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Autor Thema: Lübeck will Ein-Euro-Jobs in richtige Arbeit umwandeln  (Gelesen 756 mal)
Rudi Wühlmaus
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« am: Mai 21, 2010, 08:31:16 »

Lübeck will Ein-Euro-Jobs in richtige Arbeit umwandeln
Lübeck - Der Bund sucht Kommunen, die Ein-Euro-Jobs in tariflich entlohnte Arbeitsplätze umwandeln. Lübeck will sich bewerben. Der Sozialsenator: „Es ist besser, Arbeit als Arbeitslosigkeit zu finanzieren.“

Die Stadtverwaltung und die Hartz-IV-Behörde „Arge Lübeck“ wollen sich an einem bundesweiten Modellprojekt „Bürgerarbeit“ bewerben. Hartz-IV-Empfänger werden dabei intensiv qualifiziert und erhalten sozialversicherungspflichtige, tariflich entlohnte Arbeitsplätze statt Ein-Euro-Jobs. Bezahlt werden die Tätigkeiten von der „Arge“, dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales, aus dem Europäischen Sozialfonds und von der jeweiligen Kommune. Lübeck muss je nach Teilnehmerzahl mit Kosten zwischen 500 000 und 1,6 Millionen Euro rechnen. Sozialsenator Sven Schindler (SPD): „Bürgerarbeit ist ein wichtiges Signal an Menschen, die kaum Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt haben.“

Erfunden wurde das Projekt in Sachsen-Anhalt. Dortige Kommunen melden eine deutliche Absenkung der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitsplätze müssen gemeinnützig und zusätzlich sein, dürfen reguläre Beschäftigung nicht verdrängen. Die Teilnehmer werden nach Tarif bezahlt. Die „Arge“ und der Bund übernehmen bis zu 1080 Euro brutto, was darüber hinausgeht, zahlt die Kommune. Die Bürgerarbeiter dürfen bis zu 30 Wochenstunden beschäftigt werden. Die Kommune spart die Kosten der Unterkunft für den bisherigen Hartz-IV-Empfänger – wenn der genug verdient.

Lübeck will, wenn die Bürgerschaft die Bewerbung beschließt und das Bundesarbeitsministerium die Hansestadt als Modellkommune auswählt, 2011 mit zunächst 50 Arbeitsplätzen starten. Das Modellprojekt ist auf drei Jahre befristet. Sozialsenator Schindler geht davon aus, dass in den drei Jahren mindestens 150 Teilnehmer mit Tarif-Jobs versehen werden können. Ziel ist, die Teilnehmer in feste Beschäftigungen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu vermitteln. Das hält „Arge“-Chef Markus Dusch für möglich: „Die Chance ist deutlich größer.“ Das Projekt „Bürgerarbeit“ reduziere aber nicht nur Ein-Euro-Jobs (derzeit 1200 in Lübeck) und Arbeitslosigkeit. Dusch: „Für die Teilnehmer bedeutet das Wertschätzung, Teilhabe am Erwerbsleben und echtes Einkommen.“

Die „Arge“ wird aus 1500 Kunden die ersten 50 Teilnehmer herausfiltern. Bei der Hansestadt gibt es derzeit 164 Ein-Euro-Jobs, die für die Umwandlung in Frage kämen. Ein großer Teil der Ein-Euro-Jobber sind in Altenheimen, Kitas und bei der Kulturstiftung tätig. Sozialsenator Schindler will zusätzlich Verbände und Wohlfahrtsorganisationen ins Boot holen.

Um das Modellprojekt umzusetzen, muss auch das Personal der „Arge“ aufgestockt werden. 16 neue Mitarbeiter müssen befristet eingestellt werden, um die intensivere Betreuung der „Bürgerarbeiter“ zu bewerkstelligen. Bislang betreut ein Persönlicher Ansprechpartner (Pap) 350 Kunden. Das soll auf 100 Fälle pro Pap gesenkt werden.

Die Bewerbungsfrist endet am 27. Mai – dem Tag der Bürgerschaft. Gibt sie grünes Licht, kann „Arge“-Chef Dusch die Bewerbung noch einreichen. Dusch rechnet im Juli mit der Entscheidung, welche Kommunen am Modell teilnehmen. Einen Pferdefuß gibt es. Die „Bürgerarbeiter“ sind nicht arbeitslosenversichert. Finden sie danach keine feste Stelle, landen sie wieder bei Hartz IV. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD): „Das ist haarsträubend.“
Von Kai Dordowsky

Quelle

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Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
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« Antworten #1 am: Mai 21, 2010, 10:34:47 »

Nun, da der Sozialsenator die Mehrheit der Bürgerschaft hinter sich vereinen kann wird das wohl was werden.
Eigentlich ein Schritt in die richtige Richtung. Nur sollten dann bitteschön auch die Sozialversicherungsanteile gezahlt werden.
Ging früher auch, da gab es für Sozialhilfeempfänger Zeitverträge, die min. den Anspruch auf Arbeitslosenhilfe wieder herstellten.
Das wäre ein richtiger Schritt. Sozialversicherungspflichtige Arbeit.

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