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Autor Thema: Leiharbeit auf dem Sprung in eine neue Zeit?  (Gelesen 572 mal)
schimmy
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« am: Oktober 12, 2010, 21:12:38 »

PressemitteilungNach der Krise geht’s aufwärts wie nie zuvor, freuen sich die Chefs der beiden größten Arbeitgeberverbände der Leiharbeit, des Bundesverband für Zeitarbeit (BZA) und der Interessengemeinschaft Zeitarbeit (iGZ). Nachdem keine andere Branche so massiv in der Wirtschaftskrise Arbeitsplätze verloren hatte, kommt nun der krachende Aufschwung, aber dennoch gibt es dunkle Wolken am Horizont, denn die Politik macht dem Gewinnstreben der Branche einen Strich durch die Rechnung?

Was passiert in der Branche Leiharbeit?
Innerhalb weniger Monate hatten in der Wirtschaftskrise, hunderttausende Leiharbeiter ihre Arbeit verloren, aber es gab unter den fast 23.000 Firmen der Branche nur wenige Insolvenzen. Nun findet die Branche „im Aufschwung“ kaum geeignete Bewerber, um der Nachfrage zu entsprechen, die vor allem aus der Industrie gespeist wird. Mit Zuwachsraten in zweistelliger Höhe ist die Leiharbeitsbranche der scheinbare konjunkturelle Gewinner. Seit etwa Februar dieses Jahres hat die Branche fast die Verdoppelung der Beschäftigten geschafft, die noch während der Wirtschaftskrise verloren gingen. Mittlerweile sind wieder etwa 860.000 Menschen als Vollzeitkräfte für die Branche tätig und bis Jahresende wird die Millionengrenze knapp erreicht. Das sind fast zwei Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten Deutschlands, Tendenz weiter steigend!

Wie die meisten Experten vermutet haben, bildet prekäre Beschäftigung das „Rückrat“ des konjunkturellen Wachstums und des Beschäftigungszuwachses. In Ermangelung „echter Alternativen“ am Arbeitsmarkt, fehlender strukturierter Arbeitsmarktpolitik bzw. kreativer sowie angemessener Personalpolitik in der Wirtschaft, ersetzt Leiharbeit zunehmend Arbeitsplätze, die früher in den Betrieben „direkt“ entstanden und gewerbsmäßiger Zwischenhandel ist vorgeschaltet.

Prekäre Beschäftigung wird aus ökonomischen Gründen und dem Versagen der Arbeitsmarktpolitik zunehmend zu einem „Normalzustand“ bei der lohnabhängigen Beschäftigung im Erwerbsleben. Auch wenn von Wirtschaftsverbänden und Arbeitgebern der Branche energisch bestritten wird, das Leiharbeit reguläre Beschäftigung verdrängt, ist jede zweite Stelle, noch dazu wenn die kurzfristig zu besetzen ist, in der Leiharbeit zu finden. Dies gilt überwiegend für geringe Qualifikationen, aber zunehmend auch hochqualifizierte Stellen. Argumentativ werden Personalentscheidungen der Betriebe damit gerechtfertigt, dass damit bestehende reguläre Arbeitsplätze geschützt werden. Wer schützt aber eigentlich die Arbeitsplätze der von der Konjunktur abhängenden Leiharbeiter?

Leiharbeit ist mittlerweile für viele Arbeitssuchende das überwiegende Einstiegsmodell in eine Beschäftigung. Gerade Schulabgänger, Berufsanfänger oder Erwerbslose finden zu etwa 50 Prozent in der Leiharbeit eine Beschäftigungschance, wenn Betriebe ihr unternehmerisches Risiko verringern wollen. Die Personalabteilung wird quasi ausgelagert und der Personaleinsatz sowie konjunkturelle Einflüsse werden abgefedert, weil Leiharbeit kurzfristig verfügbar ist und weil Personalabbau ohne Kündigung mit sozialen Folgekosten für den Einsatzbetrieb funktioniert. Dieser Nutzeffekt, beschert dieser Branche bis heute aber auch ein „Schmuddelimage“, weil ihre Existenz auf dem Grundsatz des „heuern und feuern“ aufbaut.

Vor allem aber sind auch die Leiharbeitsfirmen auf Stammarbeitsplätze in den eigenen Reihen zwingend angewiesen, denn in der Leiharbeit kann ein Unternehmen mit ungelernten Kräften allein nicht mehr bestehen. Zur Umsatzplanung und Gewinnsteigerung ist Stammpersonal unabdingbar. Vielleicht ist das die ironischste Wahrheit aller Betrachtungen über die Leiharbeitsbranche, die eigentlich keiner wollte, auf die aber in der heutigen Ökonomie niemand mehr verzichten will.


http://www.duckhome.de/tb/archives/8507-Leiharbeit-auf-dem-Sprung-in-eine-neue-Zeit.html


Arbeitslos - aber nicht machtlos! ALG II abhängig - aber nicht rechtlos!

Meine Beiträge stellen keine Rechtshilfe da, sondern sind lediglich Erfahrungswerte und meine Meinung, welche ich weiter gebe.
Lalelu
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« Antworten #1 am: Oktober 12, 2010, 21:37:51 »


Wenn man auf Stellensuche ist im Netz, dann fällt schon massiv auf, daß fast nur noch zu 98% Sklavenhändler Stellen ausschreiben.

Fußmatte
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« Antworten #2 am: Oktober 13, 2010, 00:56:31 »

Wenn man auf Stellensuche ist im Netz, dann fällt schon massiv auf, daß fast nur noch zu 98% Sklavenhändler Stellen ausschreiben.

Nicht nur im Netz!
Wenn ich die Stadtanzeiger oder mal die Samstag-Tageszeitung wegen Stellen durchforste, da sieht das doch nicht anders aus. Was mir dabei noch aufgefallen ist, 90% davon sind Jobs auf 400€-Basis.
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