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Autor Thema: Österreichs Regierung lässt mittlerweile auch Säuglinge abschieben  (Gelesen 643 mal)
Tom_
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« am: November 02, 2010, 17:52:43 »

Zitat
Am 10. Oktober wurde in der österreichischen Bundeshauptstadt Wien der Gemeinderat gewählt. Vier Tage vor dem Urnengang drangen mitten in der Nacht Polizisten in eine Wohnung ein. Das Wiener Sonderkommando Wega, eine Spezialeinheit für besonders riskante Einsätze, holte zwei kleine Mädchen und ihren Vater aus dem Bett. Einer der Beamten sicherte das Kinderzimmer mit einem Sturmgewehr, als drohe von den Volksschülerinnen äußerst große Gefahr.

Sechs ihrer acht Lebensjahre hatten die beiden Schwestern in Österreich verbracht. Ihr Geburtsland, den Kosovo, kannten sie nicht. Die zuständige Behörde der oberösterreichischen Stadt Steyr, in der die Familie lange wohnhaft war, hatte erklärt, die Zwillingstöchter seien bestens integriert. Die Mutter lag - nach einem Nervenzusammenbruch - in einem Wiener Spital. Die Frau war vor kurzem wegen Selbstmordgefahr stationär aufgenommen worden. Sie ahnte nicht, dass ihre Töchter gerade nach Pristina ausgeflogen wurden.

Der österreichische Staatsapparat hatte viel Zeit vergehen lassen, um den Asylantrag der Familie Komani abzulehnen. Die Innenministerin der konservativen Volkspartei (ÖVP), Maria Fekter, verteidigte zunächst die Amtshandlung gegen die Kleinen. Selbst das Sturmgewehr im Kinderzimmer sei legitim gewesen, meinte sie, wobei sie der Familie auch noch indirekt Gewalttätigkeit unterstellte: "Ist von einer Familie Widerstand bei der Abschiebung zu erwarten, muss entsprechend vorgegangen werden." Zudem müsse Recht eben Recht bleiben, verkündete die Ministerin, die das österreichische Asylgesetz ohne Unterlass verschärft. Der Verweis auf die Paragrafen taugt indes nicht als Ausrede, denn eine menschlichere Auslegung wäre durchaus möglich gewesen. Aber es ging wohl darum, einmal mehr ein Exempel zu statuieren und nicht Milde walten zu lassen.

http://www.welt.de/print/die_welt/kultur/article10607389/Mit-dem-Sturmgewehr-ins-Kinderzimmer.html
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