Atomkraft Nein DankeAtomkraft Nein Danke
Aktive Erwerbslose in Deutschland (AEiD)

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Übersicht Aktuelles Hartz IV Infobank Daily News Impressum Mitglieder Registrieren
News:


Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Gnadenlose Politik  (Gelesen 706 mal)
Rudi Wühlmaus
Maschinist
***
Offline Offline

Beiträge: 5.431


Wissen ist Macht


WWW
« am: Juli 17, 2010, 11:37:17 »

Gnadenlose Politik

Unser System wird umgebaut. Das, worauf die Politik über Jahrzehnte baute, wird im Minutentakt abgeschafft. Geld regiert die Welt – und das offensichtlich und übermächtig!

Früher ging es, auch aufgrund unserer christlichen Grundlage, darum, Schwache zu stärken, einen Ausgleich zu schaffen, Lebenschancen zu ermöglichen.

Das Erziehungsgeld (Vorläufer des Elterngeldes) wurde (im heutigen Sockelsatz des Elterngeldes, 300 Euro - die nun Hartz 4-Unterstützten auch nicht mehr zugestanden werden sollen) an Eltern mit geringem oder keinem Einkommen für 2 Jahre gezahlt – um sie bei der Sorge für ihr Kind zu unterstützen. Eltern mit höherem Einkommen bekamen das Geld für 6 Monate, bei ganz hohen Einkommen gab es nichts.

Diese Eltern können mit ihren Mitteln ein Pausieren im Beruf zugunsten der Sorge für ihr Kind organisieren, es ist ohne Not möglich.
Jetzt bekommen die, die viel verdienen, mehr vom Staat, die anderen den Sockelsatz – aber nur noch für ein Jahr. Das ist der „Fortschritt“ des Elterngeldes!

Das einkommensabhängige Mutterschaftsgeld von 6 Wochen vor bis 8 Wochen nach der Geburt gibt es weiterhin. Die finanzielle zusätzliche Unterstützung per Elterngeld jedoch nur noch für ein Jahr (max. 14 Monate).

Was macht ein Kind mit einem Jahr?
Es macht die Windeln voll, isst (gefüttert!) Brei mit Ansätzen zum Familienessen, zieht sich hoch und versucht die allerersten selbständigen Schritte! An der Hand der Eltern beginnt es, die Welt um sich herum zu erkunden. Ohne Sprechen, in Mimik und Gestik wird kommuniziert. Süß – aber total hilflos. Für Eltern eine anspruchsvolle Zeit, da die Umgebung neu gestaltet werden muss. Nichts ist mehr vor der Neugier und Erkundungsenergie der Kleinen sicher!

Die Kinder brauchen diese Zeit. Sie prägt ganz grundlegend die Gehirnentwicklung, den Beginn des langen Reifungsprozesses hin zu einer Persönlichkeit, die eigenständig in dieser Welt bestehen kann. Babies brauchen Geborgenheit und festen Halt („Bindung“) für eine gesunde Entwicklung. Das ist wissenschaftlich erwiesen.

Eltern von einjährigen Kindern werden, heute viel mehr als früher, „in die Wildnis geschickt“. Vor allem die, die sowieso nichts haben – denn nun sollen ihnen auch noch die 300 Euro Sockelsatz, die für das erste Jahr gezahlt werden (3600 Euro – die Abwrackprämie für ein funktionierendes Auto war 2500 Euro!) als Einkommen angerechnet und somit von der Förderung abgezogen werden. Das Geld ginge, würde es weiter gezahlt, sofort in den Wirtschaftskreislauf. Für Windeln, Babykleidung, Wandfarbe, Spielzeug!
Kind in Krippe, Arbeiten ist die Devise. Fragt sich nur wie und wo?
Wird hierbei an das Wohl und die Bedürfnisse der Kinder gedacht?

Ist das Sorgen für das eigene Kind keine Arbeit?
Eltern empfinden ganz klar – es schlaucht unendlich!
Aber diese Art von Arbeit wird heutzutage nicht mehr anerkannt, nicht geachtet!

Die „Einkommensänderung“ im Zusammenhang mit Kindesgeburt und Elterngeld (das auch erst beantragt werden muss - und dann ein Jahr danach wieder zurück!) zieht eine Flut von Änderungsanträgen nach sich. Obwohl Eltern von Neugeborenen durchaus Anderes zu tun haben! Es folgen neue, unsichere Berechnungszeiträume – und die Gefahr, dass gezahlte Beträge nach Monaten zurückgefordert werden – wenn das Geld schon 2 mal ausgegeben ist! Die Schuldenspirale dreht sich… .

Mal ganz abgesehen vom notwendigen Verwaltungs- und Berechnungsaufwand –
ist das eine angemessene Art, mit jungen Müttern, frischgebackenen Eltern umzugehen?
Sie sorgen mit ihrem Einsatz für ihre Kinder für den Fortbestand unserer Nation!

Das Kindergeld wurde im vorigen und in diesem Jahr um insgesamt 30 Euro pro Kind erhöht. „Familienförderung“ wird das genannt, von Politikern gerühmt. Wer bekommt die Kindergelderhöhung nicht - die ansonsten einkommensunabhängig an ALLE Eltern geht? Die Ärmsten der Armen, die Menschen, die Hartz 4 bekommen!

Die Lebenshaltungskosten steigen ständig. Kinder brauchen Windeln, Kleidung, Spielzeug, Essen, Geld für Schulmaterial, Bücher, Ausflüge, Geschenke, Freizeitgestaltung. Sie brauchen Platz – eine größere (und damit teurere!) Wohnung. Es gibt überhaupt kaum mehr günstigen, „erstattungsfähigen“ Wohnraum – der an Eltern vermietet wird! Kinder sind ja ein Risiko und „Belästigung“! Kinder brauchen vor allem intensive und individuelle Zuwendung und Sorge. Tag für Tag, Stunde um Stunde.

Eltern brauchen Nerven. Der Schlaf in der Nacht ist keineswegs sicher. Der „Rund-um-die Uhr-Dienst schlaucht. Die volle Verantwortung für dieses kleine Wesen. Und auch noch für den Teenager – der Wäscheberge produziert, Unterstützung braucht in der Schule, für die Freizeitgestaltung. Der einen vollen, glaubwürdigen „Partner“, ein Gegenüber braucht. An dem er sich erproben, sich reiben kann (und muss).

Es ist die Familie, in der soziales Verhalten eingeübt wird. Die, in Form der Eltern, von Anfang an die notwendigen Lebens- und Lernstrategien vorlebt, vermittelt. Die das Umfeld gestaltet, die auch Grenzen setzt. Und über allem die Liebe und bedingungslose Annahme gibt, die diese winzigen und wachsenden Wesen so grundlegend für ihr gesundes Aufwachsen bis ins Erwachsenenalter hinein brauchen. Ohne geht es nicht!

Trotz Fallen oder Scheitern – steh wieder auf, lauf weiter! Mama tröstet. Eine Krankheit, oder auch nur ein ungutes Gefühl wie Hunger – Mama oder Papa ist da, denkt mit, reagiert. Langeweile – Mama hat bestimmt eine Idee, macht Quatsch oder unternimmt etwas mit mir. Und wenn es der gemeinsame Gang zur Waschmaschine ist, die sich so toll dreht.
Größere Kinder lassen sich nicht mehr so leicht beschäftigen wie Babies! Man kann sie nicht so leicht „abspeisen“. Sie fordern Eltern auf eine andere Art. Sie fordern heraus. Sie brauchen auch Konfrontation. Sie suchen ein ganzes Gegenüber.

Die Nachbarskinder, die auf der Straße toben, die zum (kostenlosen) fröhlichen Mitspielen einladen, gibt es heute, in der „Bildungsrepublik Deutschland“ nicht mehr. Das Leben spielt sich zu einem größeren Teil in der Schule oder KITA ab.
Eltern müssen ja für den Lebensunterhalt arbeiten, schuften.

Freies Leben, freie Entfaltung, freie Zeit? Das Leben wird immer zweckbestimmter und komplizierter!

Das ist etwas, was Kinder gar nicht gebrauchen können. Sie wollen einfach spielen, da sein, Spaß haben. Und sie wollen und brauchen dafür ein Gegenüber. Sie stören und hinterfragen unsere „Nützlichkeitserwägungen“ und Wirtschaftsprinzipien ganz grundsätzlich! Hier wird jemand benötigt, der gibt, der verschwendet: Liebe, Zeit, Zuwendung, Kreativität, Ideen. Trost. Geborgenheit. Alles Dinge, die sich nicht erkaufen lassen! Ein Kind gibt keinen materiellen Gegenwert! Es ist ein ganzer kleiner Mensch – der fordert und braucht! Der eine unglaubliche Entwicklung durchläuft. Eine sehr komplexe Entwicklung. Über Jahre und Jahrzehnte.

Was passiert, wenn die Begleitung in dieser Entwicklungszeit nicht richtig erfolgt, sehen wir in der Gesellschaft!
Haltlosigkeit, Hoffnungslosigkeit, Perspektivlosigkeit machen sich breit.
Dabei ist ein großer Hunger da – vor allem nach Sinnhaftigkeit.
Aber was ist der Sinn in der heutigen Zeit?

Wo die einen superreich sind und gar nicht wissen, wohin mit ihrem ganzen Geld.
Neben der Arbeit bleibt kaum Zeit zum Leben! (Auch oft nicht zum Lieben.)

Wo andere, und nicht selten sind es Eltern, bereits gegen Mitte des Monats kaum Geld mehr haben, um Essen zu kaufen – geschweige denn einen Schwimmbadbesuch oder gar ein Geburtstagsgeschenk für einen Kameraden zu finanzieren. Die Turnschuhe sind wieder zu klein, Hosen und Socken haben schon wieder Löcher. Die Schule braucht noch 3 oder 5 Euro für dies und das. So geht es Tag für Tag, Jahr um Jahr.

Wir freuen uns auf die Urlaubs- und Ferienzeit.
Es gibt nicht wenige Menschen um uns herum, die von Urlaub nur träumen können!
Die durchhalten müssen - obwohl sie eigentlich schon lange nicht mehr können.
Die nicht wissen, wie sie von ihren Schulden irgendwie wieder runterkommen sollen.

Andere reisen um die Welt, in die Karibik und sonstwohin. Die, die die Kindergelderhöhung bekommen haben – und etwas mehr Glück im Leben haben.

Die Schattenseiten werden größer! Sie sind bereits riesig!
Die Hilflosigkeit ist greifbar.
Die Zahlen der Kinder, die die Jugendämter „inobhutgenommen“ hat, sind wieder gestiegen.
Dahinter verstecken sich Dramen!
Familien werden zerrissen. Eltern von Kindern, Kinder von ihren Eltern.
Geschwister werden getrennt und auseinandergerissen.
Das geschieht nicht selten mit lieblos und für gute Bezahlung erstellten „Gutachten“ von „Experten“ – die den schnellen „Erfolg“ sehen wollen.

Kinder müssen, nicht selten gegen ihren Willen und den ihrer Eltern, im Heim oder bei Pflegefamilien aufwachsen. Damit das Jugendamt nichts „riskiert“, vorbeugend sozusagen.
Etwa 5000 Euro kostet ein Heimplatz monatlich!
Die aufsuchenden und unterstützenden Hilfen der Jugendämter haben dagegen abgenommen. Man geht lieber gleich auf „Nummer sicher“.

Aber was bedeuten Mutter, Vater und Geschwister für das Leben?
Was bedeuten Kinder ihren Eltern – und auch und gerade den armen Menschen, die sonst kaum etwas haben – und denen, in unserer herzlosen Gesellschaft immer mehr genommen wird?
Da ist Liebe – aber gepaart mit ganz viel Hilflosigkeit und Verzweiflung!
Von der Politik ist momentan weitere Verschärfung geplant! (Stichwort „Sozialsparen“)

Kinder fordern Eltern grundsätzlich bis auf’s Mark heraus.
Die Gesellschaft mit ihrem Konsumdruck, mit dem Massenangebot an vielen nicht nur guten Dingen, mit den Verlockungen der Zeit, in Fernseh-, Kinoprogramm und Werbung klar zu sehen – ist sie hilfreich für das verantwortliche Aufziehen von Kindern?

Verlässlichkeit kommt kaum mehr vor – jeder Mensch fliegt „von Rose zu Rose“ auf der Suche nach Liebe und Angenommensein.
Liebe wird bereits weitgehend mit „Sex“ gleichgesetzt.
Man ist schnell enttäuscht, wenn „Erwartungen“ nicht erfüllt werden - und probiert es weiter. Das Sprichwort „Geben ist seliger denn Nehmen“ gilt heute nicht mehr, dieses Denken ist out. Ich habe ja meine Ansprüche.
Treuebruch, Hintergehen, Ehebruch werden heute als „normal“ propagiert und hingestellt.
Mann mit Mann und Frau mit Frau – warum nicht, es ist alles in Ordnung, wir sind ja schließlich „freie Menschen“.

Wirklich?

Der Wahnsinn erschüttert uns fast täglich.
Was ist beständig? Was ist verlässlich? Alles wankt.

Am stärksten das soziale System in Deutschland.

Am allerstärksten die Menschlichkeit!
Denn: Geld und Macht regieren die (heutige) Welt. Mehr als je zuvor.
Gepaart mit Hilf-, Halt und auch Achtungslosigkeit.

Die Achtung vor anderen Menschen, vor allem denen, denen es „nicht gut“ geht, schwindet.
Die Achtung vor den Schwachen, Kranken, Behinderten, Kindern.
Menschenwürde!
Die Achtung und Sachlichkeit ist bereits unter Politikern stark gefährdet.

Die Achtung vor ungeborenen Kindern – existiert sie noch?
Die Achtung vor der Freiheit des Anderen?
Wahlfreiheit für die Art des Lebens.
Die Achtung vor Gott?

Quelle: Almut Rosebrock, Aktionsbündnis „Gerne leben mit Kindern“, www.glmk.de

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
Ludwigsburg
Gast
« Antworten #1 am: Juli 17, 2010, 12:03:47 »

Sie spricht mir aus dem Herzen!
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.11 | SMF © 2006-2009, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
Seite erstellt in 0.042 Sekunden mit 21 Zugriffen. (Pretty URLs adds 0.005s, 2q)
© Design 2010 - 2020 by Rudi Wühlmaus