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Autor Thema: Zum Erleben zu wenig (06.09.2010 05:40)  (Gelesen 763 mal)
Rudi Wühlmaus
Maschinist
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Wissen ist Macht


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« am: September 06, 2010, 08:34:50 »

Die niedrigen Hartz-IV-Sätze schließen Kinder von kulturellen und sportlichen Aktivitäten aus

Gerade mal drei Euro täglich müssen reichen für die Ernährung von Kindern zwischen sechs und 13 Jahren. Mehr Geld ist nicht vorgesehen, wenn Eltern Hartz IV beziehen. Als Anteil für das Mittagessen steht somit ein Betrag von rund 1,20 Euro zur Verfügung.

Vor zwei Jahren versuchte der umstrittene SPD-Politiker Thilo Sarrazin anhand von Rezepten vorzurechnen, dass man sich von solchen Sätzen 'vollständig, gesund und wertstoffreich' ernähren kann. Dabei hatte das Forschungsinstitut für Kinderernährung der Universität Bonn bereits den Aufwand für eine 'optimierte Mischkost' mit Testkäufen ermittelt. Das Ergebnis war niederschmetternd, selbst wenn nur beim Discounter eingekauft wird: 'Für Empfänger von Arbeitslosengeld II ist es kaum möglich, ihre Kinder ausgewogen und gesund zu ernähren.' Selbst mit Aufbietung allergrößter Selbstdisziplin kann es kaum gelingen - Selbstdisziplin, die viele Menschen auch dann nicht aufbringen, wenn sie bessere Lebensperspektiven haben als ein Langzeitarbeitsloser. Das Wirtschaften mit wenig Geld setzt außerdem umfassende Markt- und Kochkenntnisse voraus, Fähigkeiten mithin, die vielen Menschen abgehen, weil ihnen weder Elternhaus noch Schule beim Erwerb solcher Lebenstechniken eine Hilfe waren.



So reißen Ausgaben für das Essen oft größere Löcher in die Haushaltskasse als vorgesehen. Dann aber fehlt wieder Geld für anderes, denn die Budgets für Bekleidung oder Schulmaterialien sind auch nicht üppiger bemessen. Für Kleidung und Schuhe sind rund 25 Euro monatlich bei 6- bis 13-Jährigen vorgesehen, für Bücher, Schreibwaren, Schulsachen, Freizeit und Sport knapp 29 Euro. Wenn künftig Bildung, Freizeit- und Sportaktivitäten auf Chipkarten zweckgebunden den Kindern zugewiesen werden, wie von Bundesarbeitsministerin von der Leyen (CDU) angestrebt, sieht das auf den ersten Blick nach einer sinnvollen Lösung aus. Doch gerade den Kindern aus Elternhäusern, die damit überfordert sind, die Entwicklung ihrer Kinder zu fördern, wird es wenig nützen. Denn das bedeutet noch lange nicht, dass die Kinder die Leistungen in Anspruch nehmen, weil dazu auch immer Eltern gehören, die ihre Kinder motivieren.

Das belegen die Erfahrungen des Sozialreferats, das ein System von freiwilligen Leistungen für Hilfebedürftige geschaffen hat, das nicht hinter der landauf, landab diskutierten elektronischen Hilfsvariante Stuttgarts mit 'Familiencard' und 'Bonuscard' zurückbleibt, deren Einführung nun auf Antrag der Rathaus-CSU geprüft werden soll. Der München Pass, vergleichbar mit der Bonuscard in Stuttgart, ermöglicht knapp 100000 Hilfebedürftigen, darunter 21600 Kindern, eine Vielzahl von Vergünstigungen bei MVV, Museen, Sportstätten, Schwimmbädern, Tierpark, Volkshochschule, Kinos und Theatern. Rund fünf Millionen Euro gibt die Stadt dafür aus, um München-Pass-Inhabern ein preiswertes Sozialticket bieten zu können, weil der im Regelsatz für Fahrtkosten enthaltene Betrag für eine Großstadt viel zu niedrig angesetzt ist. Um bedürftige Familien zu entlasten, zahlt die Stadt seit 2007 zur Einschulung 100 Euro, weil die Ausstattung eines Erstklässlers im Regelsatz nicht berücksichtigt ist. Mehr als jedes vierte Kind, das eine Krippe besucht, und fast jedes dritte Kind, das einen Kindergarten oder Hort besucht, ist wegen des geringen Jahreseinkommens der Eltern von Besuchsgebühren ganz befreit.

Nicht nur für Bedürftige, sondern für alle Familien in München und beteiligten Landkreisen gibt es den Münchner Familienpass, der sechs Euro kostet. Finanziert wird der Pass, den sich im letzten Jahr mehr als 11000 Familien holten, von Sponsoren und der Stadt. Dank der Unterstützung durch den 'Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung' konnten knapp 2700 bedürftige Familien die Pässe kostenlos erhalten.

Auf eine Initiative des SZ-Adventskalenders geht der kostenlose Mittagstisch in Schulen zurück. Die vor drei Jahren gestartete Aktion SZ-Schülerlunch sicherte aus Spenden und Erbschaftsgeldern bedürftigen Kindern die Teilnahme an dem gemeinsamen Mittagessen: Denn die Kosten dafür - zumeist drei bis vier Euro pro Mahlzeit - sind durch den Kinderregelsatz mitnichten abgedeckt. Seit letztem Jahr sind auch der Freistaat und die Stadt mit dabei. Sie tragen freiwillig je ein Drittel der Kosten, der Rest kommt vom Adventskalender. Im letzten Jahr startete der SZ-Adventskalender zusammen mit der Stadt die Aktion 'Sport für alle Kinder', die bei bedürftigen Familien die Mitgliedsbeiträge für den Sportverein übernimmt.

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« Letzte Änderung: September 06, 2010, 08:36:13 von Rudi Wühlmaus »

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
Patrik
Gast
« Antworten #1 am: September 06, 2010, 16:54:21 »

Und was will uns der Freistaat damit sagen?

Das der Sozialstaat eine Wohlfahrtseinrichtung ist und kein grungesetzliches Recht auf ein würdevolles Leben?

Gut das sowas da ist und sich Menschen dafür einsetzen. Aber der Staat selbst zieht sich immer weiter zurück und ballert das Geld an anderer Stelle wieder unnütz raus. Und das kann und darf nicht sein.

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