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Autor Thema: Hohn der Republik  (Gelesen 524 mal)
Linchen©
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Lebe den Tag als wär's der Letzte


« am: September 28, 2010, 19:58:18 »

Seit Einführung des SGB 2 und damit auch die Einführung des Niedriglohnsektors 2005 haben die bisherigen und auch die jetzige Regierung jedes Jahr ein Minus in den Kassen, die sie selbst verursacht haben. Wer wenig verdient, zahlt auch wenig oder gar keine Sozialabgaben, wer viel oder sehr viel verdient, kann sich weiterhin mit legalen Steuertricks einige Steuern sparen. Schwarz-Gelb will den Niedriglohnsektor sogar weiter ausbauen, was dann folgerichtig zu noch mehr Einnahmeverlusten führen wird.

Um diesen Fakt zu überspielen, sagt die Regierungschefin, „Deutschland habe über seine Verhältnisse gelebt“

„Deutschland“, das sich lieber BILDen lässt, als selbst zu denken, hat auch schon die Schuldigen gefunden, es sind die „faulen, schmarotzenden, dekadenten, Bier saufenden“ Hartz IV Bezieher. Einfach gedacht, geBILDet und lenkt auch von der eigenen Situation ab. Seit 2005 hat man also die Sündenböcke für falsche Politik, die eigene Situation und überhaupt für alles, was einem zum nachdenken bringen könnte.

Nur, wo waren denn die ganzen „Skandal“-Meldungen die fast täglich zu lesen sind als es noch Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe gab? Wo waren denn die Aufschreie der Deutschen, als es auch da schon „Florida-Rolfs“ und andere gab?

Die Sozialleistungen waren zwar unterschiedlich und auch teilweise höher als die jetzigen Regelsätze, da hat sich aber auch keiner aufgeregt. Merkwürdig.

Jetzt wird bei jedem Cent mehr ein „Aufschrei der Republik“ herbei geschrieben, weil ja dann das „Lohnabstandsgebot“ gefährdet wäre. „Deutschland“ schluckt es wieder, denn „was Politiker oder Zeitungen schreiben, muss ja stimmen“ und weil es ja stimmen muss, wird auch weiterhin nicht nachgedacht. Umrahmt wird das Ganze dann von einem ebenfalls herbei geredeten „Aufschwung“.

Das dieses so genannte Lohnabstandsgebot auch damit eingehalten wird, indem man die Löhne erhöht, wollen Politik und Arbeitgeber nicht wissen und das die nicht wissen wollen, brauch „Deutschland“ erst recht nicht wissen. Das die bisherigen „Aufschwünge nur minimal bis gar nicht bei den Erwerbstätigen ankamen, scheint auch keinen Aufreger wert zu sein.

Also lässt sich „Deutschland“ von der Politik und den Medien weiterhin lieber verBILDen, als einmal darüber nach zu denken, was wirklich und bewusst schief läuft in diesem Lande.

Ja, ich bin Arbeit suchend, suche fast jeden Tag und finde trotzdem keine, erst recht keine die einen Lohn einbringt, die mich unabhängig von Hartz IV macht, so wie es im Gesetz steht. Solange ich aber keine Arbeit habe, möchte ich doch zumindest unter menschenwürdigen Bedingungen leben, die mir auch die Teilhabe am soziokulturellem und auch am gesellschaftlichen Leben ermöglichen und mir nicht jeden Tag überlegen müssen, ob ich mir nun z. B. ein paar Rollen Toilettenpapier oder lieber etwas zu essen kaufen soll, Ich bin weder in einer Partei, Gewerkschaft oder einem Verein, weil ich diese Aktivitäten auch nicht leisten kann, ohne woanders etwas einsparen zu müssen.

Dennoch kann ich mir vorstellen, das es auch gerade den Geringverdienern nicht anders geht, aber die können ja dann auf die Hartz IV Empfänger schimpfen, also von oben nach unten. Nur, auf wen soll ich dann schimpfen? Kranke? Behinderte?

Das wäre für mich selbst ungerecht, denn die können für ihre Gesundheit auch nichts dazu, manche sind auch durch die Arbeit krank geworden. Ich versuche aber zumindest in meinem Rahmen anderen Menschen zu helfen, mal mit, mal ohne Erfolg, aber ich helfe trotzdem weiter.

Wenn, dann kritisiere und „motze“ ich doch lieber über die, die die eigentliche Schuld an allem haben, die „Volksvertreter“, die zur Ablenkung ihres eigenen Versagens auf die eintreten, die sich kaum noch wehren können, was mich dann sozialer als den Rest des geBILDeten Deutschlands macht.

Und darauf kann ich Stolz sein, mehr bleibt mir ja nicht.

gefunden bei http://www.razyboard.com/system/morethread-hohn-der-republik-frank_k-2235062-5975465-0.html#go_120111

Sprächen die Menschen nur von Dingen, von denen sie etwas verstehen, die Stille wäre unerträglich.
Anonym
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