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Autor Thema: Juraprofessor Fischer-Lescano rügt Uni Bayreuth für den ungeprüften Titelentzug  (Gelesen 1213 mal)
Tom_
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« am: Februar 25, 2011, 11:04:58 »

Zitat
"Guttenberg hat systematisch getäuscht"

Der Bremer Juraprofessor Fischer-Lescano rügt die Uni Bayreuth für den ungeprüften Titelent. Bundestagspräsident Lammert sieht die Übernahme von Bundestagsgutachten in Guttenbergs Dissertation deprimierend eindeutig.

Der Bremer Juraprofessor und Plagiat-Entdecker Andreas Fischer-Lescano hat nach der Rücknahme des Doktortitels von Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) seine Kritik an der Arbeit verschärft und macht jetzt auch der Universität Bayreuth Vorwürfe: „Guttenberg hat systematisch verschleiert, plagiiert und getäuscht. Den Vorsatz kann man bei diesem intellektuellen Betrug dann im Grunde nur noch dadurch verneinen, dass man den Autor für unzurechnungsfähig erklärt“, sagte Fischer-Lescano dem Tagesspiegel am Donnerstag. Tags zuvor hatte die Uni den Titel ohne nähere Prüfung aberkannt, weil die Quellen der Dissertation nicht vollständig angegeben worden seien.

Damit sei der Verwaltungsakt rechtswidrig und könne zurückgenommen werden. Uni-Präsident Rüdiger Bormann sagte am Donnerstag, das Selbstkontroll-Gremium für wissenschaftliches Fehlverhalten an der Uni prüfe nun, ob Guttenberg die Promotionskommission getäuscht habe.

Diese Kommission habe sich um die Wertung der Täuschung herumgedrückt, kritisierte Fischer-Lescano. Die Uni habe mit der Rücknahme des Titels nach allgemeinem Verwaltungsrecht statt nach der speziellen und deshalb einschlägigen Promotionsordnung einen „rechtlichen Umweg genommen, um es unterlassen zu können, alle relevanten Gesichtspunkte und damit auch den Täuschungsvorwurf gegeneinander abzuwägen. Der Amtsermittlungsgrundsatz und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit des Vorgehens hätten aber genau dies geboten.“ Ein nachträglicher Entzug des Titels ist laut Promotionsordnung nur möglich, wenn eine „Täuschung“ vorliegt. Der von der Uni gewählte Weg sei „rechtlicher Unfug und entspricht darum auch nicht der gerichtlichen Praxis“ beim Titelentzug.

Günter Frankenberg, Verfassungsrechtler der Universität Frankfurt am Main, sagte, die Uni habe „ein schwaches Bild abgegeben. Die Kommission hat ein mildes Urteil gefällt, nahezu ganz im Sinne Guttenbergs. Das Wort Täuschung taucht nirgends auf – und das ist feige.“ Alles spreche dafür, „dass es sich hier um Täuschung ersten Ranges handele, das hätte die Universität prüfen und feststellen müssen.“ Frankenberg sieht auch die Rolle von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisch. „Dass sie sagt, sie habe keinen wissenschaftlichen Mitarbeiter eingestellt, ist eine für eine ehemalige Wissenschaftlerin unverzeihlich törichte Aussage.“ Ähnlich sieht es sein Kollege Hans Herbert von Arnim von der Deutschen Hochschule für Verwaltungswissenschaft in Speyer. Auch er erkennt einen „klaren und krassen Regelverstoß“ von Guttenberg. Der politische Umgang mit dieser Affäre werfe einen „schweren Schatten“ auf die Wissenschaft. „Angela Merkel unterstützt diesen Verstoß gegen Recht und Gesetz, weil es ihr nicht um die Sache geht, sondern schlicht um ihren Machterhalt.“ Von Arnim sieht die Gefahr, „dass unser Rechtsverständnis und unsere politische Kultur an diesem Vorfall großen Schaden nimmt.“

Der Ältestenrat des Bundestages vertagte am Donnerstag mit den Stimmen von Union und FDP einen Antrag der SPD auf Überprüfung von Guttenbergs Doktorarbeit. Die Opposition will wissen, ob der Minister bei der Verwendung von Gutachten des Wissenschaftlichen Dienstes gegen die Richtlinien des Parlaments verstoßen hat. Guttenberg hatte am Mittwoch im Bundestag erklärt, es seien „vier Ausarbeitungen“ als Primärquelle in die Arbeit eingeflossen. Diese habe er ausdrücklich und transparent auch als Quellen genannt.

http://www.tagesspiegel.de/politik/guttenberg-hat-systematisch-getaeuscht/v_print,3878384.html?p=
« Letzte Änderung: Februar 25, 2011, 11:05:25 von Tom_ »
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