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Autor Thema: Hamburg: Wachsende Kritik an den Ein-Euro-Jobs  (Gelesen 942 mal)
Woodruff
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« am: Juli 01, 2010, 19:58:59 »

Zitat
In Hamburg gibt es 9000 sogenannte Ein-Euro-Jobber. Für sie steht ein Budget von 50 Millionen Euro bereit. Nutzen ist umstritten.

[...]

Am Ende dieses Prozesses steht bei 15 Prozent der 9000 sogenannten Ein-Euro-Jobber in Hamburg  eine richtige Anstellung. Auch deshalb wächst die Kritik an den Arbeitsgelegenheiten für Langzeitarbeitslose. Weitere Gründe: Fälle von Missbrauch, angeblich unzumutbare Tätigkeiten, die Kosten. Allein in Hamburg stehen jährlich 50 Millionen Euro aus Bundesmitteln dafür bereit. Bundesweit könnten 1,5 Milliarden Euro gespart werden, wenn die Maßnahmen abgeschafft würden. Das hat der Handwerksverband vorgerechnet, der befürchtet, dass die Billigarbeiter Aufträge wegnehmen. Der Städte- und Gemeindebund warnt, Stellen für Geringqualifizierte würden verdrängt. Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) protestierte jüngst dagegen, dass "jedes Jahr 750 000 Menschen durch Ein-Euro-Jobs geschleust werden" - kein anderes Förderinstrument habe so geringe Eingliederungseffekte. Eine Weiterbildung ist nach DGB-Einschätzung wirkungsvoller.

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"Jeder, der in Beschäftigung bleibt, ist wertvoller als der, der arbeitslos ist." (Heinrich Alt, SPD-Mann im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, in der Sendung WISO spezial vom 06. April 2009)
Woodruff
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« Antworten #1 am: Juli 01, 2010, 20:05:48 »

Zitat
Arbeitsplatz-Killer: Ein-Euro-Job

Weil es billiger ist: Viele Betriebe engagieren Hartz-IV-Empfänger statt Profis. Resultat: eine Stelle weniger auf dem ersten Arbeitsmarkt.


Der eine Bewerber begnügt sich mit einem Taschengeld, der andere aber verlangt den Tariflohn. Klar, dass sich der Eigentümer einer namhaften Hamburger Wohnanlage für betuchte Senioren entschied: Nicht mehr der teure Gartenbaubetrieb mäht künftig den Rasen und schneidet die Hecken, sondern der Ein-Euro-Jobber macht das. Resultat: eine Stelle weniger auf dem ersten Arbeitsmarkt.

Und es ist nicht der einzige Arbeitsplatz, der so vernichtet wird. Die Kritik kommt vom Bundesrechnungshof. Die Ein-Euro-Jobs schaffen nicht, wie vorgeschrieben, zusätzliche Tätigkeiten, sondern sie verdrängen reguläre Arbeitsplätze. „In acht von zehn beanstandeten Fällen war die Tätigkeit nicht zusätzlich.“

[....]

„Zusätzlich“ und „im öffentlichen Interesse“ müssen Ein-Euro-Jobs laut Gesetz sein. Eben, damit sie keinen echten Arbeitsplatz gefährden. Das hindert aber auch Hamburgs Bezirksämter nicht daran, Hartz-IV-Empfänger mit der Pflege öffentlicher Grünanlagen zu betrauen – Aufgaben, die früher von Gartenbaubetrieben erledigt wurden. Die Folge ist, dass die Unternehmen in die Röhre gucken. [...]

Wer sich als Hartz-IV-Empfänger gegen ungesetzliche Ein-Euro-Jobs zur Wehr setzt, wird noch bestraft. Das zeigt der Fall von Susanne L. aus Stade. [...]

Die Quittung kam prompt: Weil sie sich geweigert hat, den Ein-Euro-Job anzunehmen, wurden ihr die Hartz-IV-Bezüge um ein Drittel gekürzt.

Vollständiger Artikel


"Jeder, der in Beschäftigung bleibt, ist wertvoller als der, der arbeitslos ist." (Heinrich Alt, SPD-Mann im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, in der Sendung WISO spezial vom 06. April 2009)
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