Storch HeinarStorch Heinar
Aktive Erwerbslose in Deutschland (AEiD)

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
Übersicht Aktuelles Hartz IV Infobank Daily News Impressum Mitglieder Registrieren
News:


Seiten: [1]   Nach unten
  Drucken  
Autor Thema: Soziales : „Wie ein Mensch zweiter Klasse“  (Gelesen 766 mal)
Rudi Wühlmaus
Maschinist
***
Offline Offline

Beiträge: 5.431


Wissen ist Macht


WWW
« am: Mai 11, 2010, 20:49:00 »

Soziales : „Wie ein Mensch zweiter Klasse“

Holger Nadolny ist Rollstuhlfahrer und fühlt sich normalerweise nicht ungerecht behandelt – was das Verhältnis von ihm zu aufrecht gehenden Menschen betrifft. Den Wahlsonntag aber hält er für einen „rabenschwarzen Tag für die Gleichberechtigung.“

Der Mittvierziger wollte wählen, wie er es an Wahltagen immer macht. Nahm seinen jungen Hund mit, der gerade eine Ausbildung zum Begleithund macht. Auf seiner Wahlbenachrichtigungskarte stand dieses Mal ein anderes Wahllokal. Nicht mehr die Gaststätte, die immer Anlaufstelle war, sondern ein Kindergarten, der noch näher lag.

Dann kamen die ersten Hürden. „Hunde verboten“ stand in großen Lettern auf einem Schild am Rande des Kinderspielplatzes, über den man das Gebäude des Kindergartens und damit des Wahllokals ausschließlich erreichen kann. Er wollte nicht auf sein Sonderrecht pochen, ließ seine schwarze Begleiterin am Rande des Geländes zurück und wollte „mal eben“ wählen.

Doch mit dem „mal eben“ war es schnell vorbei. Die Türe zum Wahllokal war mit einem automatischen Türschließer versehen. „Jeder Rollifahrer wird mir Recht geben, wenn ich diese Technik als unangenehm bezeichne, da wir gezwungen werden, eine Hand vom Rollstuhl zu nehmen, um das Schließen der Tür bei der Durchfahrt zu verhindern“, sagt Nadolny. Doch dann kam die nächste unüberwindliche Barriere. Die Schwelle dieser Tür bildet eine Stufe, die den Namen tatsächlich verdient. Keine Abschlusskante, sondern eine echte „ausgewachsene“ Treppenstufe. „Ohne helfende Hände hätte ich einige Zeit vor der Tür wartend verbracht oder unverrichteter Dinge und meines Wahlrechts beraubt wieder abziehen müssen“, ärgert sich Holger Nadolny. „Wie war das noch mit der Gleichberechtigung und Gleichstellung? Nach langer Zeit fühlte ich mich einmal wieder als Mensch zweiter Klasse.“

Doch das nächste Problem wartete schon. Die Tür zu den Wahlkabinen war eine Standardtür mit ebensolchen Abmessungen. „Ich bin recht lang gewachsen - 1,92 cm - und dementsprechend groß ist mein Rollstuhl dimensioniert, aber ebenfalls Standard aus dem Katalog eines namhaften Rollstuhlherstellers. So passten Rollstuhl und Hände nicht gleichzeitig durch den Türrahmen. Der Defekt eines Handschuhs, der Verlust einiger Hautfetzen und einige blaue Flecken an den Knöcheln waren die Folge.“ Das Presseamt der Stadt sagt dazu folgendes: „Es gibt Kann- und Muss-Vorschriften. Dass in rauchfreien Gebäuden gewählt werden muss, hat Priorität.“ Daher wurden vor einiger Zeit auch die Wahllokale von Gaststätten aus in andere Räumlichkeiten verlegt. Es sollte behindertengerecht sein, muss aber nicht. „Das haben wir aber auf den Wahlbenachrichtigungskarten vermerkt, schriftlich und symbolisch.“


Quelle


 if (isset($_BRAIN['müde'])){ sleep(); } else { work(); } 
Nach über 10 Jahren Computertechnik müßten die Tastaturhersteller eigentlich gelernt haben, daß Tastaturen unten Abflußlöcher für den Kaffee brauchen.
Windoof nur beim Kunden; Ansonsten LINUX
Seiten: [1]   Nach oben
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.11 | SMF © 2006-2009, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS
Seite erstellt in 0.043 Sekunden mit 21 Zugriffen. (Pretty URLs adds 0.005s, 2q)
© Design 2010 - 2020 by Rudi Wühlmaus