 12, 2010, 12:00:14 »

Ja Herrschaftszeiten, dann hiess ja bereits Henry Ford schon Fritzchen Müller.

Wer hätte das gedacht.  zwinker

Sinn hat offensichtlich die Pippi-Langstrumpf-Philosophie verinnerlicht  zwinker

"Jeder, der in Beschäftigung bleibt, ist wertvoller als der, der arbeitslos ist." (Heinrich Alt, SPD-Mann im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, in der Sendung WISO spezial vom 06. April 2009)
canigou
Gast
« Antworten #5 am: Juli 12, 2010, 12:08:02 »

Sinn hat offensichtlich die Pippi-Langstrumpf-Philosophie verinnerlicht  zwinker

Schlimmer sogar:

Zitat
"Dass jeder von seiner Hände Arbeit leben kann, ist eine Vorstellung, die sich höchstens noch im Schlaraffenland realisieren lässt."

Quelle: taz "Die Rückkehr des Backenbarts"

Der Artikel ist zwar schon ein Jahr alt, aber nach wie vor lesenswert.
« Letzte Änderung: Juli 12, 2010, 12:09:25 von canigou »
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