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Autor Thema: Organhandel benötigt einen freien Markt! Sollen Harzies erst ihre Organe verkau  (Gelesen 1474 mal)
Rudi Wühlmaus
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Wissen ist Macht


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« am: April 23, 2010, 11:19:19 »

Sollen Harzies erst ihre Organe verkaufen Huh??


Ökonomen fordern eine Legalisierung des Organhandels und finanzielle Anreize für Spender. Denn nur so könne das knappe Angebot an Spenderorganen erhöht werden. Eine extreme Idee, die Ethiker empört und Widerstand hervorruft - aber auch Leben retten könnte.

KÖLN. Der Mann war 19, und er brauchte dringend Geld. Warum sollte er da nicht etwas verkaufen, was er selbst gar nicht braucht? Zum Beispiel eine seiner beiden Nieren. Für ein Mindestgebot von 100 000 Mark bot der Russlanddeutsche sein Organ im Internet an. Und ging damit vor acht Jahren in die deutsche Rechtsgeschichte ein - als der Erste, der wegen "unerlaubten Organhandels" verurteilt wurde. Im November 2001 verdonnerte ihn das Amtsgericht Homberg zu 100 Stunden gemeinnütziger Arbeit. Er habe Geld für seine Drogensucht gebraucht, gestand der Mann vor Gericht - und hätte bei einem guten Angebot die Sache "wohl auch durchgezogen". Eine "perverse Idee", wie der Richter fand.

Einige Volkswirte sehen das ganz anders. Sie können den Russlanddeutschen gut verstehen. Der Gesetzgeber solle einen regulierten Organmarkt zulassen - oder zumindest finanzielle Anreize für Spender, ihre Organe zu verkaufen. Nur so lasse sich das knappe Angebot an Spendernieren erhöhen. "Man kann die Gesetze des Marktes nicht ungestraft leugnen", sagt Friedrich Breyer, Gesundheitsökonom an der Universität Konstanz.

Forscher wie Breyer sind überzeugt: Der freie Markt schafft nicht nur Arbeitsplätze und Wohlstand, er kann auch Leben retten. Wenn man ihn nur ließe. Wegen des extremen Mangels an Spenderorganen halten sie ein solches System sogar für eine moralische Pflicht.

Fünf bis sechs Jahre muss sich ein Nierenkranker in Deutschland laut Stiftung für Organtransplantation gedulden, bis er eine Spenderniere bekommt. Fast 11 000 Deutsche warten auf eine neue Niere, 2 500 auf eine neue Leber. Für 1 000 Patienten pro Jahr kommt das Organ zu spät - sie sterben innerhalb der Wartezeit. Ohne den grenzüberschreitenden Austausch von Spenderorganen wäre die Zahl noch höher: Jahr für Jahr bekommt Deutschland aus den Nachbarländern mehr Spenderorgane, als es abgibt.

Nur mehr Lebendspender könnten den Organmangel beheben

Mehr Lebendspender sind nach Meinung vieler Experten unverzichtbar. Denn selbst wenn sich jeder in Deutschland bereit erklären würde, nach seinem Tod seine Organe zur Verfügung zu stellen, gäbe es wahrscheinlich immer noch eine Versorgungslücke. Schließlich können nur bei bestimmten Todesumständen die Organe entnommen und transplantiert werden.

Für Ökonomen wie Breyer liegt die Lösung auf der Hand: Eine zu große Nachfrage trifft auf ein zu kleines Angebot - weil die staatliche Regulierung das Angebot künstlich verknappe. Die Spender müssten gebührend entlohnt werden, dann würde auch das Angebot an Organen steigen. Der Bayreuther Ökonom Peter Oberender zum Beispiel schlägt einen Handel wie an einer Wertpapierbörse vor.

Eine extreme Position, die polarisiert. Selbst innerhalb der ökonomischen Zunft. So hält der Harvard-Volkswirt Al Roth die Argumente der Befürworter eines legalisierten Organhandels für überzogen. Nehme man ihre Thesen ernst, so müsse man auch denjenigen gewähren lassen, der ein Auge oder einen Arm verkaufen will - oder sogar sein Herz. Für Bio-Ethiker sind die Argumente der Ökonomen schlicht inakzeptabel. "Organe sind kein normales Gut", sagt Silke Schicktanz, Professorin für Ethik und Geschichte der Medizin an der Universität Göttingen.

Was die Kritiker und Befürworter des legalisierten Organhandels spaltet, ist eine unterschiedliche Vorstellung vom Menschen und dessen Körper. "Für die Befürworter eines Organmarktes sind Körper und Identität getrennt", sagt Wissenschaftlerin Schicktanz. Der Körper sei für sie nur ein Instrument.

Für die Gegner eines Organmarktes seien Identität und Körper dagegen eine engere Einheit, die ohne weiteres nicht voneinander getrennt werden können. In Interviews hat sie festgestellt, dass viele Menschen schon den Begriff "Organknappheit" für falsch halten. Denn er impliziere, dass man das Angebot vergrößern könne. Genau das wollen Ökonomen wie Breyer und Oberender erreichen. Sie möchten den Organhandel quasi genauso gestalten wie einen Markt für Wertpapiere.

Die Preisfindung könne so funktionieren wie auf dem Aktienmarkt, ist Oberender überzeugt. Zwischen dem Nachfrager und dem Anbieter sollte ein Makler stehen. Die Nachfrager wären Krankenkassen und Privatpersonen, die Anbieter wären die Spender. Wichtig sei, dass der Makler entsprechende Qualifikationen nachweisen könne und der Markt sehr gut überwacht sei, betont Oberender.

Außerdem müsste gewährleistet sein, dass die Spender sich über ihr Vorhaben ausreichend informiert haben. In dem Modell von Oberender würden sie ihre Niere für einen Preis zwischen 20 000 und 30 000 Euro verkaufen. Auch für das Gesundheitssystem würde sich ein solches Modell lohnen, rechnet der Bayreuther Wissenschaftler vor: Eine Nierentransplantation koste inklusive Organ etwa 80 000 Euro, hinzu kämen 15 000 Euro für Medikamente pro Jahr. Die Behandlung eines Dialyse-Patienten dagegen schlage jedes Jahr mit 50 000 Euro zu Buche. Schon nach zwei Jahren würde sich eine Transplantation rechnen.

Kritiker befürchten, dass sozial benachteiligte Menschen zur Organentnahme gezwungen werden könnten. Gesundheitsökonom Breyer versucht, dieses Argument so zu entkräften: "Wir haben in Deutschland durch den Sozialstaat eines gesichertes Existenzminimum, niemand würde deswegen dazu gezwungen sein, ein Organ zu spenden."

Und auch das Argument, es sei unmoralisch, dass sich Menschen gegen Geld so hohen Risiken aussetzten, findet er nicht stichhaltig: "Wir geben Feuerwehrmännern und Bergarbeitern auch Risikozuschläge." Zudem betonen auch Mediziner: Die medizinischen Risiken für die lebenden Organspender sind relativ gering. Bei der Entnahme von Nieren komme es nur bei einem Prozent aller Operationen zu schwereren Komplikationen.

Eine Kernannahme, auf der die Argumentation der Ökonomen wie Breyer und Oberender basiert, ist das Postulat, jeder einzelne Mensch wisse am besten, was gut für ihn sei. Der Staat solle den Einzelnen möglichst nicht bevormunden. Jeder Mensch könne über sich und seinen Körper entscheiden - das schließe auch ein, Organe von ihm zu verkaufen.

Aber genau hier melden die Skeptiker schwere Zweifel an. Denn verhaltensorientierte Wirtschaftsforscher haben in Hunderten von Experimenten und Feldstudien in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder gezeigt: Menschen aus Fleisch und Blut sind häufig bei weitem nicht so vernünftig, wie es Volkswirte in ihren Modellen annehmen - oft treffen wir Entscheidungen, bei denen wir eigentlich wissen müssten, dass sie uns schaden. Schicktanz: "Wir wissen, dass viele Menschen vor allem für Geld viele Dinge tun, die sie nachher bereuen."

Unabhängig von moralischen Bauchschmerzen können finanzielle Anreize für Organspender unerwünschte Nebenwirkungen haben. Die Menschen, die aus Altruismus ein Organ spenden wollen, könnte die Bezahlung vergraulen. "Crowding-out" nennen Wissenschaftler einen solchen Verdrängungseffekt, der bei vielen wirtschaftlichen Phänomenen auftritt. In Fallstudien haben Volkswirte diesen Effekt unter anderem für Blutspenden nachgewiesen.

Wegen all dieser Probleme propagiert Harvard-Ökonom Roth einen dritten Weg: Er macht den Markt für Organspenden effizienter, ohne auf den Preismechanismus zu setzen. Freunde und Verwandte eines Nierenkranken würden oft gerne ein Organ spenden, doch der Körper des Patienten würde diese abstoßen. Roth hat einen Mechanismus entwickelt, inkompatible Paare zu vernetzen - es entsteht ein Tauschring, durch den das Angebot steigt. Denn die Wahrscheinlichkeit, ein passendes Spenderorgan zu finden, steigt erheblich.

Das von Roth entwickelte System hat sich in den USA bereits etabliert. In Deutschland wäre auch solch ein Modell verboten. Verwandte und enge Bekannte dürfen hier nur direkt an den Patienten spenden.

Spenden-Modelle

Zustimmen Marktwirtschaftliche Lösungen sind Zukunftsmusik. Zurzeit müssen sich in den meisten Ländern die Spender explizit dazu bereit erklären, nach dem Tod ihre Organe zu spenden. In Deutschland gilt die erweiterte Zustimmungslösung: Auch nahe Verwandte können ihr Einverständnis geben, dass die Organe des Toten entnommen werden dürfen. In Umfragen zeigen sich bis zu 80 Prozent der Befragten bereit, nach dem Tod ihre Organe zu spenden. Tatsächlich besitzen in Deutschland aber nur etwa zehn Prozent einen Spenderausweis.

Widersprechen Die Widerspruchslösung könnte diese Diskrepanz mildern. Danach wäre jeder solange Organspender, bis er ausdrücklich erklärt, dass seine Organe nicht entnommen werden sollen. In Spanien, Belgien und Österreich gilt die Widerspruchslösung. Dort werden bis zu dreimal mehr Organe pro Einwohner entnommen als in Deutschland. Die Gründe hierfür sind nicht eindeutig geklärt. Auch eine bessere Organisation des Spendeablaufs innerhalb der Krankenhäuser und des Gesundheitssystems könnte ausschlaggebend sein.

Quelle



Sollte der Organhandel legalisiert werden, könnte doch die Bundesregierung bei jedem ALG2 Antragsteller ein fiktives Vermögen feststellen, das erst veräußert werden muß bevor es "Kohle" gibt.

Ich mag mir soetwaqs gar nicht vorstellen

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
lieselotte
Gast
« Antworten #1 am: April 23, 2010, 12:49:59 »

Zitat
Kritiker befürchten, dass sozial benachteiligte Menschen zur Organentnahme gezwungen werden könnten.
Quatsch, sicher nicht.


Zitat
Sollte der Organhandel legalisiert werden, könnte doch die Bundesregierung bei jedem ALG2 Antragsteller ein fiktives Vermögen feststellen, das erst veräußert werden muß bevor es "Kohle" gibt.
Da würde ich mich ganz sicher nicht mehr melden.  



Weil ...
Zitat
Zwischen dem Nachfrager und dem Anbieter sollte ein Makler stehen.
   

 haltstopp   Den Preis dafür will ich dann selber aushandeln. 






Rudi Wühlmaus
Maschinist
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Beiträge: 5.431


Wissen ist Macht


WWW
« Antworten #2 am: April 23, 2010, 13:49:06 »

Es wird keiner gezwungen, nur verwertbares Vermögen muß zuerst verbraucht werden! Steht doch so im Gesetz

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
lieselotte
Gast
« Antworten #3 am: April 23, 2010, 14:42:14 »

Wenn ich eins meiner Organe verkaufen wollte, müsste es sich schon lohnen. So richtig lohnen, ausgesorgt haben müsste ich auf alle Fälle.
Warum sollte ich da noch Sozialleistungen beantragen?   keine Ahnung
clivie
Gast
« Antworten #4 am: April 23, 2010, 15:20:23 »

Wenn ich eins meiner Organe verkaufen wollte, müsste es sich schon lohnen. So richtig lohnen, ausgesorgt haben müsste ich auf alle Fälle.
Warum sollte ich da noch Sozialleistungen beantragen?   keine Ahnung
richtig Liselotte, so seh ich das auch.
Wenn von den Herren Ökonomen Ihre eigenen Organe hergeben sollten na ich glaube dann würden die auch anders reden
 
Als ein R K letztens eine neue Lunge brauchte, die war auch vorhanden weiter brauche ich das glaube ich nicht auszuführen.  jawoll
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