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Autor Thema: Hartz IV vergiftet Europa  (Gelesen 564 mal)
Lalelu
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« am: Oktober 02, 2010, 13:07:02 »



Ökonomisch gesehen gefährden die Hartz-Reformen die Währungsunion. Mit den sinkenden Reallöhnen verlagert sich die Wettbewerbsfähigkeit zugunsten Deutschlands - die übrigen Euroländer können kaum aufholen.   von Wolfgang Münchau

Über Hartz IV führen alle nur eine leidige Verteilungsdebatte. Dabei wäre eine Debatte über die makroökonomischen Folgen weitaus interessanter. Diese Folgen der Reform wurden von vielen Leuten völlig unterschätzt - von mir übrigens auch. Es schien klar, dass durch Hartz IV mehr Sozialhilfeempfänger in den Arbeitsmarkt drängen und damit auch die Lohnentwicklung im unteren Bereich deckeln würden. Ich unterschätzte aber drei Aspekte: die Geschwindigkeit, mit der das passierte; den starken psychologischen Einfluss auf die Arbeitnehmer, die sich vor dem sozialen Absturz in den Hartz-IV-Keller fürchteten; und zuletzt die Auswirkungen auf die Wirtschaft des Euro-Raums insgesamt.

Ein Beispiel für die unbeabsichtigten Auswirkungen von Hartz IV war jüngst die Entscheidung von Siemens , 130.000 Mitarbeitern lebenslange Arbeitsplatzgarantien zu gewähren. Solche Zusagen sind ökonomisch eine Versicherung, die einem Geldwert entspricht. Wenn man diesen errechnet und den Mitarbeitern die Wahl gibt zwischen einer Lohnerhöhung, die dem Wert dieser Versicherung entspricht, oder der Jobgarantie selbst, dann wählen sie die Garantie. Die Siemens-Mitarbeiter verhalten sich nicht risikoneutral. ...............................

......................................3 Wege in die Zukunft:

Für die weitere Zukunft gibt es drei Szenarien.

Erstens: Der Rest des Euro-Raums wird deutscher und führt seine eigenen Hartz-Reformen durch. Das wäre nicht die schlechteste Variante, ist aber unwahrscheinlich, da die Arbeitsmarktpolitik nicht koordiniert ist und es wohl auch nie sein wird. Reicht vielleicht der Marktdruck, um Länder wie Spanien und Griechenland zu Arbeitsmarktreformen zu zwingen? Dort gibt es mittlerweile auch Reformansätze, nur bislang nicht in der Größenordnung von Hartz IV.
Spanien hat zwar den Kündigungsschutz etwas gelockert, bleibt aber dabei noch weit über den deutschen Normen. Betriebsbedingte Kündigungen sind in vielen Fällen gar nicht möglich. Die Löhne steigen zwar jetzt etwas langsamer als vorher, aber ich erkenne keinen Mechanismus, der über Jahre hinweg fallende Reallöhne produzieren könnte. Dabei kann Spanien nur so den Verlust seiner Wettbewerbsfähigkeit ausgleichen.

Szenario zwei: Deutschland wird europäischer und weicht die Reformen auf. Das wird nicht passieren. Das Maximum sind 5 Euro mehr Hartz IV pro Monat. Das ist eine Flasche billiger Schnaps.

Szenario drei: Es passiert weder das eine noch das andere. Die Ungleichgewichte steigen weiter. Eines morgens wird man aufwachen, in Spanien oder sonst wo, und plötzlich feststellen, dass eine Währungsunion mit Deutschland unerträglich geworden ist.

Gesamter Artikel zu lesen unter: http://www.ftd.de/politik/deutschland/:kolumne-muenchau-hartz-iv-vergiftet-europa/50175710.html
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