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Autor Thema: Job Start-Projekt in Kamp-Lintfort: Wie man Jugendliche für kostenlose Gartenarb  (Gelesen 693 mal)
schimmy
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« am: September 16, 2010, 17:46:05 »

Natürlich ist der Zeitungsbericht viel wohlwollender ausformuliert, als meine Überschrift.

Von einem “erleichterten Wechsel vom Schul- ins Berufsleben” ist dort die Rede, sowie von einer Hoffnung, dass derjenige Jugendliche nach seiner Ausbeutung für die Grünanlage vielleicht sogar eine Ausbildungsstelle, oder sogar einen prekären “Job” ergattern könnte.

Die Wahrheit dürfte aber sicherlich eine ganz andere sein. Jugendliche, die verständlicherweise nicht einsehen, als Ein-Euro-Jobber für den Aufbau einer Grünanlage abkommandiert zu werden, wird der Sanktionsknüppel über den Scheitel gezogen - und unter Androhung der gänzlichen Streichung aller Sozialleistungen zur Arbeit gezwungen. Statt also Anreize zu geben in Form eines festen Arbeitsvertrages mit einem Mindestlohn von 10 Euro, damit die Jugendlichen darauf ein selbstständiges (motiviertes) Leben aufbauen könnten, werden sie zur kostenlosen Zwangsarbeit geprügelt. Eine Zwangsarbeit, die natürlich nach Tariflohn bezahlte Gärtner arbeitslos machen muss, weil diese dann weniger Aufträge erhalten (da ja von Hartz4-Zwangsarbeitern erledigt).

Natürlich wird das im Bericht dementiert. Zitat: Nicht zuletzt möchte der Arge-Mann den Garten- und Landschaftsverband mit einbeziehen, um mögliche Verärgerung über unerwünschte Konkurrenz von vornherein zu vermeiden. Tja, und wie diese Einbeziehung aussieht, kann man sich gut vorstellen:

“Hey, wir haben hier ne kostenlose Arbeitskolonne, die für 1.500 Euro die gesamte Grünanlage hochzieht. Hättet ihr Profigärtner das auch hinbekommen? Nein? Okay, dann machen wir euch ja keine Konkurrenz, weil ihr die Arbeit ohnehin nicht hättet erledigen können…” Und nach diesem Schema läuft fast die gesamte Hartz4-Zwangsarbeit hierzulande. Egal ob als Ein-Euro-Job oder Bürgerarbeit getarnt. In Baden-Württemberg kommandiert die ARGE sogar offiziell Arbeitslose ab, um in einer REWE-Tochter Produkte zu vertreiben. Solch industrielle Verwertung wird von der Regierung sogar massiv subventioniert.

Und am allerbesten funktioniert diese Methode, wenn man sogar arbeitslos gewordene Gärtner als kostenlose Zwangsarbeiter in die Grünanlagen schicken kann. Die kennen sich mit der Materie schon aus. Und arbeitslos gewordene Pfleger verdonnert man in Pflegeheimen. Und arbeitslos gewordene Supermarktmitarbeiter in die entsprechenden Bonusmärkte. Und arbeitslos gewordene (hier bitte deinen Job eintragen)….


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Arbeitslos - aber nicht machtlos! ALG II abhängig - aber nicht rechtlos!

Meine Beiträge stellen keine Rechtshilfe da, sondern sind lediglich Erfahrungswerte und meine Meinung, welche ich weiter gebe.
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