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Autor Thema: Mord durch Zwangsräumung - 67 Jahre alte Frau starb in Berlin an den Folgen  (Gelesen 1104 mal)
Tom_
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« am: April 12, 2013, 20:20:38 »

Pressemitteilung:
Zwangsräumung in den Tod
12. April 2013

Am 11. April 2013 ist Rosemarie Fliess im Alter von 67 Jahren
verstorben. Zwei Tage zuvor wurde sie aus ihrer Wohnung
zwangsgeräumt. Seitdem fand sie vorläufig Unterkunft in einer
Wohngemeinschaft und zuletzt in einer Wärmestube. Das Bündnis
Zwangsräumung verhindern ist traurig, schockiert, fassungslos und
wütend.

Die Zwangsräumung entzog Rosemarie Fliess ihre Lebensgrundlage. Die
Räumung wurde vollzogen, trotz eines ärztlichen Attests, welches ihr
die Unzumutbarkeit einer Räumung bescheinigte. Damit wurde ihr Tod
zumindest billigend in Kauf genommen. Die Eigentümerin bestand trotz
Mietübernahmeerklärung des Sozialamtes auf Herausgabe der Wohnung.

Rosemarie Fliess war Teil des Bündnisses Zwangsräumung verhindern.
Sie erfuhr Unterstützung, z. B. in Form von Prostestkundgebungen bei
ihren Räumungsterminen und nahm trotz ihres Gesundheitszustandes
selbst an Aktionen, u.a. an der Blockade einer Zwangsräumung in der
Reuterstraße am 2. April 2013 teil.

Wir sind schockiert und fassungslos und trösten uns ein wenig damit,
dass Rosemarie Fliess wenigstens zu ihrem Lebensende Solidarität
erfahren hat, womit sie in den letzten Jahren sicherlich nicht reich
beschenkt war.

Wir fragen uns:
In was für einer Gesellschaft leben wir, die Eigentumsrechte über den
Schutz des Lebens stellt? Welche Verantwortung tragen Politiker,
Richterinnen, Gerichtsvollzieher, Eigentümerinnen, Polizisten und
auch Schlüsseldienste? Welche Schuld trägt ein Richter, der trotz
eines ärztlichen Attest eine Zwangsräumung anordnet? Wer, wenn nicht
Menschen, wie Rosemarie Fliess, genießt noch Räumungsschutz?

Der letzte Zufluchtsort von Rosemarie Fliess, die Wärmestube „Wärme
mit Herz“, soll am 19. April zwangsgeräumt werden.

Am Freitag, den 12. April, um 18:00 findet eine Trauerkundgebung vor
ihrem Zuhause in der Aroser Allee 92 in Reinickendorf statt.

http://www.bmgev.de/mieterecho/mieterecho-online/zwangsraeumung-rosem
arie.html

http://www.bz-berlin.de/bezirk/reinickendorf/rentnerin-67-stirbt-nach
-zwangsraeumung-article1665615.html

http://www.youtube.com/watch?v=cdrvxL2rxH8

http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=XakzIMgYObs
Pimpf
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Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« Antworten #1 am: April 13, 2013, 12:51:05 »

Hi Tom,

die beiden erst genannten Links funktionieren nicht.

Kommt lediglich die Meldung "Seite nicht gefunden" bzw. "Seite existiert nicht".


Die beiden Links zu den YouTube-Beiträgen funktionieren jedoch einwandfrei.



Ich finde es echt traurig und macht mich sehr wütend wenn ich von solchen Dingen lese, wie sie der alten Dame - die zudem schwerbehindert und krank gewesen war - dann passieren in unserem ach nach aussen hin viel gepriesenen "sozialen" Staat.

Mittlerweile werden die Grund- und Menschenrechte von den da oben nur noch mit den Füßen getreten. Die sehen doch nur noch den Faktor "Arbeitskraft" und nicht den Menschen der dahinter steht. Für die zählt nur noch Geld, Geld, und noch mehr Geld sowie wie man das weiterhin vermehren kann ohne dafür noch zusätzliche Kosten zu haben.

In diesem Fall wurde ja sogar der Vermieter schriftlich von der Sozialbehörde zugesichert, die ausstehenden Mietrückständen UND die zukünftige monatliche Miete zu übernehmen. Besser hätte es doch für sie nicht sein können und daher auch die Zwangsräumung zurück ziehen können. Nein, meine Vermutung ist die, dass die alte Damen unbedingt hier raus sollte weil man diese Eigentumswohnung wohl sanieren und modernisieren beabsichtigte um diese dann für mehr Miete nochmals neu und an zahlungskräftigere Mieter zu vermieten. Also um mehr Geld für diese Wohnung dann monatlich zu erhalten. Wie wurde die Aussage des Ehemannes in einem der vielen Berichte zitiert: "es ist mir egal was mit der passiert. Soll sie doch von mir aus in den Dschungel gehen....."! Diese Aussage wurde gemacht von ihm, als ihm persönlich das Mietübernahme-Zusicherungsschreiben der Sozialbehörde von den Initiatoren der Proteste gegen diese Zwangsräumung übergeben worden war, weil die Ehefrau und eigentliche Vermieterin zuhause nicht anzutreffen gewesen war.

Sozialer und gegenüber der schwerbehinderten und kranken Mieterin wäre es doch jetzt eigentlich gewesen diese Zwangsräumung zurück zu ziehen, denn durch diese schriftliche Zusicherung der Sozialbehörde waren ja die ausstehenden und zukünftigen Mietzahlungen sichergestellt worden. Warum hat dies nicht ein Richter sofort dann veranlaßt?Huh?

Traurig das Deutschland aus seiner vorangegangenen Geschichte leider anscheinend nichts gelernt hat. Die Anfänge wie damals sind langsam sichtbar und bemerkbar geworden. Nur heute sind es die Sozialleistungsbezieher, alte und kranke Menschen, Behinderte etc. deren Rechte immer mehr mit den Füßen getreten und denen abgesprochen werden.

Langsam wird es Zeit das mehr Menschen mal aufwachen und anfangen sich gegen dieses (noch) friedlich zu Wehr zu setzen bzw. die Bevölkerung darauf mit Protestaktionen aufmerksam zu machen und zwar nicht nur deutschlandweit, nein, besser noch weltweit, das auch die anderen Länder mal sehen wie es tatsächlich mit der sozialen Einstellung in Deutschland bergab geht und man immer mehr in die alte und nicht vergessene Geschichte von damals sich zubewegt.

Einige ausländische Politiker haben ja auch schon ab und an solche diesbezügliche Äußerungen über die Deutsche Regierung in der letzten Zeit verlauten lassen.

So, muss jetzt hier mal eine Ende setzen, sonst schreibe ich mich noch in Rage.

DAS alles von mir hier geschrieben ist meine eigene Meinung dazu und nicht auf die Allgemeinheit bezogen.

lg
Pimpf
Tom_
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« Antworten #2 am: April 13, 2013, 15:32:13 »

Gerade gesehen, dass es die Links zerrupft hat.

http://www.bmgev.de/mieterecho/mieterecho-online/zwangsraeumung-rosemarie.html

http://www.bz-berlin.de/bezirk/reinickendorf/rentnerin-67-stirbt-nach-zwangsraeumung-article1665615.html

Jetzt müßten sie funktionieren.
« Letzte Änderung: April 13, 2013, 15:34:36 von Tom_ »
Pimpf
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Pimpf - Kein Freund des Jobcenters


« Antworten #3 am: April 13, 2013, 23:33:28 »

   jetzt funzen auch die beiden ersten Links einwandfrei.
Tom_
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« Antworten #4 am: April 15, 2013, 13:05:11 »

Neue Pressemeldung zum Thema:

Zitat
Pressemitteilung // 14.04.2013 // 23:00

800 Teilnehmer_innen auf Demonstration zum Gedenken an Rosemarie F.
Polizei greift die Demonstration grundlos an – ein Demonstrant ist im Krankenhaus in zur Zeit noch unklarem Zustand – – Veranstalter mussten die Demonstration wegen Polizeiangriff abbrechen

Am Dienstag den 9.4.2013 wurde die 67-jährige Rosemarie F. zwangsgeräumt. Sie verstarb zwei Tage später in einer Wärmestube an den physisch und psychisch belastenden Folgen der Zwangsräumung. Am Freitag den 12.4.2013 versammelten sich ca. 300 Menschen vor ihrem Haus zu einer friedlichen Trauerkundgebung. Rosemaries Tod hatte viel Wut und Unverständnis gegenüber den Verantwortlichen hervorgerufen. Daher rief das Bündnis Zwangsräumung Verhindern für heute, Sonntag 17 Uhr zu einer Demonstration in Kreuzberg/ Neukölln auf, in deren Verlauf sich bis zu 800 Personen, Nachbar_innen, Mietaktivist_innen, Senior_innen und Kinder friedlich beteiligten. Es gab auch von Menschen, die sich nicht an der Demonstration beteiligten, großes Interesse und Solidarität. Verbal wurden Wut und Empörung über die Zwangsräumung und den Tod von Rosemarie F. geäußert.

Auf Höhe Bürknerstraße wurde die Demo von der Polizei ohne erkennbaren Anlass gewaltsam aufgelöst. Wenige Minuten vor dem Einschreiten der Polizei wurde beobachtet, wie sich Polizeigruppen behelmten und sich über Funk offenbar auf einen bevorstehenden Einsatz vorbereiteten.
Träger des Seitentransparentes wurden grundlos von der Polizei bedrängt. Kurz vor dem Angriff der Polizei wurde die Anmelderin der Demonstration darauf hingewiesen, dass sich Personen dadurch vermummen
würden, indem sie ihr Transparent zu hoch trügen. Dies ist eine absurde Behauptung, die nicht nachgewiesen werden konnte.
Kurz darauf wurde eine Person, die sich darüber mit den Polizist_innen unterhalten hatte und betreffendes Transparent nicht in der Hand hielt, im vorderen Bereich der Demonstration auf den Boden geworfen und von mehreren Polizist_innen brutal überwältigt.
Daraufhin verlor sie ihr Bewusstsein. Viele Umstehende versammelten sich dort und wiesen die Polizei darauf hin, dass ein Krankenwagen gerufen werden müsse. Die Polizei behauptete, „der Krankenwagen würde
sich in die Straße nicht hinein trauen“. Stattdessen wurde die Person nun, ungeachtet ihres gesundheitlichen Zustandes, in einen Einsatzwagen der Polizei verfrachtet.
Kurz darauf erschien dennoch ein Krankenwagen, der jedoch nicht genutzt wurde. Die Polizei brachte den noch immer Ohnmächtigen nun in das Urbankrankenhaus, wo er in der chirurgischen Notaufnahme behandelt
werden musste. Es wurden 2 weitere Personen festgenommen, von denen eine bereits wieder freigelassen wurde.

Die Demonstrationsteilnehmer_innen verhielten sich friedlich. Es gab keinerlei Bestrebungen, die Demonstrationsroute zu verändern, diese Behauptung der Polizei ist nicht wahr.
Wir fragen uns, wie sinnvoll es noch ist, eine Demonstration anzumelden, wenn sie sowieso von der Polizei zerschlagen wird? Wir werden die Demonstration in Kürze dort fortführen, wo wir sie wegen
der Gewalt der Polizei abbrechen mussten.

Für uns stellt sich der Übergriff der Polizei als eine gewollte Eskalation dar – mit dem Ziel der Kriminalisierung berechtigter Proteste gegen die Entwicklung des Immobilienmarktes und die menschenverachtende, organisierte Verdrängung durch Zwangsräumungen. Auf Bezirks- und Landesebene und im Innenausschuss wird das Problem der steigenden Mieten und der Verdrängung als Sicherheitsfrage thematisiert. Wir sind der Meinung, dass dies nicht auf dem Rücken der Mieter_innen ausgetragen werden sollte.
Deshalb rufen wir am 29.4.2013 um 7 Uhr zur Blockade der Zwangsräumung von Zeinab und Maya in der Hermannstraße 208 auf.

Bündnis Zwangsräumungen verhindern
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