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Autor Thema: Hartz IV macht mutlos  (Gelesen 636 mal)
schimmy
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« am: Juli 31, 2011, 21:30:13 »


Wer lange ohne Job auskommen muss, gerät aus dem Arbeitsrhythmus. Das ist nicht neu. Doch je länger die Arbeitslosigkeit dauert, desto schwieriger wird der Neueinstieg. Das zeigen Analysen der Jobcenter. 50 freie Stellen in der Region bot das Barnimer Jobcenter speziell für arbeitslose Hartz-IV-Empfänger an. 500 Betroffene wurden direkt zu zwei extra vorbereiteten Terminen eingeladen. Zur ersten Aktion erschienen 99 von insgesamt 207 schriftlich bestellten Arbeitslosen. Beim zweiten Termin kamen von den 285 Jobcenter-Kunden nur 80 Personen. Weit über 200 Eingeladene erschienen gar nicht.


http://www.moz.de/lokales/artikel-ansicht/dg/0/1/360658/

Arbeitslos - aber nicht machtlos! ALG II abhängig - aber nicht rechtlos!

Meine Beiträge stellen keine Rechtshilfe da, sondern sind lediglich Erfahrungswerte und meine Meinung, welche ich weiter gebe.
Tom_
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« Antworten #1 am: August 01, 2011, 10:10:13 »

Ich finde, dass eher die masochistisch wirkende Haltung vieler Betroffenen einen mutlos macht. Wir könnten im Kampf gegen das Unrechtssystem um ein Vielfaches weiter sein, wenn sich nicht so viele in eine Demutshaltung zurückgezogen hätten mit einer Mischung aus Angst und "Da kann man eh nichts machen" Einstellung.

Dazu kommt, dass die großen Initiativen schon von Beginn an oft zu eigenmächtig handelten, die Betroffenen nicht mitgenommen haben.

Es muß endlich begriffen werden, dass es ein Kampf ist beidem jeder und jede ihren Beitrag im Rahmen der eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten leisten muß, wenn er Erfolg haben soll.

Nehmen wir drei Beispiele dafür, was auch der Einzelne tun kann:

1.) Hetze in Zeitungen - Hierfür gibt es den Deutschen Presserat. Dort kann man eine Beschwerde einreichen per Internetformular. Liegt man mit der Beschwerde richtig, wird der Zeitung eine Rüge ausgesprochen und es müssen je nach Art des Problems auch Korrekturen veröffentlicht werden. Also Hetze und bewußte Falschberichte nicht verärgert ignorieren, sondern handeln. Habe ich über die Jahre mehrfach erfolgreich getan. Ist nicht schwer.

2.) Hetzende Politiker oder Wissenschaftler wie Gunnar Heinsohn. Hier wirkt die Anzeige bei der zuständigen Staatsanwaltschaft Wunder. Am Beispiel Heinsohn kann man das Ergebnis gut beobachten. Als er in einer Fernsehsendung Monate nach seiner Hetze auf seine damaligen Thesen abgesprochen wurde, reagierte er , als hätte er in eine Zitrone gebissen mit den Worten: "Dazu sage ich lieber nichts mehr, sonst werde ich wieder angezeigt." Zu viele Menschen nehmen zu viel einfach hin. Dabei ist es einfach etwas zu unternehmen. Ein weiteres Beispiel ist der Bürgermeister aus einem Ort nicht weit von Rostock gewesen, der es wagte gegen alleinerziehende "ALG II" Mütter zu hetzen. Er bekam ebenfalls per Anzeige einen Schuß vor den Bug. Die dortigen Zeitungen berichteten. Der Druck der Bürger auf ihren Bürgermeister konnte man in den Leserbriefen dort eindrucksvoll nachlesen. Die größte örtliche Zeitung interviewte mich zu den Gründen und der Notwendigkeit der Anzeige. Nun ist der Herr Bürgermeister klein mit Hut und der Druck auf ihn gewaltig. Eine weitere Amtszeit ist ausgesprochen unwahrscheinlich. Auch das kann eigentlich jeder/jede. Man muß sich nur trauen. Und wenn man sich nicht alleine traut, nun, dazu gibt es Foren.

3.) Hetze in den Foren bzw. Kommentaren bei TV und Zeitungs/Zeitschriftenseiten und Onlinemagazinen. Hier sollten sich immer ein paar Leute zusammen tun und dort Korrekturen und Tatsachen posten, möglichst mit Links zu Nachweisen. Damit nimmt man den Hetzern schnell den Wind aus den Segeln und entlarvt sie. Kann man natürlich auch alleine tun, aber wenn mehrere dort posten ist es effektiver. Selbiges gilt auch z.B. für das Forum der SPD Website und andere. Auch dort kann man massiv Druck aufbauen.

Es gibt genug was jeder tun kann. Aber von Anfang an beschränkte sich die Gegenwehr (außer dort wo die eigene Existenz direkt angegriffen wurde) auf einige Hundert Leute. Und das bei Millionen Betroffenen ist ein Armutszeugnis. Geht man davon aus, dass heute viele mutlos geworden sind, dann müßten sie es ja irgendwann einmal nicht gewesen sein. Davon habe ich aber nichts gemerkt.
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