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Autor Thema: Hartz-IV-Schicksal: Ausgemustert vom Amt  (Gelesen 708 mal)
schimmy
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« am: Oktober 26, 2012, 21:02:24 »

Erklärt das Jobcenter Betroffene aus Kostengründen für psychisch krank?

Mehrere Hundert Hartz-IV-Bezieher müssen sich pro Jahr allein in Chemnitz dem Psychologischen Dienst der Arbeitsagentur vorstellen. Mit bisweilen fatalen Folgen, wie der Fall eines 32-jährigen Qualifizierungswilligen zeigt. Mehrere Bildungsträger attestierten ihm eine hervorragende Eignung und Motivation für eine Umschulung. Da erklärte ihn die Behörde kurzerhand für psychisch behindert.

Das Jahr 2012 hätte für Tobias Meier* kaum besser beginnen können. Seit langem hatte sich der 32-Jährige um eine Qualifizierung im Elektrobereich bemüht, jetzt stand er endlich kurz vorm Ziel: Seine mit dem Jobcenter Chemnitz abgeschlossene "Eingliederungsvereinbarung" sah vor, dass eine Weiterbildung in diesem Berufsfeld angestrebt werden soll, wenn Meier zuvor mit Erfolg und guten Leistungen eine mehrmonatige sogenannte Eignungsfeststellung absolviert.

Tobias Meier legte sich ins Zeug. Zwei anerkannte Bildungsträger bestätigten ihm unabhängig voneinander eine "sehr gute" beziehungsweise "ausgezeichnete" Eignung für den von ihm angestrebten Beruf des Mechatronikers. Für das Lösen berufspraktischer Aufgaben erhielt er die Noten1,0 bis 2,1. Zum Teil bewältigte er anspruchsvolle Aufgabenstellungen aus IHK-Zwischenprüfungen - fehlerfrei.

Doch als er anschließend dem Jobcenter das Angebot einer Umschulung vorlegte und einen Bildungsgutschein beantragte, da stieß er plötzlich auf eine merkwürdige Zurückhaltung. Umschulungen mit einem vollwertigen Berufsabschluss? Die fielen angeblich gar nicht unter jene "berufliche Weiterbildung", von der in der Eingliederungsvereinbarung die Rede war, hieß es nun. Überdies, so behauptete Meiers Vermittlerin, gebe es eine Vorschrift, wonach vor Umschulungen jeder Bewerber vom Psychologischen Dienst der Agentur für Arbeit noch einmal gesondert auf seine Eignung zu überprüfen sei.

Zwei Auskünfte, die eine für Tobias Meier verhängnisvolle Entwicklung einleiteten, gleichwohl sie beide, wie er später in Erfahrung brachte, mitnichten der Wahrheit entsprachen. Denn eine Vorschrift, dass psychologische Begutachtungen für die Bewilligung von Umschulungen zwingend erforderlich seien, die gibt es nicht, wie Michaela Barthel, die Sprecherin des Jobcenters, auf Anfrage einräumt. Und: "Weiterbildung umfasst als allumfassender Begriff sowohl eine Fortbildung im Beruf als auch eine Umschulung mit dem Ziel, einen neuen Berufsabschluss zu erwerben."

http://www.freiepresse.de/LOKALES/CHEMNITZ/Hartz-IV-Schicksal-Ausgemustert-vom-Amt-artikel8134148.php

Arbeitslos - aber nicht machtlos! ALG II abhängig - aber nicht rechtlos!

Meine Beiträge stellen keine Rechtshilfe da, sondern sind lediglich Erfahrungswerte und meine Meinung, welche ich weiter gebe.
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