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Autor Thema: Schlecker  (Gelesen 1774 mal)
Lienau
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Nimms sportlich!


« am: Januar 12, 2010, 08:45:21 »

Zitat

Schlecker der Lohndrückerei bezichtigt
Von Carsten Dierig 12. Januar 2010

Unternehmen weist Vorwürfe zurück, kündigt aber Dienstleister - Politik prüft Gesetzesänderungen

Köln - Die Drogeriemarktkette Schlecker steht wegen ihrer Beschäftigungspolitik heftig in der Kritik. Dem Marktführer wird vorgeworfen, Mitarbeiter in die Leiharbeit zu drängen und damit die Löhne kräftig zu drücken. Schlecker wies die Anschuldigungen zurück. "Die Inanspruchnahme von Personaldienstleistern ist in der gesamten deutschen Wirtschaft weit verbreitet und vollkommen normal", sagte ein Sprecher. In keinem Fall seien Mitarbeiter zu irgendetwas gedrängt oder gar genötigt worden.
Schlecker hat in den vergangenen Monaten rund 800 kleine Filialen geschlossen und stattdessen meist in unmittelbarer Nachbarschaft sogenannte XL-Läden eröffnet. Im Zuge dessen wurde nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di mehreren Hundert Beschäftigten betriebsbedingt gekündigt. Zwar sei den Betroffenen anschließend angeboten worden, auch in den neuen Märkten zu arbeiten - allerdings nicht mehr als tariflich bezahlte Schlecker-Beschäftigte, sondern als Leiharbeiter der dem Konzern verbundenen Firma Meniar. Die zahlt laut Gewerkschaft bis zu 50 Prozent weniger Lohn, hat die freien Tage auf das gesetzliche Minimum reduziert und Weihnachts- und Urlaubsgeld gestrichen.

Die Drogeriekette will Konsequenzen ziehen. Das Unternehmen erklärte am Montag, um die Diskussion zu beenden, habe Schlecker beschlossen, "mit sofortiger Wirkung keine neuen Arbeitnehmerüberlassungsverträge mit der Firma Meniar mehr abzuschließen".

Arbeitsmarktpolitiker werfen Schlecker Tarifflucht und den Missbrauch der Zeitarbeit vor. Leiharbeit sei dazu da, betriebliche Auftragsspitzen abzufangen oder für Urlaubs- und Krankheitszeiten Vertretungen bereitzustellen. Sie dürfe aber nicht genutzt werden, um die Stammbelegschaft zu ersetzen, sagte der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl Josef Laumann (CDU). Ähnlich reagierte der Bundesverband Zeitarbeit Personaldienstleistungen (BZA). "Das Schlecker-Modell entspricht nicht dem ursprünglichen Sinn von Zeitarbeit", sagte BZA-Vizepräsidentin Ingrid Hofmann der WELT. Die Vorgehensweise sei "höchst problematisch und bedenklich" und bringe die Zeitarbeitsbranche in Misskredit. Die BZA distanziere sich von Schleckers Geschäftspolitik.
...
Quelle

Wäre ja lobenswert, wenn dieser Art Geschäftsgebaren endlich ein Riegel vorgeschoben würde. Allerdings ist verwunderlich, dass solcherlei Verhalten nicht von vornherein absehbar gewesen ist. Das erinnert mich an die Aufregung wegen Steuerflucht - was immer gesetzlich möglich ist, das wird auch gemacht .. und leider einiges darüber hinaus. Der Mensch ist halt ein egoistisches Wesen.
« Letzte Änderung: Januar 13, 2010, 08:07:54 von Lienau »

Gib jedem Tag die Chance der beste Deines Lebens zu werden!
lieselotte
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« Antworten #1 am: Januar 12, 2010, 11:42:38 »

Wir sollten nicht vergessen, welche Macht wir als Verbraucher besitzen.

In diesen Läden nichts mehr kaufen.
Rudi Wühlmaus
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« Antworten #2 am: Januar 12, 2010, 14:56:51 »

Dazu passend:

Das Schicksal einer Zeitarbeiterin:

Zitat
"Ich bin eine moderne Sklavin"

Die Praktiken der Drogeriemarktkette Schlecker zeigen, wie schutzlos Leiharbeiter ihren Arbeitgebern ausgeliefert sein können. Die VW-Monteurin Sevinc Karatoc hat sich dennoch gewehrt. Von Massimo Bognanni

Sevinc Karatocs erste Liebe war ein tiefer gelegter VW-Golf mit getönten Scheiben, einem verchromten Auspuffrohr und extra breiten Reifen. Ihr Vater hatte ihr das Auto zum 18. Geburtstag geschenkt. Die erste Fahrt ging in ein türkisches Restaurant ihrer Heimatstadt Hannover. Es folgte eine innige Beziehung: Jeden Freitag nach der Arbeit fuhr Sevinc Karatoc in die Waschanlage, polierte ihren schwarzen Schatz. Die beiden waren fünf Jahre zusammen, dann machte er schlapp. Die Lichtanlage.

Sevincs Liebe zu Volkswagen blieb. Genau wie ihr Vater Ahmed wollte sie bei Volkswagen später einmal Autos bauen: Der hatte 30 Jahre lang bei Volkswagen in den heißen Backsteinhallen in Hannover-Stöcken geschmolzenes Metall zu Zylindern gegossen. Doch Sevinc Karatoc gehörte nur für 18 Monate zu VW, dann setzte man sie vor die Tür. Die 29-Jährige sei eine "Randaliererin" sagte der Personalchef von VW Nutzfahrzeuge, Jochen Schumm, behaupten mehrere Leiharbeiter. Sie werde bei VW keine Zukunft mehr haben. Schumm sagt, er habe so etwas nie gesagt.



Weiterlesen


Interessant auch die Tatsache, das Schlecker die Leiharbeitsfirma Meniar selber gegründet hat!

 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
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Rudi Wühlmaus
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« Antworten #3 am: Januar 15, 2010, 13:50:10 »

Zitat
Lohndumping
Schlecker-Methode weit verbreitet

Schlecker ist nicht das einzige Unternehmen, das seine Gewinne mit billigen Leiharbeitern steigern will. Nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern versuchen viele Firmen auf die gleiche Weise, Tarifstandards zu unterlaufen. Selbst Kirchen und Wohlfahrtsverbände schrecken davor nicht zurück.

Duisburg - Niedriglöhne bei Leiharbeitern sind nach Angaben von Arbeitsmarktforschern in Deutschland kein Einzelfall. "Wie die Firma Schlecker haben in den vergangenen Jahren viele Unternehmen ein eigenes Zeitarbeitsunternehmen gegründet, um geltende tarifliche Standards zu unterlaufen", sagte Claudia Weinkopf vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) am Donnerstag in Duisburg.

Nicht selten kehrten die Beschäftigten auf diesem Wege für weniger Geld und schlechtere Arbeitsbedingungen an ihren alten Arbeitsplatz zurück. Nach geltender Rechtslage sei diese Praxis jedoch nicht illegal, so die Wissenschaftlerin der Universität Duisburg-Essen. Es sei möglich, Leiharbeiter nach eigenen Tarifverträgen zu entlohnen.

Damit sehe das Gesetz eine Ausnahme von dem Grundsatz "gleicher Lohn für gleiche Arbeit" vor. Diese Ausnahme sei jedoch inzwischen vielfach zur Regel geworden, kritisierte Weinkopf. Die entsprechenden tariflichen Einstiegslöhne für Leiharbeiter lägen zwischen 6,15 Euro und 6,50 Euro je Stunde in Ostdeutschland und zwischen 7,35 Euro und 7,51 Euro in Westdeutschland. Dies sei deutlich niedriger als die vergleichbare Bezahlung in anderen tarifgebunden Betrieben.

Auch Wohlfahrtsverbände wollen Kosten sparen

Motive, um die ursprünglich zur Abdeckung von Auftragsspitzen gedachten Leiharbeitskräfte "mehr oder weniger" dauerhaft einzustellen, seien in der Regel erwartete Einsparungen bei den Lohn- und Gehaltskosten, so die Wissenschaftlerin. Betroffen seien nahezu alle Branchen von Banken und Versicherungen bis hin zu Handelsunternehmen und Anbietern im sozialen und medizinischen Bereich. Neben privaten Unternehmen versuchten auch kirchliche Pflegeeinrichtungen und große Wohlfahrtsverbände auf diese Weise, Personalkosten zu reduzieren.

Betroffen davon sei in der Regel jedoch nur ein Teil der Belegschaft. Eine Umfrage unter Betriebsräten aus dem Jahr 2007 habe ergeben, dass eigene Zeitarbeitsfirmen bereits in gut sieben Prozent aller Unternehmen mit betrieblicher Interessenvertretung existierten. Neuere Zahlen seien derzeit nicht verfügbar, sagte Weinkopf. Nach einem Einbruch der Zahlen der Leiharbeitskräfte durch die Wirtschaftskrise im vergangenen Jahr sei diese Form der Beschäftigung derzeit wieder auf dem Vormarsch.


Quelle

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« Antworten #4 am: Januar 15, 2010, 14:48:24 »

Bericht über eine Mandantin meines Anwalts.

http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/abzocke-beim-arbeitsamt/

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« Antworten #5 am: Januar 17, 2010, 18:00:08 »

Ja,  diese Firma steht mit Stellenangeboten im Netz. Da wird auch deutlich darauf hingewiesen, das ein Vermittlungsgutschein erwünscht ist.

Den Link dazu habe ich leider verschlurt.   keine Ahnung
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« Antworten #6 am: Januar 18, 2010, 11:02:40 »

Ja. Schlimm alles.

Cool, der Bericht hat es sogar auf die Nachdenkseiten geschafft.  daumen

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« Antworten #7 am: April 26, 2010, 11:10:22 »

Schlag gegen Schlecker
Marburger Arbeitsgericht schiebt Lohndumpingstrategie der Drogeriekette Riegel vor. Der Richterspruch bedeute, daß Schlecker-Beschäftigte deren Filialen in XL- oder XXL-Großmärkte umgewandelt werden, generell keine neuen Verträge mit schlechteren Bedingungen unterschreiben müssen, so ver.di-Sekretär Joachim Haucke . Das gelte auch, wenn es sich nicht um »Modernisierungen« bereits bestehender Filialen, sondern um Neubauten handele. Schlecker versucht seit etwa einem Jahr, bestehende Filialen durch sogenannte XL- und XXL-Großmärkte zu ersetzen. 500 Geschäfte sollen geschlossen werden. Dabei orientiert sich das Unternehmen offensichtlich an Konkurrenten wie Rossmann oder dm, die Schlecker mit erweitertem Warensortiment und größeren Verkaufsflächen zunehmend die Kunden streitig machen. Im Grunde sei gegen diese Strategie nichts einzuwenden, sagt Achim Neumann, Schlecker-Beauftragter von ver.di, gegenüber junge Welt. Das Problem sei, daß der Konzern dadurch versuche, tarifvertragliche Bedingungen zu unterlaufen.
Quelle: www.jungewelt.de

« Letzte Änderung: April 26, 2010, 11:12:17 von Rudi Wühlmaus »

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« Antworten #8 am: April 26, 2010, 15:14:42 »

 deenk ich finde den Artikel nicht?  peace
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« Antworten #9 am: April 26, 2010, 15:16:01 »

Hier ist er:

http://www.jungewelt.de/2010/04-26/028.php?sstr=schlecker

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« Antworten #10 am: April 26, 2010, 15:28:20 »

 
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