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Autor Thema: Langzeitarbeitslose als "sozial Behinderte" definiert  (Gelesen 846 mal)
Lakota
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« am: Januar 08, 2012, 18:23:15 »

1-Euro-Jobs werden abgeschafft, dafür werden Langzeitarbeitslose als "sozial Behinderte" definiert und entsprechend behandelt.

 Das Modell aus den Niederlanden findet Eingang in die Vorhaben der NRW-Regierung.

Es berichten:

Abdel Malek, Bjistandsbond Amsterdam

Nils Böhlke, Die Linke im Landtag NRW

Freitag,04.11.2011, 19 Uhr, Gewerkschaftshaus Köln, Hans-Böckler-Platz 1.

Veranstalter: Europäische Märsche gegen Erwerbslosigkeit, Linke Erwerbslosen Organisation (L.E.O.).

http://www.scharf-links.de/92.0.html?&tx_ttnews[tt_news]=19237&tx_ttnews[cat]=44&cHash=8af0821af2
________________

Hier ausführlich:

Zitat
Bericht von der Veranstaltung

1-Euro-Jobs werden abgeschafft, dafür werden Langzeitarbeitslose als "sozial Behinderte" definiert und entsprechend behandelt.
Das Modell aus den Niederlanden findet Eingang in die Vorhaben der NRW-Regierung.

Es berichten:
Abdel Malek, Bjistandsbond Amsterdam
Nils Böhlke, Die Linke im Landtag NRW
Freitag, 04.11.2011, 19 Uhr, Gewerkschaftshaus Köln, Hans-Böckler-Platz 1.

Veranstalter: Europäische Märsche gegen Erwerbslosigkeit, Linke Erwerbslosen Organisation (L.E.O.). Moderation: Angela Klein

Abdel Malek von der Erwerbslosenini, Bjistandsbond Amsterdam
( Elektriker und Leiharbeiter)
informierte über die geplanten und sich in Vorbereitung befindenden breiten Einschneidungen
in das Leben vieler -bisher auch noch nicht betroffener- Bevölkerungsschichten der Niederlande.
Eine dafür fehlende Verwaltung verschob den Beginn dieser einschneidenden Maßnahmen um ein Jahr auf 01.01.2013.
Neben der Sozialhilfe wird auch der Gesundheits- und Bildungssektor betroffen sein.
Akzeptanz- und Durchsetzungsstrategien beginnen über Salamitaktik, hetzerischere und rassistische Propaganda (faule Erwerbslose, Frauen sollen zu Hause bleiben und Migrant_innen als Sozialschmarotzer) zu laufen. Es formiert sich schon Widerstand.

Geplante Maßnahmen der Regierung sind :

- Die Sonderleistungen für Familien mit behinderten Kindern werden mit der Gesamtleistung der Unterstützung verrechnet.
- Rentner_innen konnten sich bisher 13 Wochen pro Jahr außerhalb der Niederlande aufhalten, nunmehr nur noch 28 Tage.
[auf Nachfrage: diese Regelung soll für alle Rentner gelten, nicht etwa nur für die, die Sozialhilfe beziehen]
- Migrant_innen konnten, wenn sie die Anwartschaften für die Rente nicht erfüllt hatten diese durch Leistungen aus der Sozialhilfe ausgleichen. Die Möglichkeit wurde gestrichen.
- Konnten Migrant_innen bisher für 21 Wochen pro Jahr in ihre Heimat fahren, sind es jetzt nur noch 8 Wochen.
- Alleinstehende Eltern mit Kindern können nun zur Arbeitssuche verpflichtet werden.
- Steuerliche Erleichterungen für Alleinstehende werden gestrichen.
- Unabhängig des realen Arbeitsplatzangebotes erfolgt die Verpflichtung sich aktiv Arbeit suchen zu müssen.
- Wer an Sprachkursen zur Integration nicht teilnimmt und diese nicht abschließt, dem wird die Sozialhilfe gestrichen.
- Integrationskurse, bisher kostenlos, müssen nun bezahlt werden.
- Unter Androhung von Sanktionen hat frau /man entsprechend einer Kleiderordnung bei den Sozialleistungsbehörden zu erscheinen. Soll auch Kopftuchträgerinnen zum Nachteil gereichen.
- Psychiatriepatient_innen müssen ihre Behandlung zukünftig aus eigener Tasche bezahlen.
- Menschen in Heimen wird die Pflegeleistung gekürzt. Folge: Eigenbeteiligung.
- Mieten für Sozialwohnungen werden angehoben.
- Das Renteneintrittsalter wird von 65 auf 68 angehoben.
- Stipendien für Studenten werden gekürzt.
- Es wird Einschnitte in die Grundversorgung der Krankenversicherung geben.
- Vertretern von Behörden bekommen bei Bedürftigkeitsprüfungen das Recht auf Hausbesuch (oder war es die Wohnung zu betreten?)
- Volle Prozesskostenübernahme im sozialgerichtlichen Bereich wird gestrichen. Eigenbeteiligung wird Pflicht.
- (Exkurs: Streichung im kulturellen Bereich. Angriffe auf die Justiz wegen zu milden Strafen)
- Trägern, die bisher mittels Kombilohnmodellen Menschen in den ersten Arbeitsmarkt integrieren konnten, werden die Mittel gestrichen. Abschaffung solch staatlicherseits subventionierter Arbeit.
- Streichung staatlicher Unterstützung von Erwerbslosenorganisationen und Beratungsstellen.
- Bisher musste Pflichtarbeit von Erwerbslosen zusätzlich sein. Entfällt, es darf jegliche Form von Arbeit sein.

(.....)


Hier nun das eigentliche Thema zum Aufhänger (s.o. ... - "sozial behindert"):

Die Niederlande führt das sog. Lohndispensationssystem ein. Es erlaubt Arbeitgebern weniger als den gesetzlichen Mindestlohn zu zahlen. Um wie viel weniger wird am Betroffenen evaluiert.
Der sog. durchschnittliche normale Arbeitnehmer wird in einem komplizierten Verfahren dabei als 100 % gesetzt. Es betrifft vor allem die Langzeitarbeitslosen. Sie werden in Bezug auf die 100 % in ihrer Leistungsfähigkeit als "sozial behindert" betrachtet. Das prozentuale Maß der "Behinderung" (körperlich geistiger Art) stellen Ärzte fest unter Mithilfe eines Angestellten der Gemeindebehörde, der die Evaluation begleitet.

Die zu evaluierende Person arbeitet dabei drei Monate umsonst bei einem Arbeitgeber. Das Ganze wird als Hilfe zur Integration verkauft.
Um einen Willkürvorwurf vorzubeugen wird es ärtzliche Variablen bei der Selektion geben.



Zitat
Selektion

Sie verstecken es immer weniger....
Es ist wieder so weit.

Selektion.
Arbeitszwang.
Entzug der Existenzgrundlage.
Extreme Aberkennung der Grund- und Menschenrechte.

Demütigung, Ausgrenzung und immer mehr öffentliche Diskriminierung nicht nur mehr der Hetz- und Verdummungsmedien (auch der Ö. R.) sondern auch seitens der "ReGIERung".


Ehrlich gesagt bin ich gerade ziemlich sprachlos vor Entsetzen, Zorn und einem Gefühl der Hilflosigkeit... wütend Tic


weiter:
http://www.bag-plesa.de/ord/_themen/psychiat/Bericht_Koeln_2011-11-04.html


Es ist kein Zeichen von Gesundheit gut an eine grundlegend kranke Gesellschaft angepasst zu sein.
Jiddu Krishnamurti
Dieter 66
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Je öfter man Geburtstag hat, je älter wird man!!


WWW
« Antworten #1 am: Januar 08, 2012, 18:53:17 »

Eines wird auch noch dazu kommen.
Aberkennung der Menschenwürde/rechte. Heisst, nicht mehr wählen dürfen.
Der Betroffene ist eine "Sache". Bringt man ihn um, ist das Sachbeschädigung!!
1933 lässt grüßen. schlagk
« Letzte Änderung: Januar 08, 2012, 19:01:13 von Dieter 66 »

Ich bin nicht abergläubig. So was bringt nur Unglück!!
Sir Peter Alexander Baron von Ustinov
Zwergenmama
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« Antworten #2 am: Januar 08, 2012, 19:00:20 »

ich finde es am schlimmsten, dass es mich nicht einmal mehr aufregt. mir war klar, dass es irgendwann soweit sein würde.
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