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Autor Thema: Der neue Personalausweis: Gleichgeschaltet, abgezockt und komplett durchleuchtet  (Gelesen 492 mal)
Rudi Wühlmaus
Maschinist
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Wissen ist Macht


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« am: Juni 06, 2010, 12:27:00 »

Der neue Personalausweis: Gleichgeschaltet, abgezockt und komplett durchleuchtet

Sagenhafte 28,80 Euro soll der neue elektronische Personalausweis kosten, der im November 2010 sukzessive eingeführt werden wird. Versehen mit einem elektronischen Chip ist er ein weiterer Baustein in den Einstieg in die schöne neue gläserne Datenwelt - und das Bizarre daran: Wir die Bürger, bezahlen über horrende Gebühren ein dicht gespanntes Kontrollnetz, das uns zunehmend entmündigt, uns unserer Autonomie beraubt und abhängig macht von den Interessen des Staates und der Wirtschaft.

Das neue scheckkartengroße Identifikationssicherheitsdokument enthält viel mehr als die eigentlichen personenbezogenen Daten wie Namen, Personenstand, Adresse, Geburtsdatum und -ort, so zum Beispiel optional einen Fingerabdruck, ebenso Daten aus Beschäftigungsverhältnissen und Einkommenssituation.

In ‚analogen’ Zeiten strömten die Informationen eher spärlich und nur in einer Richtung, es ging um z. Bsp. Identitätsabfragen durch autorisierte Behörden wie Polizei oder Sozialämter. Die ‚digitale’ Welt sieht nun einen großen breiten Datenstrom vor, der aktiv und passiv in mehrere Richtungen läuft, und die abfragenden Stellen sind zunehmend von wirtschaftlichen Interessen gesteuert. Die Vielzahl der beispielhaft genannten zukünftig möglichen Anwendungen spricht für sich selbst:

    * - der Kauf von Bahn und Flugtickets
    * - An und Abmeldung von PkWs
    * - Bestellungen von Waren aller Art
    * - Abschluss von Verträgen
    * - Abgabe von Steuererklärungen.

Diese Dinge können auch heute schon per Internet durchgeführt werden, jedoch nicht über die zentrale Drehscheibenfunktion eines einzigen Zugangs und Identifikationsdokuments wie den elektronisch lesbaren Personalausweis. Und genau hier liegt ein wesentlicher Gefahrenpunkt. Die Kontrolle von in flacheren Hierarchien gebauten Netzwerken gestaltet sich schwieriger als die Steuerung von Informationsflüssen, die pyramidal aufgebaut sind.

Hinter dem Begriff der Gleichschaltung im Naziregime verbarg sich die Erkenntnis, dass möglichst viele Informationen an wenigen zentralen Stellen zusammenlaufen müssen, um so ein Höchstmaß an Kontrolle ausüben zu können. Die Einführung der Kennkarte im Jahre 1938 stand daher im direkten Zusammenhang mit der zu dieser Zeit einsetzenden Phase der Diskriminierung und Verfolgung der Juden. Sie diente aber auch zur Verbesserung der Wehrüberwachung und folglich der Kriegsvorbereitung Nazi - Deutschlands.

Die Geschichte lehrt, dass die digitale Revolution der Gegenwart Spitze eines Eisberges werde kann, von dessen unter dem Wasser liegenden Teil noch nicht annährend abgeschätzt werden kann, inwieweit unsere Bürgerrechte in Zukunft eingeschränkt werden.

Die Stigmatisierung und Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsteile wird weiter fortschreiten - bedürftige Personengruppen, die auf Sozialleitungen angewiesen sind erhalten keinen Zugang zu Existenz sichernden Systemen ohne umfassenden Datenabgleich - Rentner stehen unter dem Generalverdacht der Steuerhinterziehung, ebenso wie die Arbeitnehmer, weil ihnen nicht bekannt gegebene Mehreinkünfte unterstellt werden. So geriert sich ein Dokument, das Symbol der Teilhabe an demokratischen Prozessen sein sollte, zum Stigma selber, einem Stigma, das die herrschend politische und wirtschaftliche Kaste den Bürgern aufoktroyiert, ohne sie zuvor um deren Zustimmung gefragt zu haben, und das sie auch noch selber teuer bezahlen müssen.

Der Unterstellung, der Bürger sei latent kriminell, steht das überbordende Sicherheitsbedürfnis, der politischen und wirtschaftlichen Lenker gegenüber. Die Endscheider versuchen dem Bürger zu suggerieren, dass ihre eigenen Sicherheits- und Kontrollbedürfnisse mit denen der Bürger identisch seien, was sie de facto aber nicht sind. Das Mehr an Transparenz mündet in Abhängigkeit und Unfreiheit.

Minderheiten Arme, Kranke, Menschen, die dauerhaft oder vorübergehend auf soziale Leistungen angewiesen, werden der Willkür zentraler Entscheidungsstellen zunehmend ausgeliefert sein.

Ein weiteres zentrales Argument für die Einführung digitaler Systeme ist auch immer wieder die Terrorabwehr. Hierzu bemerkte Erich Fromm, dass es ein Irrglaube sei anzunehmen, dass technologische Entwicklungen exklusiv nur den Erfindern zugänglich seien - die Nachahmer folgen auf dem Fuße und mit ihnen der Missbrauch, die Möglichkeit, ein System von außen anzugreifen. Jeder Programmierer weiß dies von der Stunde an, in der er sich mit Programmiersprachen beschäftigt.

Und es gibt auch die Vorahnung von Regisseuren wie Stanley Kubrick, dessen Rechner HAL in “2010 Odyssee im Weltall“ beängstigende Eigenaktivitäten entwickelt: HAL wurde übrigens kurzerhand der Strom abgeschaltet, nachdem die Astronauten bemerkten, dass der Computer die Kontrolle übernahm und ihr Leben gefährdete.

Quelle: Kommentar Natascha Bingenheimer und Henry Schmidt - Saarbrücken macht mobil!


Quelle

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
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