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Autor Thema: Gutscheine grenzen aus  (Gelesen 792 mal)
Rudi Wühlmaus
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Wissen ist Macht


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« am: Mai 04, 2010, 08:30:29 »

Taschenrechner immer dabei

Region.  Wer blockt und immer wieder nicht zu Terminen erscheint, dem kann das gesamte Hartz-IV-Geld gestrichen werden. Mancher versucht dann über die Lebensmittelgutscheine bei Rewe an Geld zu kommen.

Wenn Heidi Nothacker von der Agentur für Arbeit in manche Akte schaut, dann kann es sein, dass sie einen Stoßseufzer loslässt. "Bei manchen ist das Interesse einfach nicht so groß, sich angemessen zu verhalten", drückt es die Teamleiterin diplomatisch aus.

Es sind Langzeitarbeitslose aus dem Alb-Donau-Kreis, die die Termine bei der Agentur ohne Entschuldigung verstreichen lassen. Immer wieder. Das bringe nichts mehr, sagen sie sich. Und sich auch nicht bei den vermittelten Firmen melden. Sich nicht einmal die Mühe machen, sich absichtlich miserabel präsentieren, damit sie den - in ihren Augen unzumutbaren - Job nicht machen müssen.

Der Staat hat für solche Fälle strenge Maßstäbe und exakte Sanktionen vorgesehen: Wenn ein Termin bei der Arbeitsagentur ohne triftigen Grund nicht wahrgenommen wird, muss Hartz IV - also die 359 Euro Regelleistung für einen Erwachsenen - um 10 Prozent gekürzt werden, und zwar für drei Monate. 30 Prozent weniger gibt es, wenn der Kunde sich nicht beim vorgeschlagenen Arbeitgeber meldet.

Wie Heidi Nothacker berichtet, gibt es im Monat etwa 50 Kürzungen im Bereich der Ehinger Arbeitsagentur. Mehreren Dutzend Menschen wird sogar das gesamte Geld gestrichen. Sie bekommen dann nur noch Unterstützung für ihre Unterkunft von anderer Stelle und wöchentlich Lebensmittelgutscheine von der Arbeitsagentur. "Und mit denen kann man bei Rewe einkaufen. Aber auf keinen Fall Alkohol", betont Nothacker.

Je ein Schreiben, das 30 Euro zusichert, haben die Langzeitarbeitslosen dann in der Woche zur Verfügung. Damit fragen sie im Markt, was sie dafür kaufen können. Der Marktleiter erklärt ihnen, dass kein Wechselgeld rausgegeben werden kann, dass Schnaps und sogar Mon Chéri tabu sind und dass sie nur ein Drittel des Geldes für andere Artikel als Lebensmittel ausgeben dürfen: für Tabak, Waschmittel, Klopapier. Die Rechnung für den Einkauf geht am Ende an die Agentur für Arbeit.

Den Taschenrechner sollen die Langzeitarbeitslosen mitbringen, rät der Marktleiter. "Sonst haben wir einen Riesen-Aufwand an der Kasse." Dann müsse alles nachgerechnet werden, und das eine oder andere kommt zurück ins Regal. Mancher bekomme das mittlerweile ganz gut hin, mit seinem Einkauf so nah wie möglich an 30 Euro ranzukommen, sagt der Marktleiter. Die Langzeitarbeitlosen tippen dann 1,99 Euro für ein Sonderangebot in den Taschenrechner und addieren 55 Cent für Milch und weitere Preise für Brot und Nudeln. Es gibt aber auch Berichte, dass mancher eine Telefonkarte für zehn Euro mitnimmt, die er später verkauft - die einzige Möglichkeit, an Geld zu kommen. Und an Alkohol.

Bei manchen, die jede Woche ihre Gutscheine einlösen, wird es allerdings nichts mit dem Kopfrechnen. "Viele blicken das nicht und halten den Verkehr auf", sagt der Marktleiter eines Rewe-Marktes in der Region, der nicht genannt werden will. "Dann muss jedes Mal storniert werden. Wir drängen darauf, dass das nicht zu häufig vorkommt. Sonst dürfen sie hier nicht mehr einkaufen."

Die Gutscheine werden von der Agentur für Arbeit angeboten, wenn 40 Prozent des Hartz IV gestrichen sind - wenn Kinder da sind, schon früher. Bei 10 bis 30 Prozent Streichung sollen die Leistungsempfänger ansonsten selbst nachfragen. Die Streichung ist eine spürbare Sanktion, sagt Agentur-Teamleiter Dieter Kaiser: "Das soll erzieherisch wirken, nicht als Strafe. Die Leute sollen bei uns und bei Arbeitgebern pünktlich werden." Wieviel Bewerbungen ein Kunde schreiben muss, hängt von einer Vereinbarung mit der Agentur ab. Und vom Berufsfeld. Ob er sich nach einer Kürzung des Geldes dran hält? Kaiser: "Es gibt Kundengruppen, die Druck benötigen und bei denen die Kürzung zum Erfolg führt. Aber es gibt auch Hartgesottene, die das aussitzen und auf Nullleistungen kommen", berichtet Kaiser. Solche Kunden werden gebeten, die Gutscheine anzunehmen, sonst sind sie nicht kranken- und rentenversichert. "Das nehmen alle gern an", sagt Kaiser. Im Rewe gibt es außer Rechenschwächen keine Probleme mit den Gutscheinkunden. Wer nur noch sie hat, passt sich dann doch an.

Info

Außer den Hartz-IV-Empfängern mit Kürzungen erhalten auch Drogenabhängige oder Leute, die nicht auf ihr Geld achten können, nur Naturalien. Im Ehinger Tafelladen können die Gutscheine noch nicht verwendet werden. Sie dort einzulösen wäre mit einer Vereinbarung theoretisch möglich, sagt Kaiser. "Nur bekäme der Laden das Geld erst bis zu vier Wochen später. Ich weiß nicht, ob er das tragen kann."


Quelle


Gutscheine , die reinste Bevormundung!
Selbst REWE - die ja an den Gutscheinen gut verdienen - nicht gerade ein Discounter behandelt diese "Zwangskunden" menschenverachtend

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
Adimin
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Man wird älter..... wenn man in den Spiegel guckt


« Antworten #1 am: Mai 04, 2010, 09:49:23 »

Und wenn dann eine Kassiererin an der Kasse sitzt, die sich noch nicht mit den gutscheinen auskennt:
Elfrieeeeeeede, ich hab hier wieder einen Guuuutscheeeeeiiiiiinnn von der Aaaaarge.
Kommst Du mal bitte?

Und schon weiß der gesamte Laden, das hier wieder ein unbotmäßiger H4 ler steht und seinen Gutschein einlösen muss.

Passiert aber nicht nur der genannten Klientel.
Oft gibt es auch Gutscheine für Alleinerziehnde, wo der Antrag noch nicht bearbeitet ist oder in Familien, wo der Partner Alkoholiker ist oder andere Fälle.

Und nun sollen wir dann ab demnächst für die Kinder auch vieeele , viele Gutscheine bekommen. motz

lieselotte
Gast
« Antworten #2 am: Mai 04, 2010, 13:29:09 »

Klar, da steckt ja auch ein erzieherische Sinn dahinter. Erziehung in Form von Demütigung. Und diese Methode macht auch nicht vor den Kinder halt. Obwohl dort in erster Linie an die gedacht wurde, die diese Gutscheine in bare Münze umsetzen können.
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